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The Two Towers (LotR #2) – J.R.R. Tolkien

Cover von Gravity

 

Knappe neun Monate nach dem ersten Band, fand ich diesen Monat endlich mal die Ruhe, mich an den zweiten Band zu setzen und schaffe hoffentlich vor meinem Auszug auch noch den dritten Band – wenn schon mein Maskottchen auf diesem Buch Platz nimmt, sollte ich es auch mal gelesen haben.

Die Geschichte ist denke ich relativ bekannt. Der zweite Band gliedert sich in zwei Teile, im ersten davon erfährt man die Geschichte des Turms von Isengard, wie die Gefährten nach Boromirs Tod weiterziehen, um Merry und Pippin zu befreien. Auf diesem Weg treffen sie Gandalf und reiten mit ihm nach Edoras. Gandalf schafft es, die Truppen von Edoras für die Schlacht um die Hornburg zu mobilisieren. Parallel findet nun die Schlacht um Isengard mit den Ents statt und die Schlacht um die Hornburg mit den Gefährten. Beide Schlachten können gewonnen werden, Gandalf steigt zum Oberhaupt der Istari auf – doch weil Pippin den Palantir erblickt hat, muss dieser schnell mit Gandalf nach Minas Tirith reiten.

Das vierte Buch beschäftigt sich mit der langen Reise von Frodo und Sam nach Mordor, wie die beiden Gollum zähmen und sich von ihm führen lassen, bis sie von den Gondorern gefunden und mitgenommen werden. Durch geschickte Diplomatie und Güte dessen Oberhaupts, können sie mit aufgefüllten Vorräten weiterziehen. Gollum schickt die beiden daraufhin allerdings in eine Falle der Riesenspinne Kankra – zwar gelingt es Sam, die Spinne zu vertreiben, aber Frodo scheint zunächst tot. Sam nimmt den Ring an sich, um die Quest fortzusetzen, doch als er bemerkt, dass die Orks Frodo mitgenommen haben und dieser noch am Leben ist, folgt er diesen und versucht, Frodo näher zu kommen.

Es ist schwierig, den Inhalt in wenigen Worten zu skizzieren – also vergebt mir bitte, wenn das etwas holprig war. Wie es schon im ersten Band übrig war, strömten unglaublich viele Informationen auf mich ein, sodass ich in der Regel gut damit beschäftigt war, zu verstehen, was da gerade passiert. Es ist einfach nach wie vor ein unglaublich riesiges und komplexes Epos. Zum Vergleich: Ich sage immer gerne, dass in einem Intro von Dream Thater mehr musikalische Ideen stecken, als in einem ganzen Rihanna-Album. So könnte man das ungefähr vergleichen, Dream Theater sei Herr der Ringe und Rihanna sei ein beliebiger Regionalkrimi oder ein beliebiger Völkerfantasy-Roman. Es ist irre. Ich hab das Buch ja auf Englisch gelesen und es bringt mich tatsächlich an meine Grenzen. Bei vielen Büchern höre ich gerne etwas Musik dazu, das geht hier absolut nicht, ich muss mich voll konzentrieren. Ich verstehe zwar was passiert und kann auch gut folgen, aber bin nicht imstande, nebenher noch wahnsinnig viel von diesen ganzen sprachlichen Finessen mitzunehmen, die in diesem Buch zweifelsohne zahllos zu finden sind. Alleine der Satz „It is I that have failed“ hat mich schon wahnsinnig fasziniert – den würde man als Schüler in jeder Englischklausur als Fehler angestrichen bekommen, aber er ist dennoch wunderschön und recht altertümlich. Ich habe keine Ahnung, aus welcher Zeit er stammt, aber es gefällt mir unglaublich. Ich muss das Buch demnächst sicherlich nochmal lesen, um all diese sprachlichen Unterschiede und Feinheiten mitzubekommen und vermutlich könnte ich es ein drittes und viertes und fünftes Mal gelesen, bis mir alle Zusammenhänge und Querverweise klarwerden, bis ich die Charaktere an der Sprache auseinanderhalten kann, bis ich die Welt komplett erfasst habe. Es ist einfach ziemlich gigantisch.

Wie ist denn die Handlung selbst? Ein zweiter Band hat ja ganz gerne mal ein paar Längen in der Handlung – der Herr der Ringe bleibt aber weitestgehend davon verschont. Den Weg nach Mordor fand ich etwas lang und zäh, aber in Mordor selbst passiert dann wieder eine ganze Menge, der Band über Isengard hat eigentlich überhaupt keine Längen, hier passiert auf sehr engem Raum sehr viel und in schneller Abfolge.

Viel mehr kann und mag ich eigentlich gar nicht dazu sagen, es ist gigantisch und die Referenz, wenn es um High Fantasy geht. Es ist ziemlich anspruchsvoll auf Englisch, aber es lohnt sich. Definitiv. Ich kann leider nichts zu den Übersetzungen sagen, aber da die Übersetzung von Carroux in Zusammenarbeit mit Tolkien entstand, würde ich diese immer vorziehen. Ich gebe volle 5/5 Sternen für ein grandioses Machwerk, das dem ersten Band in nichts nachsteht. Wahnsinn.

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