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Montagsfrage vom 13.01.2020

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage:

Können Autoren in mehreren Genres brillieren?

Die Frage ist klar, kann ein Fantasy-Autor einen guten Krimi schreiben? Die Antwort? Ich würde sagen, ja. Es gibt natürlich Autoren, die ihre Nische gut können und sich nicht dort heraustrauen, es gibt sicherlich auch Autoren, bei denen ein solcher Ausflug schiefgeht, aber ich habe schon einige Autoren gelesen, die mehrere Genres gut bedient haben. Sei es Bill Bryson, der Reiseliteratur und populärwissenschaftliche Romane schreibt, sei es Eoin Colfer, der sowohl großartige Krimis, als auch sehr gute Jugendbücher schreibt (und jetzt in Kürze seinen ersten Fantasyroman für Erwachsene veröffentlicht – ich bin gespannt) oder auch eine J.K. Rowling, die neben der doch recht bekannten Jugendbuchreihe auch sehr gute Krimis geschrieben hat.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und

bis dahin!

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Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger – Eoin Colfer

Die Artemis-Fowl Reihe war eigentlich mit dem achten Band abgeschlossen. Das magische Tor ist verschlossen, Artemis (Klon) am Leben und zwischen ihm und der Unterwelt ist alles in bester Ordnung. Das geschah vor sieben Jahren. Im August 2012 habe ich den letzten Band rezensiert und seitdem geschah in der Fowl-Welt außer einem ständig verschobenen, inzwischen aber scheinbar wirklich fertig gedrehten Film sehr wenig. Bis in den letzten Wochen des vergangenen Jahres ein neuer Band erschien. Myles und Beckett Fowl, Artemis‘ Zwillinge sollten die Hauptfiguren sein, wie der Titel schon verriet. Ihr könnt euch vorstellen, wie gespannt ich darauf war in diese Serie, die mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet hat, erneut einzutauchen – zumal die Protagonisten mit ihren elf Jahren in einem ähnlichen Alter sind wie Artemis im ersten Band.

Ich habe ein Rezensionsexemplar dieses Buches bei vorablesen.de gewonnen, die mich vermutlich aufgrund meiner viel zu späten Rezension teeren und federn (oder einfach von weiteren Rezensionsexemplaren ausschließen) werden, danke dafür.

Myles und Beckett Fowl leben ziemlich glücklich in einer neuen Version von Fowl Manor, Artemis ist im Weltraum unterwegs und die beiden werden von einer künstlichen Intelligenz namens NANNY betreut. Myles ist ein Genie und steht seinem großen Bruder in nichts nach, Beckett ist eher das Gegenteil davon, körperlich ziemlich kräftig, aber – so wird er am Anfang dargestellt – nichts in der Birne. Dann passieren zwei Sachen: Ein Tröllchen buddelt sich an die Oberfläche und lernt Beckett kennen und ein verrückter Methusalem will diesen Troll haben, um unsterblich zu werden. Eine Unterirdische auf einer Trainingsmission bekommt das mit und eine geheime Organisation will auch noch mitspielen. Und so ist das Setting für eine wilde Jagd der beiden Zwillinge mit den Unterirdischen gegen die oberirdischen Feinde gelegt.

Ich habe direkt im Anschluss an dieses Buch wieder Lust auf Artemis bekommen und nochmal den ersten Band der Reihe herausgekramt und erneut gelesen. Ich war nämlich mit einigen Aspekten dieses Buches nicht so ganz glücklich und wollte herausfinden, ob das in der Originalreihe auch der Fall war. Vergleichbar sind die Bücher durch das ähnliche Alter ihrer Protagonisten allemal.

Zum einen ist der Band um die Fowl-Zwillinge deutlich actionreicher und schneller. Während der erste Band sich Zeit lässt, um Welten zu erklären und längere Spannungsbögen aufzubauen und im Wesentlichen nur in Fowl Manor spielt, passieren hier Schlag auf Schlag Ereignisse und die Zwillinge jagen um die halbe Welt. Das kann man kritisieren, hat mich aber nicht gestört – wobei etwas längere Spannungsbögen als ein paar Seiten durchaus ihren Reiz haben. Es ist aber nur ein Teilaspekt dessen, was mich an diesem Spin-Off am meisten stört: Es ist zu sehr ein Kinderbuch.

Ich lese gerne ‚junge‘ Literatur, auf meinem Blog habe ich schon zahlreiche Kinder- und Jugendbücher besprochen und viele Titel kann man auch als Erwachsener noch mit Genuss und Gewinn lesen. Die Artemis-Fowl Reihe wächst ein bisschen mit dem Leser mit, nicht so stark wie die Harry-Potter Reihe, aber dennoch spürbar. Aber – und deshalb wollte ich gerne nochmal diesen ersten Band lesen – auch den ersten Band kann ich mit viel Spaß lesen und merke nur an wenigen Stellen, dass ich eigentlich ein Kinderbuch vor mir habe.

Hier fällt das auf. Das liegt zum einen an Beckett, eine Figur, die bis kurz vor dem Ende des Buches so schrecklich überzeichnet ist, dass er teilweise wirklich nervt und sich erst am Ende zu entwickeln beginnt. Aber auch Myles ist in seiner Genialität ins Absurde überzeichnet, viel extremer als das damals bei Artemis der Fall war. Zum anderen liegt das an den häufigen Erzählerinterventionen. Der Erzähler mischt sich in die Handlung ein und erzählt etwas darüber, offenbar zum besseren Verständnis, was aber überhaupt nicht nötig ist und auch keinen Sinn ergibt. Im ersten Band gibt es diese Interventionen auch, sie sind aber sehr dezent eingesetzt und ergeben Sinn, da die Erzählung in eine Berichtsfiktion eingebunden ist. Hier sind die Interventionen sehr dominant und geben dem ganzen einen „So liebe Kinder, ich erzähle euch jetzt mal was“-Charme. Hätte man das weggelassen, damit auch die Distanz des Lesers zum Erzählten reduziert, hätte man das Buch vielleicht erst ab 10 Jahren empfohlen, aber mir hätte es besser gefallen.

Die Geschichte, um die es geht, ist nämlich gar nicht verkehrt. Die Fowls sind inzwischen keine Verbrecher mehr, auch wenn sie mit vergleichbaren Methoden agieren. Sie sind mit der Unterwelt zusammen auf der Seite der Guten und schaffen es als Team ziemlich gut, gegen Bedrohungen zu bestehen. Auch spannend zu beobachten ist, wie im Vergleich zu den ersten Büchern moderne Technik Einzug gehalten hat. War der erste Band der Realität technisch einige Jahre voraus, ist das auch bei diesem Band wieder der Fall – man merkt Colfer hier durchaus eine Affinität für moderne Technik – in diesem Band vor allem künstliche Intelligenzen – an.

Ich habe eine Schwäche für Eoin Colfer. Nicht umsonst habe ich einen Großteil seiner Bücher gelesen und nicht umsonst zählen die Geschichten um Artemis zu meinen Lieblingsbüchern. Vielleicht war deshalb die Fallhöhe für mich auch so hoch, vielleicht ist dieser für mich erzwungen kinderfreundlich wirkende Stil inzwischen einfach der Standard – so viele Kinderbücher lese ich in den letzten Jahren nicht. Aber weil die Geschichte gelungen ist und weil ich einfach hoffe, dass die Charaktere durch dieses Ereignis an Tiefe gewonnen haben und in den nächsten Bänden etwas differenzierter sind, bekommt „Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger“ von mir doch 4/5 Sternen. Und wehe, lieber Eoin, du schreibst jetzt nicht an neuen Geschichten! Wir brauchen mehr Fowl!

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Montagsfrage vom 06.01.2020

Guten Morgen und Herzlich Willkommen zur ersten Montagsfrage im Jahr 2020!

Was sind deine Lesevorsätze für 2020?

Nun, ich habe dazu ja vor einigen Tagen schon etwas geschrieben, insofern kann das jetzt etwas redundant werden, aber nachdem ich mir in den letzten Jahren immer wieder 12.000 Seiten im Jahr, also 1000 Seiten im Monat vorgenommen habe und es seit drei Jahren immer weiter verfehlt habe, will ich mir dieses Jahr nicht mehr vornehmen, als aktiver zu bloggen und hoffe, dabei regelmäßig zum lesen zu kommen, damit ich auch etwas zu verbloggen habe. Und bevor ich jetzt hier irgendwelche Zahlen, über die ich mir schon gelegentlich Gedanken mache, schreiben, möchte ich gerne einfach mehr als im letzten Jahr lesen und endlich meinen SuB etwas verkleinern. Das ist auch schon alles.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und freut euch auf eine brandneue Rezension am Donnerstag

Bis dahin!

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Monatsliste von Oktober, November und Dezember 2019

Ich hatte ja in meinem Jahresrückblick schon angedeutet, dass die letzten Monate des vergangenen Jahres für mich in Bezug auf mein Lesepensum nicht besonders erfolgreich waren. Auf der anderen Seite war ich relativ fleißig darin, neuen Lesestoff zu requirieren. So beende ich das Jahr 2019 jetzt mit einem neuen SuB-Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen! Weil ich aber darauf verzichten möchte, euch jetzt einige Wochen lang damit zu beschäftigen, wie wenig ich gelesen habe, gibt es jetzt drei Monatslisten in einer. Hier also, kurz und schmerzlos, die Zahlen:

Gelesen im Oktober 2019:

Brandmal – Florian Hilleberg / Mark Benecke (coming soon, 464 Seiten)
Der Mord in Abbey Grange – Arthur Conan Doyle (coming soon, 24 Seiten)

Gesamt: 488 Seiten, 15,74 Seiten/Tag

 

Gelesen im November 2019:

Der zweite Blutflecken – Arthur Conan Doyle (coming soon, 26 Seiten)

Gesamt: 26 Seiten, 0,86 Seiten/Tag

 

Gelesen im Dezember 2019:

Die gestohlenen Unterseebootzeichnungen – Arthur Conan Doyle (coming soon, 31 Seiten)
Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger – Eoin Colfer (coming soon, 344 Seiten)
Der sterbende Sherlock Holmes – Arthur Conan Doyle (coming soon, 17 Seiten)

Gesamt: 392 Seiten, 12,64 Seiten

 

Neuzugänge des vierten Quartals:

Herkunft – Saša Stanišić
Charity 05: Die schlafende Welt – Wolfgang Hohlbein
Russendisko – Wladimir Kaminer
Raumschiff Titanic – Douglas Adams / Terry Jones
Metro 2034 – Dmitri Gluchovsky
Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger – Eoin Colfer
Nord: Im Tal des Ungeheuers – Wolfgang Hohlbein
Killer-City – Wolfgang Hohlbein

SuB-Stand zum 01.01.2020: 120

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Romanfresser 2020

Einen wunderschönen Neujahrstag wünsche ich euch, den vermutlich ungefähr vier verbliebenen Lesern auf meinem Blog.

Wie sicherlich aufgefallen ist, war das Jahr 2019 in Bezug auf diesen Blog nicht unbedingt das erfolgreichste Jahr. In den vergangenen Jahren habe ich rund 120 Beiträge geschrieben und mir schon bei der Zahl vorgenommen, wieder etwas regelmäßiger zu schreiben, denn auch da gab es zuweilen Durststrecken in stressigen Phasen, auf Zahlen wie die 180 Posts im Jahr 2015 werde ich wohl auf längere Sicht nicht mehr kommen. 2019 erschienen jedoch gerademal 70 Posts auf diesem Blog. Und schaut man sich nur die zweite Jahreshälfte an, sind gerade mal 25 Beiträge erschienen, kaum einer pro Woche. Dieser eine war dann in den meisten Fällen die Montagsfrage, die letzte Rezension erschien als [Revisited]-Folge zu meinem Bloggeburtstag im Juli. Kurzum, mein Blog war in den letzten Monaten ziemlich tot.

Das trifft auch auf mein Lesepensum zu. Die Anzahl der Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe, lässt sich an einer Hand abzählen. Die Gründe hierfür sind ähnlich vielfältig, wie die Gründe für meinen toten Blog und lassen sich im Wesentlichen damit zusammenfassen, dass ich 2019 mein Studium abgeschlossen und einen Beruf angetreten habe, der mich auch durchaus ausfüllt in dessen Kontext ich aber auch meine Lebensumstände verändert habe. Nun, theoretisch hätte das zu etwas Lesezeit führen können und ich hoffe auch für 2020, dass sich hieraus noch etwas Lesezeit ergibt, bisher ist das aber absolut nicht eingetreten.

Dennoch möchte ich meinen Blog nicht sterben lassen. Seit sieben Jahren begleitet mich dieser Blog schon und ich habe vor, dass er das auch noch die nächsten Jahre tun wird. Mein Ziel waren im letzten Jahr immer durchschnittlich 1,5 Beiträge pro Woche zuzüglich der Montagsfrage – dieses Ziel werde ich für 2020 nochmal auf einen Beitrag pro Woche plus Montagsfrage reduzieren.

Und was werde ich so präsentieren, wenn ich wenig lese? Nun, ich habe noch einen relativ großen Vorrat an Sherlock-Holmes Geschichten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, aber bis dato gar nicht rezensiert habe. Über ein halbes Jahr könnte ich damit zubringen, dass ich nur diese Geschichten bespreche. Aber natürlich möchte ich auch zeitnah die Bücher des letzten halben Jahres besprechen, denn so wenige es auch waren, besprochen habe ich von ihnen noch keines. Auch den ein- oder anderen Re-Read habe ich in den nächsten Monaten noch vor. Es wird also im Jahr 2020 wieder ein bisschen was von mir zu lesen geben, hoffe ich sehr. In den nächsten Tagen geht es dann mit der Monatsliste der letzten drei Monate, die ich der Einfachheit halbe mal kombinieren werde, weiter.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein gutes neues Jahr und freue mich, wenn ihr wieder regelmäßig hier vorbeischaut – ich werde mein bestes geben, euch mit Lesestoff zu versorgen.

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Montagsfrage vom 30.12.2019

Guten Abend zusammen,

spät im Jahr 2019 gibt es auch von mir ein Lebenszeichen, zumindest mal eine Montagsfrage:

Was war dein Lesehighlight 2019?

Das ist eine gute Frage, allzu viel habe ich leider im vergangenen Jahr nicht gelesen. Eines meiner Highlights stammt schon aus dem Januar, ich habe es wohl um den Jahreswechsel gelesen: Archipel von Inger-Maria Mahlke, der Buchpreisgewinnerin 2018. Ein weiteres Highlight habe stammt aus dem Sommer, das (mittlerweile nicht mehr ganz neue) Buch von Bill Bryson: It’s Teatime my Dear.

Ansonsten kann ich leider relativ wenig empfehlen, was in diesem Jahr gut war. Ich kann jetzt schon, ich bin noch am Lesen, Saša Stanišićs Herkunft empfehlen, falls ihr das noch nicht gelesen habt, es war der diesjährige Buchpreisgewinner. Das war es dann aber wirklich von mir.

In diesem Sinne, habt einen guten Jahreswechsel – ich melde mich dann zu Beginn des neuen Jahres wieder.

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Montagsfrage vom 25.11.2019

Hej zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage.

Nachdem die Montagsfrage – und dabei irgendwie unangenehmerweise auch mein Blog – in der letzten Woche ausfiel, gibt es diese Woche wieder eine frische Frage:

Welches Buch, in dem es um Tiere geht oder das Tiere als (Haupt-)Charaktere hat, könnt ihr weiterempfehlen?

Mir kam bei der Frage sofort ein Titel in den Sinn, den ich auch auf jeden Fall weiterempfehlen möchte. Klar, beim Nachdenken musste ich auch an die Schafkrimis Glennkill und Garou denken und die sind auch sehr putzig und empfehlenswert. Nicht zu vergessen ist Hoffmanns Lebens-Ansichten des Katers Murr, was ich noch immer für einen der großartigsten Texte der Romantik halte.

Meine Empfehlung sind aber die Känguru-Chroniken und deren Fortsetzungen von Marc-Uwe Kling. Die Bücher sind zum einen unglaublich witzig *stempelt*. Darüber hinaus – und ich zitiere hier frei aus dem Feuilleton, das ich kürzlich gelesen habe – ist Marc-Uwe Kling vielleicht nicht der eloquenteste, mit Sicherheit aber der bestverkaufte linke Intellektuelle unserer Zeit. Die Bücher tragen eine bestimmte Ausrichtung mit sich. Der Witz mit dem kommunistischen Känguru ist nicht nur eine alberne Alliteration, sondern transportiert eine große Portion Kapitalismuskritik und indem Kling ein Känguru das System analysieren lässt, braucht er keine kompexen Worte, sondern dekonstruiert im Kleinen die Schwächen des Systems. Wenn man noch dazunimmt, dass die ersten Texte über 10 Jahre alt sind und heute noch fast aktueller sind als heute, ist das schon ein beeindruckendes Werk. Und ein Buch mit sprechendem Tier. Prämiert mit dem Buchpreis der Ullstein-Buchverlage in der Kategorie „Buch mit sprechendem Tier“. Sagt das Känguru.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und bis dahin!

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Montagsfrage vom 12.11.2019

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage!

Leider ist es auch diese Woche mal wieder eine Dienstagsfrage geworden, das soll mich aber nicht davon abhalten, hier etwas zu schreiben:

Welches Buch ist eher unbekannt, sollte aber ein Klassiker sein?

Die Aufgabe lautet dieses Mal, nach Titeln zu suchen, die explizit noch in keiner Klassikerreihe veröffentlicht wurden. Ich muss sagen, dass ich nicht bei allen hier genannten Titeln überprüft habe, wie kanonisch sie sind, ich kann aber zumindest sagen, dass sie in Deutschland ziemlich unbekannt sind.

Da wäre zum einen Novecento von Alessandro Baricco, die Novellenvorlage zu dem Film „Die Legende des Ozeanpianisten“, die auch ohne den Film absolut lesenswert ist (und tatsächlich einen seltenen Fall darstellt, bei dem sowohl Buchvorlage als auch Film großartig sind). Ich empfehle Klaviermusik aus der Jahrhundertwende als Hintergrundmusik. Offensichtlich.

Zum Anderen hätte ich noch Bécon-les-Bruyères von Emmanuel Bove im Angebot, eine Ortsstudie über einen kleinen, fast bedeutungslosen Pariser Vorort, die wortgewaltig eine ganze Welt auf wenigen Seiten eröffnet und dabei ohne handelnde Figuren auskommt. Es ist aber immerhin auf Deutsch übersetzt und wird immer noch gedruckt.

Das letzte Buch ist, soweit mir bekannt ist, nicht ins Deutsche übersetzt. The Glorious Ones von Francine Prose. Die Autorin ist als Literaturprofessorin gar nicht unbekannt, besitzt aber nicht mal einen deutschen Wikipediaartikel. The Gloriours Ones ist ein wundervoller kleiner Roman, der eine kitschig-amüsante Geschichte rund um die Commedia’dell Arte und deren Figuren erzählt.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und bis dahin!

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Montagsfrage vom 04.11.2019

Hallo zusammen und einen schönen Montag wünsche ich,

heute gibt es die Montagsfrage wieder pünktlich und hoffentlich auch im Laufe der Woche wieder neue, reguläre Beiträge auf diesem Blog. Denn die Montagsfrage wird bei mir nicht besonders ergiebig

Gab es dieses Jahr eine von dir erwartete Neuerscheinung, die dich enttäuscht hat?

Ich erinnere mich nicht, bisher eine Neuerscheinung gelesen zu haben. Ich habe zwar ein Auge auf das ein- oder andere Buch geworfen und zumindest der Buchpreis-Gewinner, der das Potential hat, mich zu enttäuschen, liegt auch schon bei mir zuhause, aber ansonsten habe ich noch keine Neuerscheinung aus 2019 gelesen. Fragt mich das vielleicht mal im nächsten März, dann kann ich vielleicht etwas mehr sagen?

Dennoch wünsche ich euch eine gute Woche und hoffe, ihr lest auch im Laufe der Woche nochmal hier vorbei.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 28.10.2019

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage,

mal wieder schaffe ich es erst am Donnerstagabend, aber zumindest schaffe ich es überhaupt noch, die Frage zu beantworten:

Wie sehen sich Blogger im Vergleich zu professionellen Literaturkritikern?

Vielleicht so wie Wolfgang Hohlbein zu Höhenkammliteratur? Die Debatte ist einerseits ein müßiges Thema, dass die Blogosphäre immer wieder durchkaut, andererseits trifft es auch einen Nerv und kann immer wieder ausgebreitet werden. Ich will nur knapp ein paar Gedanken skizzieren:

Literaturkritik ist eine sehr elitäre Sphäre, die auch ein gewisses Standesdünkel pflegt. Literaturblogs sind sozusagen eine Demokratisierung der Literaturkritik, weil sie barrierefrei den Zugang zum Diskursraum eröffnen. Der einzelne Blogger hat dabei nur eine kleine Stimme und kann von der professionellen Literaturkritik leicht weggefegt werden, gemeinsam haben die Blogger aber nicht nur eine starke Stimme, sondern sind auch viel breiter aufgestellt und besprechen viele Bücher.

Ich mache kein Feuilleton. Ich schreibe hier zum Spaß, weil ich Gedanken loswerden und archivieren möchte. Würde ich versuchen, feuilltonistisch zu schreiben, könnte ich das vielleicht auch, immerhin habe ich auch Literaturwissenschaft studiert. Aber das ist nicht der Ort dafür. So wie ich wissenschaftlich schreiben kann, kann ich feuilletonistisch oder für einen Blog schreiben. Und das mache ich hier. Einfache Texte mit Meinungen und Gedanken zu Büchern, wie man es seinem Freund oder seiner Freundin erzählen würde. Vielleicht mal mit einem Gedanken, auf den man selbst nicht gekommen wäre.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und lasst euch vom Feuilleton nicht ärgern. Die besten Witze der Buchbranche gehen gegen die Kritiker.

Bis dahin!