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Montagsfrage vom 21.08.2017

Es ist mal wieder Montag – und es ist tatsächlich ein Montagmorgen, an dem ich diese Montagsfrage hier schreibe. Heute geht es um ein ganz böses Thema:

Gibt es Bücher/Reihen (Bestseller), über die du gerade ständig stolperst, sie aber nicht lesen möchtest?

Da gibt es tatsächlich einiges – leider sind das nicht nur die ganzen Reihen, die ich so im Buchladen sehe, sondern beispielsweise auch Game of Thrones, das ich seit Jahren auf meinem SuB liegen habe, mich aber davor drücke. So geht es mir auch mit der Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson, dessen ersten Band ich mir vor einiger Zeit kaufte, aber bisher noch nicht angerührt habe. Warum eigentlich nicht? Mir fehlte die Zeit, die Geduld, mich darauf einzulassen – oder im Falle von Game of Thrones einfach die Lust darauf. Es ist ein bisschen wie Harry Potter, ich habe schon viel zu viel davon gehört, um jetzt begeistert loslesen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und hoffe, dass ich diese Woche wieder einiges an Inhalt für euch liefern kann.

Bis dahin!

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Das blaue Karfunkel – Arthur Conan Doyle

Die heutige Geschichte kommt mal wieder ohne Leichen aus – zumindest ohne menschliche. Wir sind inzwischen in der Mitte des ersten Kurzgeschichtenbandes angekommen und lesen immer neue Fälle, in denen immer deutlicher wird, dass Watson eigentlich nur als Chronist auftritt.

Am zweiten Weihnachtstage besucht Watson seinen Freund Holmes, der gerade per Zufall an einen neuen Fall gekommen ist. Ein Portier bringt einen Filzhut und eine Gans zu Holmes, ein gewisser Henry Baker ließ dies bei seiner Flucht nach einem Überfall fallen. Doch in der Kopf der Gans findet Holmes einen blauen Edelstein, der kürzlich der Gräfin von Morcar gestohlen wurde. Holmes gibt eine Annonce auf, um Henry Baker zu finden, der auch auf die Annonce antwortet und in die Baker Street kommt. Er nimmt freudig eine von Holmes beschaffte Ersatzgans an, sodass Holmes davon ausgeht, dass jener von dem versteckten Stein nichts wusste. Holmes fragt noch beiläufig, wo denn diese tolle Gans herkomme und erfährt so über Umwege eines Wirtshauses vom Verkäufer der Gans und dank einer Wette verrät dieser auch die Herkunft des Getiers. Doch auf dem Weg dorthin spielt Holmes der Zufall in die Hände und er ist in der Lage, den Fall ohne weitere Umwege zu lösen.

Wir haben hier mal ein völlig neues Motiv. Kein Mordfall will gelöst werden, sondern ein schon einige Tage vermisster Stein taucht zufällig in einer Gans auf! Mal davon abgesehen, dass das durchaus eine gewisse Tierquälerei dargestellt, finde ich die Idee durchaus gelungen; aus heutiger Sicht muss man konstatieren, dass es sich um einen recht klassischen Bau handelt, dass der erste Verdächtige recht schnell als unschuldig enttarnt wird und dann findet sich zufällig bald ein neuer Verdächtiger. Aus heutiger Sicht erscheint mir das alles etwas viel des Zufalls, dass sich das alles so perfekt aneinanderreiht, wirkt schon arg konstruiert, wenn auch Watson natürlich versucht, eine gewisse Authentizität des Falls zu beschwören – diese gelungene Arbeit mit der Erzählerfiktion ist etwas, was ich glaube ich, noch zu wenig erwähnt habe:

Conan Doyle erfindet Watson als Erzählerfigur, er führt in die Fälle ein und berichtet von diesen Fällen, beschwört ihre Wahrhaftigkeit und kommentiert die Geschehnisse; Holmes selbst wird also nicht durch Doyle quasi „erster Hand“, sondern nur mittelbar durch den Erzähler charakterisiert. Diese eigentümliche Erzählform könnte man auf eine Tradition der deutschen Romantik zurückführen, in denen diese Herausgeber- oder Erzählerfiktionen ein beliebtes Mittel zur Steigerung der Authentizität waren – und auch heute noch verfehlt dieses Mittel seine Wirkung nicht.

Zur heutigen Geschichte kann ich ansonsten nur noch ergänzen, dass sie mir gut gefallen hat, sie hatte tatsächlich auch mal einige Seiten Zeit, sich zu entfalten, wobei ich mir wie immer wünschen würde, dass die Geschichten etwas länger wären – aber das liegt einfach daran, dass ich noch immer nicht der größte Kurzgeschichtenfan bin. Im vorgegebenen Rahmen aber fügt sich die Geschichte ziemlich gut ein und zeigt mal wieder ein neues Motiv, in dem Holmes ermitteln kann. Ich gebe also im diesem Sinne und im Rahmen einer Kurzgeschichte gute 4/5 Sternen – wobei ich mir noch immer etwas mehr Beteiligung von Watson wünschen würde. Ob Doyle meine Bitten jemals erfüllen wird?

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Hanni und Nanni retten die Pferde (#19)

Zugegebenermaßen habe ich dieses Buch schon vor einigen Monaten gelesen und habe es total übersehen, dass ich noch eine Rezension dazu schreiben sollte. Nun, das Buch war tatsächlich, wie schon erwartbar war, kein Highlight, sodass ich mich wohl einfach davor drückte und es dann vergaß. Doch fangen wir am Anfang an:

Eine Neue kommt nach Lindenhof. Sie ist ziemlich seltsam und alle wundern sich, was mit ihr los ist, bis sie nach einiger Zeit erzählt, dass sie einst eine sehr gute Reiterin war, dann aber bei einem Unfall gestürzt ist – sie wollte nun weg von dem Pferdehof, auf dem sie großgeworden ist und kam so ins Internat. Gleichzeitig erfahren die Mädchen, dass der nahegelegene Bauer seinen Hof verkaufen möchte, um sich zur Ruhe zu setzen. Die beiden Pferde, die die Lindenhofer häufiger besuchten, Max und Sternchen, sollen daher zum Abdecker geschickt werden. Klar, dass die Mädchen das nicht zukommen lassen und dem Bauern die Pferde abkaufen wollen. Doch woher das Geld nehmen – und wohin mit den Pferden? Fräulein Theobald ist zunächst keine große Hilfe und so sammeln die Mädchen das Geld auf eigene Faust – vom Taschengeld, von den Eltern und schließlich auch durch einen Blumenverkauf, bei dem sie eine Bürgermeisterkandidatin kennenlernen. Sie will sich für ein Tierheim für Pferde einsetzen und so werden die Mädchen zu Wahlkampfhelfern. Fräulein Theobald ist ziemlich unglücklich damit, weil sie nicht möchte, dass die Mädchen sich einmischen – am Ende kommt sie aber nicht umhin, das Engagement der Mädchen zu schätzen und am Ende gibt es doch noch eine gute Lösung für Max und Sternchen, die beiden Pferde.

Ich bin ein bisschen unsicher, was ich davon halten soll. Es gefiel mir auf jeden Fall bester als der Roman davor, den ich ja legendär schlecht bewertet habe. Die Geschichte, dass sich die Mädchen für das Leben der beiden Pferde einsetzen, gefällt mir grundsätzlich gut. Ich weiß nicht, ob ich diesen politischen Dreh schön finde, irgendwie passt es nicht so gut zu dem, was ich als Hanni und Nanni kennengelernt habe. Das Schöne an Internatsromanen ist es ja, dass es ein closed-room Setting ist, in dem den Protagonisten nur wenig Ausweichfläche zur Verfügung steht und sich daraus notwendigerweise Konflikte ergeben. Der Band spielt aber fast zur Hälfte im benachbarten Dorf und die Mädchen werden fast schon Teil des Dorfes, sind also nicht mehr in diesem Internatskontext gefangen. Das lockert natürlich das achtzehnbändige Schema etwas auf – denn auch in den Nicht-Internatsromanen waren die Mädchen in einem vergleichbaren Setting, andererseits geht auch etwas von diesem Geist verloren und die Figuren Hanni und Nanni werden kaum nicht gebraucht, sie sind fast schon ersetzbar; ihr Charakter spielt keine Rolle mehr.

Insgesamt ist dieser Band bezeichnend folgenlos. Am Ende kommt raus, dass die Pferde zwar kurz in Lindenhof bleiben, dann aber wieder wegkommen, außerdem ist die Neue auch wieder weg, sodass es im nächsten Band wieder mit der Stammbelegschaft weitergehen kann. Aber man sollte auch hier nicht zu genau hinschauen, denn teilweise haben die Charaktere schon einige Entwicklungen hinter sich, die hier ignoriert werden. Mal wieder zeigen sich Widersprüche bei dem Versuch, den Band mit dem Enid-Blyton oder sogar dem 70er-Kanon in eine logische Sequenz zu bringen. Und wirklich befremdlich ist, dass alles so süddeutsch, teilweise wirklich unangenehm dialektal wirkt. Also ich gebe insgesamt gerne eine bessere Wertung als für den letzten Band, aber mehr als 2,5/5 Sternen sind leider auch für diesen nicht drinne.

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Montagsfrage vom 16.08.2017

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage – diese kommt heute zwar leider wieder etwas verspätet, dafür kommt in wenigen Stunden aber auch noch ein weiterer Artikel online:

Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?

Was heißt aussortiert? Ich habe kürzlich eine Reihe gelesener Bücher, für die ich keinen Platz mehr im Regal hatte, eingelagert, aber das heißt ja nicht, dass ich sie aussortiert hätte. Vom SuB aussortiert habe ich schon seit Jahren nichts mehr, ich hatte damals einige Mängelexemplare, von denen ich im Nachhinein doch nicht mehr überzeugt war, aussortiert. Wie gesagt, das ist Jahre her und seitdem weiß ich nichts mehr davon, etwas aussortiert zu haben. Könnte ich aber bei meinem SuB durchaus mal machen…

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute (Rest-)Woche und viel Spaß beim Lesen der beiden Posts, die ich für diese Woche für euch vorbereitet habe.

Bis dahin!

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Neuzugänge #29: September bis November 2016

Auch in den herbstlichen Monaten des letzten Jahres sind einige neue Bücher bei mir eingezogen. Das Besondere an dieser Liste ist, dass meine Hauptbezugsquelle der letzten Monate, der Bücherschrank um die Ecke, gar nicht mehr vertreten ist – und dass ich in dieser Zeit seit langer Zeit mal wieder Bücher zum Vollpreis gekauft habe. Aber gut, oben seht ihr es schon, hier also die Neuzugänge einzeln vorgestellt:

Denksport Deutsch – Daniel Scholten

Ich bin ja nebenher auch ein recht aktiver Podcast-Hörer. Und einer meiner Lieblingspodcasts stammt von Daniel Scholten, er hört auf den hübschen Titel Belleslettres und beschäftigt sich mit Sprache und Stilistik. Und als er vor einiger Zeit ankündigte, ein Buch zum Podcast veröffentlicht zu haben, konnte ich nicht widerstehen und musste dieses Buch ziemlich bald kaufen. Da war mir dann auch egal, dass es fast 18€ kosten sollte, das war es mir dieses Mal wert. Und allein das hübsche Layout reißt den gar nicht so niedrigen Preis in jedem Fall heraus. Aber auch sozusagen als Dankschön für die zahlreichen unterhaltsamen und informativen Podcasts habe ich das Geld gerne ausgegeben.

Widerfahrnis – Bodo Kirchhoff

Dieses Buch ist gleich in doppelter Hinsicht etwas Besonderes. Es ist das erste Buch seit einiger Zeit, für das ich mehr als zwanzig Euro ausgegeben habe und gleichzeitig das erste belletristische Buch, das ich in meiner neuen lokalen Buchhandlung gekauft habe, die ich demnächst noch häufiger beehren möchte. Es ist der Gewinner des deutschen Buchpreises 2016 und nachdem ich vor zwei Jahren Kruso gelesen hatte und es wunderbar fand, dachte ich, dass es dieses Buch wohl wert sei. Und ja, das war es tatsächlich, es ist nämlich wirklich enorm gut.

Falling in Love – Donna Leon

Mal wieder Donna Leon. Ich glaube, ich werde, auch wenn die Autorin längst nicht mehr unter uns weilt, werde ich weiterhin einige ihrer Krimis zu lesen haben. Ich habe mittlerweile ungefähr ein halbes Dutzend Krimis von ihr gelesen, doch sie ist inzwischen kurz davor, ihren siebenundzwanzigsten zu veröffentlichen. Für den Vollpreis von stolzen 24€ (bzw. 11€ als Taschenbuch), sind mir diese Krimis meist zu teuer und so freute ich mich, einen ziemlich aktuellen dieser Romane auf Englisch in einem modernen Antiquariat meiner Wahl zu finden. Das musste ich dann einfach noch einpacken.

Streifzüge durch das Abendland – Bill Bryson

„Brauchst du noch was bei Rebuy?“ ist eine sehr gemeine und fiese Frage. Natürlich brauche ich nichts, mein SuB ist gut und gerne dreistellig. Aber so ein paar Sachen hätte man dann schon gerne. Vor allem für nicht mal einen Euro pro Stück, da kann man doch nicht einfach Nein sagen. Von Bill Bryson habe ich schon sehr viele Bücher gelesen, Streifzüge durch das Abendland beschäftigt sich mit dem Europa kurz vor der Wende. Ich nahm es einfach mal mit und las es und – obwohl es nicht unbedingt Brysons bestes Buch ist, hatte ich durchaus Spaß damit

Märchenmond – Wolfgang Hohlbein

Man könnte meinen, irgendwann habe ich mal genug von Hohlbein. Aber dieses Buch muss sein. Es ist das erfolgreichste und bekannteste Buch von Hohlbein – und gilt auch als eines seiner besten. Wenngleich ich das letzte nicht zwingend unterschreiben möchte, ist es dennoch ein tolles Buch. Und dass ich das unbedingt mal lesen möchte, ist ja logisch. Und so… nun… Rebuy. Nuff said.

Die letzten ihrer Art – Douglas Adams

Douglas Adams kennt man ja eigentlich als Autor von ziemlich gelungenen Science-Fiction-Romanen, der auch viel mit den Mitteln der Satire arbeitet. Weniger bekannt ist, dass er in den Jahren 1985 bis 1989 Reisen mit einem Fotograf unternahm, bei dem er zahlreiche ausgestorbene Tierarten sah und darüber hinaus einen Reiseroman schrieb. Ich wollte dieses Buch längst mal lesen, aber bin bisher noch nicht dazu gekommen – und so habe ich es jetzt noch als drittes und letztes Buch bei Rebuy mitbestellt.

In diesem Sinne lesen wir uns in einigen Wochen wieder, wenn ich die nächsten Neuzugänge aus den Wintermonaten vorstellen werde. Und dann kann ich diese Reihe ja mal wieder hoffentlich nicht ganz so lange vergessen.

Bis dahin!

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Bécon-les-Bruyères – Emmanuel Bove

Angeregt durch eine Ausstellung der örtlichen Universitätsbibliothek, sah ich mich mit einem Stapel Bücher des französischen Autors Emmanuel Bove nach Hause gehen. Ich nahm unbeschwert eines davon zur Hand, las es – und wollte für diese Rezension noch ein bisschen nachrecherchieren. Ich weiß, dass Bove nicht gerade ein vielrezipierter Autor ist – aber ich habe tatsächlich abgesehen von der Verlagsseite und den diversen Buchhandelsketten keinen Artikel, nicht mal eine Kundenrezension oder einen Blogpost über dieses Buch, Bécon-les-Bruyères von Emmanuel Bove gefunden. Daher heute unter etwas erschwerten Bedingungen die vermutlich erste Rezension zu diesem Buch:

Bove beschreibt in diesem Buch eine kleine Pariser Vorstadt, wie sie dort liegt, kaum mehr als einen Bahnhof und einige Straßen daneben umfasst, er beschreibt den Bahnhofsbetrieb und wie die Pendler alle von dort flüchten, er beschreibt, das langsame Sterben und wie sie von den benachbarten Vierteln geschluckt wird. Er beschreibt die Fremdheit in der Vorstadt, wie wenig Gemeinschaft es dort gibt und wie wenig sie überhaupt beachtet wird – nicht einmal der Bahnhof trägt den Namen des Vorstadtviertels, er trägt den Namen der beiden benachbarten Orte, sodass Bécon-les-Bruyères nicht einmal dort auftaucht. In dieser Tristesse endet das Buch dann unaufgelöst.

Es handelt sich hier mehr um eine kurze Erzählung, als um ein Buch, es umfasst in der deutschen Fassung kaum 80 Seiten – ist aber auch nicht das, was man unter einer Novelle verstehen kann; ich denke, der Titel „Erzählung“ trifft es am besten. Emmanuel Bove ist in Deutschland kaum bekannt, wird aber, wenn überhaupt, extrem positiv rezipiert. Übersetzt wurde das Werk von Peter Handke, einem österreichischen Schriftsteller, der nahezu der Einzige ist, der sich im deutschsprachigen Raum mit Bove beschäftigt hat, mal von den Ausstellern abgesehen.

Dabei ist Bécon-les-Bruyères ein großartiges Buch. Es behandelt exemplarisch am Pariser Beispiel die Problematik des kleinen Vorstadtviertels, das auf quasidörfliche Strukturen baut, dabei aber jegliches Gemeinschaftsgefühl des Dorfes vermissen lässt, weil es nur davon lebt, einen Anschluss in die Großstadt zu haben – und jeder, der kann, würde auch immer in die Grußstadt fliehen wollen. Der Übersetzer wird im Verlagstext damit zitiert, Bove habe hier die Geschichtsschreibung anstelle einer Person an einem Ort festgemacht – und ich finde, diese Beschreibung trifft es ganz gut auf den Punkt. Man hat beim Lesen nicht das Gefühl, sich mit einem toten Block Häuser auseinanderzusetzen, sondern man denkt, man baue eine Verbindung zu einem lebendigen, organischen Wesen auf, die Vorstadt wirkt wie ein sterbender Organismus, den man beobachtet. Das mag an der malerischen und bildreichen Sprache liegen, für die zum Teil Bove selbst verantwortlich sein mag, die aber auch der Übersetzer wundervoll mitgeprägt hat.

Spannend wird es, wenn man weiß, dass das Buch aus dem Jahr 1924 ist, also kurz nach dem ersten Weltkrieg in einer Zeit, die man in Deutschland als die Goldenen Zwanziger bezeichnet. Übersetzt wurde der Text jedoch erst im Jahr 1984 – also über sechzig Jahre später. Das Buch ist meiner Ansicht nach völlig zeitlos, man könnte es heute vermutlich nicht deutlich anders beobachten – wenngleich natürlich die Welt heutzutage im digitalen Zeitalter anders funktioniert – solche unzusammenhängenden Vorstadtviertel gibt es durchaus heute noch zu beobachten.

Ich halte Emmanuel Bove für einen stark unterschätzen Autor. Bécon-les-Bruyères ist eine kleine, sympathische Geschichte, die in einer sehr ästhetischen Form eine sterbende Vorstadt portraitiert. Die sehr düstere Ästhetik, die ich bisher nur von deutschen Expressionisten kannte, nimmt Bove in einer ‚schöneren‘ Form auf und man hat trotz der Hoffnungslosigkeit nicht das Gefühl, es wäre derart dunkel, wie der Expressionismus. Bécon-les-Bruyères ist also meiner Ansicht nach auf jeden Fall einen Blick wert – und ich gebe daher gute 4/5 Sternen für einen kurzen und ansprechenden Text – den es auch für gerade mal ein paar Euro aus dem Suhrkamp-Verlag gibt.

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Montagsfrage vom 07.08.2017

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zu einer pünktlichen Montagsfrage (mit neuem Banner!)

Wenn du dir deine 10 letzten Neuzugänge anschaust, welches ist das schönste Cover?

Das ist eine nicht allzu schwer zu beantwortende Frage – was daran liegt, das viele meiner letzten Neuzugänge irgendwelche alten Ausgaben aus Bücherschränken oder irgendwelche Kanonliteratur war – so war es Reckless: Steinernes Fleisch, das mit Abstand das hübscheste Cover hatte.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche. Auch in dieser Woche habe ich für den Blog mal wieder zwei schöne Posts vorbereitet, die auch schon eingeplant sind und damit sicher erscheinen werden. Viel Spaß euch beim Lesen!

Bis dahin!

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16:50 Uhr ab Paddington – Agatha Christie

Ich höre in den letzten Monaten immer mal wieder Agatha Christie Hörbücher – dieses Mal gab es zum ersten Mal einen Fall für Miss Marple – 16:50 Uhr ab Paddington, einer der vier Bände, die in den 60ern in großartigen Filmen mit Margaret Rutherford als Miss Marple verfilmt wurden.

Eine Freundin von Miss Marple hat einen Mord beobachtet. Sie war im Zug unterwegs und beobachtete, wie im Nebenzug eine Frau erdrosselt und dann aus dem Zug geworfen wurde. Sie erzählt dies Miss Marple und die kann sich auch sicher sein, dass sie auch die Wahrheit erzählt. Sie fragt also bei der Polizei nach, die auch umfassend ermittelt, aber keine Leiche findet. Also versucht sie herauszufinden, wo denn die Leiche aus dem Zug geworfen wurde und stellt fest, dass es in der Gegend um Rutherford Hall bei der Familie Crackenthorpe gewesen sein muss. Also heuert sie eine weitere Bekannte an, Miss Eyelsbarrow, die dort als Haushälterin anfangen und in ihrer Freizeit nach der Leiche suchen soll. Schließlich findet sie nicht nur eine Puderdose, sondern auch die Leiche – versteckt in einem Sarkopharg in einer alten Scheune und schon einige Wochen dort. Und nun entspannt sich eine ziemlich verwirrende Familiengeschichte. Ein Sohn soll wohl im Krieg kurz vor seinem Tod noch geheiratet haben und es könnte dann diese Witwe sein, die jetzt getötet wurde – später spielt dann auch noch Arsen eine Rolle. Vor allem aber der alte Crackenthorpe, der aufgrund gewisser Erbschaftsangelegenheiten ziemlich geizig ist und vor allem glaubt, dass ihn jeder umbringen wolle, um an sein ziemlich wertvolles Grundstück zu kommen. Am Ende kommt dann aber alles doch ganz anders.

Wie, das soll natürlich an dieser Stelle nicht verraten werden. Jedenfalls ist es dann am Ende mal wieder – wie so oft bei Christie – etwas völlig anderes, als man sich ständig denkt. Zumindest hatte ich trotz einiger Gedanken, die ich mir gedacht habe, keine Ahnung, was denn da am Ende passiert ist und ich muss zugeben, innerhalb der letzten Seiten hatte ich dann auch völlig vergessen, dass es ja eigentlich mal um den Mord in einem Zug ging. Besonders gefiel mir, wie galant die Auflösung dann doch war. Miss Marple, die die ganze Zeit als heimliche Tante von Lucy Eyelesbarrow in der Nähe war und als dann Scotland Yard in Gestalt ihres Bekannten Sherriffs eingeschaltet wurde, lädt sich auf dem Anwesen zum Tee ein und kann den Mörder so überführen. Zweifelsfrei und alle Handlungsstränge aufklärend, bleibt am Ende nichts offen.

Mir gefiel auch dieser Krimi mal wieder relativ gut. Es war schon deutlich anders als die Poirot-Krimis, denn während Poirot oft explizit beauftragt wird, kommt Marple einfach so an ihre Fälle, sie ist bei weitem nicht so eingebildet – und der Fokus der Handlung lag auch weit weniger auf Miss Marple, als auf Lucy, die Rutherford Hall erkundigt hat.  Marple tritt also eher im Hintergrund auf und legt sich dort alles zusammen. Auch wenn ich die arrogante Art Poirots ganz gernhatte, hatte ich auch an diesem Krimi viel Spaß und würde mich über weitere (ungekürzte!) Christie-Hörbücher freuen. Neu für mich war hier eine weibliche Sprecherin, was aber auch nur eine Eingewöhnungszeit von einer Viertelstunde erforderte – es war zudem eine sehr passende Stimme.

Normalerweise gibt es in diesem klassischen Krimi-Setting ja eine ermittelnde Figur und einen mehr oder weniger nützlichen Sidekick, die klassische Holmes & Watson Konstellation. Hier allerdings gibt es Marple, die eher im Hintergrund ist, ihr Sidekick ist Lucy, die aber viel mehr Arbeit macht, als nur zu dokumentieren oder sie zu begleiten; dazu kommen noch zwei Jungen, die auch mithelfen und den Scotland Yard Ermittler – Marple ist eher so die weise Dame, die man hin und wieder mal konsultiert und die Tipps liefert, die aber nur am Ende einmal zur Auflösung Hand anlegt.

Ich mochte diese Konstellation, es war jederzeit spannend und man hatte den Drang weiterzulesen, andererseits war es natürlich ein gesitteter Krimi, der kein Thriller war und die Nerven raubte. Ich gebe dafür gerne 4/5 Sternen – ein toller Krimi, den man sich gerne durchlesen, ansehen (Achtung, die Verfilmung weicht deutlich vom Buch ab) oder eben auch anhören kann.

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Monatsliste vom Juli 2017

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Mal wieder habe ich kaum eine Idee, wo der Monat hin ist und gleichzeitig ist so viel passiert, sodass ich ziemlich genau weiß, warum die Leseliste in diesem Monat mal wieder nicht so brilliant aussieht. Auch der Blog war mal wieder eine Katastrophe, ich habe immer mal wieder was geschrieben, aber hatte keine Übersicht über die Posts und hatte somit auch keine Chance, hier mal für Ordnung zu sorgen. Den Überblick habe ich wieder und ich hoffe, dass ich im August auch immer dazu komme, alles so zu veröffentlichen, wie ich das plane und mir wünsche. Zumindest sehe ich im Moment noch keinen Grund, warum das nicht so sein sollte – der August wird zwar durchaus arbeitsreich, aber immerhin etwas ruhiger und geordneter.

In diesem Sinne gibt es gar nicht so viel zu sagen, die Serie „Heftromane Heute“ geht mit den in diesem Monat gelesenen Heftchen in einigen Wochen erstmal zu Ende, die Sherlock-Holmes Serie geht natürlich fleißig weiter. Und mit den Agatha-Christie Hörbüchern, die seit einigen Monaten diesen Blog hier fluten, ist nach dem diesmonaten auch ersteinmal ein Ende absehbar – mein Audible-Abo ist ersteinmal gekündigt, weil ich gar nicht hinterher mit hören kam und weitere Christies sind im Moment nicht in Sicht. Und nächsten Monat hoffe ich, mal wieder zwei längere Titel, ein Buch und ein Hörbuch, abschließen zu können. Wünscht mir Erfolg! In diesem Sinne, hier die Zahlen:

Gelesen:
16 Uhr 50 ab Paddington – Agatha Christie (coming soon, 276 Seiten)
Die Geschichte des blauen Karfunkels – Arthur Conan Doyle (coming soon, 21 Seiten)
Das getupfte Band – Arthur Conan Doyle (coming soon, 26 Seiten)
Der Daumen des Ingenieurs – Arthur Conan Doyle (coming soon, 19 Seiten)
Sie schossen mit silbernen Kugeln – Jerry Cotton #468 (coming soon, 65 Seiten)
Warum musste Springfield sterben – Jerry Cotton #469 (coming soon, 65 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 472 Seiten, 15,22 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 472 Seiten, 15,22 Seiten pro Tag

Gekauft:

Geschenkt/Aus dem Bücherschrank:

End-SuB-Stand: 109

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Montagsfrage vom 31.07.2017

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Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage – sogar pünktlich am Montag

Welches Buch ist dein letzer Neuzugang und was hat dich zum Kauf bewogen?

Ich muss wirklich lange überlegen, es ist lange her, dass ich ein Buch gekauft habe – mit meinem SuB brauche ich im Moment ziemlich wenig Nachschub. Das letzte war wohl „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek; das habe ich gekauft, weil ich in der Uni ein Seminar darüber besucht habe. Und ich fürchte, das war es dann auch schon mit Buchkäufen dieses Jahr – sieht man mal von den Audible-Hörbüchern und den vielen geliehenen und den einigen geschenkten Büchern ab.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche – die Posts sind zwar noch nicht geplant, aber immerhin schon geschrieben.

Bis dahin!