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Montagsfrage vom 26.09.2016

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Welches Buch hast du zuletzt aufgrund der Rezension eines anderen Buchbloggers gelesen?

Oh, das ist tatsächlich schon etwas her. Früher passierte das häufiger mal, aber im Moment sieht es mit meinem Zeitbudget so eng aus, dass ich da kaum noch zum stöbern komme =/ Ich glaube, das letzte, was ich zumindest auf Initiative eines Buchbloggers gelesen habe war „Glückskekse“ von Anne Hertz.

In diesem Sinne, heute mal eine recht kurze Antwort – ich wünsche euch in jedem Fall eine gute Woche. Ich habe sogar wieder ein bisschen was vorbereitet, sodass es auf diesem Blog keinesfalls langweilig wird.

Bis dahin!

 

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Heftromane Heute: Perry Rohdan #2867: Zeitsturm

k-2016-09-09-22-14-44Weiter geht es heute mit einer Heftromanserie, die wohl die erfolgreichste, eine der ältesten und eine der größten und bekanntesten Serien ihres Genres ist. Perry Rhodan erscheint seit September 1961 jede Woche aufs Neue – also seit über 50 Jahren! Es erscheinen inzwischen mehrere Serien gleichzeitig, alte Heften werden in sogenannten Silberbänden neu aufgelegt – und man munkelt, es gibt Bibliotheken, die sich aus Perry-Rhodan-Büchern ganze Einrichtungsgegenstände gebastelt haben. Man könnte viele Superlative aufzählen, aber ich möchte noch erwähnen, dass die Heftchen in Zyklen von 50-100 Bänden organisiert sind, die sich jeweils um einen inhaltlich geschlossenen Handlungsteil drehen.

Jetzt, mit diesen Informationen ausgestattet, hatte ich die Befürchtung, ich könnte, wenn ich jetzt einfach mal einen Band zwischendurch kaufe, käme ich ja gar nicht in die Handlung rein, weil ich ja mitten in einem Zyklus lese. Aber das ist natürlich doof für alle potenziellen Neueinsteiger, deshalb war ich mir recht sicher, ich würde es da schon reinschaffen. Und das war auch tatsächlich kein Problem.

Einen Planeten bedroht ein seltsamer Zeitsturm mit einem Riss, der die Grenzen von Raum und Zeit außer Kraft setzt. Er droht, den Planeten zu verschlingen. Während eine Chronowissenschaftlerin diesen Riss untersuchen will, kümmert sich der Rest der Protagonisten um die Evakuierung des Planeten. Viele alte Hasen des Planeten weigern sich, ihn zu verlassen, sie glauben nicht an die Bedrohung und so kommt es zu Konflikten unter den Bewohnern, von denen einzelne Schicksale herausgezogen werden. Die Bleiber flüchten in die großen Bunkeranlagen des Planeten und hoffen, dass diese dann einfach aus dem Planeten herausgesprengt werden. Als dann der Zeitriss kommt, taucht aus ihm plötzlich ein Raumschiff auf, eines, dass irgendwie mit Perry Rhodan zusammenhängt. Es nimmt nicht nur die beim Zusammenstoß um ein Haar getötete Chronowissenschaftlerin auf, sondern auch die meisten der Bunkeranlagen, die den Riss überstanden haben. Die gefundenen Daten sollen nun helfen, den Zusammenstoß mit der Erde zu vermeiden – und deswegen tauchte auch das Raumschiff auf.

Das Heftchen hatte nicht – wie John Sinclair – volle 65 Seiten, sondern am Ende noch ein bisschen Werbung, ein Glossar und eine Seite mit Leserbriefen, aber gefühlt habe ich sogar ein bisschen länger an ihm gelesen, als an John Sinclair. Es ist übrigens auch eines der wenigen Heftchen, die nicht von den zwei großen Heftromanverlagen – Bastei-Lübbe und Kelter – sondern aus dem Pabel-Moewig Verlag und ist inzwischen auch dessen Steckenpferd.

Ich muss sagen, mir hat auch dieses Heftchen überraschend gut gefallen. Ich hatte nach dem Heftchen wirklich das Gefühl, dass ich jetzt gerne wissen möchte, wie es weitergeht, wie es mit dem Planeten Erde weitergeht – und ich kann mir wirklich vorstellen, auch mal einen Zyklus zu lesen, um die ganze Geschichte zu erfahren, vor allem, weil ich ja immer noch nicht weiß, wer oder was denn jetzt Perry Rhodan überhaupt ist. Trotzdem hat die Geschichte auch allein gut funktioniert. Klar, die Charaktere und Begriffe waren mir neu, aber mit ein bisschen Basis-Sci-Fi-Wissen versteht man schon gut, worum es geht. Und schließlich wird ein bisschen was auch im Glossar erklärt.

Die Geschichte selbst fand ich auch durchaus hübsch. Es ist kein Motiv, das man noch nie gehört hast, das Motiv eines bedrohten Planeten findet man häufiger mal, aber es war gut durchgeführt, die Idee mit den dichten Bunkern finde ich gelungen und ansonsten war es einfach eine schöne Geschichte. Ich hatte sogar ein bisschen das Gefühl, dass da zwischendrin kritische Töne gegen Konservative und Ewiggestrige mitschwingen, also es im weitesten Sinne auch ein bisschen gesellschaftskritisch gedacht sein könnte. Nicht so, dass es jetzt wirklich auffällt oder gar dominiert, aber es wirkt schon ein bisschen so und das gefällt mir ziemlich gut. Ich habe auch gelesen, dass es diese Bezüge zur Realwelt ganz bewusst gibt und wenn das wirklich häufiger mal vorkommt, bin ich davon wirklich angetan.

Hätte ich Perry Rhodan vor 5-10 Jahren kennengelernt, wäre ich vermutlich inzwischen begeisterter Leser und hätte die Heftchen verschlungen wie nichts. Klar ist das keine hohe Literatur und klar ist das an ein möglichst breites Publikum gerichtet – noch vor einigen Jahren wurden schließlich rund 80.000 Heftchen pro Woche verkauft – das sind mehr Exemplare, als manche Spiegel-Bestseller in ihrem Lebenszyklus erreichen – aber es ist hübsche Trivialliteratur. Und ob man jetzt den neuen Lokalkrimi oder Sci-Fi-Heftechen liest, macht wirklich keinen großen Unterschied. Es ist ein Seelenstreichler, es tut gut und es entspannt. Warum also nicht mal zu einem Perry-Rhodan-Heft greifen? Mich würde natürlich noch interessieren, wie es funktioniert, dass die Geschichten sinnvoll aufeinander aufbauen – dafür müsste ich freilich mal eine größere Anzahl Heftchen lesen. Mal schauen, ob ich das noch mal irgendwann angehe. Ihr werdet es hier mitbekommen. Fürs erste vergebe ich 4/5 Sternen für ein wirklich tolle Romanheftchen, an dem es höchstens eine Klischeehaftigkeit zu bemängeln gibt. Innovativ kann man das nämlich wirklich nicht nennen.

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Hanni und Nanni in tausend Nöten (#08)

k-2016-08-17-22-25-06Der achte Band von Hanni und Nanni ist – wie schon die vorigen – einer, der nicht von Enid Blyton geschrieben wurde. Dafür ist das Setting aber bemerkenswert klassisch. Die Mädchen sind wieder im Internat Lindenhof, es gibt keine Gespenster und der Band spielt sogar während der Schulzeit. Hanni und Nanni, in der vierten Klasse zurück in Lindenhof spielen sogar immer mal wieder eine Rolle. Aber fangen wir am Anfang an:

Während sich die Mädchen noch im renovierten Internat einrichten, kommen in die vierte Klasse zwei neue Mädchen. Eine Sportskanone, etwas arrogant und recht gehoben wirkend und ein unauffälliges, schüchternes Mädchen. Und kaum hat eine Quasseltante mitbekommen, dass eine der Neuen angeblich ein Fürstenkind – oder gar eine Prinzessin – sein soll, scharen sich alle um die gehoben daherkommende Andrea. Doch nicht lange, bis eine Dritte neue ankommt. Sie ist noch viel arroganter und bekommt von den Gerüchten mit – und sie nutzt das schamlos aus. Gerade Elli himmelt sie an und nimmt ihr jegliche Arbeit ab. Als die Zwillinge – die sich übrigens um die schüchterne Neue kümmern – mitbekommen, was Elli für diese Dany tut, wollen sie sie zur Rede stellen. Daraufhin unternimmt Dany einige sehr unangenehme Sachen, die dazu führen, dass sie das Internat verlassen muss. Nach einer Feier für Mamsell und einem Jungen in Mädchenkleidern passieren noch einige Kleinigkeiten im Internat, bevor endlich das Rätsel um die Prinzessin gelöst wird. Und es kommt etwas ganz und gar Unwahrscheinliches heraus, bei dem eine Entführung und ein Diplomatenfahrzeug eine wichtige Rolle spielen.

Es war der erste Band, der nicht von Enid Blyton war und doch regulär im Internat spielte. Und er umfasst eigentlich gerade mal ein Vierteljahr. Während die ersten Bände ein ganzes Jahr umfassen oder mal ein Jahr in zwei Bände gepackt wurde, sind es jetzt ganz vier Bände für ein Schuljahr. Und das muss natürlich auch gefüllt werden. Mit Feiern, mit Schulfremden, mit neuen Mädchen, mit neuen Trivialitäten und richtigen Abenteuern. Ich fand den Band schon fast ein bisschen sehr voll, die Episode mit Dany ging nur einige Seiten lang, insgesamt ist eigentlich nur das Prinzessinnenmotiv, das den Band irgendwie zusammenhält, ansonsten sind die Erlebnisse relativ beliebig. Und dass Hanni und Nanni eine zentrale Rolle spielen und sie auch als Zwillinge wirklich wichtig sind, ist auch erst am Ende des Bandes wirklich umgesetzt. Das Ende des Bandes fand ich allerdings wirklich gelungen. Die Geschichten werden allesamt schlüssig aufgelöst, alles passt zueinander und es ist auch in einem durchaus angemessenen Tempo erzählt. Aber zählt man mal nach, findet man auf 120 Seiten insgesamt die Geschichten von drei neuen Mädchen, drei große Feiern, ein Sportwettkampf, einen handfesten Schulverweis, eine Entführung und eine schulfremde Person, die ein Geheimnis mit sich trägt. Jede Menge Handlung für 120 Seiten, finde ich. Und entsprechend dicht ist der Band. Ich fände es ja schöner, wenn man die Handlung reduzieren würde und dafür mehr vom Internat beschreiben würde. Ich bin jetzt im achten Band und habe immer noch nicht so wirklich ein Bild vom Aufbau des Internats, vom Kollegium und von den Nebenfiguren. Warum räumt man diesen nicht mehr Raum ein und erzählt etwas mehr, dann kann man auch auf die zahlreichen sich immer wiederholenden besonderen Erlebnissen verzichten und erzählt ein oder zwei Erlebnisse. Denn so viele Ereignisse in gerade mal einem Vierteljahr? Das ist doch etwas sehr viel.

Aber immerhin, der Band liest sich wirklich schön, die Erzählweise ist auch schlüssig und es sind wirklich auch einige neue Sachen dabei. Eine Entführung hatten wir glaube ich noch nicht – und der Junge im Internat ist auch etwas Neues. An neuen Geschichten mangelt es also nicht. Und weil es einfach zumindest halbwegs abwechslungsreich ist – bei den ganzen Feiern merkt man, dass es mühevoll wird, sie immer von den anderen abzugrenzen – gebe ich noch immer gut und gerne 3/5 Sternen für diesen Band.

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Oleander. Vom Lesen und Töten – Jan Büchsenschuss

k-2016-09-20-23-16-53Auch dieses Buch war ein Rezensionsexemplar. Der Autor schrieb mich an und allein schon der Titel des Buches brachte mich dazu, es zu lesen. Ich find Bücher über das Lesen und mit vielen Anspielungen an andere Bücher ja ohnehin großartig – und dann auch noch mit einigen Krimielementen drin, war es ja klar, dass ich dazu nicht nein sagen kann.

Ich kann hier gar nicht so viel über die Handlung sagen, weil ich sonst zu viel verrate. Aber es geht um eine Familie mit langer Tradition. Die Familie Oleander gibt es seit Jahrhunderten und es war immer üblich, dass das Familienüberhaupt die Familie ernährt hat und das Vermögen dann an den nächstältesten weitergegeben wurde. Doch dann trifft die Familie zusammen und der Notar öffnet das Testament: Der Vater hat ein Erbe aufgesetzt, das, wenn die Familie nicht innerhalb eines Wochenendes ein Passwort herausfindet, das Erbe an die örtliche Bibliothek geht. Das kann diese sehr arrogante und auf hohe kulturelle Bildung bedachte Familie natürlich nicht haben und so beginnt eine wilde Schnitzeljagd zwischen Wells, Verne und Nietzsche. Und dass das Haus jede Menge Geheimgänge hat, ist natürlich vorteilhaft. Zumindest für den Teil des Titels, der mit dem Töten zu tun hat. Denn recht bald findet man eine Leiche. Und was dann passiert, das passt auf keine Kuhhaut.

Es ist ein bisschen schwierig, das hier zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten, denn alle Anspielungen, die ich jetzt hier machen würde, würden zu viel verraten. Ich fühlte mich jedenfalls ein bisschen an einen Krimi-Klassiker erinnert und ich glaube, dass diese Anlehnung durchaus bewusst war. Und ich muss sagen, das war auch durchaus gut umgesetzt. Ich fand die Kriminalgeschichte dahinter wirklich gut und gelungen, clever geplant und wirklich gut erzählt.

Bemerkenswert ist die Familie. Ihnen ist es enorm wichtig, gut gebildet zu sein – oder sagen wir lieber, total belesen zu sein. Es geht nicht um wirklichen Intellekt, sondern um Belesenheit. Man muss, um in der Familie aufgenommen zu sein, die ganzen klassischen Werke zu kennen und darüber endlose Konversationen zu führen. Man sagt mir hin und wieder nach, dass ich so ähnlich ticke, aber das möchte ich von mir weisen. Ich kenne bei weitem nicht so viele klassischen Werke – und ich bin bei weitem nicht so ‚rassistisch‘, wenn es um meine Lektüreauswahl angeht. Bei den Oleanders lagern die Schundwerke alle auf dem Dachboden – und dort werden Autoren wie Hohlbein, Brown oder Schätzing erwähnt – die ich schon zahlreich rezensiert habe. Und was die Oleanders wohl zu meinem Heftromanprojekt gesagt hätten?

Der Autor selbst ist übrigens promovierter Architekt – hat allerdings zu Goethes Architektur promiviert, also scheinbar durchaus an Literatur interessiert. Und man merkt auch, dass der Autor die zitierten Werke kennt. In einigen Rezensionen hieß es, dass das Lesen ziemlich anspruchsvoll sei. Ich kannte jetzt nicht alle erwähnten Werke, aber schon einige und hatte auch bei den mir unbekannten keine Probleme zu folgen. Büchsenschuss hat sich da auch recht bekannte Titel und Autoren ausgewählt – ich vermute, es sind auch gerade die Titel, die ihm gut gefallen und die er auch kennt – und sie passten gut in die Geschichte. Natürlich ist das nicht die Meinung des Autors, dazu ist die Geschichte mit einem zu großen Augenzwinkern geschrieben, aber es ist einfach amüsant zu lesen, eine spannende Reise durch die Weltliteratur.

Mir haben auch die Charaktere gut gefallen, auch wenn es am Anfang etwas schwierig war, sie auseinanderzuhalten. Und auch bei diesem Buch hätte es nicht geschadet, wenn noch ein bisschen mehr Zeit für die Charakterentfaltung gewesen wäre. Ein paar mehr Dialoge, insgesamt etwas mehr dieser ersten Phase, mehr Literatur wären schön gewesen, der zweite Teil funktionierte nämlich wirklich gut und war unglaublich spannend zu lesen. Ich wurde förmlich in das Buch hinein gesogen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Und das hatte ich wirklich lange nicht mehr.

Ich spreche für das Buch eine absolute Leseempfehlung ab. Von einem Indie-Autor ist hier überhaupt nichts zu spüren, es ist ein genialer Krimi mit einem tollen Motiv einer Familientragödie und einer seltsam mondänen Bibliophilie, was mir absolut super gefallen hat. Ich könnte darüber auch noch 500 Seiten lesen, so viel Spaß hat mir das gemacht. Dazu trägt natürlich auch der tolle Schreibstil des Autors bei. Ich bin wirklich sehr glücklich damit gewesen und vergebe gerne 4,5/5 Sternen für dieses tolle Buch. Wenn ihr mal einem Indie-Autoren eine Chance geben wollt, versucht es mit diesem Buch. Es lohnt sich!

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Montagsfrage vom 19.09.2016

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Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur aktuellen Montagsfrage.

In der verganenen Woche habe ich den Blog etwas schleifen lassen, das tut mir leid und ich gelobe Besserung. Es sind einfach diese neuen Situationen – in diesem Fall mein Praktikum, die das ganze aus dem Rhythmus bringen. Als erste Takterhaltungsmaßnahme hier also die Montagsfrage:

Gibt es Antagonisten, die ihr mehr mögt als Protagonisten bestimmter Bücher/Reihen und falls ja, was ist der Grund dafür?

Öhm, da bin ich jetzt gerade etwas überfordert und muss mal eben meine Chronologie durchstöbern. Moment, ich komme gleich wieder.

*Wartemusik*

Ich weiß nicht, ob das zählt, aber der Antagonist aus And Then There Were None gefällt mir ziemlich gut, auch, weil er lange im Dunkeln bleibt. Ansonsten natürlich The Phantom of the Opera. Ich weiß gar nicht, ob das Phantom der klassische Antagonist ist, weil er ja irgendwie auch der Protagonist ist, aber Erik ist auf jeden Fall viel cooler als Christine. Auch weil er im Buch so herrlich düster dargestellt wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der es hoffentlich wieder etwas mehr zu lesen gibt. Ich habe ja auch schon einiges auf Lager, ich muss mich nur um das Einstellen kümmern.

Bis dahin!

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Hanni und Nanni suchen Gespenster (#07)

k-2016-08-17-22-25-19Der siebte Band von Hanni und Nanni ist mal wieder nicht von Enid Blyton geschrieben. Und er spielt mal wieder nicht im Internat Lindenhof. Man könnte meinen, dass das andere Autoren sich nicht an Lindenhof trauen. Dennoch gibt es dieses Mal immerhin – im Gegensatz zum Vorgängerband – etwas Internatsleben zu spüren:

Lindenhof wird im Moment renoviert und weil die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, müssen die Schüler eine Zeit lang in das Internat Schloss Funkelstein einziehen, weil diese Schüler auf einer Musikreise sind. Einige der Schüler, die nicht mitgefahren sind, sollen sich solange ins Internatsleben einfügen, auch wenn sie teilweise im Dorf wohnen. Auch wenn das teilweise ganz gut klappt, gibt es doch gerade eine Schülerin, eine besonders eingebildete, musikvernarrte weigert sich komplett, sich einzufügen. Während Hanni und Nanni mit anderen der Schülerinnen nach Hause gehen und eine Nacht in der Jagdhütte des Vaters verbringen, Spuks für die jüngeren Schüler aushecken oder auch ein Mädchen, das es besonders schwierig hat, wieder aufbauen, versucht Hella nur, möglichst boshafte Sachen zu machen – und treibt es mit dem Spuk irgendwann auf die Spitze. Zwar sind die Schülerinnen in einem Geisterschloss und dass dann die Mitschüler mit Gespensterkostümen erschreckt werden, lassen irgendwann auch die Lehrerinnen durchgehen, aber dass dann ein fremder Hund den Gemeinschaftsraum verwüstet, geht eindeutig zu weit. Hella fährt sang- und klanglos nach Hause und ward nicht mehr gesehen. Schließlich wird noch gemeinsam mit den Schülern der anderen Schule, die etwas früher als geplant heimkamen, ein Fest gefeiert, bevor es dann endlich wieder zurück nach Lindenhof geht.

Ich muss sagen, mir hat dieser Band überraschend gut gefallen. Das Setting eines Geisterschlosses, auf dem die Schüler nun residieren, bietet natürlich tolle Gelegenheiten für wundervolle Spukgeschichten, eine Schülerin wird für ihre Geschichte mit einem Literaturpreis belohnt, woraufhin ein Fest gefeiert wird – und ich muss sagen, diese Kulisse wurde von der Autorin auch gut genutzt – vielleicht manchmal etwas zu sehr, denn außer Gespenstergeschichten gibt es in diesem Band nicht besonders viel. Und weil auch schon der letzte Band in die Richtung eines Geisterschlosses ging, wiederholt sich das schon ein bisschen. Warum diese beiden Bände hintereinander gebracht wurden, weiß ich wirklich nicht. Es nerven auch die Anschlussfehler. Der offensichtlichste ist, dass Ellis Wandlung aus den letzten Bänden, die wieder verschwunden ist, sie wirkt noch immer so naiv wie in den ersten Bänden. Ich habe das nicht genau geprüft, aber ich habe die Vermutung, dass es von diesen Inkonsequenzen noch einige weitere gibt. Ich denke, hier hätte man durch ein konsequenteres Lektorat verhindern können.

Aber grundsätzlich ist der Band durchaus interessant zu lesen, der Kniff, um neue Figuren hereinzubringen ist immerhin recht kreativ und die Möglichkeit, das Dorf mit einzubeziehen bietet vielfältige Möglichkeiten, die auch gut genutzt werden, um das Internatsleben mit Abwechslung zu füllen. Mal wieder bleiben die Unterrichtssituationen und die Entwicklung der Hauptfiguren auf der Strecke, das, was die ersten Bände ausmachte, dass die Klasse zusammenwuchs, fehlt einfach, weil die Figuren sofort wieder aus der Klasse herausscheiden. Dennoch ist es grundsätzlich ein schön zu lesender Band der Reihe. Ich denke, besonders positiv wird er mir nicht im Kopf bleiben, aber es war ein hübscher Band. Ich gebe einfach mal 3/5 Sternen dafür und bin gespannt, wie es mit dem nächsten Band weitergeht, in dem wir endlich mal wieder in Lindenhof sind.

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Montagsfrage vom 12.09.2016

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Guten Abend zusammen und herzlich willkommen zur heutigen Montagsfrage, gehen wir direkt in medias res, die Frage lautet:

Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlight zu gelten?

Puh! Diese Frage ist ganz schön schwer zu beantworten. Spontan hätte ich gesagt: Das Buch muss mich gut unterhalten – aber es gibt auch Bücher, die weniger unterhaltsam, aber dennoch ein absolutes Highlight sind. Von Vorteil ist auf jeden Fall ein gewisser Drive, den das Buch entwickelt. Also das Buch muss es schaffen, mich in sich hineinzuziehen. Grundsätzlich ist aber etwas Unterhaltung, etwas Spannung, aber auch ein gewisses Maß an Originalität von Vorteil. Solche klassischen Attribute wie gelungene Charaktere oder eine starke Handlung, lasse ich mal außen vor. Auch Bücher, die das nicht haben, können sich aufgrund ihrer einzigartigen Form als Lese-Highlight entpuppen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der es wieder einmal viele spannenden Beiträge hier zu lesen gibt. Bis dahin!

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Heftromane Heute: John Sinclair #1986: Was Satan dir verspricht…

k-2016-09-09-22-14-32John Sinclair ist eine der ältesten noch laufenden Heftromanreihen. Sie entstammt noch dem goldenen Zeitalter der Romanhefte und hält sich bis heute. Vor der eigenen Reihe entstanden schon Geschichten um den Geisterjäger in der Reihe „Gespenster-Krimi“ – die wir aus den ersten Heftchen von Der Hexer von Salem kennen. Das Besondere an dieser Reihe ist, dass Helmut Rellergard, alias Jason Darf fast alle Hefte selbst schreibt – bis heute. Seit Mitte 2014 sind Hefte von anderen Autoren allerdings häufiger mal zu finden – so auch mein Heft, das von Marc Freund verfasst wurde, der durch seine Ostsee-Krimis bekannt wurde.

Jetzt kenne ich die Serie gar nicht und für mich war alles neu. Aber gar nicht so schwer zu verstehen. Geisterjäger John Sinclair und sein Kollege Suko sind einer Mordserie hinterher. Es tauchen Leichen auf, die es auf ehemalige Bekannte abgesehen haben. Ein ehemaliger Lehrer war zufällig beim ersten Mord dabei und kennt beide Getöteten von früher – und auch beim dritten Mord, den Sinclair gerade noch verhindern konnte, stellt sich heraus, dass dieser von der gleichen Schule kam, wo Kinder seltsame Sachen erlebt haben. Schnell kommt Sinclair dahinter, dass dort Schüler, die Unsinn anstellen, in einen Keller gebracht werden, wo sie ihren Namen in ein Buch eintragen, ihnen wird gesagt, sobald sie ein Versprechen brechen, sterben sie. Tatsächlich sterben sie unabhängig davon; es ist unmöglich, all seine Versprechen zu halten, findet der zuletzt dazu gezwungene Schüler heraus. Es stellt sich heraus, dass der Schulleiter mit dem Teufel im Bunde ist und das Buch eine Verbindung zu Asmodis, einer Teufelsgestalt ist. Mithilfe seines Kreuzes und seinem Assistenten, der genau im richtigen Moment kommt, schaffen sie es, das Buch zu zerstören, den Schulleiter zu töten und den Teufel zu vertreiben.

Ich muss sagen, ich kam total gut in das Heft hinein, es gab keine Schwierigkeiten, irgendetwas zu verstehen. Das ist einerseits sehr begrüßenswert, weil es genau die Anforderung an ein Romanheft, die man ja einfach mal so am Kiosk kauft, ohne sich erst in eine zweitausendbändige Geschichte hineinzudenken. Aber leider beschränkt das den Handlungsrahmen. Ich weiß jetzt, woran damals der Hexer von Salem gescheitert ist. Die Handlungen waren einfach zu komplex und zu verwinkelt, gingen über mehrere Bände. Davon habe ich hier gar nichts gemerkt, von keiner Rahmenhandlung, dieses Heft steht einfach nur da. Und weil der ganze Fall in einem Heft komplett erklärt werden muss, ist der Roman sehr nach vorne preschend. Am Ende dauert es dann noch einen Moment, das Ende ist schon fast etwas lang, Aber es gibt eben keine zweite Spur, kein Suchen nach der Lösung, sehr schnell ist alles klar, eigentlich ist nach dem ersten Ansatz schon offensichtlich, woran es liegt, worum es geht – und in einer Zwischenszene mit einem Jungen wird es auch noch verraten – hier hätte ich mir etwas Spannung gewünscht. So richtig gruselig ist das Ganze auch nicht – okay, die Leichen sind schon irgendwie… unheimlich und es wird versucht, einen dunklen Keller zu kreieren, durch die Kürze klappt das mit dem Aufbau einer Atmosphäre leider nicht.

Aber man muss natürlich bei 65 Seiten einige Kompromisse in Kauf nehmen. Ich fühlte mich von dem Heftchen einfach gut unterhalten, hatte einen gewissen Charme und auch wenn es etwas vorhersehbar war, hat es mir zwei Busfahrten versüßt. Man kommt gut rein, kann an nahezu jeder Stelle aufhören und ist damit eine gute Lektüre, wenn man gerade schnell ein bisschen was lesen möchte. Es war einfach angenehm. Nichts, was mich vom Hocker haut – und ich glaube, ich habe es in zwei Wochen auch schon wieder vergessen, aber durchaus angenehm – gefällig ist denke ich ein schönes Wort dafür. Ich würde so ein Heftchen auch jederzeit wieder lesen, für Zwischendurch und zum Runterkommen ist das ideal. Und nach einem Tag voller Fachliteratur hilft das auf der Heimfahrt beim Runterkommen ganz enorm. Ich vergebe also durchaus mal 3/5 Sternen für das Heftchen.

 

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Hanni und Nanni im Geisterschloss (#06)

WhatsApp Image 2016-08-18 at 19.38.11Es ist Mitte der 80er, der erste Ghostbusters-Film erscheint, die ganze Welt ist auf einmal im Geisterfieber und so wird es Zeit, dass auch bei der beliebtesten Mädchenbuchserie der Welt die Geister Einzug halten. Und weil ein Band nicht reicht, sind es gleich zwei Bände, in denen die Geister zumindest eine Titelrolle spielen.

Und so wie der Titel bereits in einigen Bänden nichts mit dem Inhalt zu tun hatte, hat auch der erste Absatz nichts mit der Realität zu tun. Im Ernst, das war völlig erlogen. Die beiden Bände erschienen bereits in den 70ern und haben nichts mit den Ghostbusters zu tun. Trotzdem sind es zwei Bände mit diesem Thema, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Und weil das im letzten Band ja schon so schön war, das Internatsleben mit internatsfremden Charakteren anzureichern, kann es ja nur gut sein, wenn wir das Internatsleben diesmal völlig verlassen. Dachte sich wohl irgendwer. Und so ist dieser Band der erste und leider nicht der letzte, der nicht im Internat Lindenhof spielt. Um genau zu sein, spielt er gar nicht mal im Internat. Wobei. Ein Kapitel spielt im Internat. Zählt das? Nein.

Hanni und Nanni sind in den Ferien – und weil die Eltern leider auf Dienstreise müssen, verbringen sie einen Gutteil der Ferien in einem kleinen Dorf bei ihrem alten Kindermädchen, wo sie nicht nur auf Erna und ihren Mann, den örtlichen Polizisten treffen, sondern auch schnell merken, dass Jenny und ihr Bruder, der sie immer mit Streichen versorgt, ganz in der Nähe wohnen. Die beiden fahren für einige Tage vorbei und zusammen mit dem Sohn des Bürgermeisters ist das Quintett des Bandes komplett und sie machen sich auf, um Abenteuer zu erleben. Denn die gibt es dort reichlich. In den letzten Wochen wurde Falschgeld gefunden und seltsame Spukphänomene im benachbarten Schloss festgestellt. Außerdem ist noch immer unklar ob es einen Erben der Adelsfamilie gibt, der das Schloss einst gehörte. Und nachdem die Zwillinge ein Fest im Schloss beobachten, ist ihr Interesse geweckt – vor allem an dem seltsam unpassenden Schrank im ehemaligen Wohnzimmer des Schlosses. Weil Erna aber nicht möchte, dass die Zwillinge sich in dieser Gegend herumtreiben, müssen Peter und Jennys Bruder ran und nachts Wache halten. Und auch tagsüber entdeckt das Quintett jede Menge seltsame Sachen – und finden schließlich die Geschichte um den wahren Erben heraus, beinahe nebenbei wird dann der Falschgeldfall gelöst. Der Erbe lädt dann die Zwillinge und ihre Freunde als Ehrengäste zur großen Eröffnungsfeier im Geisterschloss ein – in dem es ganz und gar nicht spukte!

Ihr habt es ein meiner Einleitung sicherlich schon gemerkt, ich bin von diesem Band nicht restlos überzeugt. Das erste, was mich wundert, sind die Eltern Hannis und Nannis. Wenn meine Kinder nur einige Wochen im Jahr zuhause sind, würde ich aber Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um alle Zeit der Welt mit ihnen zu verbringen. Aber gut, als Herr Sullivan gehe ich auf Dienstreise und nehme meine Frau mit und lasse die Zwillinge einen Gutteil der Ferien zu ihrem alten Kindermädchen. Dass zwei Kinder (Jenny und ihr Bruder) einfach so unbürokratisch zu völlig unbekannten Erwachsenen gelassen werden – und dort fast drei Wochen bleiben können, mag dem Zeitgeist geschuldet sein. Der Band ist sogar noch halbwegs kanonisch, es widerspricht sich noch nicht so sonderlich viel, das liegt daran, dass das Buch gar nicht in Lindenhof spielt. Aber über den Anschluss an den Folgeband müssen wir nochmal reden. Im nächsten Band zumindest.

Für heute habe ich noch einen weiteren Kritikpunkt: Was macht Hanni und Nanni so besonders? Die Zwillinge? Vielleicht. Das Internat Lindenhof und die Atmosphäre dort? Bestimmt! Aber das fehlt hier komplett. Ein bisschen Lindenhof wird zumindest mit Jenny in die Handlung eingebracht, aber die Charaktere sind irgendwie austauschbar. Wirklich markant sind Hanni und Nanni nicht, schon gar nicht in diesem Band. Es ist ein schönes Buch, die Geschichte ist schön angelegt, die Handlungsbögen sind spannend und dennoch nicht zu aufregend, es ist ein bisschen gruselig, aber niemals wirklich grausam, sodass das Buch auch für junge Leserinnen auf jeden Fall geeignet ist. Aber es ist ein ziemlich beliebiges gutes Kinderbuch. Es hätte genauso gut ein anderer Name auf dem Cover stehen können, spezifisch für Hanni und Nanni ist nur die Rahmenhandlung. Und so bekommt das Buch, das ich ja immer im Kontext der Reihe bewerten möchte, auch nur 2,5/5 Sternen. Vor allem auch, weil selbst in den wenigen Szenen, die sich auf Lindenhof ziehen, die Ereignisse aus den letzten Bänden nicht immer stattgefunden haben, so werden beispielsweise Charakterwandlungen und Charaktere aus den früheren Bänden einfach gar nicht mehr erwähnt. Und das ist wirklich ein Fehler, der dem Lektorat auffallen muss.

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Montagsfrage vom 05.09.2016

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage,

da es am vergangenen Montag keine echte Montagsfrage gab, sondern nur die Chance, fehlende Fragen nachzuholen, habe ich eine Woche pausiert – heute geht es aber wieder mit einer frischen Frage weiter!

Habt Ihr ein schlechtes Gewissen gegenüber Protagonisten, wenn die bspw. hungern müssen und Ihr nebenher futtert?

Ich muss gerade zugeben, dass ich nicht weiß, wann ich das letzte Mal beim Lesen gegessen habe. Aber nein, irgendeine Form von Mitleid empfinde ich da nicht. Es ist ja meistens Fiction, was ich lese und da ist es natürlich klar, dass da keine realen Personen hungern, sondern dass das Gedanken eines Autors sind, die keine reale Entsprechung haben. Also ist hier Empathie nicht unbedingt erforderlich. Wobei ich natürlich mit den Figuren mitfiebere, aber das eben auf einer anderen Ebene.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Woche, in der ich wieder mal einige spannende Sachen vorbereitet habe. Seid also gespannt.

Bis dahin!