Permalink

4

Das erste Horn – Richard Schwartz

Cover von Das erste Horn 

Wie schon im Neuzugänge-Post erzählt, war dieses Buch ein blinder Spontankauf, ich hatte keine Ahnung, was sich hinter Richard Schwartz und seiner Askir-Saga verbirgt.

Ein alter Mann kehrt in einem Gasthaus ein, eine hochgestellte Magierin ebenso, die beiden lernen sich kennen und können sich zunächst nicht einschätzen, er gewährt ihr aber Schutz vor den Banditen und Söldnern in dem Gasthaus. Schon in der ersten Nacht geschehen seltsame Dinge. Ein Werwolf taucht auf und tötet einen Bediensteten. Unter dem Gasthof tuen sich Katakomben einer längt vergessenen Zeit auf. Es ergibt sich ein Verweilen des Gasthofes im Auge des Sturms, der magisch angehalten zu sein scheint. Unter extremen Witterungsbedingungen ermitteln die beiden, was vor gefühlten Äonen passiert sein muss und wer sich eigentlich hinter den Fassaden der Beiden verbirgt. Die Stimmung unter den Söldnern droht zu kippen, doch positionieren sie sich, als es auf das Ende zugeht.

Ich war wirklich erstaunt, was mir hier geboten wurde. Deutsche Autoren haben mich schon häufiger enttäuscht, von Markus Heitz war ich beispielsweise gar nicht angetan, aber vielleicht habe ich auch das falsche von ihm gelesen. Jedenfalls ist das, was ich hier gelesen habe, sicherlich einer der stärksten Fantasy-Romane, die ich je gelesen habe.

Die Charaktere sind sehr spannend und tiefgehend angelegt, auch auf kleine Nebencharaktere trifft dies ausnahmelos zu, aber insbesondere die Hauptcharaktere entfalten eine ganz enorme Tiefe und sind sehr geheimnisvoll, besonders spannend ist es da, etwas über den Ich-Erzähler zu erfahren, der selbst viele Geheimnisse birgt. Sex als Thema, brandaktuell, ist durchaus mit eingebunden, aber nicht derart aufdringlich, als das es stört. Die potenzielle Vergewaltigung seitens der Söldner wird thematisiert und es entwickelt sich eine Liebe zwischen den beiden Hauptcharakteren, die in den Prozess des gegenseitigen Kennenlernens mit eingebunden ist.

Manchmal fühlt sich das Buch ein wenig wie ein Krimi an, das gefällt mir richtig gut, denn die Hauptcharaktere sind tatsächlich auf der Spur eines Rätsels, das sie dann auch lösen können, wobei sich bei der Lösung tiefe Abgründe auftun. Wie immer in einem ersten Band einer Reihe, dient dieser dazu, die Charaktere und die Welt kennenzulernen und hier bekommen wir wirklich einiges geboten. Unter dem Keller des Wirtshauses findet sich eine ganze Welt, die wieder erforscht werden will und aus der sich schon einige Aspekte herauskristallisieren. Dabei ist Das erste Horn stets fesselnd und mitreißend erzählt.

Alles in Allem ergibt sich hier ein wirklich grandioser Einstieg zu einer hoffentlich tollen Fantasyreihe, die ich sicherlich fertiglesen werde. Das Buch ist für alle Liebhaber der Fantasy zu empfehlen und vielleicht etwas leichter als ein Werk von den Ausmaßen eines Robert Jordan zu durchdringen, denn das Geheimnis von Askir umfasst nur 6 Bände – vielleicht sogar geeignet für Einsteiger der High-Fantasy.

Der 400 Seiten starke Roman kostet 9.99€ und bekommt von mir volle 5/5 Sternen. Ich bin extrem positiv überrascht und kann Richard Schwartz mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

4 Kommentare

  1. Pingback: Die OV-Challenge 2013 | Romanfresser.de

  2. Pingback: Neuzugänge #8 – Dezember Edition | Romanfresser.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.