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Monatsliste vom August 2017

Schon wieder ist ein Monat vorbei! Glücklicherweise sieht dieser Monat, was die Zahlen angeht, nicht ganz so traurig aus, wie der letzte Monat, denn ich habe mal wieder ein ziemlich langes Buch gelesen – leider ansonsten auch nichts mehr, von zwei Sherlock-Holmes Geschichten abgesehen. Doch ich höre nebenher noch ein ziemlich umfangreiches (>17 Stunden) Hörbuch, das auch im nächsten Monat ziemlich sicher fertig werden wird und somit dann im nächsten Monat auch in der Monatsliste auftauchen wird.

Auch was den Blog angeht, war dieser Monat nicht so desaströs wie die Monate zuvor. Mit elf Beiträgen erschien immerhin gut jeder dritte Tag ein Beitrag, also im Durchschnitt mehr als zwei pro Woche – und bei der doch etwas mauen Leseliste, ist das doch mal wieder ein ganz guter Fortschritt. Dafür, dass ich das Gefühl hatte, dass im letzten Monat sehr viel drunter und drüber lief, kann ich mit dieser Bilanz eigentlich ziemlich zufrieden sein. Der eine Neuerwerb stammt von einer Antiquariatsmeile und war ein Fund für zwei Euro. Bei dem Preis für einen neuwertigen, aktuellen Donna Leon auf Englisch konnte ich einfach nicht Nein-Sagen. Was meinen SuB angeht, muss ich euch leider mal einen Monat enttäuschen. Ich muss meine Excel-Tabelle mal wieder mit der Wirklichkeit synchronisieren und kann daher nur die grobe Schätzung von knapp unter 110 nennen – nächsten Monat melde ich mich dann wieder mit aktuellen Zahlen.

Apropos Zahlen, hier sind sie:

Gelesen:
Die verschwundene Braut – Arthur Conan Doyle (coming soon, 22 Seiten)
Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes (coming soon, 25 Seiten)
Anubis – Wolfgang Hohlbein (coming soon, 762 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 809 Seiten, 26,09 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 809 Seiten, 26,09 Seiten pro Tag

Gekauft:
Earthly Remains – Donna Leon

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Heftromane Heute: Jerry Cotton #468: Sie schossen mit silbernen Kugeln

Wir spielen heute mal wieder fröhliches Editionsbasteln. Die Geschichte in meinem Sammelband trägt den Titel „Sie schossen mit silbernen Kugeln“, der Sammelband umfasst nach eigenen Angaben (die Bandnummern tauchen übrigens nur auf dem Vorschaubild am Ende der Heftromane auf) die Bände 467-469 in einer „Classic“-Ausgabe, also einer Neuaufgabe. Laut einer Onlinequelle trägt dieser Band jedoch die Nummer 578 in der Erstauflage und der zweiten Auflage, die Nummer 453 in der dritten und vierten Auflage – und eben in der Classic-Ausgabe von 2005-2015 die Nummer 468. Verstehe dies, wer möge. Diese mutmaßlich remittierten Classic-Bände wurden vermutlich einfach nur neu zusammengeheftet, um sie dann als Sammelbände nochmal verbilligt auf den Markt zu bringen. So viel also zur chaotischen Veröffentlichungsgeschichte. Den Autor dieses Bandes konnte ich jedoch nicht herausfinden, insgesamt schreiben und schrieben wohl weit über 100 Leute für diese Reihe.

Mein Band dreht sich um Napalm. Einen Tankwagen, der 6000 Gallonen dieses hochentzündlichen Kampfstoffs geladen hatte, gelangt in die Hände einer Verbrecherbande, die nun das FBI einerseits direkt und zweitens parallel über einen Versicherungsbetrug erpressen möchte – ansonsten gehe das Napalm in die Luft. Dazu wird Jerry Cotton als Mittelsmann ausgewählt, er wird entführt, ihm werden die Forderungen vorgestellt und er soll auch die Übergabe des Trucks koordinieren, während einer seiner Kollegen mit einem Geldkoffer unterwegs ist. Schließlich sollen dann noch einige der Hilfsverbrecher beseitigt werden, indem eine kleine Restmenge Napalm gezündet wird – und Jerry kann nur knapp der Explosion entkommen. Schließlich schafft es das FBI dann doch noch, den Fall aufzuklären und hinter die geheimnisvolle Bande zu kommen.

Im Unterschied zum typischen Krimi im Sherlock-Holmes-Stil, ist es hier kaum möglich mitzuraten, da einfach verschiedene Informationen, die man zur Lösung der Fälle brauchen würde, nicht mitgeliefert werden. Insgesamt ist der Band aber, wie ein typischer Heftroman, spannend und flott erzählt, es scheint immer etwas zu passieren und es geht immer direkt und ohne Nebenhandlungen vorwärts. Im Unterschied zum Band davor, war auch die aufdringliche Formulierung des „Girls“ nicht mehr zu finden, was ich sehr angenehm fand, insgesamt war meines Erachtens dieser Band etwas stärker als der vorige. Es bleibt dabei, dass diese Heftchen solide Krimikost sind und für eine vergnügliche Stunde unterwegs durchaus zu empfehlen sind.

Habe ich eigentlich schonmal etwas über das billige Papier gesagt? Da ich diesen Sammelband ja quasi dreimal solange mit mir herumtrage, wie ein normales Heft, fällt die miese Qualität des Drucks auch gut auf. Es saugt Feuchtigkeit förmlich an, auch das Cover ist aus sehr dünnem Papier, einzig die Klebebindung ist relativ stabil gemacht. Was bei einem Einzelheftchen noch nicht so negativ auffällt, macht sich eben hier bei dem Sammelband gut bemerkbar. Billiges Rollenoffsetpapier, wie es auch für Tageszeitungen verwendet wird – und durch die Klebebindung wird auch noch das Aufschlagen des Heftchens erschwert. Das gilt allerdings ganz allgemein für alle Heftromane, die ich bisher gelesen habe, einzig die Perry Rhodan Heftchen wirkten auf mich zumindest ein klein wenig qualitativer – jedenfalls im Satz und in der Papierwahl, auch wenn natürlich auch hier Rollenoffsetdruck angewandt wurde.

Ich hatte ja gesagt, ich fand diesen Heftroman etwas gelungener und weniger floskelhaft als das vorangegangene – ich vermute einen anderen Autor hinter diesem Heftchen. Daher gebe ich auch einen guten halben Stern mehr als letztes Mal und verbleibe mit 3,5/5 Sternen und bin gespannt auf den letzten der drei Bände, der dann – so viel sei verraten – die Serie „Heftromane Heute“ bis auf Weiteres abschließen wird.

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Montagsfrage vom 28.08.2017

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage,

Wie viele noch fortlaufende Reihen hast du (geschätzt) aktuell im Regal?

Viele dieser Reihen sind offene Reihen, die nach jedem Band enden könnten. Zu vermuten ist beispielsweise, dass es mit Robert Langdon (Dan Brown) oder mit der Zamonien-Reihe (Walter Moers) weitergeht. Ansonsten gibt es möglicherweise noch Spin-Off-Reihen, noch indirekte Fortsetzungen, sodass das Universum der Reihe durchaus weiterläuft. Nimmt man solche Reihen raus, sind es gar nicht so viele. Game of Thrones liegt auf meinem SuB, von Mazalan habe ich den ersten Band auf dem SuB, das ist aber auch schon fertig geschrieben, muss nur noch fertig übersetzt werden, viel mehr fällt mir im Moment aber auch nicht ein.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche – mal schauen, was es diese Woche hier so zu lesen gibt.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 21.08.2017

Es ist mal wieder Montag – und es ist tatsächlich ein Montagmorgen, an dem ich diese Montagsfrage hier schreibe. Heute geht es um ein ganz böses Thema:

Gibt es Bücher/Reihen (Bestseller), über die du gerade ständig stolperst, sie aber nicht lesen möchtest?

Da gibt es tatsächlich einiges – leider sind das nicht nur die ganzen Reihen, die ich so im Buchladen sehe, sondern beispielsweise auch Game of Thrones, das ich seit Jahren auf meinem SuB liegen habe, mich aber davor drücke. So geht es mir auch mit der Reihe „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson, dessen ersten Band ich mir vor einiger Zeit kaufte, aber bisher noch nicht angerührt habe. Warum eigentlich nicht? Mir fehlte die Zeit, die Geduld, mich darauf einzulassen – oder im Falle von Game of Thrones einfach die Lust darauf. Es ist ein bisschen wie Harry Potter, ich habe schon viel zu viel davon gehört, um jetzt begeistert loslesen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und hoffe, dass ich diese Woche wieder einiges an Inhalt für euch liefern kann.

Bis dahin!

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Das blaue Karfunkel – Arthur Conan Doyle

Die heutige Geschichte kommt mal wieder ohne Leichen aus – zumindest ohne menschliche. Wir sind inzwischen in der Mitte des ersten Kurzgeschichtenbandes angekommen und lesen immer neue Fälle, in denen immer deutlicher wird, dass Watson eigentlich nur als Chronist auftritt.

Am zweiten Weihnachtstage besucht Watson seinen Freund Holmes, der gerade per Zufall an einen neuen Fall gekommen ist. Ein Portier bringt einen Filzhut und eine Gans zu Holmes, ein gewisser Henry Baker ließ dies bei seiner Flucht nach einem Überfall fallen. Doch in der Kopf der Gans findet Holmes einen blauen Edelstein, der kürzlich der Gräfin von Morcar gestohlen wurde. Holmes gibt eine Annonce auf, um Henry Baker zu finden, der auch auf die Annonce antwortet und in die Baker Street kommt. Er nimmt freudig eine von Holmes beschaffte Ersatzgans an, sodass Holmes davon ausgeht, dass jener von dem versteckten Stein nichts wusste. Holmes fragt noch beiläufig, wo denn diese tolle Gans herkomme und erfährt so über Umwege eines Wirtshauses vom Verkäufer der Gans und dank einer Wette verrät dieser auch die Herkunft des Getiers. Doch auf dem Weg dorthin spielt Holmes der Zufall in die Hände und er ist in der Lage, den Fall ohne weitere Umwege zu lösen.

Wir haben hier mal ein völlig neues Motiv. Kein Mordfall will gelöst werden, sondern ein schon einige Tage vermisster Stein taucht zufällig in einer Gans auf! Mal davon abgesehen, dass das durchaus eine gewisse Tierquälerei dargestellt, finde ich die Idee durchaus gelungen; aus heutiger Sicht muss man konstatieren, dass es sich um einen recht klassischen Bau handelt, dass der erste Verdächtige recht schnell als unschuldig enttarnt wird und dann findet sich zufällig bald ein neuer Verdächtiger. Aus heutiger Sicht erscheint mir das alles etwas viel des Zufalls, dass sich das alles so perfekt aneinanderreiht, wirkt schon arg konstruiert, wenn auch Watson natürlich versucht, eine gewisse Authentizität des Falls zu beschwören – diese gelungene Arbeit mit der Erzählerfiktion ist etwas, was ich glaube ich, noch zu wenig erwähnt habe:

Conan Doyle erfindet Watson als Erzählerfigur, er führt in die Fälle ein und berichtet von diesen Fällen, beschwört ihre Wahrhaftigkeit und kommentiert die Geschehnisse; Holmes selbst wird also nicht durch Doyle quasi „erster Hand“, sondern nur mittelbar durch den Erzähler charakterisiert. Diese eigentümliche Erzählform könnte man auf eine Tradition der deutschen Romantik zurückführen, in denen diese Herausgeber- oder Erzählerfiktionen ein beliebtes Mittel zur Steigerung der Authentizität waren – und auch heute noch verfehlt dieses Mittel seine Wirkung nicht.

Zur heutigen Geschichte kann ich ansonsten nur noch ergänzen, dass sie mir gut gefallen hat, sie hatte tatsächlich auch mal einige Seiten Zeit, sich zu entfalten, wobei ich mir wie immer wünschen würde, dass die Geschichten etwas länger wären – aber das liegt einfach daran, dass ich noch immer nicht der größte Kurzgeschichtenfan bin. Im vorgegebenen Rahmen aber fügt sich die Geschichte ziemlich gut ein und zeigt mal wieder ein neues Motiv, in dem Holmes ermitteln kann. Ich gebe also im diesem Sinne und im Rahmen einer Kurzgeschichte gute 4/5 Sternen – wobei ich mir noch immer etwas mehr Beteiligung von Watson wünschen würde. Ob Doyle meine Bitten jemals erfüllen wird?

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Hanni und Nanni retten die Pferde (#19)

Zugegebenermaßen habe ich dieses Buch schon vor einigen Monaten gelesen und habe es total übersehen, dass ich noch eine Rezension dazu schreiben sollte. Nun, das Buch war tatsächlich, wie schon erwartbar war, kein Highlight, sodass ich mich wohl einfach davor drückte und es dann vergaß. Doch fangen wir am Anfang an:

Eine Neue kommt nach Lindenhof. Sie ist ziemlich seltsam und alle wundern sich, was mit ihr los ist, bis sie nach einiger Zeit erzählt, dass sie einst eine sehr gute Reiterin war, dann aber bei einem Unfall gestürzt ist – sie wollte nun weg von dem Pferdehof, auf dem sie großgeworden ist und kam so ins Internat. Gleichzeitig erfahren die Mädchen, dass der nahegelegene Bauer seinen Hof verkaufen möchte, um sich zur Ruhe zu setzen. Die beiden Pferde, die die Lindenhofer häufiger besuchten, Max und Sternchen, sollen daher zum Abdecker geschickt werden. Klar, dass die Mädchen das nicht zukommen lassen und dem Bauern die Pferde abkaufen wollen. Doch woher das Geld nehmen – und wohin mit den Pferden? Fräulein Theobald ist zunächst keine große Hilfe und so sammeln die Mädchen das Geld auf eigene Faust – vom Taschengeld, von den Eltern und schließlich auch durch einen Blumenverkauf, bei dem sie eine Bürgermeisterkandidatin kennenlernen. Sie will sich für ein Tierheim für Pferde einsetzen und so werden die Mädchen zu Wahlkampfhelfern. Fräulein Theobald ist ziemlich unglücklich damit, weil sie nicht möchte, dass die Mädchen sich einmischen – am Ende kommt sie aber nicht umhin, das Engagement der Mädchen zu schätzen und am Ende gibt es doch noch eine gute Lösung für Max und Sternchen, die beiden Pferde.

Ich bin ein bisschen unsicher, was ich davon halten soll. Es gefiel mir auf jeden Fall bester als der Roman davor, den ich ja legendär schlecht bewertet habe. Die Geschichte, dass sich die Mädchen für das Leben der beiden Pferde einsetzen, gefällt mir grundsätzlich gut. Ich weiß nicht, ob ich diesen politischen Dreh schön finde, irgendwie passt es nicht so gut zu dem, was ich als Hanni und Nanni kennengelernt habe. Das Schöne an Internatsromanen ist es ja, dass es ein closed-room Setting ist, in dem den Protagonisten nur wenig Ausweichfläche zur Verfügung steht und sich daraus notwendigerweise Konflikte ergeben. Der Band spielt aber fast zur Hälfte im benachbarten Dorf und die Mädchen werden fast schon Teil des Dorfes, sind also nicht mehr in diesem Internatskontext gefangen. Das lockert natürlich das achtzehnbändige Schema etwas auf – denn auch in den Nicht-Internatsromanen waren die Mädchen in einem vergleichbaren Setting, andererseits geht auch etwas von diesem Geist verloren und die Figuren Hanni und Nanni werden kaum nicht gebraucht, sie sind fast schon ersetzbar; ihr Charakter spielt keine Rolle mehr.

Insgesamt ist dieser Band bezeichnend folgenlos. Am Ende kommt raus, dass die Pferde zwar kurz in Lindenhof bleiben, dann aber wieder wegkommen, außerdem ist die Neue auch wieder weg, sodass es im nächsten Band wieder mit der Stammbelegschaft weitergehen kann. Aber man sollte auch hier nicht zu genau hinschauen, denn teilweise haben die Charaktere schon einige Entwicklungen hinter sich, die hier ignoriert werden. Mal wieder zeigen sich Widersprüche bei dem Versuch, den Band mit dem Enid-Blyton oder sogar dem 70er-Kanon in eine logische Sequenz zu bringen. Und wirklich befremdlich ist, dass alles so süddeutsch, teilweise wirklich unangenehm dialektal wirkt. Also ich gebe insgesamt gerne eine bessere Wertung als für den letzten Band, aber mehr als 2,5/5 Sternen sind leider auch für diesen nicht drinne.

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Montagsfrage vom 16.08.2017

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage – diese kommt heute zwar leider wieder etwas verspätet, dafür kommt in wenigen Stunden aber auch noch ein weiterer Artikel online:

Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?

Was heißt aussortiert? Ich habe kürzlich eine Reihe gelesener Bücher, für die ich keinen Platz mehr im Regal hatte, eingelagert, aber das heißt ja nicht, dass ich sie aussortiert hätte. Vom SuB aussortiert habe ich schon seit Jahren nichts mehr, ich hatte damals einige Mängelexemplare, von denen ich im Nachhinein doch nicht mehr überzeugt war, aussortiert. Wie gesagt, das ist Jahre her und seitdem weiß ich nichts mehr davon, etwas aussortiert zu haben. Könnte ich aber bei meinem SuB durchaus mal machen…

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute (Rest-)Woche und viel Spaß beim Lesen der beiden Posts, die ich für diese Woche für euch vorbereitet habe.

Bis dahin!

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Neuzugänge #29: September bis November 2016

Auch in den herbstlichen Monaten des letzten Jahres sind einige neue Bücher bei mir eingezogen. Das Besondere an dieser Liste ist, dass meine Hauptbezugsquelle der letzten Monate, der Bücherschrank um die Ecke, gar nicht mehr vertreten ist – und dass ich in dieser Zeit seit langer Zeit mal wieder Bücher zum Vollpreis gekauft habe. Aber gut, oben seht ihr es schon, hier also die Neuzugänge einzeln vorgestellt:

Denksport Deutsch – Daniel Scholten

Ich bin ja nebenher auch ein recht aktiver Podcast-Hörer. Und einer meiner Lieblingspodcasts stammt von Daniel Scholten, er hört auf den hübschen Titel Belleslettres und beschäftigt sich mit Sprache und Stilistik. Und als er vor einiger Zeit ankündigte, ein Buch zum Podcast veröffentlicht zu haben, konnte ich nicht widerstehen und musste dieses Buch ziemlich bald kaufen. Da war mir dann auch egal, dass es fast 18€ kosten sollte, das war es mir dieses Mal wert. Und allein das hübsche Layout reißt den gar nicht so niedrigen Preis in jedem Fall heraus. Aber auch sozusagen als Dankschön für die zahlreichen unterhaltsamen und informativen Podcasts habe ich das Geld gerne ausgegeben.

Widerfahrnis – Bodo Kirchhoff

Dieses Buch ist gleich in doppelter Hinsicht etwas Besonderes. Es ist das erste Buch seit einiger Zeit, für das ich mehr als zwanzig Euro ausgegeben habe und gleichzeitig das erste belletristische Buch, das ich in meiner neuen lokalen Buchhandlung gekauft habe, die ich demnächst noch häufiger beehren möchte. Es ist der Gewinner des deutschen Buchpreises 2016 und nachdem ich vor zwei Jahren Kruso gelesen hatte und es wunderbar fand, dachte ich, dass es dieses Buch wohl wert sei. Und ja, das war es tatsächlich, es ist nämlich wirklich enorm gut.

Falling in Love – Donna Leon

Mal wieder Donna Leon. Ich glaube, ich werde, auch wenn die Autorin längst nicht mehr unter uns weilt, werde ich weiterhin einige ihrer Krimis zu lesen haben. Ich habe mittlerweile ungefähr ein halbes Dutzend Krimis von ihr gelesen, doch sie ist inzwischen kurz davor, ihren siebenundzwanzigsten zu veröffentlichen. Für den Vollpreis von stolzen 24€ (bzw. 11€ als Taschenbuch), sind mir diese Krimis meist zu teuer und so freute ich mich, einen ziemlich aktuellen dieser Romane auf Englisch in einem modernen Antiquariat meiner Wahl zu finden. Das musste ich dann einfach noch einpacken.

Streifzüge durch das Abendland – Bill Bryson

„Brauchst du noch was bei Rebuy?“ ist eine sehr gemeine und fiese Frage. Natürlich brauche ich nichts, mein SuB ist gut und gerne dreistellig. Aber so ein paar Sachen hätte man dann schon gerne. Vor allem für nicht mal einen Euro pro Stück, da kann man doch nicht einfach Nein sagen. Von Bill Bryson habe ich schon sehr viele Bücher gelesen, Streifzüge durch das Abendland beschäftigt sich mit dem Europa kurz vor der Wende. Ich nahm es einfach mal mit und las es und – obwohl es nicht unbedingt Brysons bestes Buch ist, hatte ich durchaus Spaß damit

Märchenmond – Wolfgang Hohlbein

Man könnte meinen, irgendwann habe ich mal genug von Hohlbein. Aber dieses Buch muss sein. Es ist das erfolgreichste und bekannteste Buch von Hohlbein – und gilt auch als eines seiner besten. Wenngleich ich das letzte nicht zwingend unterschreiben möchte, ist es dennoch ein tolles Buch. Und dass ich das unbedingt mal lesen möchte, ist ja logisch. Und so… nun… Rebuy. Nuff said.

Die letzten ihrer Art – Douglas Adams

Douglas Adams kennt man ja eigentlich als Autor von ziemlich gelungenen Science-Fiction-Romanen, der auch viel mit den Mitteln der Satire arbeitet. Weniger bekannt ist, dass er in den Jahren 1985 bis 1989 Reisen mit einem Fotograf unternahm, bei dem er zahlreiche ausgestorbene Tierarten sah und darüber hinaus einen Reiseroman schrieb. Ich wollte dieses Buch längst mal lesen, aber bin bisher noch nicht dazu gekommen – und so habe ich es jetzt noch als drittes und letztes Buch bei Rebuy mitbestellt.

In diesem Sinne lesen wir uns in einigen Wochen wieder, wenn ich die nächsten Neuzugänge aus den Wintermonaten vorstellen werde. Und dann kann ich diese Reihe ja mal wieder hoffentlich nicht ganz so lange vergessen.

Bis dahin!

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Bécon-les-Bruyères – Emmanuel Bove

Angeregt durch eine Ausstellung der örtlichen Universitätsbibliothek, sah ich mich mit einem Stapel Bücher des französischen Autors Emmanuel Bove nach Hause gehen. Ich nahm unbeschwert eines davon zur Hand, las es – und wollte für diese Rezension noch ein bisschen nachrecherchieren. Ich weiß, dass Bove nicht gerade ein vielrezipierter Autor ist – aber ich habe tatsächlich abgesehen von der Verlagsseite und den diversen Buchhandelsketten keinen Artikel, nicht mal eine Kundenrezension oder einen Blogpost über dieses Buch, Bécon-les-Bruyères von Emmanuel Bove gefunden. Daher heute unter etwas erschwerten Bedingungen die vermutlich erste Rezension zu diesem Buch:

Bove beschreibt in diesem Buch eine kleine Pariser Vorstadt, wie sie dort liegt, kaum mehr als einen Bahnhof und einige Straßen daneben umfasst, er beschreibt den Bahnhofsbetrieb und wie die Pendler alle von dort flüchten, er beschreibt, das langsame Sterben und wie sie von den benachbarten Vierteln geschluckt wird. Er beschreibt die Fremdheit in der Vorstadt, wie wenig Gemeinschaft es dort gibt und wie wenig sie überhaupt beachtet wird – nicht einmal der Bahnhof trägt den Namen des Vorstadtviertels, er trägt den Namen der beiden benachbarten Orte, sodass Bécon-les-Bruyères nicht einmal dort auftaucht. In dieser Tristesse endet das Buch dann unaufgelöst.

Es handelt sich hier mehr um eine kurze Erzählung, als um ein Buch, es umfasst in der deutschen Fassung kaum 80 Seiten – ist aber auch nicht das, was man unter einer Novelle verstehen kann; ich denke, der Titel „Erzählung“ trifft es am besten. Emmanuel Bove ist in Deutschland kaum bekannt, wird aber, wenn überhaupt, extrem positiv rezipiert. Übersetzt wurde das Werk von Peter Handke, einem österreichischen Schriftsteller, der nahezu der Einzige ist, der sich im deutschsprachigen Raum mit Bove beschäftigt hat, mal von den Ausstellern abgesehen.

Dabei ist Bécon-les-Bruyères ein großartiges Buch. Es behandelt exemplarisch am Pariser Beispiel die Problematik des kleinen Vorstadtviertels, das auf quasidörfliche Strukturen baut, dabei aber jegliches Gemeinschaftsgefühl des Dorfes vermissen lässt, weil es nur davon lebt, einen Anschluss in die Großstadt zu haben – und jeder, der kann, würde auch immer in die Grußstadt fliehen wollen. Der Übersetzer wird im Verlagstext damit zitiert, Bove habe hier die Geschichtsschreibung anstelle einer Person an einem Ort festgemacht – und ich finde, diese Beschreibung trifft es ganz gut auf den Punkt. Man hat beim Lesen nicht das Gefühl, sich mit einem toten Block Häuser auseinanderzusetzen, sondern man denkt, man baue eine Verbindung zu einem lebendigen, organischen Wesen auf, die Vorstadt wirkt wie ein sterbender Organismus, den man beobachtet. Das mag an der malerischen und bildreichen Sprache liegen, für die zum Teil Bove selbst verantwortlich sein mag, die aber auch der Übersetzer wundervoll mitgeprägt hat.

Spannend wird es, wenn man weiß, dass das Buch aus dem Jahr 1924 ist, also kurz nach dem ersten Weltkrieg in einer Zeit, die man in Deutschland als die Goldenen Zwanziger bezeichnet. Übersetzt wurde der Text jedoch erst im Jahr 1984 – also über sechzig Jahre später. Das Buch ist meiner Ansicht nach völlig zeitlos, man könnte es heute vermutlich nicht deutlich anders beobachten – wenngleich natürlich die Welt heutzutage im digitalen Zeitalter anders funktioniert – solche unzusammenhängenden Vorstadtviertel gibt es durchaus heute noch zu beobachten.

Ich halte Emmanuel Bove für einen stark unterschätzen Autor. Bécon-les-Bruyères ist eine kleine, sympathische Geschichte, die in einer sehr ästhetischen Form eine sterbende Vorstadt portraitiert. Die sehr düstere Ästhetik, die ich bisher nur von deutschen Expressionisten kannte, nimmt Bove in einer ‚schöneren‘ Form auf und man hat trotz der Hoffnungslosigkeit nicht das Gefühl, es wäre derart dunkel, wie der Expressionismus. Bécon-les-Bruyères ist also meiner Ansicht nach auf jeden Fall einen Blick wert – und ich gebe daher gute 4/5 Sternen für einen kurzen und ansprechenden Text – den es auch für gerade mal ein paar Euro aus dem Suhrkamp-Verlag gibt.

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Montagsfrage vom 07.08.2017

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zu einer pünktlichen Montagsfrage (mit neuem Banner!)

Wenn du dir deine 10 letzten Neuzugänge anschaust, welches ist das schönste Cover?

Das ist eine nicht allzu schwer zu beantwortende Frage – was daran liegt, das viele meiner letzten Neuzugänge irgendwelche alten Ausgaben aus Bücherschränken oder irgendwelche Kanonliteratur war – so war es Reckless: Steinernes Fleisch, das mit Abstand das hübscheste Cover hatte.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche. Auch in dieser Woche habe ich für den Blog mal wieder zwei schöne Posts vorbereitet, die auch schon eingeplant sind und damit sicher erscheinen werden. Viel Spaß euch beim Lesen!

Bis dahin!