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Über das Lesen: Paketzusteller (1/2)

Als Angehöriger der Generation Internet passiert es mir häufiger mal, dass ich Sachen im Internet bestelle, die ich mir dann hier nach Hause liefern lasse. Und was dann passiert, kennt sicherlich jeder von euch. Man jagt seinem Paket mitunter tagelang nach, weil es irgendwo liegt, wovon keiner weiß. Ich muss sagen, ich habe hier oft echt gute Zusteller, einige kenne ich inzwischen persönlich. Die Lage ist auch günstig, drei Häuser weiter ist eine Packstation und eine Filiale, die Paket entgegennimmt, ist gerademal 3 Minuten zu Fuß entfernt. Im Haus wohnen rund 150 Studenten, eigentlich sollte auch immer jemand da sein und schon oft habe ich Pakete für andere Studis angenommen oder meine Pakete bei anderen Studis abgeholt. Allerdings klappt das nicht immer. Manchmal passieren Sachen, bei denen mir echt die Hutschnur hochgeht. Und in diesen zwei Blogposts möchte ich euch meine zehn furchtbarsten Erlebnisse mit Paketzustellern vorstellen. Heute kommen die ersten fünf Erlebnisse, in zwei Wochen dann das furiose Finale. Bis auf eines – das einfach zu bizarr war, um es hier nicht zu erwähnen – sind sie alle in den vergangenen 15 Monaten passiert und haben mich ein- ums andere Mal zur Weißglut gebracht. Aber fangen wir an:

  1. Die Sprachbarriere

Ich erwarte ja gar nicht, dass alle Zusteller deutsche Muttersprachler sind und es stört mich auch nicht, wenn das manchmal etwas kompliziert mit der Verständigung ist – warum auch. Ich kann ganz passabel Englisch und kann mich auch mit Händen und Füßen verständigen. Aber es kann nicht schaden, wenn man sich als Zusteller zumindest mal annähernd orientieren kann. So war ein Zusteller einst da, der nicht ein Wort Deutsch sprach, den ich dann durchs halbe Haus gejagt habe, weil er meine Raumnummer nicht fand, der dann meinen Namen bei der Frage danach komplett verunstaltete und dem auch begreiflich zu machen war, dass ich gerne die Pakete meiner Nachbarn annehme. Aber immerhin hatte ich am Ende der Odyssee mein Paket.

  1. Der Zettelbringer

Bei uns kommen schon mal mehr als zwei oder drei Pakete an und dass man da als Zusteller, gerade wenn der Aufzug kaputt ist, keine Lust hat, alle Türen abzufahren und die Leute dann nach unten an die Haustür bestellt, ist ja soweit noch nachvollziehbar. Besonders dreist finde ich es aber, wenn man gemütlich im Auto sitzen bleibt und nur noch mit einem Stapel Zettel zur Haustür geht, den man dann mit einem Streifen Tesa an die Tür klebt, ohne zu klingeln. Ich glaube, das sollte nicht so sein. Entsprechend ertappt fühlte sich dann auch der Zusteller, als ich ihn an der Haustür damit erwischte und mir meine Pakete dann direkt vom Wagen aus aushändigen lies.

  1. Einfach in den Flur legen

Ich weiß nicht, was mir lieber ist. Bei Büchersendungen, die etwas zu groß für meinen Briefkasten sind – ich mag dicke Bücher – gibt es zwei Optionen, die ich beide sehr suboptimal finde. Ein früherer Bote hat sich dann die Mühe gemacht, die Sendungen vor die Tür zu legen (was ich so mit ihm ausgemacht habe, denn vor der eigenen Tür nimmt das eher niemand weg). Aber was sich der Bote dabei dachte, das Paket einfach so in den Eingangsbereich unter die Briefkästen zu legen – und warum ich dann schon halbkaputte Büchersendungen im Eingangsbereich aufgelesen habe, weiß ich nicht. Kann man da auch als Postbote nicht mal kurz klingeln?

  1. Büchersendungen am Hauptbahnhof

Oder man macht es mit den berühmten gelben Zetteln. Die Büchersendungen können nämlich auch in eine Filiale gebracht werden. Allerdings nicht in jede. Immer, wenn ich eine Büchersendung habe, kann ich sie nämlich nicht in der Filiale um die Ecke abholen, nein, ich muss zur Hauptpoststelle am Hauptbahnhof fahren, bei der man dann gerne schon mal eine Viertelstunde wartet. Also muss ich erstmal mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, dort warten, meine Büchersendung in Empfang nehmen und dann wieder heimfahren. Insgesamt bin ich damit dann eine Dreiviertelstunde unterwegs. Für eine Büchersendung!

  1. Ohne Karte, viel zu spät.

Wenn mir Amazon sagt „garantiertes Lieferdatum 30.12.“, wenn ich am 28.12. bestelle, dann rechne ich meistens auch gar nicht damit, dass es an dem Tag dann wirklich klappt. Manchmal klappt es, aber oft genug wird das Paket dann auch zurückgestellt. Bei diesem Fall war es bizarr. Laut Amazon wurde mein Paket irgendwo hingelegt, weil ich nicht da war, die DHL Paketverfolgung sagte mir dann, es sei in der Filiale – allerdings hatte ich keine Karte im Briefkasten, die sollte auch nie kommen. Ich bin dann am 02.01. in die Filiale und schilderte mein Problem, dort hieß es, dass das Paket noch gar nicht da sei. Am 04.01. konnte ich es dann abends, ohne dass ich je eine Karte gesehen hätte, abholen. Mit fünf Tagen Verspätung – und ohne zusätzliche DHL Sendungsverfolgung, nur mit den Bordmitteln von Amazon hätte ich gar nicht herausfinden können, wo mein Paket gerade liegt.

[Fortsetzung folgt]

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