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The Cuckoo’s Calling (Der Ruf des Kuckucks)– Robert Galbraith (J.K. Rowling)

Cover von The Cuckoo's Calling

 


Heute ist der Veröffentlichungstermin der deutschen Ausgabe des neuen Romans von J.K. Rowling, der den Titel “Der Ruf des Kuckucks” trägt. Seit einiger Zeit schon ist er in der Originalsprache erhältlich und seit einigen Tagen habe ich ihn auch endlich durchgelesen, sodass ich euch heute pünktlich meine Meinung dazu präsentieren kann:

Es ist der erste Band einer geplanten Reihe um den Privatermittler Comoran Strike, der von dem Bruder eines verstorbenen Models beauftragt wird, doch noch einmal über ihren Tod zu schauen. Sie ist von dem Balkon ihrer Wohnung gestürzt und der Fall wurde eindeutig als Selbstmord klassifiziert, wobei einige Fragen noch immer unbeantwortet blieben. Zusammen mit seiner Sekretärin, die aus einer Zeitarbeitsfirma kommt, macht sich Strike auf die Suche nach Indizien, die gegen den Selbstmord sprechen könnten. Dabei steht ihm sein eigenes Privatleben im Weg: Seine Freundin hat sich von ihm getrennt und er “wohnt” derzeit nur in seinem Büro und es geht ihm finanziell gar nicht gut. Doch das, was er bei der Suche so findet, weckt nicht nur das Interesse seiner geliehenen Sekretärin, die nach Ablauf ihres Vertrages weiterhin “schwarz” bei ihm arbeitet…

Mehr möchte ich nicht verraten, denn es wäre doch schade, wenn ihr jetzt für 23€ einen Krimi kaufen würdet und das Ende schon kennen würdet? Es ist so’n bisschen ne Suggestivzusammenfassung, natürlich gibt es am Ende einen Mörder, die Frage ist nur, wer war es. Und bei der Wahl des Mörders hat sich J.K. Rowling doch einiges einfallen lassen.

Mir gefiel das Buch überraschend gut. Nachdem ich nach den ersten 100 Seiten von The Casual Vacancy überhaupt nicht begeistert war, hatte ich hierbei das Schlimmste befürchtet und wurde wirklich positiv überrascht. Die Charaktere sind schön ausgestaltet, Strike selbst, ein Kriegsveteran aus Afghanistan (aktuelles und brisantes Thema), der mit einem Holzbein durchs Leben läuft, ist echt eine “coole Socke”, die man gerne begleitet. Die Sekretärin ist auch ziemlich gut drauf, denkt mit – und gibt so immer wieder wertvolle Hinweise – und beherrscht ein ziemlich hohes Maß an Diskretion, auch wenn sie natürlich neugierig ist. Die Geschichte selbst ist hochbrisant und nur so überfüllt mit aktuellen Bezügen, sei es die Modelszene, die teilweise heftig kritisiert wird, aber gleichzeitig natürlich auch irgendwie anziehend ist – dieses Verstellen, was Strike schwerfällt, ist dort an der Tagesordnung – und natürlich zeigt es auch, was ein Privatdetektiv leisten kann und irgendwie scheint die Polizei er ein Spielball von ihm zu sein, als andersherum. Was Strike jedoch für ein genialer Typ ist, zeigt sich erst am Ende – und darüber schweige ich beharrlich – ich sage nur, mir hat das Ende richtig gut gefallen.

Warum sollte ich also jetzt 23€ für dieses Buch ausgeben? Wenn du auf wirklich gute Krimis stehst, im Idealfall bei dem Namen Rowling nicht automatisch Internatsfantasy erwartest und gut ausgearbeitete Charaktere, einen brillanten und flotten Schreibstil sowie eine starke und facettenreiche Handlung magst, dann ist Der Ruf des Kuckucks etwas für dich. Wie die Übersetzung ausgefallen ist, kann ich spontan nicht beurteilen, aber es würde mich wundern, wenn sie wirklich schlecht ist. Im Zweifelsfall gibt es immer noch die englische Version, die ist sogar noch ein Stück billiger. Ansonsten fragt mal eure Bibliothek, dort bekommt ihr es wahrscheinlich auch bald.

Zum Abschluss möchte ich noch Stephen King zitieren, der ja bekanntlich sagte “The real difference is that Jo Rowling is a terrific writer {…}” – und den hier dargestellten Teil des Zitats kann ich eindeutig unterstützen. Kleine Abzüge gibt es für ein paar kurze Längen in dem Buch, in dem meistens seine Sekretärin Probleme mit ihrem Freund hat oder irgendwie doch an seinem Privatleben, das ja de facto gestorben ist, interessiert ist.

Für diese gelungene Buch vergebe ich gerne 4,5/5 Sternen und ich freue mich auf den nächsten Band von und mit Comoran Strike. Wer mag kann das Buch für 22,90€ erwerben. Die englische Ausgabe pendelt so um die 13€ herum.

2 Kommentare

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