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The Catcher in The Rye – J. D. Salinger

Cover von The Catcher in the Rye

 

Dieses Buch gilt als moderner Klassiker. Es ist von 1951 und spielt in New York und zeigt etwas über die Jugend und deren Hoffnungen und Ziele. Ich habe das Buch vor einiger Zeit gekauft und nun, anlässlich der Lesenacht fertiggelesen.

Kurz zum Inhaltlichen: Holden ist wegen ungenügender schulischen Leistungen jetzt zum vierten Mal aus seiner Schule geflogen. Nach einer kurzen Einführung in sein Schulleben, trifft er die Entscheidung, abzuhauen und sich die drei Tage bis zu den Ferien in New York durchzuschlagen. Diese Entscheidung trifft er Samstag am späten Abend.

Im Laufe der Nacht und des Sonntags begegnet er vielen verschiedenen Menschen, unter Anderem trifft er Damen in der Hotelbar, bringt Taxifahrer zum Wahnsinn, bestellt sich eine Prostituierte, die er dann doch nicht haben möchte, verabredet sich mit einem Mädchen, dass er irgendwie doch nicht leiden kann, trifft sich mit einem Mitschüler, dem er peinliche Gespräche aufzwingt und letzten Endes geht er nach Hause und unterhält sich dort heimlich mit seiner Schwester – seine Eltern sind nicht da. Als diese heimkommen versteckt er sich und geht zu einem seiner ehemaligen Lehrer, der ihm Unterschlupf gewährt.

Dieser streicht ihm in der Nacht über den Kopf, Holden reagiert so panisch, dass er sofort abhaut und die Nacht am Bahnhof auf einer Bank verbringt. Am nächsten Tag, im Gespräch mit seiner Schwester, sieht er ein, dass sein Plan, nach Westen zu ziehen und sich von der Welt abzuschotten, unhaltbar ist. Er kommt wieder zurück nach Hause.

Ich hatte einige Schwierigkeiten, mich mit der Geschichte anzufreunden, die ersten 50-60 Seiten kam ich nicht wirklich in die Geschichte hinein – aber so langsam sprang der Funke zu mir über und ich lebte die Geschichte fast schon nach. Ich finde, der Catcher in The Rye gibt unglaublich viel her. Versuchen wir das mal etwas zu ordnen:

Inhaltlich ist der Catcher in The Rye zunächst nicht so spannend. Wenig Handlung, der Fokus liegt klar auf den Charakteren, davon sind viele recht stereotyp, eigentlich zeichnet sich nur Holden durch seine Tiefe aus.

Sprachlich ist der Catcher in The Rye sicherlich ein ungewöhnliches Buch, viele Schimpfworte, viel Jugendsprache. Man kann hier schon einiges von der englischen Sprache mitnehmen – wenn auch nicht unbedingt von der Hochsprache. Ich finde, zusammen mit der Perspektive eines retrospektiven Ich-Erzählers ergibt sich eine ziemlich hohe Authentizität, die mir gut gefallen ist und die ich keineswegs übertrieben fand.

Ich konnte mich super mit Holden identifizieren. Er ist einfach komplett gegen den Rest der Welt und auch ich hatte mal eine solche Phase, in der ich einfach gegen Alles und Jeden sein musste, bevor ich mich irgendwann selbst gefunden hatte – ich denke, viele Jugendliche können sich damit identifizieren, ich bin bestimmt nicht der Einzige, auf den das zutrifft.

Interessant ist auch der Ausgang. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Holden scheitert. Zwischendrin hatte ich überlegt, ob er sich vielleicht selbst töten wird. Die Frage bleibt am Ende, ob er scheitert? Passt er sich an und ist damit gescheitert? Oder findet er seinen Weg in der Anpassung?  Darüber nachzudenken hat mir viel Freude bereitet.

Und auch intertextuelle Bezüge – was ja im modernen bzw. postmodernen Roman, den wir vorliegen haben, häufig ist, sind mir eine gekommen. Das Herumirren des Charakters erinnert ein wenig an Faust und Wedekinds Frühlings Erwachen und wäre man belesener, fände man bestimmt noch weitere gewollte und ungewollte Anspielungen – war nicht auch mal in der griechischen Mythologie eine ähnliche Geschichte?

Wie ihr sehen könnte, habe ich viel zum Roman zu sagen und könnte quasi unendlich fortfahren. Aber zum Lieblingsbuch wird er dadurch noch nicht. Für 5 Sterne fehlt mir noch das fesselnde Element am Roman, denn er war zwar in gewisser Weise mitreißend, aber noch lange nicht so fesselnd, wie er hätte sein können.

Ich gebe dem auf Deutsch für 8,99€ erhältlichen Roman deshalb gute 4/5 Sternen und empfehle es unbedingt weiter. Allein für die Allgemeinbildung ist der Fänger im Roggen hilfreich und vielleicht könnt ihr euch – wie ich – in den Roman hineinversetzen und könnt euch quasi in Holden hineinprojizieren und gelangt damit zu einer Reflexion eures eigenen Charakters.

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese Rezension. Ich hab den Catcher auch noch vor mir für die „Big Read“-Challenge (100 Books). Hab den bisher immer links liegen lassen, weil mir die Ausschnitte so ein bisschen outdated vorkamen, aber dank der Challenge muss ich irgendwann doch mal ran 😉

    Zum Slang im Buch wollte ich dir nur noch den (wahrscheinlich überflüssigen) Hinweis geben, dass das Buch inzwischen gute 60 Jahre alt ist. Die Sprache ist also die Jugendsprache der damaligen Zeit. Für die heutige Umgangssprache bringt dir der Roman also nur bedingt was, denn grade Umgangssprache entwickelt sich rasant weiter. Merkt man ja auch im Deutschen.

    Viele Grüße und weiter gutes Lesen
    Ariana

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