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Montagsfrage vom 08.04.2019

Hallo zusammen,

mal wieder ist die Woche schon ziemlich beendet, da ich nun endlich dazu komme, die Montagsfrage zu verbloggen:

Welcher Autor aus dem Nicht-Deutsch oder -Englisch-sprachigen Raum sollte mehr gelesen werden?

Oh, da fallen mir als erstes ein paar Franzosen ein. Moliére, Hugo und für die neueren Sachen Houellebecq, wobei ich von letzterm noch nichts gelesen habe. Er soll ziemlich lohnenswert sein. Aber auch aus dem fernen Osten gibt es lohnenswerte Literatur. Zum einen die ganzen japanischen Manga-Zeichner, wobei diese schon in ihren Nischen ganz gut gelesen werden. Aber auch Liao Yiwu, Haruki Murakami und Mo Yan. Auch hier, vom letzteren habe ich noch nichts gelesen, aber viel Gutes gehört.

Vergessen wir die Russen nicht. Dostojewski und Tolstoi sind Klasiker, ich mag aber besonders gerne die Werke von Dmitri Gluchovsky, Autor der Metro-Reihe.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Sonntag und es bleibt spannend, wann ich euch nächste Woche mit der Montagsfrage überrasche.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 01.04.2019

Guten Abend zusammen und Herzlich WIllkommen zur reichlich verspäteten Montagsfrage!

Samstagabend ist es geworden, aber ich finde tatsächlich in dieser Woche noch die Zeit, die Montagsfrage zu veröffentlichen. Und daher gehen wir doch mal in Medias Res:

Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers?

Ich bin nicht der allergrößte Comedy-Leser. Aber es gibt ein paar Titel, die einfach wichtig witzig sind, weshalb ich sie gerne weiterempfehle. Da Humor aber immer höchst subjektiv ist, kann es sein, dass ihr das nicht mögt. Also seid gewarnt:

Die Känguru-Chroniken – Marc-Uwe Kling: Linksintellektuelle Texte verpackt im Poetry-Slam Charaker. Witzig **stempelt**

Streiflichter aus Amerika – Bill Bryson: Englischer Reiseschriftsteller, gebürtiger Amerikaner, kehrt nach 20 Jahren in England nach Amerika zurück und schreibt über die Kuriositäten des amerikanischen Alltags (in den 90ern). Sehr zu empfehlen, habe ich dutzende Male gelesen.

Er ist wieder da – Timur Vermes: Hitler wacht um 2010 herum in Berlin auf und wundert sich, was aus seinem Reich geworden ist. Mittels der modernen Medien schafft er sich sein neues Imperium. Lustig, wobei einem manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt.

Irgendwas von Moliere: Der Meister der Komödie!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Restwoche. Dieser Blog war jetzt fast einen Monat lang inaktiv, ich gebe mir aber Mühe, dass es fortan regelmäßiger weitergeht. Abschlussprüfungen forderten ihren Tribut.

Bis bald!

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Eine Weihnachtstragödie – Agatha Christie

Die Frauen mögen doch bitte mal etwas erzählen. Sir Henry Clithering stellt diese Forderung, weil er es – mit einem Augenzwinkern – unfair findet, dass sie noch gar nichts zur Unterhaltung beigetragen haben. Da sich Mrs. Bantry ziert und auch Jane Helier nichts beizutragen hat, muss nun Miss Marple eine Geschichte auspacken.

Diese Geschichte ist ein wenig verzwickt. Miss Marple erzählt, dass sie mal ein Paar kennengelernt hat, bei der sie sehr um Sorge war. Sie sorgte sich um die Frau, weil sie das Gefühl beschlich, dass sie einer großen Gefahr ausgesetzt sei. Diese Gefahr geht – so wird sich Marple schnell klar – von ihrem Mann aus, der sie umbringen möchte. Er gibt vor, er erwarte ein Erbe, aber derzeit ist sie diejenige, die für das Auskommen der kleinen Familie sorgt. Als Marple und sie sich im selben Hotel aufhalten, weiß die Meisterdetektivin, dass es nun passieren wird und versucht, die junge Dame zu warnen. Doch sie wird eines Nachmittags tatsächlich tot aufgefunden – jedoch gerade von ihrem Mann, der ein wasserdichtes Alibi für den gesamten Nachmittag hat. Sie wird vom Kommissar befragt und äußert ihren Verdacht, bemerkt sogar, dass ein Detail an der Leiche nicht ganz korrekt ist – doch hat nichts gegen den Mann in der Hand, sodass selbst ihr Zweifel kommen.

Auf diesen Stand gebracht, stellt sie die Geschichte in die Runde. Wirkliches Feedback oder ernsthafte Versuche, eine Lösung zu finden, kommen jedoch nicht, lediglich Jane Helier kann ein oder zwei Kleinigkeiten nennen, die zu beachten sind. Also löst Miss Marple den Fall dann auf und erklärt wie – und ich denke, das überrascht jetzt niemanden – sie dem Mann den Mord nachweisen konnte.

Ich fand diese Geschichte besonders bemerkenswert, weil Miss Marple sie selbst erzählt hat. Dass sie dann die Lösung auch kennt, ist natürlich nicht ganz so besonders, aber es ist insofern bemerkenswert, als dass sie in einer eigentlich ausweglosen Situation ihren Instinkten vertraut und weiter nach Hinweisen sucht – so stelle ich mir Miss Marple auch eigentlich vor. Für mich ist Miss Marple auch eher eine Frau, die aktiv nach Hinweisen sucht, sich alles genau anschaut und nicht nur am Esstisch sitzt und nachgrübelt. Zu diesem Bild tragen sicherlich auch die Verfilmungen mit Magaret Rutherford bei, die ja auch sogar über Zäune klettert, um Informationen zu bekommen.

Ich hätte mir jedoch etwas mehr Engagement von den anderen Gästen gewünscht. Da bitten die Männer die Dame schon um eine Geschichte und raten dann kaum mit – auch dramaturgisch ging mir die Auflösung ein wenig zu schnell. Etwas mehr Zeit und Herumraten hätten mir hier gut gefallen. Etwas irreführend ist lediglich der Titel, denn so wirklich um Weihnachten geht es in der Geschichte nicht. Aber nicht nur für die – wie eigentlich immer – intelligent angelegte Lösung, sondern dieses Mal auch für die starke Rolle von Miss Marple, die schon gar nicht mehr so schüchtern und verschroben wirkt, wie in den letzten Geschichten, gebe ich dieser Geschichte gerne mal 4,5/5 Sternen. Mehr Miss Marple bitte!

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Montagsfrage vom 04.03.2019

Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Gibt es ein Genre, das du gar nicht (gern) liest?

Ich behaupte zwar von mir, dass ich insgesamt gar nicht so wenig lese, aber tatsächlich lese ich nahezu keine Liebesromane und auch damit einhergehend keine Erotikromane. Ich habe da auch schon mal ein oder zwei gelesen, aber konnte mich mit diesem Genre kaum anfreunden. Zu stereotyp häufig die Figuren, zu viel Fokus auf dem Akt, und insgesamt für mich einfach nicht so wirklich passend. Was ich auch selten lese, sind Gedichtbände, obwohl ich zumindest ein paar Bände mit Klassikern zuhause habe. Klar, auch Bilderbücher lese ich nur selten, aber gute Kinder- und Jugendbücher durchaus gerne. Und ich werde noch in diesem Jahr meine erste Graphic Novel lesen. Insofern war dies meine Liste.

Euch wünsche ich eine gute Woche, in der bei mir mal wieder vieles ansteht, aber ich hoffentlich noch etwas bloggen kann.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 18.02.2019

Hallo zusammen,

es ist nicht Montag, aber dennoch Zeit, zumindest mal die Montagsfrage hier noch zu beantworten. Mal wieder läuft in meinem Privatleben mehr parallel, als ich, ohne dass der Blog darunter leidet, bewältigen kann. Aber zumindest ist langsam Land in Sicht. Doch kommen wir zur Montagsfrage:

Wie sehr wirst du vom Coverdesign eines Buches zum Kauf beeinflusst?

Es hält sich in Grenzen. Hübsches Cover ist das eine, hübsche Gesamtaufmachung des Buches das andere – und eigentlich das wichtigere. Aber grundsätzlich kaufe ich selten nach Cover. Ich weiß im Moment eigentlich über Monate vorher, welche Bücher neu raus kommen, die ich haben möchte, relativ wenig entdecke ich da spontan und dann hängt das selten am Cover. Das liegt vielleicht daran, dass ich die Kontrolle über mein Buchkaufverhalten behalten möchte, früher habe ich noch mehr herumgestöbert und da ist dann das Cover vielleicht mal die Initialzündung, das Buch in die Hand zu nehmen, aber wenn dann Klappentext, erste Seite und alles andere, was zum Buch gehört, nicht passt, lege ich es genauso schnell wieder weg.

Also alles in Allem: Klar, eine hübsche Schale hat etwas. Aber so wichtig ist mir das auch nicht. Wenn der Inhalt stimmt, ist das Cover mehr als zweitrangig. Und oft genug ist es völlig unpassend oder gar richtig schlecht – also Don’t Judge a Book by its Cover!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Restwoche und ich hoffe, ich kann zumindest noch einen Beitrag in dieser Woche veröffentlichen.

Bis dahin!

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The Garden Party – Katherine Mansfield

Das Gartenfest ist der deutsche Titel dieser Geschichte einer neuseeländischen Autorin. Katherine Mansfields Geschichte, die 1922 in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde, war so beliebt, dass aus ihr noch im selben Jahr eine Anthologie entstand. Es ist ein bisschen überraschend: Obwohl es sich um eine Frau handelt, die zudem noch sehr jung gestorben ist und nur rund 70 Kurzgeschichten hinterlassen hat, wird sie ziemlich häufig rezipiert – sie hat sogar einen deutschen Wikipediaartikel!

Die Geschichte ist inhaltlich nicht besonders komplex. Ein Mädchen von höherem Stand soll mit ihren Schwestern eine Gartenparty organisieren. Als jedoch einer der (armen) Nachbarn stirbt, hält sie es für unangebracht, die Party trotzdem stattfinden zu lassen. Gegen ihren Willen findet die Party dann – die Schwestern haben die Wünsche ihrer Mutter umgesetzt – doch statt, doch nach der Party darf sie die Reste zu der inzwischen alleinstehenden Mutter bringen und wird dort erstmals in ihrem Leben mit dem Tod konfrontiert.

Diese relativ überschaubare Handlung stellt dabei nur die Folie für dahinterliegende Konflikte dar. In dieser Geschichte haben wir es gleich mit mehreren Grundkonflikten zu tun. Das offensichtlichste ist der Konflikt zwischen Arm und Reich. Das Mädchen bewundert die Arbeiter auf dem Anwesen, versucht gar ihnen nachzueifern, will zu ihnen gehören. So beginnt sie – auch durch den flüchtigen Konflikt zu den Nachbarn – ihre Rolle als Reiche zu reflektieren. Der Kontakt mit dem Tod, insbesondere der Anblick der Leiche am Ende, führt bei ihr zu einem starken Nachdenken über ihre eigene Sterblichkeit – und sie entdeckt eine gewisse Ästhetik des Todes. Nimmt man die Geschichte noch etwas weiter auseinander, findet man diese Brüche in den einzelnen Gegenständen der Handlung.

Die Literaturkritik lobt die Geschichte in sehr hohen Tönen. Gerade die Darstellung der empfindsamen, weiblichen Gedanken wird hier angesprochen und mit der Prosa von Jane Austen verglichen. Ich fand die Geschichte insgesamt sehr ästhetisch und ansprechend, ich hatte auch mit dem Verständnis keinerlei Probleme. Ich kann die Lektüre dieser inzwischen schon 100 Jahre alten Geschichte ohne Bedenken empfehlen, gerade auch weil das Ende den Leser in einer ganz eigentümlichen Stimmung zurücklässt. Gerade solche stimmungserzeugende Prosa gefällt mir immer besonders gut und deshalb habe ich auch kein Problem damit, volle 5/5 Sternen für diese Geschichte zu geben.

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Monatsliste vom Januar 2019

Es ist mal wieder ein neuer Monat angebrochen und damit wird es also Zeit für die Zusammenfassung des letzten Monats in Zahlen. Und ich muss sagen, es gibt einen leichten Aufwärtstrend. Das Ziel von 12.000 Seiten ist noch ein wenig entfernt, aber zumindest habe ich endlich den Buchpreis-Gewinner fertiggelesen. Das war ein ziemlicher Kraftakt, weil es gegen Ende auch relativ zäh wurde und mir einige Stellen weniger gut gefallen haben. Dazu kommt noch der Auftakt zu einer neuen Reihe von Hohlbein, 12 kurze Bändchen im Science-Fiction Genre angesiedelt, kurzum: Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Für den nächsten Monat steht wieder etwas Englisches an – und 400 englische Seiten halten mich auch immer ein wenig auf. Zumindest schaffe ich es aber, regelmäßig ein bisschen was zu lesen. Nicht so viel, wie ich es mir manchmal wünschen würde, aber zumindest geht es voran mit meinem SuB. Neuzugänge gibt es aber weiterhin, sodass es mit einem Abbau auch wieder etwas schwierig aussieht. Wie dem auch sei, Zeit für die Zahlen:

Gelesen:
Archipel – Inger-Maria Mahlke (coming soon, 432 Seiten)
Die beste Frau der Space Force – Wolfgang Hohlbein (coming soon, 193 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 625 Seiten, 20,1 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 625 Seiten, 20,1 Seiten pro Tag

Neuzugänge:
The Reckoning – John Grisham
It’s Teatime My Dear – Bill Bryson

End-Sub-Stand: 116 (+-0)

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Montagsfrage vom 05.02.2019

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage,

Wer ist dein liebster fiktiver Buchwurm?

Bastian Balthasar Bux aus der unendlichen Geschichte. Keine Diskussion. Ja, Hermine ist schon ganz okay, wenn man Serien noch dazunimmt, hat auch Rory Gilmore etwas für sich, aber niemand hat mir die Liebe zum Buch so nahe gebracht wie ebenjener Junge, der sich mit einem seltsamen Buch auf den Dachboden begiebt und gelinge gesagt von der Geschichte gefesselt wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und bis dahin!

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Archipel – Inger-Maria Mahlke

Endlich rezensiere ich hier den Gewinner des deutschen Buchpreises 201. Inger-Maria Mahlke gewann mit ihrem Roman Archipel – entgegen meiner persönlichen Präferenzen. Dennoch habe ich das Buch unmittelbar nach der Preisverleihung gekauft, einige Wochen später war es dann nachgedruckt und ich hatte schließlich ein Exemplar. Ich habe dann im Dezember angefangen, es zu lesen, aber es streckte sich schon bis Mitte Januar hin, bis ich das Buch abgeschlossen habe. Ich glaube, daran wird immer schon deutlich, dass ich nicht so begeistert bin. Aber kommen wir erst zum Inhalt:

Im Zentrum des Romans steht Julio Baute, der inzwischen 95 Jahre alt ist und in einem Altenheim die Eingangstür beaufsichtigt, obwohl er lieber die Tour de France schauen möchte. Wir befinden uns auf Teneriffa und reisen durch die Zeit. Eine Politikerin muss sich verstecken, weil ein Korruptionsskandal aufgedeckt wird. Die Franco-Zeit und ihre Folgen sind omnipräsent für die Protagonisten, auf sie lässt sich alles zurückführen. Wir reisen zurück in der Zeit und verfolgen die Famile der Bautes zurück, die Familie der Bernadottes und ihre Schnittpunkte sowie die Familie der Hausmädchen, die in den Familien arbeiten. Die Lehre dieses Strangs ist klar: Als Tochter eines Hausmädchens geboren, in den Beruf hineingelebt, immer ein Hausmädchen geblieben. Schließlich geht es zurück zur Franco-Diktatur, wie sich durch den Aufstieg die Farben der Insel verändert haben, wir gehen aber ziemlich zügig noch zurück bis zum zweiten Weltkrieg und zur spanischen Revolution und landen schließlich im Jahr 1919, bei der Geburt von Julio Baute.

Ich habe echt Schwierigkeiten, den Inhalt des Romans nachzuerzählen, wie ihr sicherlich merkt. Das liegt einfach daran, dass man immer wieder aus der Zeit gerissen wird. Ich habe mich gerade mit der Gegenwart angefreundet und mich eingefühlt und dann springen wir 20 Jahre zurück und alle Charaktere sind anders. Das fand ich ziemlich schwierig, weil man so zwar irgendwie die Atmosphäre auf der Insel mitbekommen hätte, aber mit den Charakteren konnte ich dann nicht wirklich warmwerden – auch die Famliendynamiken fand ich schwierig, weil es zu häufiges Umgewöhnen war und ich ständig nachschlagen musste, wer jetzt nochmal wer war. Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches habe ich auf jeden Fall gebraucht.

Sprachlich war das Buch großartig. Ich verstehe, warum man ein solches Buch mit dem Buchpreis auszeichnet, denn die Sprache des Buches war wirklich beeindruckend. Mit teilweise sehr detaillierten und dann wieder ziemlich gerafften Bildern und klarer Sprache beschreibt sie die eigentümliche Atmosphäre auf dieser Insel und schafft es durchaus, ein gewisses Portrait der Insel zu zeichnen. Das gelingt auch und es ist insgesamt sehr ästhetisch, dieses Buch zu lesen. In Rezensionen wurde vielfach kritisiert, dass das Buch sehr langweilig sei und das liegt einfach am anti-chronologischen Erzählen, das wirkliche Spannungsbögen nicht erlaubt. Was mich aber viel mehr stört: Ich möchte mehr! Ich möchte wissen, wie es weitergeht! Das Buch wirft nur einige Schlaglichter auf die Figuren. Aber wie geht es denn jetzt in den einzelnen Epochen weiter und wie sind die Wege der Figuren dazwischen? Ich wünsche mir in genau diesem Stil geschrieben einen chronologisch erzählten 1000-Seiten Roman über die Familien!

Gut, Literatur ist kein Wunschkonzert, aber ich kann einiges von der Kritik nachvollziehen, die geäußert wurde. Ich habe den Roman ausschließlich gelesen, weil er den Buchpreis bekommen hat – ich kann die Verleihung ästhetisch nachvollziehen, muss aber zugeben, dass mir die Bücher der letzten beiden Jahre deutlich besser gefallen haben, weshalb ich diesem Buch mal nur 3,5/5 Sternen gebe.

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Die Gesellschafterin – Agatha Christie

Es ist nun schon die achte Geschichte aus dem Dienstagabendklub und wieder sind wir nicht mehr im alten Klub, sondern bei dem Dinner, zu dem Miss Marple eingeladen wurde, in Gedenken an den legendären Dienstagabend-Klub. Dieses Mal soll Dr. Llyod eine Geschichte erzählen:

Er traf in einem Urlaub eine Dame und ihre Gesellschafterin. Bei einem Badeunfall kam die Gesellschafterin der Dame ums Leben. Er als Doktor kümmerte sich um die Psyche der Dame, die dramatisch ihre Gesellschafterin verlor und versucht, sie zu beruhigen, als sie beginnt, seltsame Fragen über Gerechtigkeit und Selbstjustiz zu stellen. Sie scheint auch an Gewicht zugenommen zu haben. Einige Zeit später findet Dr. Lloyd zufällig einen Zeitungsartikel über den Selbstmord der Dame, die in einem Abschiedsbrief ein Verbrechen gestanden hat. Über diesen Fall berät die Runde nun. Doch natürlich ist es am Ende wieder Miss Marple, die nicht nur eine Idee hat, sondern den Fall auch noch ziemlich genau beschreiben kann. Dr. Llyod bestätigt ihre Deutung.

Ich kann mal wieder nicht viel mehr schreiben, weil ich ansonsten zu viel von der Lösung verraten müsste. Ich habe im Internet von Leuten gelesen, die sofort die richtige Deutung griffbereit hatten, als der Fall vorgestellt wurde und mir wird langsam klar, dass die Aufklärung von Verbrechen nicht mein Job ist. Denn tatsächlich hatte ich mal wieder keine Ahnung, was hier passiert sein könnte. Klar ist natürlich, dass die Dame irgendwie in das Verbrechen verwickelt ist und dass es ein solches Verbrechen gegeben hat. Viel mehr wusste ich jedoch nicht – auch wenn es scheinbar nicht so schwer herauszufinden ist.

Dennoch fand ich diese Geschichte sehr schön gestaltet. Ich mochte das Arrangement der Figuren, auch die Rolle des Doktors ist keineswegs konstruiert, sondern absolut nachvollziehbar. Klar, dass das Ende zufälligerweise bekannt ist, wirkt schon etwas künstlich hergestellt, aber das ist schon in Ordnung. Ich fände allerdings mal wieder eine Geschichte, in der Miss Marple direkt involviert ist, schöner. Conan Doyle hat immer sehr hübsche Geschichten geschrieben, bei denen Sherlock Holmes direkt raus in die Welt ist und Probleme, die noch real existieren, gelöst – während das hier eben nur eine Fingerübung ist.  Dennoch bekommt diese Geschichte auch gute 3,5/5 Sternen von mir – keine Lieblingsgeschichte aber eine weitere schöne Geschichte über die kombinatorischen Fähigkeiten von Miss Marple.