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Montagsfragen Re-Run: 26.08.2019

Hallo zusammen,
ich lebe wieder. Also, um ehrlich sein, dieser Blog lebt wieder, Gerüchte über meinen Tod sind selbstverständlich stark übertrieben. Es lief einfach, wie erwartet, sehr viel parallel und durcheinander und schließlich passierte in diesem September einfach unglaublich viel. In den nächsten Tagen sollte aber langsam wieder (eine neue Form von) Normalität bei mir eintreten. Insofern scheint es mir angebracht, auch diesen Blog wiederzubeleben. Ich dachte, wir fangen mal ein wenig damit an, die Montagsfragen der letzten Wochen nachzuholen. Derzeit pausieren die Montagsfragen, am 07. Oktober geht es offiziell weiter – bis dahin sollte ich es doch schaffen, hier mal die letzten Montagsfragen nachzutragen. Los geht es mit der vom 26.08:

Welche Beiträge verfasst ihr selbst am liebsten?

Das ist tatsächlich eine interessante Frage. Natürlich ist die Montagsfrage immer ein relativ dankbarer Content, weil mit relativ kurzem Zeitaufwand und einem überschaubaren kreativen Einsatz ein (hoffentlich) interessantes Ergebnis erzielt wird. Rezensionen sind natürlich das Kerngeschäft des Buchbloggers und hier hängt es stark vom Buch ab, ob das eher eine Quälerei oder doch eine spannende Aufgabe ist. Am meisten Spaß, allerdings auch am meisten Arbeit machen die Posts, in denen es irgendwie um das Thema Lesen geht, vielleicht auch das Vorbereiten des Adventskalenders und ähnliche Aktionen ‚außer der Reihe‘, die zugegebenermaßen in den letzten Jahren hier etwas zu kurz gekommen sind. Aber vielleicht kommt da auch wieder etwas, sobald ich etwas Zeit finde. Ideen für den diesjährigen Adventskalender habe ich tatsächlich schon.

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Montagsfrage vom 19.08.2019

Guten Morgen zusammen und auch wenn es heute schon Freitag ist, möchte ich mich gerne zur heutigen Monatsfrage äußern.

Wie wichtig ist der Autor eines Buches?

Habt ihr in der Schule auch Kafkas Urteil gelesen? Ja? Was habt ihr davon mitgenommen? Das Brückenmotiv? Die rituelle Wiedergeburt in Anspielung auf die antike Bedeutung des Flusses? Vermutlich ging es schwerpunktmäßig um eine biographische Interpretation, also um Kafkas Vaterkomplex.

Vielmehr noch: Wieso sollte mich interessieren, was der Autor sich beim Schreiben des Buchs gedacht hat und wie er glaubt, das Buch sei zu verstehen, wenn ich dem Buch doch beim Lesen selbst einen Sinn gebe und es so verstehe, wie ich es sehe, wie es mir gut tut und wie ich daraus meinen Horizont erweitern möchte. Also von mir aus kann der Autor gerne tot bleiben.

Dann lese ich Hoffmann und seine Serapionsbrüder und finde es spannend zu sehen, wie der fiktionale Kreis der Serapionsbrüder zu den Dicherpersönlichkeiten um Hoffmann herum passt und wie die Zuschreibung der von Hoffmann erdachten Geschichten zu seinen Freunden deren Persönlichkeit wiederspiegelt und möchte den Autor gerne unbedingt wiederbeleben.

Kurzum: It depends. Manchmal macht es Spaß, den Autor in die Geschichte mit einzubeziehen, manchmal bringt der Autor der Geschichte nichts und manchmal kann es sogar den Blick auf die Geschichte verstellen. Und wenn J.K. Rowling dabei schon immer ins Feld geführt wird: Sie hatte ihre Gründe, warum sie die Krimis um Cormoran Strike nicht unter ihrem eigenen Namen publiziert hat. Sie wäre immer nur im Vergleich zu Harry Potter betrachtet worden und das konnte weder sie noch der antizipierte Leser wollen.

Nach diesem gefühlten Roman zur Montagsfrage habe ich noch eine kleine Ankündigung in eigener Sache: Die nächsten drei Wochen wird es auf diesem Blog noch ziemlich ruhig bleiben. Es war ja schon in den letzten Wochen hier sehr wenig los, ich kann aber jetzt offiziell bekanntgeben, dass sich da vor dem 15.09 auch nichts dran veränderun wird. Danach plane ich allerdins, dass Romanfresser wieder zu alter Blüte wachsen kann. Drückt mir die Daumen.

Die Montagsfrage wird davon allerdings nicht betroffen sein, die erscheint wie gewohnt irgendwann innerhalb der Woche.
Also bis dahin!

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Monatsliste vom Juli 2019

Inzwischen neigt sich schon der August dem Ende zu und ich würde euch gerne berichten, dass mein Leben in geordneten Bahnen verläuft und ich endlich wieder zum regelmäßigen Bloggen komme, weil ich es mir gut in meinen Tag einplanen kann – aber nein. Einfach nur nein. Ich kann inzwischen absehen, dass ich vorraussichtlich ab dem Jahresende wieder etwas Regelmäßigkeit habe, in der ich dann auch wieder weiß, wie viel Zeit ich zum Bloggen habe und diese dann nutzen kann, um hier wieder etwas mehr Inhalt zu bringen. Bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld und versuche jede Woche aufs neue, dass ich zumindest mal einen Post zusätzlich zur Montagsfrage hier unterbringen kann.

In dieser Woche ist es die Monatsliste vom letzten Juli. Schon der Juli lief relativ chaotisch, was dazu führte, dass ich dort ziemlich wenig gelesen habe. Ein weiteres Buch, das ich angefangen habe, habe ich bis heute noch nicht fertiggelesen, weshalb die Juli-Liste nach der doch erfreulichen Juniliste wieder ziemlich düster aussieht. Auch in Bezug auf den SuB ist nicht viel passiert, habe ich doch mit der unendlichen Geschichte einen SuB-neutralen Re-Read hinter mir. Kommen wir also zu den leider wieder etwas traurigeren Zahlen, allerdings mit der Perspektive, dass ich spätestens ab Oktober wieder etwas mehr lesen kann. Immerhin war der Monat nicht völlig katastrophal und war niedrig dreistellig, rund 700 Seiten wurden es dann dennoch – aber wirklich überzeigend ist das natürlich auch nicht. Mal sehen, was der restliche August noch bringt.

Gelesen:
Die unendliche Geschichte – Michael Ende (5/5 Sternen, 428 Seiten)
Charity 04: In den Ruinen von Paris – Wolfgang Hohlbein (coming soon, 222 Seiten)
Die Entführung aus der Klosterschule – Arthur Conan Doyle (coming soon, 31 Seiten)
Der schwarze Peter – Arthur Conan Doyle (coming soon, 21 Seiten)

Deutsch: 703 Seiten, 22,67 Seiten pro Tag
Englisch: 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gesamt: 703 Seiten, 22,67 Seiten pro Tag

Neuzugänge:
keine

SuB: 114 (-1)

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Montagsfrage vom 12.08.2019

Guten Abend zusammen,

es ist Montag und ist das ist eine Erwähnung wert, denn in den letzten Wochen lief es mit der pünktlichen Veröffentlichung der Montagsfrage eher weniger gut. Umso mehr freut es mich, dass es heute mal wieder klappt:

Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autoren?

Es ist immer schwierig, neue Self-Publisher kennenzulernen und ich muss zugeben, meistens war es eher so, dass die Autoren mich gefunden haben und weniger ich sie. Das ist vielleicht das größte Problem von Self-Publishern, man findet sie schwierig.

Natürlich gibt es vermutlich eine ganze Menge schlechter Bücher dort draußen, die von einem Lektorat massiv profitiert hätten oder die ein Verleger aus guten Gründen niemals verlegt hätte. Aber meine Erfahrungen mit Romanen von Self-Publishern sind überwiegend positiv. Das mag daran liegen, dass ich von den doch zahlreichen E-Mails, die mich mit Rezensionsanfragen erreichen, nur relativ wenige beantworte, weil meine Lesezeit begrenzt und mein SuB sehr groß ist – daher eine Entschuldigung an alle, die mich anschreiben und bei denen ich mich nicht melde oder leider absagen muss.

Selbst auf der Suche nach Büchern von Self-Publishern bin ich nicht, wurde aber jedem, der das tut, einen Blick in die Leseprobe empfehlen. Normalerweise fällt es nach einigen Seiten recht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich bin grundsätzlich dafür, kleine Autoren und Selfpublisher zu unterstützen und rufe auch gerne dazu auf.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und mit etwas Glück gibt es auf dieser Seite diese Woche auch noch etwas mehr zu lesen.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 05.08.2019

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zu einer Montagsfrage – endlich mal wieder! Zwar kommt sie am Mittwochabend, dennoch kommt sie und lautet wie folgt:

Kann man Rezensionsexemplare objektiv beurteilen?

Ich bewerte gelegentlich Rezensionsexemplare und würde von mir behaupten, dass ich sie nicht weniger objektiv bewerte als gekaufte Bücher. Eine Rezension ist immer subjektiv, ich bewerte, wie mir ein Buch gefallen hat. Das lege ich dar und kann es dann vielleicht nachvollziehbar machen, die Bewertung selbst ist aber immer etwas höchst Subjektives. Also nein, strenggenommen kann man Rezensionsexemplare genausowenig objektiv rezensieren wie andere Bücher.

Die Frage zielt aber natürlich darauf ab, ob nicht meine Meinung dadurch, dass ich das Buch ja umsonst bekommen habe und ich ja auch weiter Bücher des Verlags bekommen möchte, positiv beeinflusst wird und ich eher eine gefälligere Rezension schreibe, als bei einem Buch, das ich mir kaufe. Ich habe hierzu eine völlig konträre Sichtweise.

Aus der Sozialpsychologie wissen wir, dass Menschen versuchen, ein kohärentes Selbstbild zu bewahren und sogenannte koginitive Dissonanzen zu reduzieren suchen. Treffe ich also eine (Kauf-)entscheidung, so werde ich im Anschluss an diese Entscheidung diese positiver bewerten, weil ich mir nicht selbst eingestehen möchte, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Also ganz praktisch: Kaufe ich den neuen Ken Follett für 36€, werde ich versuchen, diesen Kauf vor mir zu rechtfertigen, indem ich das Buch besser einschätze, als wenn ich es einfach umsonst bekommen hätte. Dann gibt es nichts zu rechtfertigen und ich kann unvoreingenommener überlegen, ob das Buch sein Geld wert ist.

Ganz unabhängig davon frage ich natürlich überwiegend nur Bücher an, bei denen ich davon ausgehe, dass ich sie mögen werde – meine ohnehin schon knappe Lesezeit möchte ich gerne genießen und solange ich (noch) nicht fürs Meckern über Bücher bezahlt werde, umgebe ich mich lieber mit Büchern, die mir gefallen – weshalb natürlich meine Rezensionen (auch zu Rezensionsexemplaren) tendenziell positiver sind.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Restwoche!

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Montagsfrage vom 15.07.2019

Hallo zusammen,

mal wieder etwas verspätet aber dennoch möchte ich euch gerne noch die heutige Montagsfrage präsentieren:

Sollte man auf Reisen lesen?

Die Frage zielt darauf ab, ob man, wenn man im Urlaub ist, sich nicht den Urlaub damit kaputtmacht, dass man nur liest, statt die Eindrücke in der Fremde auf sich wirken zu lassen. Und ich ganz klar sagen, ja. Ich bin generell selten wirklich im Urlaub, aber natürlich nehme ich auch dorthin ein Buch mit. Das ist aber insbesondere für An- und Abreise, Wartezeiten oder mal einen gemütlichen Nachmittag im Café oder eben am Strand gedacht. Aber wenn ich schon das Geld aufwende und die in der Regel doch irgendwie vorhandene Umweltzerstörung in Kauf nehme, um wegzufahren, dann doch primär, um dort auch Kultur zu tanken, neue Eindrücke zu sammeln und etwas zu sehen und erleben, was ich zuhause nicht erleben kann. Lesen spielt da eher – vielleicht von einem reinen Strandurlaub abgesehen – kaum eine Rolle.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Restwoche, einen weiteren Beitrag sollte ich diese Woche noch schaffen, ich hoffe dann auch wieder mehr ‚Regelbetrieb‘ hier auf dem Blog anbieten zu können.

Bis dahin!

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Die unendliche Geschichte – Michael Ende [Revisited]

Als ich vor sieben Jahren meinen Blog begann, war die Unendliche Geschichte das erste Buch, das ich hier vorstellte. Damals war ich noch im Teenageralter, hatte bisher einmal im Leben eine Buchbesprechung geschrieben und würde erst nach einigen Monaten einen eigenen Rezensionsstil entwickeln – und ich denke, ihr stimmt mir zu, wenn ich sage, dass ich mich in den letzten 7 Jahren doch etwas weiterentwickelt habe.

Ich habe mir also die unendliche Geschichte zur Hand genommen und erneut gelesen. Der Inhalt hat sich seit damals tatsächlich nicht verändert – was natürlich sehr beruhigend ist: Bastian Baltasar Bux, ein unbeliebter Junge, der ständig gemobbt wird, stolpert in ein Antiquariat, klaut ein Buch und versteckt sich auf dem Dachboden seiner Schule, um es zu lesen. Er liest von der Welt Phantasién, in der das Nichts sich weiter ausbreitet und die Welt bedroht, erfährt davon, dass nur ein Menschenkind Phantasien retten kann, indem es der kindlichen Kaiserin einen neuen Namen gibt. Artreju hat dies nach dem Erleben einiger Abenteuer mit dem Glücksdrachen Fuchur herausgefunden. Bastian beginnt zu begreifen, dass das etwas mit ihm zu tun haben könnte und tatsächlich, er hat einen Namen parat und die kindliche Kaiserin holt ihn nach Phantasién. Er schenkt ihr einen neuen Namen und wird dabei selbst zu einer Art Herrscher über Phantasién. Er erschafft neue Gebiete und neue Wesen und all seine Wünsche – stark, mutig und geschickt zu sein – gehen in Erfüllung. Was er aber nicht bemerkt, ist, dass ihn seine Wünsche seine Erinnerungen kosten. Arteju und Fuchur versuchen ihm, das klarzumachen, dabei kommt es jedoch zum Streit zwischen ihnen. Doch klar ist, Bastian muss seinen wichtigsten Wunsch finden, um wieder aus Phantasién herauszukommen und seine eigene Welt zu retten.

Ich will versuchen, hier nicht zu viel von vor sieben Jahren wiederholen, aber ein paar Eckdaten sind notwendig. Die unendliche Geschichte ist das erfolgreichste Buch von Michael Ende, 111 Wochen stand es auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste, länger als jedes andere Buch überhaupt. Es ist zweifarbig gedruckt, um die verschiedenen Welten darzustellen, wurde verfilmt, übersetzt und unzählige Male adaptiert – kurzum, es ist wahnsinnig erfolgreich und gilt als Klassiker moderner Jugendbuchliteratur, wenngleich die zeitgenössische Kritik den Eskapismus und die mangelnde politische Einmischung an dem Buch kritisierte.

Das Werk ist auf die verschiedensten Arten interpretiert worden – ich glaube bei kaum einem Buch gibt es einen umfangreicheren Wikipediaartikel zu den möglichen Interpretationen und Figurenbeschreibungen. Für mich ist das Buch eine Ode an die Phantasie, an die Einbildung. Man kann – wie beispielsweise bei Momo – Kritik am kapitalistischen Materialismus herauslesen und das ist sicherlich auch naheliegend. Theoretisch betrachtet haben wir es in der unendlichen Geschichte mit einem Weltenübergang zu tun. Das passiert in Kinderbüchern häufig, man denke an den legendären Kleiderschrank aus Narnia oder die vielen Bücher, in denen die Traumwelt eine neue Welt darstellt. Bastian wandelt durch die Welten, aber nicht ohne weiteres, sondern nur mit Schwierigkeiten kann das bewältigt werden. Aber dadurch, dass er es tat, hat der die Möglichkeit, die Welten zu heilen. Was können wir daraus mitnehmen? Der Ausflug in die eigene Gedankenwelt, in das Erspinnen und Erdenken eigener Geschichten ist heilsam und tut gut. Nicht nur fördert er die Kreativität, er bietet auch eine Auszeit vom auslaugenden und ausbeutenden Alltag. Doch das Verlieren in diesen Welten ist ebenso gefährlich und führt zum Verlust des eigenen Selbst. Die Balance zu finden, offen für die eigenen Gedanken zu sein und gleichzeitig in der eigenen Welt verwurzelt zu sein macht ein erfolgreiches Leben aus – so verstehe ich das Buch und das ist auch eine Message, mit der ich mich identifizieren kann.

Das Buch ist aber auch ganz fernab von jeder Botschaft einfach nur ästhetisch. Es lässt sich schön lesen, man wird emotionial abgeholt, vielleicht können sich auch viele (gerade junge, männliche) Bücherwürmer mit dem Außenseiterdasein identifizieren und das Buch spendet einfach viel Freude. Und wie vor sieben Jahren war ich nach den gut 400 Seiten traurig, mich von dieser Welt verabschieden zu müssen. Das gute ist: Man kann immer nach Phantasién zurückkehren. Ich zumindest hatte gute 7 Jahre nach dem letzten Lesen einige Sachen vergessen, mich bei einigen Sachen wieder wie zuhause gefühlt und bin erneut völlig in den Bann der Geschichte gezogen worden. In den 2000ern erschienen jedoch einige Bücher unter der Reihe „Abenteuer aus Phantasién“ als Hommage an Michael Ende. Ich bin nicht sicher, ob ich mal einen Blick wagen möchte, das könnte entweder sehr schön oder sehr furchtbar werden. Die Bücher sind größtenteils nur antiquarisch zu bekommen, aber vielleicht schaue ich mal, ob ich sie mir beschaffen kann. Denn tatsächlich bleiben an einigen Stellen noch Handlungsstränge mit dem vielsagenden Satz „Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden“ offen.

Die unendliche Geschichte war vor sieben Jahren mein Lieblingsbuch und ich bin sehr geneigt, diesen Titel auch heute wieder zu vergeben. Vielleicht ist sie nicht mehr so unumstritten an der Spitze, aber trotz allem werde ich auch heute keine andere Wertung als damals, nicht weniger als 5/5 Sternen vergeben. Lest dieses Buch. Alle.

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In eigener Sache: Sieben Jahre Romanfresser

Einen wunderschönen Guten Abend und einen guten 9. Juli 2019 wünsche ich euch!

Am 27.05.2012 habe ich die Domain romanfresser.de registriert. Schon in der Intention, einen Buchblog zu starten und unmittelbar im Anschluss an eine gute Namensidee. Es dauerte dann noch einige Wochen. Eigentlich wollte ich schon zum ersten Juli 2012 loslegen, geklappt hat es allerdings erst ein paar Tage später. Und so eröffenete dann am 09.07.2019, vor genau sieben Jahren, romanfresser.de – ein Bücherblog.

Dieser Blog war nicht mein erster Blog, ich hatte schon vorher zu verschiedenen Themen geblogg. Aber unzweifelhaft ist dieser Blog mein dauerhaftester. Inzwischen sind hier fast 1100 Beiträge veröffentlicht, darunter über 250 Montagsfragen, mehrere hundert Rezensionen und diverse Leseprojekte, Blogparaden und ähnliche Aktionen. Dank meines Blogs war ich inzwischen vier Mal auf der Frankfurter Buchmesser, die Rezensionsexemplare sind vermutlich inzwischen auch schon in zweistelliger Anzahl besprochen und wenngleich es in den letzten Monaten etwas ruhiger wurde – Spaß macht mir das Bloggen nach wie vor. Meinen Bloggeburtstag habe ich tatsächlich nur im ersten Jahr gefeiert, in den Jahren danach habe ich ihn sträflich vernachlässigt – daher nun hier: Alles Gute, kleiner Bücherblog!

An dieser Stelle gebührt der Dank vor allem euch, den Lesern. Vielen Dank für eure mitunter jahrelange Treue und die vielen Kommentare. Trotz der doch geringen Verbindung mit der Buchblogosphäre – die in den letzten sieben Jahren einen geradezu kometenhaften Aufstieg hingelegt hat, besuchen immer noch rund 300 Besucher am Tag diesen kleinen Blog, der die neuen Trends der Influencer-Szene komplett verschlafen hat. Dass in meinem Leben in der Zeit auch eine ganze Menge passiert ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Wie geht es nun weiter? Nun, auf die nächsten sieben Jahre! Als ich in den letzten Tagen über das anstehende Blogjubiläum nachdachte und meine ersten Beiträge las, war ich teilweise entsetzt, wie schrecklich mein Rezensionsstil damals war. Es ist eine wirklich deutliche Entwicklung zu lesen, zu der zum einen die Erfahrung und zum anderen meine Laufbahn, die mich immer in professioneller Nähe zu Büchern hielt, beigetragen hat.

In diesem Zuge möchte ich gerne das ein oder andere Buch noch etwas besser würdigen. Den Anfang wird „Die unendliche Geschichte“ machen. Mit diesem Buch habe ich vor sieben Jahren meinen Blog eröffnet. Es wird Zeit, sich das Buch noch einmal zur Brust zu nehmen und ihm noch ein paar Zeilen mehr zu widmen. Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich gerade schon mittendrin und hoffe, diese neue Rezension „Die unendliche Geschichte – Revisited“ euch noch diese Woche vorstellen zu können. Ausgewählte weitere „Revisited“-Rezensionen werde ich – so ich es denn schaffe – in den nächsten Monaten immer mal wieder einstreuen.

Und was ist sonst so geplant? Die letzte größere Überarbeitung meines Blogs ist inzwischen auch schon mehrere Jahre her, aber mir gefällt es auch nach wie vor. Etwas mehr Aktivität in den nächsten Monaten und wieder mehr Lesezeit wäre schon, aber ansonsten könnt ihr euch auch im achten Jahr des Bestehens auf eine wilde Mischung aus Rezensionen, Montagsfragen und weiteren kleineren Projekten freuen. Und zwei angekündigte Projekten, die bisher nie wirklich in die Puschen gekommen sind, möchte ich in den nächsten Monaten mal nach vorne treiben.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auch in Zukunft die Treue haltet und regelmäßig vorbeischaut, gerne auch eure Meinung äußert und mich weiter verfolgt. In diesem Sinne wünsche ich euch, wie immer, eine gute Woche und

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 08.07.2019

Guten Abend zuasmmen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage:

Behaltet ihr eigentlich eure ausgelesenen Bücher oder sortiert ihr regelmäßig aus? 

Zu meinem regelmäßigen Verdruß muss auch ich zugeben, dass ich meine ausgelesenen Bücher behalte. Wie das eben so als junger Mensch ist, ist ein gelegentlicher Umzug durchaus nicht ungewöhnlich und so fluche auch ich jedes Mal, wenn ich meine gelesenen Bücher treppauf, treppab tragen muss, nur um hinterher wieder in viel zu wenige, viel zu kleine Regale einzusortieren, die allesamt zweireihig gestellt sind und man dann doch ohnehin nur die Hälfte sieht.

Ja, ich sollte aussortieren. Massiv. Dabei sind es gar nicht übermäßig viele Bücher, aber einige hundert dann eben doch. Es gibt auch einige Bücher, von denen ich mir durchaus vorstellen kann, sie mal auszusortieren. Einige wiederum sehen so hübsch im Regal aus, dass ich darauf achte, dass sie immer vorne stehen. Und vor dem nächsten Umzug werde ich mich wohl auch mal von der ein oder anderen Bücherkiste, die derzeit ohnehin nur eingelagert ist trennen müssen. So traurig das auch ist, aber mittelfristig muss da eine Lösung her; grenzenloses Wachstum, wie ich es in den letzten sieben Jahren praktiziert habe, ist leider keine Option mehr.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine ganz besonders schöne Woche, in der ich mich sehr freuen würde, euch im Laufe der nächsten Tage erneut hier begrüßen zu dürfen.

Bis dahin!

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Hanni und Nanni 26: …und das Zirkusabenteuer

Einen habe ich noch! Erneut ein Band, der von Brigitte Endres geschrieben wurde, erneut ein Band, der mit Enid Blyton nicht mehr zu tun hat, als das von ihr geschaffene Universum größtmöglich auszudehnen. Mit etwas Kenntnis über die Welt kann man schon von dem Titel ausgehend erraten, worum es gehen wird. Macht mit, was sind eure ersten Assoziationen? Carlotta, irgendwas mit einer Notlage, Carlotta wird helfen und vorher gegen die Schulregeln verstoßen.

Jup, gut geraten. Zirkus in der Nähe von Lindenhof, Carlotta wird wie magisch angezogen, zwei neue temporäre Schülerinnen, Carlotta tritt auf, um eine, die sich verletzt hat, zu ersetzen, spricht das nicht ab und bekommt riesigen Ärger, Zelt fackelt ab, Zirkuspädagogik, um den Zirkus zu retten, am Ende ist Carlotta rehabilitiert, der Zirkus gerettet und Lindenhof steht gut da.

Wie, ich gebe mir keine Mühe mit der Inhaltsangabe? Na, die Autorin auch nicht mit dem Schreiben! Gut, vermutlich hat sie nur ein Exposé ausformuliert und dafür pauschal ein paar Mark bekommen, dennoch kann ich nicht so wirklich ein gutes Haar an diesem Band lassen.

Im Prinzip sind es dieselben Kritikpunkte bei jedem Band aufs Neue: Die Handlung ist vorhersehbar, die Spannungsbögen strecken sich nur über wenige Seiten, es gibt quasi keine ‚Nebenschauplätze‘ und um das Buch zu füllen, muss ein äußeres Ereignis hereinbrechen, die Geschichte kann sich nicht aus der bestehenden Figurenkonstellation entwickeln. Gruppendynamiken und internatsinterne Entwicklungen gibt es kaum, Lindenhof ist nur die Folie, vor der sich alles abspielt.

Man kann das pauschal verteufeln, ich finde es aber grundlegend nicht schlimm, dass in einem bestehenden Universum neue Geschichten erzählt werden. Ich fände es nur schöner, wenn das klarer kommuniziert werden würde, dass es neue Geschichten, nicht von Enid Blyton sind. Vielleicht könnten sich auch verschiedene Autoren einbringen und so jeweils etwas neuen Wind in die Reihe bringen.

Ich weiß nicht, ob ich Hanni und Nanni an dieser Stelle weiterlesen möchte. Vor gut einem Jahr ist der neunundreißigste Band erschienen, das wären von jetzt an noch 13 weitere Bände. Ich glaube, in näherer Zukunft ist damit erstmal nicht zu rechnen, ich glaube, wir haben in den letzten 20 Bänden einen ganz guten Eindruck gehabt, was mit dieser Serie, die ursprünglich mal in den 1940ern erschienen sind, im Deutschen passiert ist.

Eine Wertung für diesen Band? 2,5/5 Sternen? Es gibt schon ein paar spannende Stellen, die Handlungsidee ist ganz gelungen und wer einfach nur mehr von Hanni und Nanni lesen möchte, hat hiermit sicherlich eine spaßige Zeit.