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Das Böse unter der Sonne – Agatha Christie

Ein drittes Hörbuch habe ich noch! Mit diesem Buch geht eine kleine Serie zu Ende, in der ich insgesamt drei Hörbücher von Agatha Christie rezensiere. Dieses dritte Hörbuch habe ich in der Stadtbibliothek gefunden, es war das einzige ungekürzte Hörbuch, das die Bibliothek im Bestand hatte. Und es ist auch eines der ersten ungekürzten Hörbücher von Agatha Christie – denn die, die ich bei den vergangenen Malen gehört hatte, sind deutlich jünger.

Auf einer Luxusinsel macht Hercule Poirot Urlaub und zeigt sich an den verschiedenen Beziehungen Interesse. Insbesondere die Affäre einer Schauspielerin, die eigentlich glücklich aber ohne Liebe verheiratet ist mit einem jungen Mann, der mit einer in jedem Maße unauffälligen Frau verheiratet ist, erhitzt jedermanns Gemüter. Als dann eines Mittags die Schauspielerin tot aufgefunden wird, sind alle heftig erregt. Hercule Poirot bietet sich dann an, bei den Ermittlungen zu helfen und zunächst wird in alle Ermittlungen gedacht. Vor allem zu dem Zeitpunkt, an dem auch noch eine Dose Rauschgift gefunden wird und eine junge Dame sich Vorwürfe macht, dass ihre Voodoo-Künste dafür verantwortlich sein könnten, spitzt sich die Situation zu. Am Ende scheint alles perfekt. Nur ein paar Ungereimtheiten bleiben stehen, die Poirot dazu führen, dass die scheinbare Lösung Unfug sein muss. Er präsentiert dann die korrekte Lösung im Kreise der versammelten Hotelgäste.

Ich habe es im letzten Satz schon angedeutet, es handelt sich mal wieder um einen klassischen Krimi nach allen Maßstäben der Kunst. Ein Mordfall passiert und die Lösung, dass der Mörder von außerhalb kam, scheint wenig glaubwürdig, also wird in einem geschlossenen Personenkreis ermittelt und wie schon angesprochen wird der Mörder dann auch öffentlich enttarnt – dabei begibt sich Poirot allerdings in ordentliche Gefahr.

Ich muss sagen, auch diesen Krimi habe ich wieder ziemlich gerne gehört, allerdings wird es so langsam etwas ermüdend, weshalb ich jetzt auch erstmal eine Whodunit-Pause brauche. Ich kann das aber diesem Krimi nicht vorwerfen, natürlich ähneln sich diese Krimis immer ein wenig. Ich fand allerdings, dass das Mitraten bei diesem Krimi besonders interessant war, ich hatte zwischenzeitlich einige Ideen, wer es sein könnte, wurde dann aber am Ende in meinem Verdacht nicht bestätigt, zumal ich das Gefühl hatte, dass hier durchaus einige falsche Fährten gelegt wurden und ich natürlich den entscheidenden Kleinigkeiten zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Die Geschichte ist mal wieder kaum zu beanstanden, die Charktere sind zwar nicht immer völlig zu Ende gedacht, aber immer so detailreich gezeichnet, dass sie nicht nur wie Statisten am Geschehen wirken, Poirot selbst wirkt hier noch ein wenig geheimnisvoller als das in anderen Bänden der Fall war – was aber auch daran liegt, dass ihm hier der richtige Sidekick fehlt, der Chronist oder derjenige, dem er sich vollends anvertraut, auch wenn der Polizist, der mitermittelt, ein wenig in diese Rolle schlüpft, ist das hier weniger stark ausgeprägt als in den anderen Geschichten. Besonders gefallen hat mir hier diese einsame Insel, ein Motiv, das man in solchen Krimis häufiger findet – aber hier handelt es sich um eine Insel, bei der man trotz des furchtbaren Geschehens gerne Urlaub machen würde. Ich gebe hierfür einfach mal 3,5/5 Sternen für einen wirklich schönen Krimi, der vielleicht nicht zum Pflichtrepertoire von Christies Krimis zählen, aber der dennoch auf jedem Fall lesenswert ist

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