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Langenscheidts Handbuch zum Glück – Florian Langenscheidt

Heute gibt es mal ein etwas ungewöhnliches Buch auf diesem Blog, kein klassischer Roman, aber auch nicht im herkömmlichen Sinne ein Ratgeber. Ich bin mir unsicher, wie ich dieses Buch einordnen möchte, es ist am ehesten eine Mischung aus einem Geschichtenbuch, einem Handbuch mit ratgebendem Anteil. Um die Formulierung des Autors zu verwenden: In mehr als zwanzig ‚Spaziergängen‘ geht es um das Thema Glück. Glück nicht als Losglück, sondern als eine Form von Lebensglück, ‚Glücklichsein‘ gemeint.

Vor dem Beginn des Buches bittet der Autor den Leser darum, einen Selbsttest zu machen, wie glücklich man derzeit sei. Dieser Test im Anhang stammt von der WHO (WHOQOL-100) und erfasst in 100 Fragen verschiedene Dimensionen der Lebensqualität, unter Anderem Physis, Unabhängigkeit und soziale Beziehungen.

Jeder dieser vierundzwanzig Spaziergänge folgt einem Schema. Zunächst gibt es einen Sachtext, in dem Langenscheidt den jeweiligen Aspekt des Glücks beschreibt – unter welchen Bedingungen macht Geld beispielsweise glücklich, unter welchen nicht, was ist nötig, damit – die meisten Menschen zumindest – in diesem Bereich glücklicher werden können. Darauf folgt immer ein Abschnitt, in dem Florian Langenscheidt aus seinem eigenen Leben erzählt, so einige autobiographische Häppchen. Dem nachgestellt werden konkrete Tipps, Zitate von Personen des öffentlichen Lebens zum Thema Glück oder die Schilderung von glücklichen Menschen, bei denen man davon ausgehen würde, dass diese nicht besonders glücklich sind.

Abschließend wird man gebeten, den Glückstest zu wiederholen – und natürlich sollte bei den meisten Menschen eine Verbesserung herauskommen. Auch bei mir hat das Buch dieses Ziel erreicht. Ich fand das Buch durchaus mal etwas anderes. Grundsätzlich bin ich kein großer Freund von Ratgeberliteratur – hier fand ich es jedoch nicht unangenehm aufdringlich, sondern anekdotisch, vergnüglich. Es lässt sich in kleinen Dosen gut lesen, für eines der Kapitel braucht man nur wenige Minuten, und gerade, wenn es im Leben mal nicht so gut läuft, heitert einen ein solches Kapitel durchaus aus.

Den langfristigen Nutzen des Buches würde ich jedoch etwas anzweifeln. Ob man in einigen Jahren noch etwas von der einmaligen Lektüre hat, kann ich nicht beurteilen. Sicher ist nur, dass das Buch weniger konkrete Anleitungen als verschiedene Dimensionen und Wege zum Glücklichsein verfolgt.  Das kann man sich einerseits gut zu Herzen nehmen, das geht aber auch wieder etwas schneller verloren, als es konkrete Ratgeberliteratur wohl machen würde.

Ist das Buch mal einen Blick wert? Ich denke schon. Ich hatte einige wirklich schöne Stunden beim Lesen des Buches und wie wenige andere Bücher hat es mich zum Lächeln gebracht und eine ganz ruhige gute Laune bei mir ausgelöst. Daher denke ich, dass hier 4/5 Sternen durchaus gerechtfertigt sind. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest und kein klassischer Roman, sondern eine Reise zu den Spuren des Glücks, das man auch nach dem ersten Lesen immer wieder in die Hand nehmen kann.

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