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Montagsfrage vom 20.03.2017

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Was war dein letzter Re-Read, bzw. welches gelesen Buch hast du zuletzt erneut gelesen?

Oh, das würde ich gerne viel häufiger schaffen. Leider ist es relativ selten, dass ich ein Buch ein zweites Mal in die Hand nehme – einfach weil noch so viele andere Bücher auf mich warten. Für die Uni habe ich kürzlich Hoffmanns Sandmann erneut gelesen, den hatte ich zu Schulzeiten schon mal in der Hand, habe ihn jetzt aber für die Uni erneut gelesen. Außerdem habe ich vor einiger Zeit mal Kinderbücher, die ich vor vielen Jahren gelesen hatte, nochmal zur Hand genommen, darunter die Jim Knopf Bücher und Momo – allesamt auch im letzten Jahr rezensiert, denn an einen Blog war damals noch nichts zu denken.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche! Ich bin diese Woche wieder ziemlich viel unterwegs und am arbeiten, kann euch also nicht versprechen, dass die Postversorgung vollständig funktioniert, gebe aber mein Bestes, dass das gut klappt. Spätestens ab kommender Woche sollte das aber auch wieder einfacher werden.

Bis dahin also eine gute Zeit euch!

 

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Der Bund der Rothaarigen – Arthur Conan Doyle

Wie schon beim letzten Mal ist die heutige Geschichte eine Kurzgeschichte aus dem ersten Kurzgeschichtenband mit dem Titel „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“. Es ist die zweite dieser Kurzgeschichten und – so viel vorneweg – die Anzahl der Leichen in diesem Kurzgeschichenband liegt bis dato bei Null.

Ein Pfandleiher kommt zu Sherlock Holmes, da ihm etwas Seltsames passiert ist. Er wurde eingeladen, dem Bund der Rothaarigen beizutreten, ihm wurden vier Pfund pro Woche versprochen – und zwar nur dafür, dass er vier Stunden am Tag in einem Kontor sitzt und aus der Encyclopedia Britannica abschreibt. Er willigt ein. Sein Geselle kann in der Zeit seine Arbeit verrichten – und am Vormittag ist ohnehin weniger los. Das geht auch über zwei Monate hinweg gut, dann kommt er eines Tages an und sieht, dass dieser Bund wohl aufgelöst wurde. Er geht zu Holmes um herauszufinden, was denn dort los sei, der natürlich sofort seine Ermittlungen aufnimmt. Gut, dass Watson gerade vorbeikommt und bei der Lösung ‚helfen‘ kann. Schließlich bittet Holmes, Watson am Abend vorbeizukommen – er solle doch bitte seinen Revolver mitbringen. Etwas verwundert folgt Watson diesem Befehl und erlebt schließlich die Auflösung des Falls.

Ich will es mal so formulieren: Hätte man die Lösung von Anfang an gewusst, wäre es ein leichtes, zu erkennen, woraus Watson das schließt. Aber wenn man ohne diese Infos mitzuraten versucht – zumal wenn man so unbegabt wie ich ist – tappt man, gleich wie Watson – völlig im Dunkeln. Natürlich kommt einem dieser Verein ein wenig seltsam vor und auch dass gerade der Pfandleiher erwählt wurde, ist doch ein sehr großer Zufall. Und dann nur für das Abschreiben? Das ergibt doch alles gar keinen Sinn! Und dennoch steckt da ein sehr cleverer Fall dahinter. Mal wieder ohne einen Mörder und ohne Leiche, aber dennoch sehr gelungen.

Ob das Buch ein klassischer Whodunit ist, weiß ich gar nicht so genau. Der Personenkreis ist schon recht eingeschränkt – und der Fall wird auch nicht den Verdächtigen präsentiert, diese werden einfach festgenommen. Aber dennoch arbeitet Holmes mal wieder streng deduktiv durch präzise Beobachtung. Watsons Rolle als Chronist ist die eines Sidekicks und eines Erzählers, der zwar im Nachhinein allwissend ist, aber während des Spannungsbogens niemals mehr erzählt als er in dieser Situation wusste. Der klare und sehr liebenswürdige Schreibstil passt dazu ziemlich gut und macht das Geschehen durchaus anschaulich – konzentriert sich aber auch immer auf das Geschehen, etwas Überflüssiges wird nicht erzählt, alles, was gesagt wird, ist relevant.  Auch wenn diese kurze Form für mich auch nach der zweiten Geschichte noch nicht so vollständig zugänglich ist, hatte ich hier schon viel mehr Spaß als an der ersten Geschichte und nach anfänglicher Skepsis war ich ziemlich überzeugt von dieser Geschichte. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die nächsten Geschichten und gebe dann auch hier gerne 4/5 Sternen.

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Hanni und Nanni sind große Klasse (#17)

Weiter geht es mit den neuen Abenteuern von Hanni und Nanni und wieder wird im Band noch behauptet, es andere sich um unveröffentlichte Manuskripte, während die neue eBook-Ausgaben beispielsweise nur noch davon sprechen, dass es neue Geschichten sind. Wer genau das geschrieben hat, ist nicht klar, aber es liegt nahe, dass es vom gleichen Verfasser ist wie der vergangene Band.

Es dreht sich alles um Beatrix, genannt Trix. Sie ist die kleine Schwester von Tessie, dem perfekten Mädchen schlechthin. Sie ist immer die Beste, total hübsch, schafft alles und Trix darf sich regelmäßig von ihrer Mutter anhören, wie wundervoll doch Tessie ist und wie sehr man sich an ihr ein Beispiel nehmen könnte. Trix kommt neu nach Lindenhof und hat jetzt natürlich den Anspruch es hier Tessie gleichzutun. Mit Tessie in einer Schule ging das nicht – hier spricht jedoch nichts dagegen. Nun. Davon abgesehen, dass sie nicht die Beste ist, natürlich. Tessie ist ziemlich gut, gehört zu den drei besten Handballerinnen der Klasse – aber die beste ist sie nicht und verpasst knapp die Aufstellung für ein wichtiges Handballspiel. Ihre Reaktion ist klar: Sie ist eifersüchtig auf die aufgestellte Hanni und will alles versuchen, um doch noch zu spielen – dabei geht sie soweit, dass sie Hanni des Diebstahls bezichtigt, obwohl sie selbst es war, die zuvor schon einen Diebstahl begangen hatte. Schließlich kommt ihr Nanni auf die Spur und der Klassenverband verpflichtet sie dazu, sich zu stellen. Zwar muss sie das Internat nicht verlassen, entscheidet sich dennoch für einen Neuanfang auf einem anderen Internat. Und auch die Mutter scheint am Ende geläutert und Trix so zu liebe, wie sie ist.

Ich kann im Prinzip meine Kritikpunkte aus dem letzten Band wiederholen – und daran mache ich auch fest, dass die Autorschaft vermutlich dieselbe ist – die Sprache ist enorm flapsig und bayrisch eingeschlagen, die Mädchen wirken zwar sicherlich realistischer Weise pubertärer und bei weitem nicht mehr so kameradschaftlich und verantwortungsvoll – aber das ist nun mal der Geist von Hanny und Nanny, den man kennt und schätzt. Was aber in diesem Band etwas besser gelungen ist, ist die Darstellung von Hausmutter und Direktoren. Sie sind hier tatsächlich fast als Respektspersonen zu bezeichnen, Hanni schaut zu ihnen auf, bittet sie um Vertrauen und tatsächlich gehen sie gut damit um. Insgesamt war das zwar mal wieder eine gute Idee, Trix ist eine gute Figur mit einem interessanten Konflikt und die Geschichte ist auch nicht schlecht – aber warum geht es denn so häufig in ein Kaufhaus (mit dem klischeehaften bayrischen Namen Obermüller), warum spielt Geld und dann auch noch der Ladendiebstahl so eine zentrale Rolle? Es ging doch bei Hanni und Nanni noch nie vordergründig darum. Klar, Geld ist immer mal wieder ein Thema, aber doch nicht so penetrant und dauerhaft. Es geht hier um das Internatsleben, was im Internat passiert. Und das kommt leider mal wieder zu kurz. Von den Figuren möchte ich gar nicht anfangen. Figuren aus den ersten Bänden tauchen völlig ohne Erklärung auf und verschwinden dann wieder, ohne dass sie wirklich aufgetreten sind, von den einstmals so starken und vielseitigen Charakteren sieht man kaum noch etwas, es steht immer nur die Neue und ihre Rolle im Mittelpunkt. Klar, irgendeinen neuen Aspekt sollte so ein Band sicher haben, aber es geht eigentlich in einer Serie darum, auch die zahlreichen Nebencharaktere immer mal wieder weiterzuentwickeln und ihnen mehr als nur eine Statistenrolle zuzuweisen. Dafür stehen aber Hanni und Nanni mal wieder im Mittelpunkt, was ja in den vorangegangenen Bänden nicht immer der Fall war.

Insgesamt war der Band minimal besser als der sechzehnte Band, weil zumindest die Direktorin wieder angenehmer auftrat und weil es zumindest nicht weiter bergab ging. Dennoch hätte ich mir deutlich bessere Geschichten erhofft. Einen halben Stern mehr gebe ich und so bleibe ich bei 2/5 Sternen stehen.

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Das Böse unter der Sonne – Agatha Christie

Ein drittes Hörbuch habe ich noch! Mit diesem Buch geht eine kleine Serie zu Ende, in der ich insgesamt drei Hörbücher von Agatha Christie rezensiere. Dieses dritte Hörbuch habe ich in der Stadtbibliothek gefunden, es war das einzige ungekürzte Hörbuch, das die Bibliothek im Bestand hatte. Und es ist auch eines der ersten ungekürzten Hörbücher von Agatha Christie – denn die, die ich bei den vergangenen Malen gehört hatte, sind deutlich jünger.

Auf einer Luxusinsel macht Hercule Poirot Urlaub und zeigt sich an den verschiedenen Beziehungen Interesse. Insbesondere die Affäre einer Schauspielerin, die eigentlich glücklich aber ohne Liebe verheiratet ist mit einem jungen Mann, der mit einer in jedem Maße unauffälligen Frau verheiratet ist, erhitzt jedermanns Gemüter. Als dann eines Mittags die Schauspielerin tot aufgefunden wird, sind alle heftig erregt. Hercule Poirot bietet sich dann an, bei den Ermittlungen zu helfen und zunächst wird in alle Ermittlungen gedacht. Vor allem zu dem Zeitpunkt, an dem auch noch eine Dose Rauschgift gefunden wird und eine junge Dame sich Vorwürfe macht, dass ihre Voodoo-Künste dafür verantwortlich sein könnten, spitzt sich die Situation zu. Am Ende scheint alles perfekt. Nur ein paar Ungereimtheiten bleiben stehen, die Poirot dazu führen, dass die scheinbare Lösung Unfug sein muss. Er präsentiert dann die korrekte Lösung im Kreise der versammelten Hotelgäste.

Ich habe es im letzten Satz schon angedeutet, es handelt sich mal wieder um einen klassischen Krimi nach allen Maßstäben der Kunst. Ein Mordfall passiert und die Lösung, dass der Mörder von außerhalb kam, scheint wenig glaubwürdig, also wird in einem geschlossenen Personenkreis ermittelt und wie schon angesprochen wird der Mörder dann auch öffentlich enttarnt – dabei begibt sich Poirot allerdings in ordentliche Gefahr.

Ich muss sagen, auch diesen Krimi habe ich wieder ziemlich gerne gehört, allerdings wird es so langsam etwas ermüdend, weshalb ich jetzt auch erstmal eine Whodunit-Pause brauche. Ich kann das aber diesem Krimi nicht vorwerfen, natürlich ähneln sich diese Krimis immer ein wenig. Ich fand allerdings, dass das Mitraten bei diesem Krimi besonders interessant war, ich hatte zwischenzeitlich einige Ideen, wer es sein könnte, wurde dann aber am Ende in meinem Verdacht nicht bestätigt, zumal ich das Gefühl hatte, dass hier durchaus einige falsche Fährten gelegt wurden und ich natürlich den entscheidenden Kleinigkeiten zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Die Geschichte ist mal wieder kaum zu beanstanden, die Charktere sind zwar nicht immer völlig zu Ende gedacht, aber immer so detailreich gezeichnet, dass sie nicht nur wie Statisten am Geschehen wirken, Poirot selbst wirkt hier noch ein wenig geheimnisvoller als das in anderen Bänden der Fall war – was aber auch daran liegt, dass ihm hier der richtige Sidekick fehlt, der Chronist oder derjenige, dem er sich vollends anvertraut, auch wenn der Polizist, der mitermittelt, ein wenig in diese Rolle schlüpft, ist das hier weniger stark ausgeprägt als in den anderen Geschichten. Besonders gefallen hat mir hier diese einsame Insel, ein Motiv, das man in solchen Krimis häufiger findet – aber hier handelt es sich um eine Insel, bei der man trotz des furchtbaren Geschehens gerne Urlaub machen würde. Ich gebe hierfür einfach mal 3,5/5 Sternen für einen wirklich schönen Krimi, der vielleicht nicht zum Pflichtrepertoire von Christies Krimis zählen, aber der dennoch auf jedem Fall lesenswert ist

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Montagsfrage vom 13.03.2017

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Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Dienstagsfrage. Nun okay, es ist eigentlich eine Montagsfrage, aber da ich weder gestern dazu kam, noch in den letzten Tagen irgendwie in der Lage war, hier etwas zu posten – heute eben die Dienstagsfrage:

Würdest du sagen, dass du beim Buchkauf einen bestimmten Coverdesign-Stil bevorzugst?

Ich bin mir gar nicht sicher, was damit gemeint ist. Ich mag es nicht besonders, wenn auf einem Cover so viel unnötiges Zeug steht, Autor und Titel reichen eigentlich völlig aus, ein hübsches Foto, dann ist das gut. Ich mag klare Linien, gerne auch eine optische Trennung zwischen Bild und Autor/Titel, bei englischen Büchern bevorzuge ich meistens die UK-Ausgabe des Covers. Viel mehr kann ich dazu aber nicht sagen, das Cover ist mir in den meisten Fällen nicht so wichtig; nur eins: Bitte, liebe Verlage, behaltet innerhalb einer Buchrreihe den Coverstil bei. Ansonsten sieht das im Regal doch ziemlich doof aus.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche. Bei mir ist im Moment, wie ihr euch denken könnt, ziemlich viel los, sodass ich hoffe, dass ich euch zumindest diese Woche wieder einige Beiträge präsentieren kann. Ich gebe mein Bestes!

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 06.03.2017

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Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Wie kommst du mit Unterbrechungen beim Lesen klar, findest du leicht wieder in die Handlung zurück?

Das hängt stark vom Buch ab. Bei normaler Belletristik ist das eigentlich kein Problem, da kann ich dann auch mal nur 2-3 Seiten lesen, bis ich wieder unterbrochen werde. Bei wissenschaftlichen Texten oder anspruchsvollerer Literatur ist das natürlich anders, weil ich da eine ganz andere Konzentration für brauche – aber bei einem Roman, den ich in der Bahn lese, komme ich auch nach dem Umsteigen problemlos wieder rein.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche!

Bis dahin!

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Heftromane Heute: Jerry Cotton #3110: Wettlauf gegen den Tod

Es gibt eine große Serie vom Bastei-Verlag, die wir noch nicht in diesem Blog hatten – und das ist in der Tat eine der größten Serien, die es überhaupt gibt. 850 Millionen verkaufter Exemplare laut Wikipedia, mein Band hat die Nummer 3110, die Serie erscheint seit 1956 und derzeit erscheint sie wöchentlich. Es gibt Neuauflagen, Sondereditionen, Taschenbücher, Filme, Sammelbände – fehlt eigentlich nur noch ein Musical, dann hat Jerry Cotton alles erreicht, was es gibt.

Das Besondere an dieser Serie ist, dass die Autoren nicht angegeben sind. Es scheint auch keine Möglichkeit zu leben, herauszufinden, wer der Autor ist. Nur bei zwei Heftchen wurde es jemals bekanntgegeben, man weiß aber inzwischen von zahlreichen Autoren – und wer hätte es wohl geahnt, dass auch Hohlbein einst Jerry-Cotton Heftchen schrieb. Doch kommen wir nun endlich mal zum Heft.

Jerry Cotton und sein Assistent, beide vom FBI, sind aus Langeweile einem seit fünf Jahre offenen Fall auf der Spur, bei der Schmuckstücke gestohlen worden, die kürzlich aufgetaucht sind. Sie stammen wohl von einem der letzten Einbrüche einer Diamond Gang. Also machen sich die beiden auf den Weg und ermitteln im Umfeld derjenigen, bei denen die Kette aufgetaucht ist: Bei Juwelierhändlern und ehemaligen Verdächtigen – und dank der modernen Technik kommen sie einem Billiardclub auf die Spur. Eine Kollegin aus der Zentrale ermittelt ziemlich viel über das Internet und so kommen sie darauf, dass ihre Ermittlungen schon bald ihre Wirkung zeigen. Ein Treffen der damaligen Bande können sie vorhersehen und stellen die Verbrecher schließlich.

Ich muss sagen, ich ging relativ ohne Erwartungen an den Band heran. Ich habe ja bereits die Al Capone Heftchen aus dem Kelter-Verlag gelesen und war nicht so wahnsinnig begeistert – nun, es ist jetzt ein Heftchen vom führenden Heftromanverlag und ich muss zugeben, es ist einfach deutlich besser, schlüssiger, abgeschlossener und in jedem Fall ziemlich schön zu lesen

Ich vermute einen älteren, männlichen Autor, der zwar technikaffin ist, aber die Technik nicht vollständig durchblickt, denn das Handwerk der Assistentin auf dem Revier wirkt immer so ein bisschen wie Zauberei und die Faszination von Cotton (der nicht zu altern scheint) wirkt auf mich schon authentisch. Auf mich wirkte das schon etwas befremdlich und noch so, als wäre diese ganze moderne Technik noch in den Kinderschuhen – was natürlich, wenn ihr diesen Blog lesen könnt nicht unbedingt zutreffend ist. Es wirkt ein bisschen wie im aktuellen Tatort, etwas antiquiert und vor einiger Zeit stehengeblieben – aber immerhin werden moderne Medien verwendet und das Geschehen in die Jetztzeit gesetzt. Die Geschichte selbst ist aber spannend, es ist ein interessanter Fall, auch wenn sich die Zufälle bei einem fünf Jahre alten Fall doch etwas häufen – aber schlimm ist das nicht, dafür ist es ein Krimi. Es ist auch ein recht offener Personenkreis, also kein klassischer Whodunit, auch nicht wahnsinnig großartig oder aufwendig inszeniert, aber spannend, gut zu lesen, hält, was er verspricht und bietet eine schöne Stunde mit einem einfachen aber interessanten Kriminalfall.

Und mehr kann man sich von einem Heftroman wünschen. Ich fand Jerry Cotton zwar etwas schlechter als die großartigen Perry Rhodan oder John Sinclair Heftchen, aber ich denke, 3/5 Sterne sind auch für dieses Heftchen drin, dass ich die phantastischen Geschichten besser finde, liegt wohl mehr an meiner persönlichen Präferenz. Aber wieso schämt sich Bastei seiner Autoren so sehr? Das ist doch bei den anderen Serien auch nicht so?

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Der Sandmann – E.T.A. Hoffmann

Mal wieder Hoffman. Mal wieder die Nachstücke. Und zwar mit Abstand die bekannteste Erzählung von Hoffmann. Der Sandmann wird in vielen Schulen schon als Schullektüre gelesen, auch wenn ich es für jüngere Schüler durchaus noch etwas anspruchsvoll finde, ist es spätestens ab der Oberstufe ein Text, der nicht nur spannend zu lesen ist, sondern auch noch im Unterricht enorm viele Möglichkeiten bietet. Entsprechend gut ist der Text im wissenschaftlichen Kontext rezipiert. Man könnte sagen, dass jeder Wissenschaftler, der etwas auf sich hält, schon mal etwas zum Sandmann geschrieben hat. Keine Literaturtheorie wurde nicht auf ihn angewendet, es gibt Opern, Ballette, Konzeptalben, Verfilmungen – und ich würde nicht dagegen wetten, dass es auch eine Musicaladaption gibt.

Aber worum geht es? Nathanael studiert momentan und erinnerte sich nach dem Besuch eines Wetterglashändlers an eine Episode aus seiner Kindheit, wie der als Sandmann bezeichnete Coppelius mit seinen alchemistischen Experimenten den Tod seines Vaters ausgelöst hat – seine Verlobte bietet ihm zwar rationale Erklärungen an und er kann schließlich seinen Besuch bei ihr auch genießen, wird aber dieses Gefühl nicht los. Zurück an seinem Studienort trifft er schließlich auf Olimpia, ein Mädchen, die auf ihn so vollkommen wirkt, dass er sogar ein Vergrößerungsglas beim mysteriösen Wetterglashändler kauft, auf einer Feier mit ihr tanzt und alles über sie vergisst, obwohl alle seine Freunde sie darauf hinweisen, dass sie völlig mechanisch wirkt. Er will um sie werben, gerät dabei jedoch in den Kampf um Olimpia zwischen Coppelius (der tatsächlich der Wetterglashändler ist) und dem Professor, der sie der Öffentlichkeit vorstellte.  Er erkennt nun auch, dass sie lediglich eine Holzpuppe ist und verliert völlig den Verstand, sodass er sich in den Tod stürzt.

Ich weiß noch, dass ich diese Erzählungen vor einigen Jahren gelesen hatte und damals noch nicht wirklich verstand, was gerade passiert und wie das alles abläuft, ich war ziemlich beeindruckt und irgendwie fasziniert von dieser Schreibweise. Heute – mit mehreren Dutzend romantischen Erzählungen im Gepäck – ist das Ganze keine Herausforderung mehr für mich und es ist faszinierend zu sehen, wie ich mich in den letzten Jahren entwickelt habe.

Was die romantischen Erzählungen angeht, so ist der Sandmann sozusagen ein romantischer Rundumschlag. Es hat einen Grund, warum es jeder analysiert. Wir haben in der Anekdote der Kindheit ein klares phantastisches Element, die Holzpuppe erinnert an andere techno-romantischen Fantasien (Die Automate) und ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass es phantastisch wird, wenn Vergangenheit (Anekdote) oder Zukunft (technische Wesen) auftreten. Erzählerisch ist die Geschichte total komplex. In drei einführenden Briefen wird die Hintergrundgeschichte erzählt, die ein Erzähler aus seinem privaten Fundus wiedergibt, er habe sie von seinem Freund Lothar bekommen, Lothar ist ein Adressat eines Briefes.

Ich würde hier mal die Frage anstellen, wie es sich mit den Namen bei Hoffmann verhält. Es wird spekuliert, dass Lothar in den Serapionsbrüdern für Chamisso steht – ist das derselbe Lothar wie in den Serapionsbrüdern? Auch in den anderen Nachstücken finden ich immer wieder Namen, die auch Jahre später zum Kreis der Serapionsbrüder gehören.

Weitere beliebte Motive, die analysiert werden, sind die Augen. Es geht dauernd um das Sehen, dann kommt der Glashändler mit seinen Brillen, schließlich findet Nathanael am Ende die künstlichen Augen des Mädchens. Auch über das Frauenbild könnte man einiges sagen – und schließlich wird auch das Feuer immer mal wieder zum Thema.

Ich mag die Geschichte um Nathanael sehr gerne. Es ist ein Musterbeispiel romantischen Erzählens. Vielleicht ist es auf Anhieb nicht so ganz offensichtlich, was da alles drinne steckt – aber wenn man nur eine romantische Erzählung lesen möchte und möglichst viel vom Geist dieser Gattung mitbekommen möchte, bietet sich der Sandmann in jedem Fall an. Ich vergebe mal 4,5/5 Sternen – und muss zugeben, dass ich die Höchstwertung nur deshalb nicht verteile, weil ich persönlich noch andere Geschichten von Hoffmann kenne, die ich noch einen Tick besser fand. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack.

 

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Statistik für Februar 2017

Lasst euch von diesem Monat nicht täuschen. Ich weiß, die Zahlen für diesen Monat sehen wieder ziemlich mies aus. Da stehen nur vier Titel und es sind auch wieder ziemlich wenige Seiten – keine 700, um genau zu sein. Aber ich bin gerade in der Situation, dass diese Zahl überhaupt nicht das wiederspiegelt, ich real gelesen habe. Ich bin noch immer an dem langen Buch dran, das ich seit Ende Dezember beackere, aber bin dort in den letzten Zügen, zusätzlich höre ich im Moment ein ziemlich langes Hörbuch, sodass ich gut und gerne im März auf deutlich über zweitausend Seiten kommen werde, obwohl ich de-facto nicht so viel gelesen haben werde. Im Klartext: Die Monatsliste ist diesen Monat etwas verfälscht, da ich neben diesen zwei Büchern ansonsten nicht mehr viel gelesen habe. Douglas Adams zwischendurch, Colin Crouch mit für die Uni und mit den Projekten „Hanni und Nanni“ und den Heftromanen ging es ein wenig weiter. Das war es dann vorgeblich auch schon. Die Hintergründe kennt ihr jetzt, ich bin soweit natürlich etwas unglücklich, dass ich das den dicken Sci-Fi-Roman jetzt mit in den März nehmen muss, den hätte ich gerne schon im Februar beendet, aber dafür war mal wieder etwas zu viel in dieser Universitätswelt los. Das führt aber immerhin dazu, dass sich auch mein SuB nicht weiter erhöht hat, sondern im Gegenteil durch einen Rechenfehler noch etwas gesunken ist. Dass ich die zweistellige Summe noch innerhalb diesen Jahres sehe, glaube ich dennoch erst, wenn ich es sehe. Aber man kann es sich ja mal vornehmen. In diesem Sinne – hier sind die Zahlen:

Gelesen:
Die letzten ihrer Art – Douglas Adams / Mark Cardarwine (coming soon, 269 Seiten)
Hanni und Nanni sind große Klasse (coming soon, 153 Seiten)
Postdemokratie – Colin Crouch (comin soon, 159 Seiten)
Wettlauf gegen den Tod – Jerry Cotton #3110 (coming soon, 65 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 646 Seiten, 23 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 646 Seiten,  23 Seiten pro Tag

End-SuB-Stand: 111

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Montagsfrage vom 27.02.2017

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Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Gibt es ein Buch, das dich positiv überrascht hat, von dem du es nie erwartet hättest?

Mein Lieblingsbeispiel für sowas ist „Before I go to Sleep“ von S.J. Watson, dieses Buch hat mich total positiv überrascht, weil ich ohne Erwartungen heran ging. Das zweite Buch des Autors hatte dann natürlich diese Erwartung und hat mich dann ziemlich enttäuscht. Man sieht hieran sehr schön, dass diese positive Überraschung immer von der Erwartung abhängt. Über die Jahre hinweg habe ich es ganz gut hinbekommen, ein Buch schon vor dem Lesen relativ genau einzuschätzen, sodass große Überraschungen doch relativ selten sind und ich eigentlich schon vorher weiß, was mich erwartet. Das ist natürlich ganz schön, weil ich so gezielt das lese, worauf ich Lust habe, nimmt mir aber diesen Überraschungsmoment bei einem Buch. Vielleicht sollte ich einfach mal wieder gezielt ohne Ziel durch die Buchhandlungen stöbern.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche – jetzt ist der Februar ja schon wieder um – und viel Spaß auf meinem oder auf anderen Blogs. Wenn ihr mögt, lesen uns am Mittwoch wieder – mit einem kleinen Text, der das zeitgenössische Publikum sicherlich überrascht hat.

Bis dahin!