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Montagsfrage vom 16.07.2018

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Von manchen Buchreihen gibt es eine Comic-Version. Ist das etwas, das dich interessiert oder findest du es überflüssig?

Ich habe generell ein etwas seltsames Verhältnis zu Comics und Graphic Novels. Ich finde sie eigentlich ganz spannend, habe aber noch nie eine Graphic Novel gelesen – und auch was Comics angeht, bin ich nie über Asterix hinausgekommen. Ob jetzt ein bestehender Stoff nochmal adaptiert werden muss, kann man diskutieren. Ich denke gerade an die Graphic Novel Umsetzung von Walter Moers Stadt der Träumenden Bücher und kann mir das da durchaus gelungen vorstellen, die Leseproben sehen wirklich hübsch aus. Was mich da aber immer etwas abschreckt, ist der hohe Preis, der natürlich aus dem enormen Aufwand resultiert, das Buch zu zeichnen, zu setzen und vierfarbig zu drucken. Dennoch – und weil ich tatsächlich auch eher ein Text- als ein Bildmensch bin, sind Graphic Novels und Comics nicht mein bevorzugter Lesestoff. Zumal man sich sicherlich die Frage stellen muss, warum man einen bestehenden Stoff nochmal adaptieren muss und nicht neue Stoffe in graphischer Form umsetzt?

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der ihr auch wieder etwas auf diesem Blog zu lesen bekommt.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 09.07.2018

Hallo zusammen und herzlich Willkommen zu einer weiteren Montagsfrage. Nachdem Buchfresserchen aus ihrem Urlaub zurück ist,geht es nun weiter:

Inspirieren dich beim Lesen die Handlungen mancher Figuren für dein eigenes Leben oder trennst du Fiktion strikt davon, weil es nicht real ist?

Ich finde die Frage irgendwie kompliziert. Also bei Fantasy-Romanen ist es natürlich schwieriger, sich inspirieren zu lassen. Ich glaube nicht, dass ich besonders viel für mein Leben mitnehme, wenn ich Romane lese, manchmal sieht man natürlich andere Lebensentwürfe und manchmal wünscht man sich die Kräfte, die die Figuren in den Romanen haben. Aber die Bücher, die ich lese, sind da weniger inspirierend.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine gute Woche!

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Monatsliste vom Juni 2018

Auch im Juni hatte ich nicht unbedingt viel Zeit zum Lesen. Wieder war viel zu arbeiten, viel in der Uni zu tun und wieder kam die Lesezeit ein wenig zu kurz. Dafür habe ich tatsächlich endlich mal den Buchpreisgewinner aus dem letzten Jahr gelesen und kann jetzt auch sagen, dass dieses Buch absolut zu Recht einen Preis gewann. Ansonsten gab es immerhin auch keine Zugänge im letzten Monat, sodass ich immerhin einen kleinen SuB-Abbau hinbekomme. Wenn ich jetzt das erste halbe Jahr etwas bilanzieren möche, gelingt es mir leider noch immer nich, mal ein etwas höheres Lesepensum umzusetzen. Ich lese praktisch nur auf Bahnfahren – und da ich im Juni nicht wirklich viel gefahren bin, ist das entsprechend wenig. Für das erste Halbjahr hatte ich mir konkret 12 Bücher mit rund 5.500 Seiten vorgenommen – geschafft habe ich bis dato 6 Bücher davon, ein weiteres habe ich zumindest halb fertig. Also insgesamt leider mal wieder keine besonders angenehme Bilanz. Dennoch kommen hier die Zahlen:

Gelesen:

Die Hauptstadt – Robert Menasse (coming soon, 458 Seiten)
Gefährliches Spiel für Hanni und Nanni (coming soon, 154 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 612 Seiten, 20,4 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 612 Seiten, 20,4 Seiten pro Tag

Geschenkt / Als Rezensionsexemplar:

End-Sub-Stand: 110 (-1)

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Die blaue Geranie – Agatha Christie

Unser alter Klub, in dem die spannenden Geheimnisse der einzelnen Mitglieder besprochen wurden, hat sich vorläufig aufgelöst. Henry Clithering ist auf ein Abendessen bei Familie Bantry und schlägt vor, Miss Marple noch zum Dinner einzuladen, weil er sich an die schöne Zeit im Dienstagabend-Klub erinnert. Und tatsächlich hat Mr. Bantry eine Geschichte zu erzählen.

Es geht um eine Dame mittleren Alters, Mary Pritchard, die einige Leiden mit sich trägt. Sie liegt fast nur in ihrem Bett und muss viel gepflegt werden. Dabei ist sie selten mit einer Pflegerin zufrieden und treibt ihren Mann fast in den Wahnsinn. Nebenher ist sie auch noch etwas esoterisch angehaucht. Schließlich hat die amtierende Schwester eine neue Wahrsagerin ausfindig gemacht, die Mary mal einen Nachmittag beschäftigen soll, dass sowohl der Mann als auch die Schwester eine Weile für sich haben. Die Wahrsagerin beunruhigt die Frau jedoch noch mehr, indem sie sehr düstere Vorahnungen hat. Tags drauf erreicht sie ein Brief voller Prophezeiungen um einige blaue Blumen, die den Tod bedeuten sollen. Tatsächlich findet die Erkrankte an ihrer Blumentapete zum nächsten Vollmond zunächst eine blaue Blume, bis sie zwei Monate später beim Auftauchen einer blauen Geranie über ihrem Bett tot im Bett liegt – scheinbar ohne ersichtlichen Grund.

Alle beginnen zu rätseln, was es mit diesen blauen Blumen und dem Tod der kranken Mary auf sich haben könnte, doch nach kurzer Zeit macht Miss Marple einige kryptische Andeutungen, die nur Mr. Bantry, der die Lösung kennt, versteht und die auf die Lösung des Falls deuten. Sie hat somit den Fall aufdeckt – wie eigentlich ja immer.

Ich mochte diese Geschichte wie schon die vorigen ziemlich gerne. Klar ist es bei diesen erzählten Geschichten immer etwas zu wenig Miss Marple, weil ihr Gesprächsanteil eigentlich nur aus einigen klugen Kommentaren zum Ende hin besteht und die anderen Figuren sich vorher um Kopf und Kragen raten, aber dennoch sind gerade diese Gesprächsteile immer sehr spannend eingewoben. Auch die Geschichte selbst ist spannend erzählt und die zugrundeliegende Idee ist eine durchaus kluge Idee für einen kleinen Krimi. Agatha Christie schafft es hier, eine eigentlich recht simple Idee so geschickt zu verweben, dass es zumindest mir so ging, dass ich keine Anhaltspunkte hatte, was es damit auf sich haben könnte. Aber allein schon für die Idee, die Weissagung von blauen Blumen als eine Veränderung von Blumen auf einer Tapete zu deuten, verdient Agatha Christie gebührenden Respekt. Was ich immer etwas schade finde, ist, dass die Geschichten eigentlich schon gelöst sind und Miss Marple hier nichts wirklich neues herausfindet, sondern nur auf die Lösung kommt, die ein andere schon kennt – und bei denen die Umstände, wie er sie erfahren hat, doch etwas konstruiert wirken.

In diesen Sinne bekommt auch diese Geschichte gute 4,5/5 Sternen darüber. Wer kleine Krimigeschichten, die an einem runden Tisch gelöst werden – bei denen der Ermittler nicht wie Sherlock Holmes häufig – nicht rausgehen und sich die Sachlage vor Ort anschauen, mag, wird hiermit seine Freude haben.

 

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Hanni und Nanni #22: Gefährliches Spiel für Hanni und Nanni

Mit diesem Band endet die Ära der Hanni und Nanni Bände der 1980er Jahre mit anonymer Autorschaft, Band 22 ist der letzte in dieser Reihe. Bis 2003 erschienen dann keine weiteren Bände mehr.

In Lindenhof läuft einiges schief. Fräulein Theobald ist schwer erkrankt. Während Carlotta einer Lehrerin ziemlich auf die Nerven geht, weil sie ständig während des Unterrichts zur Toilette rennt, wird Katrins Herbarium – ein recht wichtiges Halbjahresprojekt – grausam zerstört. Kurz darauf wird den zehn besten Autoren eines Aufsatzes über die Industrialisierung ein Musicalbesuch versprochen, bei dem auch der berühmte Steve Gallagher mitwirkt. Parallel dazu soll noch ein Besuch auf einer Burg stattfinden und ein Handballspiel gegen eine andere Schule ist angesagt. Und wieder läuft einiges bei Katrin schief. Nicht nur verschwinden ihre Turnschuhe spurlos – auch auf der Burg wird sie in ein Wandbett eingesperrt und erst im letzten Moment gefunden – gerade noch rechtzeitig für den Musicalbesuch. Doch auf den Schock will sie sich lieber erholen und so kann eine der Nachrückerinnen doch noch mit ins Musical fahren. Doch als Nanni kurze Zeit später als die Diebin dargestellt wird, treten einige Fakten ans Licht…

Ich muss sagen, die Bände mit dem anonymen Ghostwriter gefallen mir ja allesamt nicht besonders gut. Das hat im Wesentlichen drei Gründe. Zunächst werden die Charaktere nicht passend eingefangen. Jenny ist nicht so gemein, Carlotta spielt keine solchen Streiche und wer zur Hölle soll eigentlich Katrin sein? Wo sind die Auftritte von Hilda, der Klassensprecherin (sie hat wenige, kaum relevante Sätze), wo kommt Bobby heraus und wieso hat auch Elli kaum eine wichtige Rolle? Klar, neue Figuren sind irgendwie spannend, aber könnten nicht bitte die Hauptfiguren neben Hanni und Nanni eingefangen werden?

Das zweite Problem ist die Handlung. Hier gibt es immerhin mehrere Stränge, die parallel laufen und auch relativ spannend arrangiert sind, aber dennoch ergibt es irgendwie keinen Sinn. Warum kann der Ausflug auf die Burg nicht verlegt werden – es war ja scheinbar nichts Termingebundenes gebucht? Und dass man dann, wenn eine Schülerin verschwunden ist, einfach ohne das nochmal anzusprechen, weiterfährt; dass da auch keine der Lehrkräfte einschreitet, ist auch sehr seltsam.

Schließlich das Lektorat. Das Problem ist, dass es inzwischen viele ‚Parallelwelten‘ mit verschiedenen Charakteren, verschiedenen Lehrkräften und unterschiedlichen Internatskonzepten gibt. Und jeder neue Band scheint mir wie ein neuer Gemischtwarenladen aus den verschiedenen Welten. Kein Lektor greift da ein, um das zumindest über verschiedene Bände hinweg zu vereinheitlichen. Zusätzlich gibt es etliche Fehler, teilweise sind Namen und Anreden uneinheitlich und auch sprachlich hätte dieser Band noch mal etwas Liebe vertragen können.

Insgesamt beschreibt das Adjektiv ‚lieblos‘ vermutlich ziemlich genau, was mich stört. Man hätte dem Buch einfach etwas mehr Liebe, etwas mehr Detailverliebtheit gönnen können. Ich habe Fanfictions gelesen, die liebevoller, besser und spannender geschrieben waren. Und auf diesem Status einer eher mittelmäßigen Fanfiction steht dieses Buch. Schade, dass man keine besseren Fanfictions zwischen zwei Buchdeckel gegossen hat. Ich gebe diesem Buch 2/5 Sternen. Es ist durchaus lesbar und hat seine spannenden Momente und seine schönen Stellen. Die übersetzten Bände fand ich jedoch besser und es hat sicherlich einen Grund, dass man nach diesem Band die Serie für zwei Jahrzehnte vergraben hat.

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Dunkles Omen – Terry Goodkind

Vor inzwischen über sieben Jahren habe ich über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg eine Buchreihe gelesen. Den letzten der elf Bände habe ich vor knapp über fünf Jahren beendet und deutete damals an, dass es aus diesem Universum noch etwas mehr Lesestoff geben würde. Neben dem damals schon recht alten Prequel hat Goodkind inzwischen sieben weitere Bände aus diesem Universum geschrieben, ein achter ist für 2018 noch angekündigt. Zwar sind noch nicht alle davon auf Deutsch erschienen, doch zwischenzeitlich lagen zumindest zwei davon bereits auf meinem SuB.

Dunkles Omen ist der erste Band einer neuen kleinen Serie im Schwert der Wahrheit Universum, der in der englischen Wikipedia mit „The Darklands“ überschrieben wird. Er ist bereits 2012 auf Deutsch erschienen. Die Handlung setzt dort an, wo die eigentliche Serie aufhörte: Mit der Hochzeit von Richard und Khalan, ungefähr am Tag nach der Hochzeit, als Richard und Khalan gerade durch die Stadt reiten. Dort werden sie von einem Jungen aufgehalten, der laut seiner Mutter Prophezeiungen erzählt – doch er kratzt Khalan, als sie sich ihm nähern. Auch auf dem Weg zum Palast ist eine alte Frau, die eine Prophezeiung erzählt und schließlich gibt es auch im Palast eine Begabte, die Richard unbedingt eine Prophezeiung zukommen lassen muss. Zusätzlich fühlt sich Khalan im Palast beobachtet, sodass die beiden die Nacht lieber in den Gärten des Himmels verbringen. Doch ein Gewitter bringt den Boden teilweise zum Einsturz und eine sehr alte, mysteriöse Apparatur wird freigelegt, mit der sich niemand auszukennen scheint, die aber gelegentlich merkwürdige Metallplättchen in einer fremden Sprache ausspuckt, die der Prophet Nathan schnell als Hoch D’haran identifiziert. Mehr Prophezeiungen tauchen auf, eine Intrige spannt sich gegen Richard, weil er der Ansicht ist, die Prophezeiungen den Propheten zu überlassen und nicht möchte, dass alle ihre Handlungen nach den Prophezeiungen ausrichten und schließlich fühlt sich Khalan nachts von Hunden verfolgt und verschwindet.

Mehr möchte ich nicht verraten, aber der Weg führt die beiden tatsächlich in die Dunklen Lande im Norden von D’hara und es gibt am Ende zwar noch einen Showdown, der aber gewissermaßen auch als Auftakt zu einer neuen Reihe gesehen werden kann. Tatsächlich weiß ich, dass diese insgesamt vier Bände und ein ‚notwendiges Prequel‘ umspannt.

Für mich war das Lesen dieses Buches ein bisschen wie ein Heimkommen. Obwohl es fünf Jahre her war, dass ich das letzte Buch gelesen habe, hat es keine 20 Seiten gedauert und ich war wieder voll in der Welt, alle Erinnerungen kamen zurück und es war einfach ein gutes Gefühl, die alten Charaktere wiederzusehen, die Entwicklungen nachzuvollziehen und ich schwelgte in Leseerinnerungen. Wie schon bei den vorigen Bänden begeistern mich die Charaktere. Sie machen eine echte Entwicklung durch, welchen mitunter die Seiten und handeln selbst auch aktiv – ohne ihr eigenständiges Handeln wäre die Situation der Hauptfiguren nicht so, wie sie ist. Und das gefällt mir sehr gut. Auch wenn es dann manchmal schon gemein ist, wenn man die nächsten fünf Kapitel nichts mehr von der Hauptfigur erfährt, weil gerade ein Nebenstrang erzählt wird und die Hauptfigur gerade an einer spannenden Stelle steht, finde ich doch diesen Bau der Geschichte sehr ansprechend.

Auch die Handlung selbst ist gut gestaltet. Das Verhalten der Figuren passt zu den vorigen Bänden und die Idee, dass natürlich auch nach dem Sieg noch nicht alles gewonnen ist und neue Bedrohungen aufziehen – nun, das ist wohl so. Welcher Art die Bedrohungen sind, will ich nicht verraten, nur so viel: Es gibt einige Elemente aus früheren Bänden, aber es wird ein Bereich auf der Karte erkundet, den wir bisher noch nicht unter die Lupe genommen haben, dort gibt es neue Völker mit neuen Regeln, wie ihre Welt funktioniert und es gibt in der Welt noch einiges zu entdecken.

Ihr merkt es schon, ich kann hier nicht wirklich objektiv bleiben. Vielleicht hat das Buch auch die ein- oder andere Schwäche, die ich einfach überlesen habe, aber ich hatte ein rundum tolles Leseerlebnis mit dem Buch. Es ist zwar eine Möglichkeit, erst mit diesem Buch in die Reihe einzusteigen, dann ist aber vielleicht zu vieles erklärungsbedürftig. Wer also die ersten elf Bände gelesen hat, findet hier eine gelungene Fortsetzung, alle anderen dürfen gerne mit dem – ebenfalls grandiosen – ersten Band einsteigen. Ich gebe für diesen Band aber in jedem Fall 5/5 Sternen.

[1] https://romanfresser.de/das-schwert-der-wahrheit-nachlese/

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Montagsfrage vom 18.06.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich WIllkommen zur heutigen Montagsfrage

Welche/n Autor/in würdest du gerne mal treffen?

Die Frage fand ich gar nicht so einfach. Was ist mit Treffen gemeint? Eine Lesung besuchen, ein paar Worte wechseln oder mal gemeinsam einen Kaffee trinken? Wenn es nur um Lesungen geht, habe ich schon ein paar Autoren getroffen, von Wolfgang Hohlbein habe ich mir auch schon ein Buch signieren lassen. Aber ob ich mal mit meinen Lieblingsautoren einen Kaffee trinken möchte, weiß ich nicht. Zu groß wäre da die Gefahr, dass der Autor es schafft, sein Werk zu entzaubern. Und was sollte ich ihm erzählen, außer, dass ich seine Bücher sehr gerne lese? Wahrscheinlich hätte ich mich gerne mal mit George Orwell unterhalten, E.T.A. Hoffmann würde ich gerne mal zu seinen Lebensumständen ausfragen und unglaublich spannend fände ich es, mit Tolkien ein wenig über Sprache zu sprechen. Aber das wird alles nicht mehr klappen. Ansonsten? Ich würde es sicherlich nicht ablehnen, wenn ich mal die Chance bekäme, einen meiner Lieblingsautoren zu interviewen, aber ich lege es jetzt auch nicht darauf an – ich rezipiere lieber die Bücher.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche!
Bis dahin.

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Neuzugänge #31 – Sommer 2017

Weiter geht es mit der Vorstellung alter Neuzugänge. Heute sind wir in den Sommermonaten 2017 – es kommt auf ungefähr ein Buch pro Monat hinaus. Als kleine Anmerkung: Von diesen fünf Büchern habe ich zum Zeitpunkt des Postens bisher gerade mal ein einziges – Donna Leon – gelesen. Die anderen liegen noch fröhlich auf meinem recht ansehnlichen SuB. Anzumerken ist auch noch, dass ich von diesen fünf Büchern mal wieder zur zwei gekauft habe, der Rest kam aus Bücherschränken oder als Geschenk zu mir. Aber gut, kommen wir zu den Titeln:

Die Elixiere des Teufels – E.T.A. Hoffmann
Ich hatte ja schonmal in einem Blogprojekt einige Geschichten von E.T.A. Hoffmann vorgestellt, ich bin ein großer Freund seiner Erzählungen. Auch die Nachtstücke habe ich noch zuhause und werde sie bei Gelegenheit allesamt mal besprechen. Die Elixiere des Teufels ist einer der wenigen Romane, die Hoffmann geschrieben hat. Man kann das Buch zu seinem Frühwerk zählen, es handelt sich um eine literarische Aufarbeitung des Doppelgänger-Motivs. Als Hoffmann-Fan konnte ich, als ich dieses Buch im Bücherschrank fand, nicht widerstehen.

Wolfsherz – Wolfgang Hohlbein
Hohlbeins Backkatalog ist riesig! Im Jahr 1997 erschient dieses Buch zunächst bei Lübbe, knapp 600 Seiten stark und behandelt die Geschichte eines kleines Mädchens im auf keiner Karte verzeichneten Wolfsherz, einem kleinen Tal, so sagt zumindest der Klappentext. Ich kannte das Buch zuvor gar nicht, da ich aber mal geäußert habe, dass ich mittelfristig Hohlbein gerne komplett lesen würde, freute ich mich sehr über dieses Buch.

Der Greif – Wolfgang Hohlbein
Auch dieses Buch bekam ich in einer hübschen alten Ueberreuter-Ausgabe im Hardcover geschenkt. Alte Hohlbeins bekommt man generell relativ einfach und teilweise sind das wirklich hübsche Ausgaben. Der Greif ist ein sehr populäres Buch aus dem Jahr 1989, das Hohlbein mit seiner Frau Heike geschrieben hat, insgesamt gibt es davon zahlreiche Neuauflagen und Formate, mit rund 600 Seiten ist auch dieser Roman recht umfangreich und laut Klappentext geht es um ein Abendteuer eines Jungen, der nach seinen verschwundenen Verwandten ein geheimnisvolles Land entdeckt – also scheinbar ist auch als Jugendbuch angelegt. Ich bin gespannt darauf.

Earthly Remains – Donna Leon
Der zum Kaufzeitpunkt aktuelle Donna Leon. Normalerweise lese ich die ja immer etwas zeitversetzt, vor allem schaue ich, dass ich sie irgendwie gebraucht oder geliehen bekomme, ich mag Donna Leon als recht ästhetische Krimis relativ gerne. Und so war ich letztes Jahr im September auf einer Antiquariatsmeile und sah dieses Buch dort für drei Euro im Angebot. Ich merkte es mir geistig und ging zunächst etwas weiter. Als ich einige Minuten später wiederkam, waren alle Bücher in dieser Kiste auf 2€ reduziert, da habe ich dann ohne weitere Überlegung zugeschlagen – zumal das Buch absolut neuwertig war.

Die Hauptstadt – Robert Menasse
Es gibt nur wenige Bücher, die ich als Hardvover kaufe und dann auch noch den Vollpreis zahle – normalerweise sind mir ~25€ für ein Buch zu viel. Doch den Gewinner des deutschen Buchpreises kaufe ich mir normalerweise jedes Jahr. So eben auch dieses Buch, einige Wochen musste ich warten, bis es nach der Preisverleihung wieder lieferbar war. Ich weiß auch nicht so genau, worum es geht, scheinbar geht es um Europa und die ‚europäische Hauptstadt‘ Brüssel. Jedenfalls bin ich auf dieses Buch sehr gespannt.

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Der Daumenabdruck des heiligen Petrus – Agatha Christie

Nun haben alle fünf Gäste in Miss Marples Haus eine Geschichte erzählt und Miss Marple ist selbst dran, eine kleine Geschichte auszupacken. Zwar ziert sie sich ein wenig, aber dann legt sie los und erzählt eine Begebenheit, die ihr passiert ist. Dieses Mal liefert uns der englische Originaltitel „The Thumb Mark of St Peter“ übrigens überhaupt keinen Anhaltspunkt.

Ihre Nichte hatte einen Mann geheiratet. Dieses war ein wenig geisteskrank gewesen und starb nach zehn Jahren Ehe. Die Nichte erbte unter anderem das Haus und scheint zunächst gar nicht traurig über das Ableben zu sein. Nach einiger Zeit schickte sie dann noch nach Miss Marple, es sei alles ganz furchtbar. Warum? Nun, sie wird von dem gesamten Dorf, von ehemaligen Freunden nicht sehr gut behandelt, man ignoriert sie. Wieso? Man habe einen heftigen Streit am Tag des Dahinscheidens ihres Ehemanns vernommen und gehe wohl nun davon aus, dass sie die Mörderin sei – zudem sie am selben Tag Arsenik in der Apotheke kaufte, mit der Absicht, sich selbst zu töten. Das führt nun mal zu einem schlechten Ruf und den loszuwerden, scheint nicht ganz einfach. Miss Marple nimmt sich dieser Aufgabe trotzdem an und versucht, die Umstände des Todes näher zu bestimmen. Sie stolpert dabei darüber, dass der Tote kurz vor seinem Tod die Worte Pille und Fisch von sich gab. Oder ‚Irgendeine Fischart‘, wie das Hausmädchen freimütig zugibt. Ratlos, wie wir Miss Marple sonst kaum kennen, zieht sie durch die Stadt – aber dann hat sie eine, wie sie sagt – göttliche Eingebung und kann den Fall lösen. Natürlich ist ihre Nichte unschuldig.

In dieser Geschichte wurde einfach die Raterunde der Anderen gestrichen! Raymond sagt, sie solle fortfahren, es kommt ohnehin niemand drauf. Das fand ich dann doch etwas schade, aber Miss Marple hatte an dieser Stelle schon viel erzählt und es war tatsächlich keine Geschichte, bei der man besonders viel hätte mitraten können. Also ist das schon in Ordnung so. Aber ich muss sagen, ich fand die zwar recht gelungen, aber nicht überragend.

Die letzte Geschichte fand ich sehr gut konstruiert, die hatte einen klaren Fokus auf ein Problem, das eine ziemlich geschickte Lösung hatte. Auch hier ist die Lösung interessant gehalten, es wird wieder ein kleiner Personenkreis impliziert und man könnte ein Whodunit vermuten – allerdings ist die Prämisse, dass die Nichte unschuldig ist, eigentlich schon gesetzt. Insofern ist aber immerhin die Auflösung ganz gut gelungen und noch Teil der Geschichte. Einige Mal war es bei den letzten Geschichten der Fall, dass die Lösung erst einige Jahre später bekannt wurde, hier ist die Geschichte tatsächlich innerhalb der Geschichte selbst abgeschlossen. Ich gebe der Geschichte nochmal 3/5 Sternen – einfach, weil die letzten Geschichten echt noch eine Ecke schöner waren. Aber wer Agatha Christies Kurzgeschichten mag, wird diese deswegen noch lange nicht überspringen.

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Montagsfrage vom 11.06.2018

Hallo zusammen und Herzlich WIllkommen zur heutigen Montagsfrage,

Gibt es eine Erzählperspektive, die du beim Lesen bevorzugst?

Das hängt von der Geschichte ab. Ich habe ein großes Faible für moderne Erzählstrukturen, wenn beispielsweise in Bewusstseinsströmen erzählt wird, wenn der Fokus des Erzählens in schneller Folge wechselt oder ähnliches. Eine klassische Ich-Erzählergeschichte hat einen gewissen Reiz, bei Fantasy-Romanen wird es mit einem allwissenden Erzähler oft etwas übersichtlicher – insgesamt kann ich keinen klaren Favoriten benennen, nein.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche!

Bis dahin!