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Die verschwundenen Goldbarren – Agatha Christie

Heute ist Miss Marples Neffe, Raymond West mit dem Erzählen dran. Er verbrachte seine Pfingsttage bei einem Bekannten den er kürzlich kennengelernt hat. Dieser John Newman hat das Bergungsrecht eines gesunkenen Schiffes erworben und plant nun endlich, nach vielen vergeblichen Versuchen, den Schatz, den das Schiff geladen hatte, zu bergen. Im Zug dahin begegnet ihm ein Inspektor, der dasselbe Ziel hat, jedoch sucht dieser nach den verschwundenen Goldbarren eines jüngeren Schiffes, die wohl von einer Diebesbande entwendet wurden. Als die beiden am kommenden Abend im Pub sind, sagt man ihnen, ortsfremde halten sich lieber aus den Angelegenheiten der Dörfer heraus.

Ein Sturm zieht auf und während Raymond früh zu Bett geht, macht sein Bekannter noch einen Spaziergang, von dem er aber – wie Raymond erst am folgenden Abend erfährt, nicht zurückkehrt. Gemeinsam mit dem Inspektor finden sie ihn auf seinem Grundstück, er erzählt, dass ihn zwei Männer überwältigt haben, die er auf den Klippen beobachtet hat, die etwas Schweres in eine Höhle brachten. Zwar kann der Inspektor nachweisen, das kürzlich dort Gold gestapelt wurde und auch die Reifenspuren existieren – sie stammen vom Wagen des Wirtes – doch eine Zeugin sagt unter Eid aus dass der Wagen in der Nacht nicht bewegt worden sei.

Wieder gibt es eine vergnügte Raterunde, die sich darauf einschließt, dass irgendetwas mit der Zeugin nicht stimmt – Miss Marple jedoch hat eine ganz andere Theorie und wird von Sir Henry, der den Fall bereits kannte und daher nicht mitgeraten hat, in ihrer Annahme bestätigt. So kann auch dieser Fall von Miss Marple gelöst werden.

Es gibt zu diesen Geschichten jeweils nicht so wahnsinnig viel zu sagen, weil sie immer demselben Schema folgen. Nach der Erzählung einer Geschichte weiß Miss Marple die Lösung. Das ist auch immer sehr schön umgesetzt, man erfährt jedoch leider nicht wirklich viel über Miss Marple und die Figuren – und es würde auch etwas mehr Spannung erzeugen, wenn die Geschichte dann nicht sofort gelöst werden würde. Es sind aber nun mal Kurzgeschichten. Was daran jedoch typisch für Miss Marple sein soll, erschließt sich mir nicht. Sicherlich, sie ist immer in der Lage, sie zu lösen, aber irgendwie hatte ich bei den Sherlock Holmes Geschichten häufiger das Gefühl, es sei eine typische Sherlock-Holmes Geschichte, während es hier einfach weniger von Marples Persönlichkeit getragen wird.

Der Fokus liegt also auf der Geschichte und die ist ziemlich gut konstruiert und wird vom Erzähler spannend, Hinweise gebend, aber auch schon viel ausschließend gegeben. Stets sind mehrere Lösungen zumindest denkbar, nur eine löst jedoch alles widerspruchsfrei. Insofern ist die Geschichte durchaus gelungen, auch die Thematik und die Wendungen innerhalb der Geschichte gefielen mir sehr gut und soweit ich das beurteilen kann, war die Geschichte auch sauber und widerspruchsfrei erzählt. Es ist einfach eine hübsche Idee für eine Geschichte, die Agatha Christie hatte und hier Miss Marple zugeschrieben hat und dafür gebe ich gerne weiterhin 4/5 Sternen.

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Montagsfrage vom 09.04.2018

Hallo zusammen,

Nach der Osterpause der letzten Woche geht es heute weiter mit einer neuen Montagsfrage:

Ein Quartal des Jahres ist schon vorüber, Zeit für einen Zwischenstand. Hast du schon ein oder mehrere Highlights gelesen?

Puh. Da ich im ersten Quartal des Jahres noch gar nicht so wahnsinnig viel gelesen habe, ist das immer eine etwas schwierige Frage. Natürlich war die Oculus-Reihe von Wolfgang Hohlbein (Band 1 | Band 2) ein Highlight, The Forever Man von Eoin Colfer war auch ein sehr guter Abschluss einer Trilogie. Mehr habe ich aber auch in diesem Quartal gar nicht gelesen. Abgesehen davon wird aber auch das Buch, an dem ich gerade lese, ein absolutes Highlight. Ein kleiner Spoiler: Goodkind!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und bis dahin!

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Earthly Remains – Donna Leon

Dass Donna Leon wie ein Uhrwerk schreibt, ist keine Neuigkeit. Schon seit den frühen Tagen dieses Blogs begleiten mich die Brunetti-Romane immer mal wieder – mittlerweile habe ich schon den sechsten dieser Romane gelesen. Ich glaube, ich habe nicht für einen davon den vollen Preis bezahlt, denn auch diesen Band habe ich aus einem modernen Antiquariat für läppische zwei Euro mitgenommen. Es ist der aktuellste Band bis dato, erst im im Mai erscheint der nächste Brunetti-Band auf Deutsch. Und obwohl es nicht mein Ziel ist, sämtliche Bände der Reihe zu lesen, nehme ich immer wieder gerne einen zur Hand, wenn ich etwas leichte, angenehme Krimilektüre suche. So auch diesmal, bei dem Band, dessen deutscher Titel Stille Wasser lautet:

Brunetti will einen seiner Kollegen vor einem Missgeschick bewahren und täuscht so einen Herzanfall vor. In dessen Folge wird er krankgeschrieben und alle raten ihm – trotz dass sein Vortäuschen inzwischen bekannt ist – sich mal einige Zeit lang etwas Ruhe zu gönnen. Er geht also für zwei Wochen alleine in ein leerstehendes Ferienhaus, das der Familie seiner Frau gehört und freundet sich mit einem vagen Verwandten an, mit dem er jeden Tag segeln geht. Und in entspannender Monotonie zwischen körperlicher Anstengung und seelischer Ruhe fließt die Zeit nur an Brunetti vorbei – bis eines Tages sein neuer Freund nicht mehr auftaucht. Tags zuvor gab es einen Sturm und wie es nach einiger Fahndung aussieht, fiel er diesem Sturm zum Opfer. Doch wieso? Ein so erfahrener Seemann wie er wäre niemals so unachtsam gewesen. Und so begiebt sich Brunetti auf eine Reise in seine Vergangenheit, als er mit zwei anderen Kollegen zusammen in einen tragischen Chemieunfall seiner Firma verwickelt war, eine Reise zu ebenjenen Kollegen, die in einem viel zu luxoriösen Pflegeheim untergebracht sind und auf Kosten der Firma dort ihren Lebensabend verbringen. Warum zahlt die Firma den beiden so viel Geld? Was hat der Seemann mit einer jungen Frau, die mal bei den Umweltschützern aktiv war zu tun? Und warum geht es seinen Freunden, den Bienenvölkern auf den kleinen Inseln so schlecht? Fragen, die in einem nicht abschätzbaren Zusammenhang miteinander stehen.

Um ehrlich zu sein, ist die Auflösung des Krimis wenig überraschend, man sitzt nicht fingernägelkauend vor dem Buch und muss unbedingt lesen, wie es weitergeht. Ganz im Gegenteil ist das Buch eine sehr beruhigende Lektüre. Die ersten 90 Seiten – immerhin fast ein Drittel des Buches – passiert erstmal so gut wie gar nichts, außer dass Brunetti eben segeln geht. Bis dann die Ermittlungen Fahrt aufnehmen, vergehen weitere 30 Seiten. Und genau dafür mag ich Donna Leon. Wir erfahren in diesem Band nicht so viel über sein idyllisches Familienleben und obwohl die seltsamen Dienstwege in Venedig am Rande eine Rolle spielen, hat dieser Band auch mit der echten Polizeiarbeit nicht viel zu tun. Brunetti möchte einfach die Umstände und Hintergründe seines Freundes erfahren, nutzt dabei die Ressourcen der Polizei, ist aber auch viel auf eigene Faust unterwegs. Mal wieder spielt dabei ein gesellschaftliches Problem eine Rolle und natürlich kann man dem Buch seine Ereignislosigkeit und seine fehlende Spannung vorwerfen. Natürlich kann man die Geschichte bestimmt auch auf der Hälfte der Seiten erzählen, aber dann geht dieser besondere Geist von Donna Leon verloren.

Donna Leon versteht es, eine gute Welt zu zeichnen, in der die Taten, die geschehen, echte Brüche darstellen. Sie sind nicht ’normal‘ in dieser Welt, es sind immer Ausreißer und am Ende strebt alles nach der perfekten Harmonie. Brunetti selbst verkörpert dieses Ideal. Dieses Mal war er an dem Bruch selbst beteiligt, findet aber zu dieser Harmonie zurück. Der Weg dorthin führt manchmal über Umwege, ist aber stets wohlgezeichnet. Eine wichtige Rolle spielt stets die körperliche und geistige Nahrung – es vergeht kein Roman, in dem kein Tramezzini con Pollo gegessen wird und es vergeht auch kein Roman, ohne dass Brunetti einen antiken Schriftsteller liest, ebensowenig gibt es atemberaubende Spannungsmomente, die länger als maximal wenige Seiten andauern. Es sind Krimis zum Entschleunigen, zum genussvollen und langsamen Lesen, die wirklicht beruhigend sind. Da ich immer finde, dass das auf Englisch noch etwas besser durchkommt – vielleicht auch nur, weil ich auf Englisch langsamer lese – bekommt auch dieser Roman wieder freundliche 3,5/5 Sternen von mir. Wen die oben beschriebenen Schwachstellen stören, hat damit jedoch nur wenig Freude.

 

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Monatsliste vom März 2018

Ich bekam ein Buch geschenkt! Das ist die erste Nachricht dieses Monats. Ich habe ein englisches Buch gelesen – und auch das ist eine gute Nachricht, das war in den letzten Monaten auch eher die Ausnahme. Leider habe ich nur ein zusätzliches Buch gelesen und das war auch nicht SuB-relevant, sodass es keinen SuB-Abbau gab. Eigentlich wollte ich in diesem Monat noch zumindest ein weiteres Buch vom SuB lesen, damit ich noch Chancen auf mein Abbauziel 2018 (zweistellig werden) habe, das hat aus diversen persönlichen Gründen leider nicht so gut geklappt. Aber wir schauen mal, wie der April aussieht, ich denke, da kann ich die Märzzahlen noch ein wenig toppen.

In diesem Sinne, hier sind auch schon die Zahlen:

Gelesen:

Streiflichter aus Amerika – Bill Bryson (re-read, 348 Seiten)
The Forever Man – Eoin Colfer (coming soon, 311 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 348 Seiten, 11,6 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 311 Seiten, 10,36 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 659 Seiten, 21,96 Seiten pro Tag

Geschenkt:
Im Reich der Jäger – Terry Goodkind

End-Sub-Stand: 109 (+-0)

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Montagsfrage vom 26.03.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Wenn du schon mal daran gedacht hast ein Buch zu schreiben, welches Genre wäre es?

Ich habe zwar schon mal darüber nachgedacht, aber tatsächlich noch keine konkrete Idee dazu, wie soetwas aussehen könnte. Ich kann mir auch Genremäßig vieles von dem, was ich lese – also Krimis, Sci-Fi oder Fantasy – vorstellen. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine Idee für einen postmodernen Roman, indem ein apokalyptisches Szenario aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, jeder Erzähler aber ein unzuverlässiger ist – aber weiter verfolgt habe ich den Ansatz auch nicht.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und bis dahin!

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Der Tempel der Astarte – Agatha Christie

Kommen wir heute also zur zweiten Geschichte des Dienstagabend-Klubs. Die sechs sitzen scheinbar noch immer zusammen (oder schon wieder?) und dieses Mal darf der Geistliche Dr. Pender eine Geschichte erzählen, die er so vor einigen Jahren erlebt hatte.

Ein alter Bekannter des Priesters hat sich ein Häuschen in Dartmoor gekauft, am Rande der Stadt, wo kürzlich Artefakte aus der Jungsteinzeit und ein Hünengrab entdeckt wurden. Zu einer Party wird er dorthin eingeladen und wird Zeuge von seltsamen Begebenheiten. Als der Gastgeber seinen Gästen das Grundstück zeigt, betreten sie einen Hain, von dem der Gastgeber erzählt, es sei eine Gebetsstelle der Göttin Astarte, der griechischen Göttin der Liebe gewesen, er habe daher dort einen Tempel gebaut. Keiner der Anwesenden hat Lust, dort eine Orgie zu feiern, wie Diana Ashley, eine lokale Berühmtheit vorschlägt, man einigt sich jedoch auf eine Kostümparty am Abend. Sie verschwindet bei einem Spaziergang und sie treffen sie im Hain der Astarte wieder, wo sie als ebenjene verkleidet erscheint und der Gastgeber, der sich ihr nähert, fällt dabei tot um. Zwar kann festgestellt werden, dass er durch einen dünnen Dolch umkam, aber er starb, bleibt rätselhaft. Keine Waffe ist zu finden. Sein Cousin geht am späten Abend nochmal raus, um nach der Waffe zu suchen – gefunden wird er am nächsten Morgen, mit ebenjener Waffe in der Schulter, aber noch am Leben. Er erzählt von einer seltsamen Erscheinung, die er im Hain hatte und in dessen Folge er zu Boden ging. Zwar wird Diana Ashley des Mordes verdächtigt, da man ihr aber nichts anhaben kann, blieb der Fall ungelöst.

Dr. Pender kennt die Lösung inzwischen und so lässt er den Club seine Theorien spinnen. Wenig überraschend ist es, dass auch dieses Mal Miss Marple die Lösung kennt und sie beinahe nebenbei nennt. Sie fragt sich, was der Täter wohl vom Mord habe und sagt das so beiläufig, dass die anderen erstmal stutzen, bis sie begreifen, dass sie gerade den Fall gelöst hat – was ihr Dr. Pender wieder postwendend bestätigt.

Man merkt dieser Geschichte mehr als noch der ersten an, dass hier ein klassisches Whodunit-Setting aufgebaut wird. In einem kleinen Kreis von Verdächtigen passiert an einem recht abgeschlossenen und abgelegenen Schauplatz ein Mord, es kann eigentlich niemand von außen sein – nur die Lösung des Falls ist hier zeitlich weit nach dem eigentlichen Vorfall, keiner der Verdächtigen ist bei seiner Lösung anwesend – auch die Art, wie Dr. Pender erfuhr, ist nicht derart öffentlich, wie es klassischerweise bei einem Whodunit-Krimi der Fall ist.

Dennoch merkt man hier den Reiz solcher Geschichten sehr gut. Sie passt perfekt in das Setting, es werden sogar noch die Lichter gedimmt, damit die Geschichte ihren ganzen Reiz entfalten kann und auch ich hatte an der ein- oder anderen Stelle der Erzählung eine leichte Gänsehaut. Insofern gefällt mir dieser Klub mit seinen Geschichten bisher noch von Mal zu Mal besser und ich vergebe einfach mal 4,5/5 Sternen – ich glaube, Krimi-Kurzgeschichten können kaum noch besser sein.

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Montagsfrage vom 19.03.2018

Guten Abend zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage,

Warst du schon mal auf einer Buchmesse, falls nein, möchtest du mal hin oder hast du kein Interesse daran?

Ja! In Leipzig war ich tatsächlich noch nie – Leipzig ist von mir einfach ziemlich weit weg, aber da ich schon vor meinem Studium nur eine Stunde Fahrtzeit von Frankfurt entfernt wohnte und durchs Studium nochmal näher herangekommen bin – ich setze mich in die S-Bahn und eine gute halbe Stunde später bin ich in der Messehalle – war ich 2013 und 2014 dort. Dann hat es zwei Jahre lang nicht gepasst, sodass ich erst im letzten Jahr wieder einen Tag auf der Messe war. Von meinen Besuchen 2013 gibt es zwei Blogposts,von meinem Besuch 2014 gibt es ein Video, das sogar relativ lang ist.Ob ich es in den nächsten Jahren schaffe, hängt auch immer etwas von meinen Terminen – aber solange ich in der Nähe wohne und dank Pressekarten auch kostenfrei hinkomme, habe ich es auf jeden Fall vor, wieder hinzufahren.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche,

Bis dahin!

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Oculus: Am Ende der Zeit – Wolfgang Hohlbein

Der zweite Band erschien ziemlich genau einen Monat nach dem ersten Band und setzt die dort beginnende Handlung ohne Umschweife fort – es funktioniert wieder mit den drei Handlungen des ersten Bandes. Wer die erste Rezi dazu nicht gelesen hat, dem lege ich zunächst diese ans Herz, damit ihr versteht, wie es hier weiter geht.

In der Zukunft gibt es Probleme im Himalaja. Die Bastion der Menschen, die gegen die Monster kämpft, wurde angegriffen. Das Luftschiff wurde evakuiert und versucht nun, einen sicheren Ort zu finden – dann wird klar, dass es den nicht geben wird. Ein riesiger Meteorit wurde von den außerirdischen Tentakelmonstern auf die Erde gesendet um das menschliche Leben dort für immer auszulöschen. Währenddessen ist es in der Gegenwart nicht viel besser. London wird angegriffen, Sinclair wurde von den Monstern quasi assimiliert, seine Freunde bringen sein Kreuz, einer Intuition folgend zum London Eye und in der Vergangenheit wird Robert Craven an sein eigenes Grab geführt und dort von den Protoplasmawesen angegriffen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel über das Ende verraten, aber ich denke, es ist klar, dass dieses London Eye und eine Zeitanomalie noch eine Rolle spielen werden. Vor dem Epilog muss ich ein bisschen warnen, Hohlbein hat eine Affinität für abgefahrene Epiloge, eigentlich endet die Geschichte vor dem Epilog schon ziemlich anständig. Zwar wird nicht alles so perfekt aufgelöst, wie man sich das vielleicht wünschen würde, aber zumindest sind die meisten Handlungsstränge ganz anständig aufgelöst.

Insgesamt fand ich diesen Band aber ein gutes Stück schwächer als den ersten Band. Es wurde dann einfach zu kampflastig und die Handlung hat sich nicht so wirklich weiterentwickelt. Hätte man in der Vergangenheit beispielsweise noch einen schöneren Handlungsbogen eingeflochten und insgesamt die Kampfszenen ein wenig reduziert, dann wäre der Band auch etwas angenehmer gewesen. So war es teilweise etwas ermüdend – und mein Lieblingscharakter, Robert Craven, kam mir etwas zu kurz.

Was man vielleicht noch ergänzen sollte, ist, dass der zweite Band ohne den ersten nicht zu verstehen ist. Es funktioniert wirklich nicht, diesen Band zuerst zu lesen, man hat keine Ahnung, worum es geht. Aus dem Cover wird das nicht wirklich ersichtlich, sodass man bei einem Spontankauf in der Buchhandlung wenig Spaß haben dürfte. Wie schon beim letzten Mal – ich verstehe nicht, warum man nicht ein Buch daraus gemacht hat. In diesem Sinne gibt es für diesen Band leider nur noch 3,5/5 Sternen. Dennoch, wer den ersten Band gelesen hat, liest auch den zweiten. Ich würde also für die gesamte Minireihe 4 oder sogar 4,5 Sterne vergeben.

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Der Dienstagabend-Klub – Agatha Christie

Wie bereits angekündigt darf Sherlock Holmes in den nächsten Monaten eine kleine Pause einlegen und auf diesem Blog präsentiere ich euch Fälle einer älteren Dame, die geheimnisvolle Begebenheiten mindestens ebenso gut zu lösen versteht: Miss Marple. Ich las bereits einige Romane bzw. hörte einige Hörbücher mit ihr, nun jedoch habe ich einige Kurzgeschichten ausgegraben, die der Anthologie „Der Dienstabend-Klub“ entstammen. In den ersten sechs Geschichten treffen sich Miss Marple; ihr Neffe Raymond West, Autor; Sir Henry Clithering, pensionierter Kommissar; Joyce Lempiére, Künstlerin; Dr. Pender, Pfarrer der Gemeinde und Mr. Petherick, ein Rechtsanwalt. Sie erzählen sich gegenseitig Geschichten, die der Rest der Gruppe lösen soll.

Der erste Fall – er hat den gleichen Namen wie der Band, dem die Bücher entstammen – wird von Sir Henry Clithering erzählt. Die Geschichte hanelt von einem Ehepaar und deren Gesellschafterin, die gemeinsam das Abendessen, bestehend unter anderem aus Dosenhummer, gegessen hatten. Alle fühlten sich danach unwohl, doch eine der drei, die Frau starb. Der Verdacht fiel auf den Mann, der damals einen seltsamen Brief verschickte, der so auszulegen ist, dass er ein großes Erbe bekommt. Er erbte jedoch ‚nur‘ achttausend Pfund und alle Indizien sprachen gegen ihn – so wurde beispielsweise Mrs. Jones noch ein Teller Griesbrei gereicht – den sie auch jedoch niemals gegessen hat, so die offizielle Version.

Jetzt rätseln die Freunde, wer denn der Täter sein könnte und von der Haushälterin bis zur Tochter des herbeigerufenen Arztes werden alle Theorien ausgetaucht. Am Ende, fast übersehen, meldet sich Miss Marple zu Wort. Sie erzählt etwas Weitschweifiges über einen früheren Fall, den sie mal bearbeitet hat und bringt dann eine völlig schlüssige Lösung, die Henry Clithering auch prompt bestätigt. Die Theorien der übrigen Anwesenden fallen damit unter den Tisch. [Das Ende selbst soll jedoch hier nicht verraten werden]

Mich spricht am Dienstagabend-Klub besonders die Idee der regelmäßigen Treffen zum Austausch von Kriminalgeschichten an. Es wurde hier also eine Rahmenhandlung erdacht, die quasi das gemeinsame Rätseln zum Thema hat. Die Darstellung der verschiedenen Theorien trägt auch dazu bei, dass man als Leser direkt mitraten kann. Wenn man noch keine eigene Theorie hat, kann man mitdenken, was die anderen Mitglieder des Klubs denken, man kann seine eigenen Theorien überprüfen oder sich Gedanken machen, was jetzt noch übrigbleibt, bevor Miss Marple alles auflöst. Ich glaube, dass sie es ist, die alles auflöst, wird zu einem Running Gag werden.

Weil mir diese Geschichte – der Fall selbst ist gar nicht so wahnsinnig spektakulär, eben ein relativ normaler Kriminalfall – so gut gefällt, sie spannend und zum Mitraten erzählt wurde, bekommt diese erste Kurzgeschichte des Bandes von mir 4/5 Sternen und ich bin gespannt auf die kommenden Geschichten.

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Montagsfrage vom 12.03.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich WIllkommen zur heutigen Montagsfrage!

Gibt es ein Buch, das länger als 1 Jahr auf deinem SuB liegt und was hält dich ab, willst du es noch lesen?

Eins? Ich habe mal in meiner allmächtigen Excel-Liste nachgeschaut: Von den 109 Titeln, die aktuell auf meinem SuB liegen, sind 88 Bücher länger als ein Jahr auf meinem SuB, der Rekord für die längste SuB-Dauer liegt bei 6 Jahren und 2 Monaten. Das ist der Game of Thrones Schuber. 4.000 Seiten englische Fantasy, die ich mal lesen wollte, seitdem aber nicht angerührt habe. Ich weiß nicht, ob ich das nochmal irgendwann lesen werde, aber damit ist der Schuber auch eines der wenigen Titel, bei denen ich mir wirklich unsicher bin. Bei vielen Büchern, die so im Laufe des Jahres 2013/2014 auf meinen SuB kamen, kam ich schlichtweg nicht dazu, sie zu lesen, es sind häufig recht lange Bücher (King – Es / Ken Follet – Sturz der Titanen), manchmal sind es Reihen, Fortsetzungen von Reihen, es sind noch die Reste einer großen Klassiker-Bestellung aus dem Jahr 2015, ja. Im Prinzip kann man – es sind ja auch irgendwie 80% meines SuBs – meinen SuB ganz gut beschreiben, wenn man die Liste kennt. Es ist eine super abwechslungsreiche AUswahl und ziemlich egal, worauf ich jetzt Lust zu lesen habe, kann ich mich auf diesem SuB ziemlich gut bedienen. Und das ist auch etwas schönes (wobei ich ihn durchaus gerne etwas dezimiert sehen würde).

In diesem SInne wünsche ich euch eine gute Woche. Nachdem letzte Woche hier mal wieder einiges ausfiel, geht es dafür diese Woche mit zwei neuen Posts weiter, die auch schon geschrieben und geplant sind. Schaut also gerne mal vorbei!

Bis dahin!