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Der Romanfresser geht fremd: Die Legende vom Ozeanpianisten

Cover von Die Legende vom Ozeanpianisten

 

Das Foto reiche ich später nach

Weiter geht es heute am zweiten Advent zum meinem wöchentlichen Adventskalender, bei dem ich mich ja mal an Filmkritiken üben möchte. Und so möchte ich euch auch heute einen meiner Lieblingsfilme vorstellen.

Auf dem Monolog Novecento von Alexandro Baricco basierend (den ich erst in diesem Jahr gelesen habe), entstand im Jahre 1998 ein Film, der in italienischer Originalsprache erschien und die Geschichte des Monologs nacherzählt und ergänzt.

Zum ersten Mal habe ich diesen Film auf einer Chorfahrt im Jahr 2010 gesehen und er hat mich damals schon ziemlich tief bewegt. Ich habe ihn mir irgendwann später dann selbst auf DVD gekauft und ihn mir seitdem mehrere Male angesehen.

Die Handlung entspricht eigentlich der des Buches: Auf einem Schiff wird ein Junge gefunden, dieser wird 1900 genannt, er wird zum größten Pianisten seiner Zeit, verlässt niemals das Schiff und stirbt zusammen mit der Sprengung des Schiffes. Im Vergleich zum Buch ist die Handlung um eine kurze Liebesgeschichte und eine damit verbundene Grammophonaufnahme ergänzt – an einigen Stellen wurden die Szenen noch etwas ergänzt, gestrichen wurde glaube ich nichts. Viele Passagen wurden Wort für Wort übernommen und um eine Erzählung aus dem Film zu machen, wurde der Film in die Rahmenhandlung des Trompeters eingebunden, der seine Trompete verkaufen muss und dann dem Musikalienhändler diese Geschichte erzählt, als dieser die Grammophonplatte des Ausnahmepianisten auflegt.

Der Film gewann auch einige Filmpreise und von der breiten Kritik wurde insbesondere der Soundtrack gelobt – der ist auch sehr gelungen. Wie es sich für ein solches Werk gehört, ist der Film voller Jazz und gerade bei dem Duell der Pianisten sind die Songs wirklich richtig passend und toll ausgewählt.

Mir gefällt auch die filmische Umsetzung der Erzählstruktur eines Monologs. Einen Monolog zu verfilmen ist nicht einfach – würde ich vermuten, ich habe noch keinen Monolog verfilmt – und ich denke, hier ist es wirklich gut gelungen. Der Erzähler wechselt sich sehr angenehm mit den “echten” Szenen ab – und bei der Schlussszene stehen mir regelmäßig die Tränen in den Augen. 1900s extrem trockener Humor angesichts seiner Situation und Max Reaktion darauf sind klasse umgesetzt; das Schiff, das wohl nicht zufällig ein wenig an Titanic erinnert, ist eine tolle Kulisse für den Film und auch im verfallenen Zustand wirklich gut umgesetzt.

Die Geschichte selbst ist einfach wunderschön – zu ihr habe ich wohl schon alles in meiner Buchrezension dazu gesagt. Es ist eine etwas philosophische, in jedem Fall aber nachdenkliche Geschichte, die mich einfach immer wieder, in welcher Form auch immer, faszinieren kann.

Über die Besetzung vermag ich nichts zu sagen, die Schauspieler scheinen ihr Handwerk zu verstehen, einige sind wohl auch recht bekannt – mir jedoch nicht.

Es ist keine extrem imposante Verfilmung, sie macht sich nicht größer als sie ist, aber sie wirkt irgendwie harmonisch, poetisch und einfach gelungen. Das gefällt mir ziemlich gut und macht aus diesem Film einen meiner Lieblingsfilme. Dafür vergebe ich dann auch gerne 4,5/5 Sternen. Die DVD gibt es übrigens für schlappe 7,99€ – also schlagt zu!

Ein kleiner Hinweis noch in eigener Sache: Die Dienstagsrezension nächste Woche fällt aus, es geht wahrscheinlich ab Donnerstag weiter mit dem Abarbeiten der Rezensionen, auf dass ich das vor Weihnachten noch in den Griff bekomme!

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