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Easy Money – Wolfgang Hohlbein

Und schon wieder gibt es Hohlbein auf diesem Blog zu lesen. Ich muss ja wie ein frenetischer Sammler jedes Einkaufszettels dieses Autors wirken – nun, ich lese seine Geschichten nun mal ziemlich gerne. Die folgende Geschichte hätte ich aber eigentlich nicht gekauft. Doch dann wollte ich bei einem großen Händler, der auch eBooks verkauft, etwas bestellen, unter 20€ kostet der Versand 5€ und meine Bestellung kostete 19,90€. So packte ich dieses 0,99€-eBook in den Warenkorb und sparte netto knapp 4€ und bekam eine Kurzgeschichte.

Die Betonung liegt auf ‚Kurz‘-Geschichte, denn das eBook wird mir mit einer Seitenzahl von 37 Seiten auf dem Reader angezeigt. Ab Seite 27 beginnt die Leseprobe zum Roman Mörderhotel, der eigentliche Text beginnt auf Seite 6, insofern bleiben noch gut 20 Seiten für die eigentliche Geschichte. Worum geht es nun? Im Buch Mörderhotel geht es um Herman Webster Mudgett, der ein Hotel des Schreckens betreibt, in dem er Leute auf grausame Art und Weise ermordet. Easy Money erzählt die Geschichte eines Versicherungsvertreters, der einen Termin mit Mudgett hat, weil er eine Lebensversicherung abschließen will. Er bittet den Vertreter zur Probe, einmal das Formular auf seinen Namen auszufüllen, damit er weiß, wie es geht. Nun, der Kunde ist König und die Provision von dem Abschluss kann er sehr gut gebrauchen, also macht er alles, was Mudgett sagt. Auch eine Führung durch das Hotel lehnt er nicht ab. Bei dieser Führung wird er jedoch in eine Falle gelockt und wird nun gezwungen, die Lebensversicherung auf seinen Namen abzuschließen, um Mudgett einen Versicherungsbetrug zu ermöglichen – nachdem er ihn natürlich umgebracht hat.

Was ist von der Geschichte zu halten? Ich bin unschlüssig. Wenn man ‚Mörderhotel‘ schon gelesen hat, ist es eine hübsche kleine Erzählung, die nichts mit der Haupthandlung zu tun hat, aber dennoch diesem Universum noch einen Fall hinzufügt. Wenn man die Geschichte noch nicht kennt – und die Leseprobe deutet an, dass das sozusagen eine Vorab-Promo für den Roman war, dann kann man es als eine Vorausdeutung auf den Roman sehen, aber möglicherweise erfährt man doch schon ein bisschen zu viel über den Roman.

Insgesamt ist es eigentlich eine recht nette Geschichte, die man auch durchaus mal lesen kann – wäre da nicht der Preis. Klar, 0,99€ ist nicht viel, da denkt man auch nicht allzu viel darüber nach. Aber es ist für netto 20 Seiten Text schon eine ganze Menge. Aktuelle Heftromane kosten 1,49€ für 65 Textseiten. Und wenn es ohnehin als Werbemaßnahme gedacht war, warum stellt man es dann nicht umsonst ein?

Insgesamt also eine hübsche Geschichte, wer sich unsicher ist, ob einem der Stil des Buches gefällt, kann die 0,99€ durchaus mal investieren, ansonsten würde ich aber sagen, dass Nicht-Hohlbein-Enthusiasten die Geschichte nicht brauchen und sie sich sparen können – immerhin habe ich auch mehrere Jahre gewartet, bis der Zufall sie mir in die Hand gespielt hat. Oder – und das habe ich leider erst nach dem Kauf erfahren: Hört mal in das Hörbuch rein, das gibt es kostenlos über Spotify. Ich verbleibe jedoch erstmal nur mit 3/5 Sternen.

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