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Montagsfrage vom 15.01.2018

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Manchmal schwärmt man ja regelrecht für eine Buchfigur. Welche ist/war euer aktueller/letzter Character Crush?

Hm. Das ist wieder eine für mich schwierig zu beantwortende Frage. Denn soetwas passiert wirklich sehr selten. Manchmal komme ich gut in eine Geschichte rein und fiebere dann auch mit den Charakteren mit, hoffe, dass ihre Beziehung hält, hoffe, dass sie alle Gefahren gut übersteht – aber dass ich wirklich für eine Figur schwärme, passiert mir eigentlich nie. Ich mochte die Figuren aus der Divergent-Reihe, ich fiberte total mit beim Schwert der Wahrheit und ich finde es generell immer positiv, wenn die Hauptfigur nicht der typische Held oder die typische Heldin ist, sondern eher unerwartet in ihre Position kommt. Aber nein, an einen „Character Crush“ kann ich mich in den letzten Jahren nicht erinnen.

In diesem Sinne euch eine gute Woche!

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Montagsfrage vom 08.01.2017

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur ersten Montagsfrage des Jahres

Hast du einen Jahresrückblick 2017 verfasst oder interessiert dich das eher weniger? Wenn ja, was magst du daran?

Ja habe ich:

Romanfresser 2017 & 2018

Warum ich das gemacht habe – nun, es ist eine gewisse Tradition, dass ich zumindest mal meine Lesestatistiken zusammenfasse und ein bisschen über die Blogprojekte des vergangenen und des kommenden Jahres spreche – und es hilft mir auch, mich ein bisschen darauf einzustimmen, was mich auf meinem Blog im kommenden Jahr erwarten wird.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, die ja für viele die erste Arbeits- und für mich nach einem Korrekturmarathon letzte Woche auch wieder die erste Vorlesungswoche ist.

Bis dahin!

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Die Geschichte des Beryll-Kopfschmucks

Mit der heutigen Geschichte geht es auch schon ans Ende der Artikelserie zum Kurzgeschichtenband ‚Die Abenteuer des Sherlock Homes‘, der noch eine weitere Geschichte umfasst. Aber keine Sorge, neue Krimi-Kurzgeschichten sind schon in Planung. Doch zur heutigen Geschichte:

Ein aufgeregter, gut gekleideter Herr kommt in die Baker Street und erzählt eine furchtbare Geschichte: Ein gut gestellter Herr bat in seiner Bank um ein Darlehen, nur ein Wochenende und er ließ als Sicherheit eine Krone mit Beryllsteinen beim Banker. Diese hatte den doppelten Wert des Darlehens und da der Banker seinem Banktresor nicht traute, nahm er das Schmuckstück mit nach Hause. Nun findet er in der Nacht darauf, nach einem vorausgegangenen Streit um die Spielsucht seines Sohnes, ebenjenen mit dem Kopfschmuck, dem eine Goldecke mit drei Steinen fehlt. Doch die Durchsuchung des Sohnes und Hauses bringt keine Ergebnisse. Sherlock Holmes hingegen glaubt die Geschichte nicht und vermutet, dass der Sohn unschuldig ist. So versucht er auch, genau dies nachzuweisen. Aus den Fußspuren des Schnees und einigen logischen Schlüssen – so kann die Krone nicht im Haus zerbrochen werden, da man sonst das Abbrechen als Knall gehört hätte – kann er auch nachweisen, dass tatsächlich seine Nichte, die ihm den Haushalt führt, mit einem Verbrecher anbendelte, der sie den Kopfschmuck ausgehändigt hat. Arthur versuchte nach einem Streit mit ebenjenem, die Krone nur zurechtzubiegen. Zwar konnte die Ecke nicht wiederbeschafft werden, Holmes konnte jedoch mit leichtem Verlust die Steine zurückkaufen.

Hierbei handelt es sich um ein relativ neues Motiv. Es gibt zwar in der Geschichte einige Aspekte, die mir komisch vorkamen, beispielsweise, warum er den Kopfschmuck mit nach Hause nimmt und dann auch noch seiner Familie davon erzählt – vor allem, weil er um den Zustand seines Sohnes weiß, dass aber dann eine unscheinbare Nebenfigur die Täterin wird, ist eine in meinen Augen ziemlich gelungene Wendung der Geschichte. Es entspricht auch dem relativ klassischen Whodunit-Prinzip, der Ort ist relativ abgeschlossen und kaum Außenstehende kommen für die Tat infrage. Ein solches Setting bauen ja die meisten Sherlock-Holmes Geschichten auf und auch hier ist es wieder meisterhaft durchgesetzt. Auch hier bleibt jedoch Watson als Sidekick wieder sehr farblos – was mir gefallen hat, ist, dass Sherlock in diesem Fall nicht nur am Schreibtisch nachgedacht hat, sondern dass er auch rausgefahren ist, um sich die Sache genauer anzusehen und dass er mit klassisch kriminologischen Techniken – der Analyse von Fußspuren – arbeitet, um den Täter zu finden.

Weil mir das Motiv dieser Geschichte relativ gut gefiel und ich die neue Idee recht reizvoll fand – eine Abwechslung zu den normalen Liebesgeschichten, wenngleich die Liebe auch hier eine wichtige Rolle spielt – gibt es von mir gerne 3,5/5 Sternen für diese Geschichte. Aber wer den ganzen Kurzgeschichtenband liest, wird sicherlich auch mit dieser Geschichte seine Freude haben.

 

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Monatsliste vom Dezember 2017

Mal wieder ist ein Monat vergangen und mal wieder wird es Zeit, zurückzublicken auf das Lesepensum des vergangenen Monats. Ich hätte mir gewünscht, dass es – gerade angesichts der Zugfahrten im letzten Monat etwas mehr Seiten werden, aber letztenendes kann ich mit dem Ergebnis relativ zufrieden sein. Natürlich wünsche ich mir da für das nächste Jahr wieder etwas mehr Lesezeit, vor allem aber auch wieder etwas SuB-Abbau – denn das war in diesem Jahr leider viel zu selten der Fall und gerade der Dezember hat durch die Weihnachtsgeschenke auch wieder etwas mehr dazu beigetragen, dass mein SuB nicht gerade schrumpft.

Dennoch, neben einem guten Start ins neue Jahr wünsche ich euch jetzt noch einen schönen Feiertag und versorge euch nun nur noch mit den Zahlen:

Gelesen:

Miss Maples letzte Fälle – Agatha Christie (coming soon, 153 Seiten)
Am Abgrund – Wolfgang Hohlbein (coming soon, 361 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 417 Seiten, 0  Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 417 Seiten, 13,9 Seiten pro Tag

Geschenkt:

Academia Obscura – Glen Wirght
Oculus – Im Auge des Sturms – Wolfgang Hohlbein
Oculus – Am Ende der Zeit – Wolfgang Hohlbein

End-Sub-Stand: 111

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Romanfresser 2017 & 2018

Mal wieder ist es der letzte Abend im Jahr und mal wieder wird es Zeit für einen kleinen Jahresrückblick, den ich in guter Tradition mit ein paar Zahlen beginnen möchte – auch wenn dies wohl die traurigsten Zahlen seit Beginn der Aufzeichnungen sind. Stellen wir uns ihnen dennoch:

Januar 2017: 1082 Seiten gelesen, SuB von 112 auf 113 (+1)
Februar 2017: 646 Seiten gelesen, SuB von 113 auf 111 (-2)
März 2017: 1990 Seiten gelesen, SuB von 111 auf 110 (-1)
April 2017: 869 Seiten gelesen, SuB von 110 auf 112(+2)
Mai 2017: 23 Seiten gelesen, SuB konstant bei 112 (0)
Juni 2017: 1040 Seiten gelesen, SuB von 112 auf 109 (-3)
Juli 2017: 472 Seiten gelesen, SuB konstant bei 109 (0)
August 2017: 809 Seiten gelesen, SuB unbekannt
September 2017: 617 Seiten gelesen, SuB von 109 auf 111 (+2)
Oktober 2017: 308 Seiten gelesen, SuB von 111 auf 110 (-1)
November 2017: 417 Seiten gelesen, SuB von 110 auf 109 (-1)
Dezember 2017: 514 Seiten gelesen, SuB von 109 auf 111 (+2)

Gesamt: 8787 Seiten gelesen, SuB von 112 auf 111 (-1)

Dass die Zahlen einen neuen Tiefpunkt markieren, war für mich wenig überraschend. Überraschend war dabei für mich eher, dass es dann dennoch über 700 Seiten im Monat waren, denn gefühlt habe ich in diesem Jahr fast nichts gelesen und habe es auch kaum geschafft, mir Lesezeit freizuräumen – wobei natürlich einerseits zu bedenken, ist, dass ich pro Semester mehrere tausend Seiten an Fachtexten für die Uni lesen muss und dann froh bin, in der Freizeit mal nichts zu lesen – andererseits bin ich durch mittlerweile zwei Nebenjobs auch deutlich eingespannter als in den letzten Jahren, sodass auch hier Lesezeit verloren geht. Für das kommende Jahr kann ich an dieser Stelle noch absolut keine Prognose wagen; gegen Ende des Jahres geht es dann nämlich auch mit großen Schritten auf meinen Abschluss zu und ich bin noch unsicher, ob diese Zeit noch anstrengender oder möglicherweise sogar entspannter wird. Für das erste halbe Jahr nehme ich mir zumindest vor, zumindest diesen Schnitt von gerundeten 750 Seiten im Monat zu halten und gleichzeitig meinen SuB zumindest zu halten – einige Neuerscheinungen hätte ich gerne noch möglichst zeitnah und ich möchte ja den positiven Trend dieses Jahres, den SuB zumindest nicht weiter aufzubauen, gerne weiter fortführen. Zumindest das ist positiv an diesem Jahr, wirklichen SuB-Aufbau gab es quasi nicht. Hier kam mal ein Buch dazu, hier noch eins weg, zu Weinachten wurden es dann wieder etwas mehr, aber insgesamt ist der Trend besser als in den letzten Tagen. Hier wäre es mein Ziel fürs nächste Jahr, endlich mal wieder zweistellig zu werden.

Blogprojekte 2017 & 2018

Im letzten Jahr habe ich überwiegend bestehende Blogprojekte fortgeführt, Lyrikfresser ist wieder etwas eingeschlafen und neben den Heftromanen und der losen Reihe ‚Hanni und Nanni‘ habe ich mich mit Kurzgeschichten von Arthur Conan Doyle beschäftigt, also den ersten Band ‚Die Abenteuer des Sherlock Holmes‘ habe ich gelesen. Nach der zwölften Geschichte, die noch im Januar erscheinen wird, gibt es voraussichtlich erstmal eine Pause mit Sherlock Holmes, dafür habe ich schon im letzten Monat einige Geschichten von Miss Marple gelesen, sodass ich auch daraus ein kleines Blogprojekt machen werde – möglicherweise ein etwas kürzeres mit rund acht Beiträgen, möglicherweise könnte es auch in einer Verlängerung gehen, sodass ich gleich alle Kurzgeschichten mit Miss Marple bespreche, das entscheide ich relativ spontan.

Mit den Heftromanen von heute bin ich zunächst fertig, angekündigt habe ich aber bereits, dass ich mich nun Heftromanen aus der Weimarer Republik zuwenden werde. Auch hier weiß ich noch nicht genau, in welcher Regelmäßigkeit und mit welchem Umfang ich das schaffen werde, ihr könnt aber davon ausgehen, dass solche Projekte, die neben meinem alltäglichen Lesen inzwischen eine wichtige Säule in meinem Blog ausmachen – einfach weil mein Lesepensum mit dem Veröffentlichungspensum nicht standhalten kann und ich euch so mit einem verhältnismäßig geringen Zeitaufwand dennoch mit einigen Beiträgen versorgen kann. Und da kommt auch schon mein wichtigster Vorsatz für 2018: Wieder regelmäßiger bloggen.

Dieses Jahr war es so, dass ich häufig erst Mitte der Woche zur Montagsfrage kam und dann entgegen der Ankündigungen Beiträge verspätet oder auch gar nicht kamen. Das möchte ich 2018 unbedingt verbessern und damit auch die Schlagzahl – in diesem Jahr waren es mit 118 Posts zwar noch immer jeden dritten Tag einer, aber schon deutlich weniger als in den vergangenen Jahren – wieder etwas erhöhen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start ins neue Jahr und alles Gute für 2018 – die Montagsfrage pausiert diese Woche noch, sodass ich euch morgen direkt mit der Monatsliste versorgen werde.

Bis dahin!

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Die verschwundene Braut – Arthur Conan Doyle

Man wird den Eindruck nicht los, dass sich zu Holmes gar nicht die einfachen Menschen aus dem Alltag melden, die ihre ganz alltäglichen Fälle melden, sondern dass der Londoner Hochadel bei ihm ein- und ausgeht. Deutlich wird das hier in dieser Geschichte, in der sich ein hochrangiger Lord ankündigt und, noch als er auf seinen Stand pocht, zurückgewiesen wird, dass Holmes schon höhere Adlige bei sich hatte.

Lord St. Simon erzählt also von seiner Frau, die er geheiratet hat und bei deren Hochzeit, von einem fallengelassenen Brautstrauß abgesehen, auch gänzlich ohne Komplikationen verlief. Dennoch dauerte es beim Hochzeitsessen kaum einige Minuten, bis sie sich kurz entschuldigte und für immer verschwand. Der Lord wird nicht schlau daraus, was mit seiner Frau passiert sein soll, eine reiche Dame, deren Vater in Amerika zu Geld kam. Eine gewisse Flora Miller wird verdächtigt, etwas damit zu tun haben, kurz darauf kommt ein befreundeter Polizist vorbei und zeigt ihnen noch eine handschriftliche Notiz, die auch auf diese Flora Miller hindeutet. Als Holmes jedoch eine gänzlich andere Idee hat und dem Polizisten einige Andeutungen macht, hält dieser das jedoch nur für Unfug und ermittelt weiter in seine Richtung.

Und hier setzt dann mal wieder der klassische Whodunit ein. Es gibt am Ende einen runden Tisch, Holmes präsentiert die Auflösung, jemand wird sauer und es kommt dann auch zu einem (kleinen) Eklat. So, wie man sich einen guten alten Krimi vorstellt, sorgt Holmes hier für eine astreine Auflösung. Und das gefiel mir außerordentlich gut.

Mal wieder war es so ein Beziehungsfall – wenn ich mich recht erinnere, hatten wir schonmal einen ganz ähnlichen Fall, bei dem eine Braut im Kontext der Hochzeit verschwand – ich hatte beim letzten Mal angedeutet, dass ich mit solchen Fällen nicht so viel anfangen kann. So war es auch hier. Die Spannung, die ich beim letzten Fall so gelobt hatte, fehlt mir hier komplett. Der Fall ist nicht besonders fesselnd erzählt, lediglich die letzten Seiten, in denen es dann aufgelöst wird, fand ich spannend geschrieben. Insgesamt bleibt es eine gute Lösung, bei der mir aber auch die innovativen Elemente fehlten, es ist einfach eine ganz normale Geschichte, in der ein kleiner, merkwürdiger Fall aufgerollt wird. Ein Lehrbuchstück für Holmes deduktive Methode, man kann mit etwas Mitraten sicherlich auf die Lösung kommen.

Ich gebe dieses Mal nur 2,5/5 Sternen, denn diese Geschichte hatte im Gegensatz zur letzten leider ziemlich wenig Höhepunkte, mal von Holmes abgesehen, der aber auch sehr intransparent und sehr schnell auf seine Lösung kam. Es folgt dem Schema Erzählung – Intermezzo – Auflösung. Gerade der spannende Zwischenteil fällt jedoch hier leider etwas hinten runter. Ich freue mich jedoch dann in der nächsten Geschichte wieder auf einen spannenden Fall – und sicherlich muss man auch berücksichtigen, dass zu Conan Doyles Lebzeiten gerade solche Fälle von höchstem öffentlichen Interesse gewesen sein dürften und die Geschichte dementsprechend erfolgreich gewesen sein dürfte.

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Filmkritik: Santa Clause

Fröhliche Weihnachten zusammen! Heute habe ich mir mal wieder einen echten Weihnachtsfilm ausgesucht, während der Weihnachtszusammenhang bei den letzten Filmen ja durchaus etwas konstruiert war.

Schon der Filmtitel wirkt etwas erklärungsbedürftig. Clause steht im englischen für Klausel, Bedingung und ist ein Homophon zu Claus, sodass hier ein erklärendes Wortspiel versteckt ist, das uns Hinweise auf den Inhalt des Films geben könnte:

Laura und Scott sind geschieden, der gemeinsame Sohn Charlie soll den Weihnachtsabend bei seinem Vater verbringen, was ihm gar nicht passt. Nicht nur, dass die Kochkünste des Vaters zu wünschen übrig lassen – sie landen schließlich mit leichten Verbrennungen in einem Diner – auch dass er nicht bei seiner Mutter ist, passt Charlie gar nicht. Doch nach dem Zubettgehen rumpelt es auf dem Dach. Scott und Charlie sehen nach, als vor ihren Augen Santa Claus vom Dach fällt. Sein Leichnam verschwindet, zurück bleiben nur Mantel und eine Notiz, dass derjenige, der nach seinem Tod den Mantel anlegt, zum neuen Weihnachtsmann wird. Auf Charlies Drängen hin macht Scott genau dies und tatsächlich wird er dadurch zum Weihnachtsmann wider Willen; der Rentierschlitten führt Scott immer zum richtigen Haus. Als sie nach ihrer Tour zum Nordpol kommen, erklärt einer der Elfen Scott seine neue Rolle. Am nächsten Morgen will Scott alles als einen bösen Traum abstempeln, Charlie kann das natürlich nicht vergessen und insistiert das gesamte Jahr lang, dass sein Vater der Weihnachtsmann sei.

Doch erst im nächsten November wird davon wieder etwas zu sehen. Unbändiger Hunger auf Süßigkeiten, ein nicht bewältigbarer Bartwuchs und erhebliche Gewichtszunahme machen ihn zunächst ratlos, als dann eine ganze Bataillon Postautos ‚die Liste‘ vorbeibringt, ist sein Schicksal aber nicht mehr zu verleugnen. Charlie will seinen Vater natürlich begleiten und es kommt zum Streit zwischen Scott und seiner Ex-Frau über seinen Beruf – als er dann aber einige Stunden später in Gestalt des wirklichen Weihnachtsmannes in die Gegend zurückkehrt, versöhnt das Weihnachtswunder die Eheleute und von einer kleinen Festnahme des Weihnachtsmannes, derer sich Charlie und die Elfen annehmen abgesehen, verläuft der übrige Weihnachtsabend friedlich.

Ich mag diesen Film sehr gerne, inzwischen habe ich ihn schon zum zweiten Mal gesehen. Es ist eine gelungene Mischung aus einem klassischen, emotionalen Weihnachtsfilm und einer Weihnachtskomödie, witzig, herzerwärmend und einfach unterhaltsam. Etwas überzogen finde ich die Darstellung von Lauras neuem Mann Neil, der als Wissenschaftler doch übertrieben rational dargestellt wird und somit hier als eine Art Gegenspieler von Santa Claus eingeführt wird. Schön hingegen, dass sich Scott davon nicht abbringen lässt und sogar seinen Vater häufiger besuchen will – dem jedoch im Laufe des Films das Sorgerecht aberkannt werden soll. Diese extrem harsche Reaktion leuchtet mir beim Schauen des Films nicht ein, natürlich ergibt es Sinn, Scott als psychisch krank darzustellen, aber sein extrem schneller Verfall (bis November war er ja noch völlig normal), sollte eigentlich stutzig machen – die erste Reaktion sollte da nicht der Entzug des Sorgerechts sein.

In jedem Fall ist der Film ein gelungener Weihnachtsfilm, der eigentlich nirgendwo anecken dürfte. Es ist kein Kunstfilm, es ist eben ein gut gemachter Unterhaltungsfilm. Auch wenn der Film bei IMDb (6,4/10) und RottenTomatos (65%) eher eine mittlere Bewertung erhält, kann ich den Film absolut – auch als familientauglich – weiterempfehlen und gebe daher gerne 4/5 Sternen.

Und damit wünsche ich euch auch ein fröhliches Weihnachtsfest und beende damit diese kleine Adventsserie von Filmkritiken. Ab nächster Woche (in der die Montagsfrage entfällt) geht es also wieder mit Büchern weiter.

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Heftromane – Gestern und Heute

08/2016 – 10/2017: Heftromane Heute

Nach dem Genuss von rund 60 Heftromanen meines Lieblingsautors reifte in mir der Gedanke, mal zu schauen, was dieses Genre, das ja immerhin aus einer langen Tradition herrührt, eigentlich heutzutage so macht. Diese Heftchen haben zwar seit den 70ern deutlich an Bedeutung verloren und sind durch moderne Publikationsformen durchaus bedroht, sind aber noch immer in gut sortierten Kiosken zu bekommen. Die Aufmachung der Heftchen wirkt doch etwas anachronistisch, die erfolgreichen Serien von damals werden fortgesetzt, neue werden begonnen und auch wenn sie nicht mehr am Zeitungskiosk um die Ecke zu bekommen sind – oder nur in geringer Auswahl – gerade an Bahnhöfen wurde ich doch immer fündig. Die Preise haben mit dem vielbesagten ‚Groschen‘ zwar nicht mehr viel zu tun, teilweise zahlt man für ein solches Heftchen mit den immergleichen 65 Seiten über zwei Euro, dennoch scheint es einen gewissen Markt dafür zu geben. Und was sich beim ersten Mal nicht verkauft, wird nach der Remission seines Covers beraubt und in einem Sammelband mit drei Heftchen in einer Klebebindung für knapp vier Euro verkauft – zumindest macht das Bastei Lübbe – der wohl größte Verlag – so. Insgesamt gibt es nur wenige Verlage, die in diesem Bereich aktiv sind, neben Bastei bin ich in meinem Bereich nur noch auf Kelter und Pabel-Moewig (Perry Rhodan) gestoßen.

Inhaltlich bin ich tatsächlich auf einen spannenden Gegensatz gestoßen: Kelter scheint kaum noch neue Heftchen auf den Markt zu bringen, sondern überwiegend alte Geschichten neu aufzulegen, während bei Bastei noch neu geschrieben wird. Und auch qualitativ konnten mich die Lübbe Heftchen allesamt ganz ordentlich überzeugen, ich hatte eigentlich mit jedem Heftchen, das ich gelesen habe, meinen Spaß. Dabei habe ich ganz bewusst so selektiert, dass ich mir nur ‚meine‘ Genres angeschaut habe. Natürlich sind die Geschichten meistens einfach und nicht immer anspruchsvoll, aber sie sind unterhaltsam, actionreich und kurzweilig. Nach einem guten Dutzend Heftchen hatte ich noch nicht das Gefühl, das alles irgendwie schonmal gelesen zu haben – was nach 1000 Heftchen sicherlich nochmal anders aussehen mag. Für einen Gelegenheitsleser, der Unterhaltung auf einer Bahnfahrt sucht, sind solche Heftchen aber sicherlich genau das Richtige.

Doch wie verhält es sich nun eigentlich mit der Geschichte der Heftromane?

Ab 2018: Heftromane gestern

Im Jahr 2015 herum beschloss Winfried Brand, ein in der Phantastik- und Heftromanszene wohl nicht unbekanntes Gesicht, seine Sammlung an Heftromanen aus der Vorkriegszeit zu digitalisieren und der Öffentlichkeit kostenlos bereitzustellen – über seine eigene eBook-Plattform, den Wibra-Verlag. Parallel wurden die eBooks auch über alle gängigen anderen Plattformen, ebenfalls kostenlos, bereitgestellt. Leider verstarb Winfried Brand Ende 2016, sodass dieses Projekt nicht weiter fortgeführt wird. Zwischenzeitlich sind all diese Heftchen wieder aus dem Internet verschwunden, die Verlagsseite existiert nicht mehr und auch bei den anderen Plattformen wurden sie depubliziert.

Dennoch konnte ich mir bereits im vergangenen Jahr einige dieser Heftchen herunterladen – dieses Projekt war schon vor dem Tod des Verlagsleiters geplant – und möchte, so denn die Heftchen selbst schon nicht mehr erhältlich sind, für euch einen Blick dort hineinwerfen. Ich will herausfinden, wie die Geschichten damals konstruiert waren, möchte euch und mir mit einem Blick in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg den Horizont erweitern und werde mir dazu mal einige dieser Romane vorknöpfen. Sie sind teilweise sogar noch kürzer als die Heftromane aus heutiger Zeit, insofern bin ich sehr gespannt darauf – und ich hoffe, ihr ebenso. Die Reihe wird mich das Jahr 2018 unregelmäßig begleiten, ich hoffe jedoch, dass ich zumindest ein Heftchen in jedem Monat schaffe.

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Montagsfrage vom 18.12.2017

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Hast du schon einmal ein Buch einfach nicht zu Ende gelesen, oder kämpfst du dich auf jedem Fall bis zum Schluss durch?

Das passiert mir wahnsinnig selten, normalerweise versuche ich alle Bücher durchzulesen. Bisher habe ich ‚The Passage‘ von Justin Chronin abgebrochen, weil ich damals nicht in der Verfassung war, mich durch 1000 englische Seiten zu kämpfen, dazu einfach nicht die Ruhe fand. Manchmal passiert es mir, dass ich mir ein Bibliotheksbuch ausleihe und nach 20-30 Seiten merke, dass es nichts für mich ist. Das wären die einzigen Fälle, in denen ich ein Buch tatsächlich abbreche, ansonsten liegen auf meinem SuB zwar noch ein paar angefangene Bücher, aber grundsätzlich möchte ich die auch alle noch fertig lesen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute letzte Adventswoche und auch bereits jetzt einen schönen Heiligabend! Wir lesen uns diese Woche noch – wenn ihr mögt –  mit einer kleinen Ankündigung und der letzten Filmbesprechung wieder.

Bis dahin!

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Filmfresser: Kill the Boss

Nicks Chef versucht ihn mit seinen sadistischen Machtspielen und der Aussicht auf eine Beförderung auszunehmen. Dales Chefin belästigt ihn permanent auf sexuelle Weise und erpresst ihn dann auch noch damit seiner Verlobten gegenüber – und Kurts Chef richtet die Firma mit Diskriminierung und Drogenkonsum zugrunde. Die drei kennen sich und stellen fest, dass ihr Leben ohne ihre Chefs viel einfacher wäre. Also beschließen sie das naheliegende: Sie umzubringen. Als sich der erste engagierte Killer jedoch als Sexdienstleister aus dem Fetischbereich engagiert, sind sie zwar etwas entmutigt, aber geben nicht auf und engagieren einen richtig harten Kerl – Motherfuckah nennt er sich – von dem sie nicht wissen, dass dessen schlimmstes Verbrechen das Abfilmen eines Kinofilms war – und liefern ihm 5000$, damit er ihnen sagt, sie sollen doch jeder den Boss des anderen umbringen. Die drei fühlen sich über den Tisch gezogen, können jetzt aber nicht mehr aus der Geschichte raus und fangen an, ihre Chefs zu observieren. Sie finden bei Kurts Chef Kokain, wissen, dass Nicks Chef eine Erdnussallergie hat (um das herauszufinden retten sie ihn versehentlich) und haben noch keinen Plan für Dales Chefin.

Ihr Plan, das Koks zu vergiften und Erdnüsse ins Shampoo zu schmuggeln, klappt jedoch nur begrenzt. Eigentlich gar nicht. Sie haben das Handy von Kurts Chef versehentlich bei Nicks Chef verloren, was dazu führt, dass Nicks Chef eine Affäre seiner Frau mit Kurts Chef vermutet und ihn kurzerhand erschießt. Beim Vergiften des Kokses wird ihr Wagen geblitzt und von der Polizei gesucht. Den Mordverdacht können sie jedoch abwenden. Ihr Coach – Motherfuckah – rät ihnen nun, von Nicks Chef ein Geständnis provozieren und auf Tonband zu pressen. Leider ist Kurt, der das Mikrofon hat, mit einer Frau zugegen und bekommt so das Geständnis nicht mit. Noch schlimmer, sie werden nun mit dem Tod bedroht und flüchten mit dem Auto. Sie werden gestellt, Nicks Chef will ihnen den Mord unterschieben – und nur durch das Callcenter des Autonavis, dass alle Gespräche aufzeichnet – können sie das auch beweisen. Zwei der Bosse sind nun außer Gefecht und die belästigende Chefin von Nick wird mit heimlichen Aufnahmen von Motherfuckah erpresst, sodass auch sie ihn in Ruhe lässt.

So, ich habe jetzt ziemlich lange dafür gebraucht, nur zu erzählen, was im Film passiert, denn tatsächlich läuft die Handlung dieses Films – übrigens völlig ohne Weihnachtsbezug – ziemlich flott ab, in den knapp 100 Minuten passiert enorm viel und es gibt einige durchaus interessante Wendungen. Auch dieser Film war ein Fund in der DVD-Abteilung der Stadtbibliothek und dementsprechend ohne Vorerwartungen ging ich dort hinein. Herausgekommen ist eine ganz witzige, aber letzten Endes eher peinliche Komödie, dessen Aufhänger bereits für einige Irritation sorgt – wieso umbringen? Einen neuen Job suchen wäre doch viel entspannter? Einige Wendungen haben letzten Endes keine dramaturgische Funktion – wozu der komische Mann am Anfang, wozu die Zwischenfestnahme bei der Polizei? Letzten Endes waren das nur überflüssige Zwischenstränge.

Außerdem ist der Film ziemlich vulgär, politisch unkorrekt und arbeiten mit einem völlig überdrehten Humor. Das sorgt zwar für so manche Slapstick-Einlagen, die Hauptdarsteller sind aber allesamt keine Sympathieträger. Eigentlich sind nur die Bosse die wirklichen Helden des Films, ihre Rollen sind sehr amüsant überzeichnet. Warum diese vulgäre Sprache jetzt eingesetzt werden musste, bleibt völlig offen. Es gibt eine Schnittfassung FSK12, wo die Schnitte im Wesentlichen daraus bestehen, einige Andeutungen zum Koitus und die damit verwandten Schimpfwörter zu tilgen und ich möchte fast sagen, dass dem Film dadurch nichts verloren geht. Warum die Film- und Medienbewertung diesem Film das Prädikat ‚wertvoll‘ gegeben hat, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Und auch dir 69% bei Rotten Tomatos und IMBD sind für mich nicht nachvollziehbar. Es ist eine ganz anständige Komödie, die zwar eine nette Idee hat, sie aber meiner Ansicht nach mehr schlecht als recht umsetzt. Mehr als 2,5/5 Sternen, also eine 5/10 ist für diesen Film nicht drinne. Warum es dennoch eine Fortsetzung gibt – die jedoch auch bei den Kritiken floppte – verstehe ich noch weniger. Aber vielleicht trifft es einfach nicht meinen Humor.