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Montagsfrage vom 02.11.2020

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur – zugegebenermaßen – etwas verspäteten Montagsfrage:

Kann ein Autor auch ein guter Rezensent sein?

Wieso denn nicht? Das muss nicht immer gut gehen – ich finde Maxim Biller irgendwie schwierig – aber viele große Literaturkritiker:innen sind auch selbst schriftstellerisch tätig. Elke Heidenreich und Thea Dorn sind hier nur zwei Beispiele; im literarischen Quartett sitzen aber als Gäste regelmäßig bekannte Autoren, die dort auch als Kritiker auftreten. Klar, einen klassischen Literaturblog betreiben die wenigsten, aber gleichzeitig Autor und Kritiker sein, ist nicht unüblich. Auch in der Wissenschaft ist es ja so, dass man zugleich selbst schreibt und auch ‚Rezensent‘ ist, gerade weil man eben eine Expertise auf seinem Gebiet hat – warum sollte das in der ’normalen‘ Welt anders sein?

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute (Rest-)Woche und

Bis dahin!

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Metro 2034 – Dmitri Glukhovsky

Den ersten Band der Metro-Reihe habe ich vor inzwischen über 6 Jahren gelesen. Vor einiger Zeit fand ich dann in einem Bücherschrank eine recht hübsche Ausgabe des zweiten Metro-Bandes und dachte mir, es sei an der Zeit, in den Moskauer Untergrund zurückzukehren.

Glücklicherweise hat der zweite Band nicht so wahnsinnig viel mit Metro 2033 zu tun, vom Schauplatz abgesehen. Wir begegnen zwar Hunter wieder, aber das war es im Wesentlichen auch schon. Alles dreht sich zunächst um eine verschwundene Karawane, die der Sewastopolskaja verloren gegangen ist. Sie liefern Strom für die Hanse, sind aber auf einmal komplett von ihr abgeschnitten. Hunter, der erst seit Kurzem dort ist, macht sich zusammen mit dem alten Soldaten Homer auf den Weg, um herauszufinden, was los ist: Irgendwas an der Tulskaja, die abgeriegelt wurde. Über einen Umweg, bei dem die beiden das Mädchen Sascha aufgabeln, wollen sie die Tulskaja zerstören, aus einem Tagebuch erfährt Homer von einem Virusausbruch. Angekommen in der Hanse spielt noch der Musiker Leonid eine Rolle, der Sascha von einem Heilmittel gegen das Virus erzählt.

Viel mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten, das Setting dürfte aber den Leser:innen des ersten Bandes bekannt sein. Ein ganz interessanter Zufall ist, dass es in diesem Buch um ein Virus geht und ich genau in diesem Jahr auf die Idee kam, es zu lesen – ich hoffe jedoch sehr, dass in unseren Straßenzügen keine Flammenwerfer benötigt werden.

Was ich von Metro 2034 halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Dass mich keine freundliche Welt erwartet, war mir durchaus bewusst und ich finde auch das Setting nach wie vor gelungen. Ein verstrahltes Europa mit Mutanten und anderen Wesen; die Menschheit versucht sich in der Metro am Leben zu erhalten; es entsteht eine gesamte Weltgesellschaft auf kleinstem Raum – diese Idee wird hier weiter ausgeführt. Die interessanteste Figur der Geschichte scheint mir Homer zu sein, der so genannt wird, weil er versucht, eine Chronik des unterirdischen Lebens zu verfassen, alles aufzuschreiben und Geschichten zu erzählen. Mit ihm und dem Musiker Leonid spielt die Kultur eine tragende Rolle in diesem Roman. Das Motiv der Universität, in der es ein Gegenmittel geben soll, die aber unerreichbar ist, spielt auch auf diese Kultiviertheit an. Es ist letztlich der Gegensatz zwischen der selbsterhaltenden Natur des Menschen und der nicht nur der Erbauung dienenden Kultur, die den Menschen erst zum Menschen macht. Gerade weil Kultur in unserem Leben omnipräsent ist und sie in der Metro trotz vollständig künstlich geschaffener Lebenswelt die Ausnahme ist, könnte man diese Welt und dieses Buch im Speziellen als Konflikt zwischen der Natur (Hunter) und Kultur (Homer) sehen, die sich zusammentun, um den Menschen zu erhalten.

Die Geschichte selbst ist nicht ganz einfach zugänglich. Mir fällt es schwer, die Stationsnamen immer richtig zuzuordnen und ich blättere gefühlt alle drei Seiten zum Stationsplan zurück, um nachzuvollziehen, wo wir gerade sind – die vielen Parallelgeschichten machen es auch nicht einfacher. Irgendwie fehlte mir zwischendrin auch die Motivation, weiterzulesen, die Spannungsmomente des ersten Teils kamen nicht so wirklich auf. Auch die Geschichte selbst riss mich nicht so vom Hocker, wie ich es vom ersten Teil in Erinnerung hatte. Der Plot selbst ist zwar ziemlich gut, aber richtig zünden wollte es bei mir nicht. Auch andere Rezensenten hatten dieses Gefühl, der Band gilt als schwächster der Trilogie. Das weckt in mir zwar die Lust, auch den dritten Band zu lesen, eine Garantie, dass das innerhalb der nächsten sechs Jahre passiert, gibt es aber dennoch nicht.

Ich vergebe an dieser Stelle mal 3/5 Sternen. Glukhovsky schreibt gut, die Innenwelten der Charaktere sind gut dargestellt und der Plot gibt einiges her – bei mir konnte es aber leider nicht zünden, obwohl ich den ersten Band sehr mochte.

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Herkunft – Saša Stanišić

Den Deutschen Buchpreis im Jahr 2019 gewann Saša Stanišić mit seinem Roman Herkunft. Ich habe mir das Buch – wie in jedem Jahr – sofort bestellt und es – wie in jedem Jahr – neun Monate später gelesen, sodass ich pünktlich zur Bekanntgabe des Gewinners 2020 hier vermelden kann, dass der Preis 2019 an ein gutes Buch vergeben wurde. So läuft das hier schon seit einigen Jahren und so geht es auch in diesem Jahr weiter.

Üblicherweise fange ich hier mit einer kurzen Darstellung des Inhalts an. Hier möchte ich aber kurz mit Roland Barthes beginnen, der 1967 postulierte, dass der Autor für die Literatur keine Bedeutung hat und der Sinn nur vom Leser konstruiert wird. Barthes kritisierte dabei den Fokus auf die biographische Deutung eines Romans. Traditionelles Beispiel aus dem Deutschunterricht ist die Deutung von Kafkas ‚Urteil‘, die viel zu oft einzig auf die Beziehung Kafkas zu seinem Vater hin verengt wird.

Was hat das mit Herkunft zu tun? In Herkunft geht es um einen jungen Mann der auf den Spuren seiner Großmutter ist und dabei seine Geschichte erzählt. Er erzählt von seiner Jugend in Jugoslawien, dem beginnenden Krieg, der Flucht nach Deutschland, seinem Weg, in Deutschland Fuß zu fassen und schließlich seinem Erwachsensein, seiner Karriere als Schriftsteller und wie er versucht, mit seiner im Sterben liegenden Großmutter seine Herkunft zu erkunden. Diese zwei Handlungsstränge – Ankommen in Deutschland und Erkunden der Herkunft – sind miteinander verwoben und kulminieren in einem „Choose your own Adventure“-Finale, ‚Der Drachenhort‘.

Um ehrlich zu sein, der Plot der Geschichte wäre eigentlich eher mittelmäßig: Kriegsflüchtling ist in Deutschland gut angekommen und macht sich auf die Suche nach seinen Vorfahren. Und es ist jetzt auch nicht so, dass in der Geschichte wahnsinnige Spannung aufkommt und man darauf wartet, dass endlich die Auflösung kommt. Der Roman lebt von seiner Authentizität, davon, dass der Autor nicht tot ist. Davon, dass Saša in seiner Rede beim Gewinn des Buchpreises Tränen in den Augen hat und davon spricht, dass er „Glück hatte, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt“.  Davon, dass er bei einer Lesung in Heidelberg denjenigen Sachbearbeiter auf die Bühne holt, der ihm das Studium in Deutschland ermöglicht hat – was er in Herkunft beschreibt.

Herkunft ist autobiographisch durch und durch und erzählt eigentlich keine Geschichte aus einer anderen Wirklichkeit, sondern eine wahre Geschichte. Und das ist es, was das Buch so besonders macht: Das naive Erzählen und Spielen mit Sprache, wie es nur jemandem gelingt, der aus irgendeinem Grund Sprache mehr als nur als Werkzeug begreift. Ich hatte einige Jahre einen Bürokollegen, der eigentlich nichts mit Saša gemein hat, abgesehen davon, dass Deutsch nicht seine Muttersprache war und er in Deutschland Deutsch studiert hat. An ihn musste ich denken, wenn  Saša Stanišić in seinem Buch über Sprache reflektiert und mit ihr spielt.

Letzten Endes ist aber auch die Geschichte des Buchs sehr bewegend. Sei es das Unverständnis, warum es wichtig ist, ob man sich als Moslem oder Serbe versteht, sei es die Beschreibung des Lebens in Višegrad damals und heute oder sei es das Ankommen in Deutschland. Zwar ist der Bosnienkrieg seit über 25 Jahren passé; er wirkt in den Köpfen der Betroffenen bis heute nach. Und sei es nur deswegen, weil es das Land, in dem man seine Kindheit verbracht hat und den Fußballverein, mit dem man mitgefiebert hat, heute schlichtweg nicht mehr gibt.

Wie angekündigt, kann ich also nur sagen, dass Herkunft ein großartiger Roman ist und ich ihn schon hätte viel früher lesen müssen. Praktischerweise kann ich euch aber jetzt direkt das neu erschienene Taschenbuch empfehlen, das immerhin zehn Euro günstiger ist. Ich mache mich dann mal auf die Suche nach weiteren Romanen von Saša Stanišić und verbleibe hier mit 5/5 Sternen.

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Montagsfrage vom 12.10.2020

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur etwas verspäteten Montagsfrage:

Ist die Zukunft der Buchmessen online?

Öhm. Naja, die Vergangenheit wird wohl nicht online sein? Ich verstehe die Frage nicht. Vielleicht will ich sie auch nicht verstehen, aber ich finde, wir müssen aus Präsens vs. Online keinen Gegensatz machen. Warum werden die beliebtesten Lesungen nicht schon lange online gestreamt und bleiben als VoD abrufbar? Und augmented, also computergestützt erweitert ist die Messe ohnehin schon längst. Präsens komplett zu ersetzen klappt allerdings erfahrungsgemäß mal als Notlösung ganz gut, in manchen Fällen auch dauerhaft, letzten Endes ist aber der zumindest gelegentliche persönliche Kontakt schon ganz wichtig. Und dafür ist ja die Buchmesse auch da, um internationale Geschäftspartner, die man normalerweise nur online sieht, mal persönlich kennenzulernen und zu treffen, ohne dafür bilaterale Treffen zu vereinbaren – es sind ja ohnehin alle in Frankfurt.

Sowas wird sicherlich niemand ersetzen können und dafür ist es gut, wenn die Buchmesse zurück zur Präsens kommt. Was den Publikumsteil angeht, darf aber etwas mehr Online-Angebot gerne sein. Und warum die Buchpreisverleihung in diesem Jahr technisch gefühlt schlechter umgesetzt war, als in den Vorjahren, in denen ja auch schon gestreamt wurde, muss ich nicht verstehen.

In diesem Sinne noch eine gute Restwoche und

bis dahin!

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Monatsliste August/September 2020

Weil ich in den letzten Monaten auch eher so mittelviel gelesen habe, gibt es in dieser Folge wieder zwei Monatslisten zusammen. Nachdem ich in den letzten Monaten überwiegend Kinderbücher gelesen habe, habe ich jetzt wieder zwei Bücher gelesen, die mitunter schon einige Zeit auf meinem SuB lagen und die auch weniger für Kinder und Jugendliche geeignet sind – wobei, Herkunft sicherlich schon.
Für Metro habe ich auch einige Zeit gebraucht, weil ich zwischendurch wirklich keine Lust mehr auf die doch sehr drückende Atmosphäre gehabt habe, sodass ich da auch schon in den Monaten zuvor immer mal wieder etwas gelesen habe. Und aktuell lese ich parallel eine Neuerscheinung und eine SuB-Leiche aus dem Jahr 1897 (okay, auf meinem SuB erst seit 2013). Bleibt also gespannt!
Was die Neuzugänge angeht, sind es dann in den letzten Monaten doch wieder einige geworden, was aber auch damit zusammenhängt, dass ich mich erst kürzlich aufraffen konnte, die Neuzugänge zu erfassen. Mein SuB hat mit 124 damit übrigens ein Rekordhoch erreicht. Das ist natürlich ein Zustand, den ich gerne mal wieder ändern würde, aber ehrlich gesagt auch nichts ungeheuer bedrohliches – immerhin habe ich grundsätzlich Lust auf die allermeisten Titel auf meinem SuB.

Gelesen im August:
Herkunft – Saša Stanišić (coming soon, 365 Seiten)

Gelesen im September:
Metro 2034: Dmitry Glukovsky (coming soon, 526 Seiten)

Neuzugänge:
Charity 06: Die Hölle aus Feuer und Eis – Wolfgang Hohlbein
Die Tyrannei des Schmetterlings – Frank Schätzing
Die Elementare von Caledron – Jim Butcher
Im Schatten des Fürsten – Jim Butcher
Infinitum: Die Ewigkeit der Sterne – Christopher Paolini

SuB: 124

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Montagsfrage vom 05.10.2020

Guten Abend zusammen,

es ist spät geworden, aber Montag ist Montag und folglich Zeit für die Montagsfrage:

Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Äh.. Das neue Reclam-Heft Nr. 14029 hatte ein ziemlich hübsches Design. Mir gefiel besonders der Untertitel… lassen wir das.

Never judge a book by its cover heißt es ja so schön und so suche ich mir Bücher weniger nach ihrem Cover aus. Aber natürlich gibt es schon einige Eye-Catcher im Regal. Marianengraben hatte ein schönes Cover, das mich im ersten Moment ein wenig an Lovecraft erinnert hat, die Walter Moers Cover gefallen mir immer gut. Mein aktuelles Buch hat auch ein hübsches Cover, aber ich möchte gerade noch nicht verraten, um welches es sich handelt. Grundsätzlich bin ich aber, gerade im letzten halben Jahr, in dem ich mich über neue Bücher aus mehreren Gründen nicht mehr in der Buchhandlung informiere, noch weniger coversensitiv geworden als zuvor schon. Aber irgendeinen Bezug zum Buch sollte es doch schon haben. Meer abzubilden, wenn das Buch in den Bergen spielt, hat dann doch etwas von einer Mogelpackung.

In diesem Sinne eine gute Woche euch und

Bis dahin!

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Norg: Im Tal des Ungeheuers – Heike und Wolfgang Hohlbein

Jugendbücher gibt es von Hohlbein viele. Berühmt geworden ist er mit Märchenmond, viele andere Bücher von ihm, insbesondere diejenigen, die er mit seiner Frau geschrieben hat, richten sich an ein junges Publikum; eine ganze Generation von Fantasy-Leser:innen ist mit Hohlbein als ‚Einstiegsdroge‘ aufgewachsen und ich gehöre definitiv dazu.

Die Norg-Reihe hingegen richtet sich an ein deutlich jüngeres Publikum. 8+ steht auf dem Cover, das ist typischerweise das Alter, in dem Kindern die ersten etwas umfangreicheren Geschichten zugetraut werden; Kinder, die schon früher flüssig lesen können, mögen das Buch auch schon mit 6 oder 7 Jahren lesen können, die Schrift ist recht groß, die Geschichte nicht umfangreich, geübte Leser:innen werden kaum eine Stunde dafür brauchen. Da es sich hier um einen zweiten Band handelt, fehlen mir natürlich ein paar Hintergründe, verständlich ist die Story aber auf jeden Fall:

Norg hat im ersten Band sein Volk zum Umsiedeln gezwungen, aber auch der neue Ort ist keineswegs sicher. Nachts kommt ein Ungeheuer und entführt immer wieder Mitglieder des Volkes. Norg fühlt sich dafür verantwortlich und macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach diesem Ungeheuer. Dieser Weg führt ihn zu einer großen Spinne, die die Mitglieder des jungen Volkes einspinnt, so, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat. Um die Spinne herum sind viele ‚Dreckfässer‘ mit vermutlich radioaktivem Inhalt, der die Spinne hat so riesig werden lassen. Norg besucht seinen Freund aus dem ersten Band, der eine Umweltschutzorganisation ins Leben ruft, um diejenigen, die den Wald verschmutzen, verhaften zu lassen.

Es gibt ja zwei Arten von Kinderbüchern: Solche, die auch Erwachsene mit Genuss lesen können und solche, die fast nur Kinder begeistern. Klassische Titel der ersten Sorte sind die Bücher von Michael Ende oder Astrid Lindgren, auch Eoin Colfer würde ich dazuzählen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die ‚pädagogische Botschaft‘, die ein Kinderbuch anscheinend braucht, fein in die Handlung eingewoben ist, immer mal wieder durchklingt, sich aber dem Leser nicht mit dem Holzhammer aufdrängt. Das ist bei Norg allerdings leider so. Die zwei wichtigsten Botschaften sind: Mach nicht alles nach, was deine Eltern dir beibringen, wenn du nicht verstehst warum (Die Spinne spinnt das kleine Volk ein, obwohl sie es nicht verspeist und wird gefragt, warum sie es tut) und Der Wald ist keine Müllkippe (die Fässer mit Müll, die den Lebensraum vernichten; zudem wird erklärt, dass auch für die Menschen der Wald wichtig ist).

Ich bin mir nicht sicher, was ich von diesem Buch halten soll, mit fehlt der Vergleich mit anderen Büchern für diese Altersstufe. Ich kann mir vorstellen, dass jüngere Kinder mit Norg viel Spaß haben werden, das Buch ist recht lustig geschrieben, baut Spannungsbögen auf, die zumindest ein paar Seiten halten und hat zumindest einzelne, kleine Nebenhandlungsstränge. Dennoch würde ich nur 3/5 Sternen vergeben. Zu stark kommen die Klischees durch und zu deutlich ordnet sich die Handlung der Botschaft unter. Umweltschutz in Kinderbüchern mag 2003 noch ein innovatives Thema gewesen sein, heute gibt es sicherlich elaboriertere Ansätze hierfür. Wenn ihr über das Buch stolpert und jüngere Kinder hat, kann einen Blick riskieren, ansonsten nur für Hohlbein-Enthusiasten zu empfehlen.

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Montagsfrage vom 28.09.2020

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage!

Ich weiß, ich bin einen Tag zu spät, aber dennoch möchte ich die Frage noch beantworten:

Welche kleinen Verlage kennt ihr eigentlich und mögt ihr gern?

Das alte Dilemma. Kleine Verlage möchte man gerne unterstützen, aber irgendwie bekommt man doch immer nur von den großen Verlagen etwas mit. Ich lese selten Bücher von kleinen Verlagen und wenn, dann habe ich zu diesem Verlag keine besondere Bindung. Ich habe Morgellon von Jan Wehn gelesen, das beim Kleinverlag Korbinian erschienen ist – der erschien mir auch durchaus sympathisch. Das war es im Endeffekt aber auch schon, was Verlage angeht, die ich kürzlich gelesen habe.

Für alle interessierten kann ich aber an dieser Stelle die Indie-Bestsellerliste vom Börsenblatt empfehlen, die monatlich die Indie-Bestseller ermittelt – es hilft vielleicht beim Kennenlernen dieser Verlage.

In diesem Sinne noch eine schöne Woche.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 21.09.2020

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage:

Wie wichtig sind euch Book Awards?

Buchpreise. Also nicht das Geld, dass einem die Verlage aus den Taschen ziehen, sondern Auszeichnungen. Nur, um das klarzustellen.

Ich verfolge eigentlich nur den Deutschen Buchpreis, der vom Börsenverein ausgelobt wird, sozusagen das Frankfurter Gegenstück zum Preis der Leipziger Buchmesse. Den Sieger kaufe ich mir regelmäßig, lese ihn ein halbes Jahr später und finde ihn meistens ziemlich gut. Das geht jetzt seit einigen Jahren und so wirklich schlechte Bücher sind mir da noch nicht untergekommen. Aber natürlich ist ein Großteil meiner Literatur eher Unterhaltungsliteratur während der Buchpreis ja eher mit hoher Kunst assoziiert ist. Für mich ist der Buchpreisgewinner meine Dosis Hochkultur im Jahr. Nobelpreis oder die amerikanischen und englischen Buchpreise gehen meistens mit einem ‚Och joa, könnte man ja auch mal Lesen‘ an mir vorbei (wenn nicht gerade Peter Handke prämiert wird…).

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und wir lesen uns sicherlich zeitnah wieder.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 14.09.2020

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage:

Nehmt ihr dieses Jahr an der Frankfurter Buchmesse teil?

Gute Frage. Zählt das Schauen des Buchpreis-Verleihungs-Livestreams? Ich werde nicht nach Frankfurt fahren, wenngleich das tatsächlich im Verhältnis zu den meisten anderen Bloggern nur ein Katzensprung von mir entfernt ist. Ob ich an irgendwelchen Online-Angeboten teilnehmen will oder werde, weiß ich derzeit noch nicht, ich werde sicherlich mal einen Blick hineinwerfen, ein paar Sachen interessieren mich doch immer auf der Buchmesse.

In diesem Sinne noch eine schöne Woche.

Bis dahin!