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Adventskalender 2018: Detektiv Conan Bd. 04

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich den Stand von Shōgakukan mit Conan-Ausgaben in verschiedsten Sprachen auf der letzten Buchmesser sogar besucht hatte? Es ist schon beeindruckend, wie erfolgreich dieses Franchise überall auf der Welt ist. Allein schon die Tatsache, dass es inzwischen über 20 Filme hierzu gibt, sagt schon einiges aus. Doch kommen wir zum heutigen Band:

In Band 4 sind wieder drei Fälle vollständig enthalten. Im ersten Fall wird ein Muesumsbesitzer ermordet, wobei bei seinem Mord die Szene eines dort ausgestellten Bildes nachgestellt wird. Der Mord geschieht in einer Ritterrüstung und Mori wird erneut in den Fall verwickelt – natürlich ist auch Conan wieder dabei. Zusätzlich taucht auch Inspektor Megure auf, der die offiziellen Ermittlungen leitet. Conan kann duch einen Trick Mori auf die Wahrheit stoßen – und dieser Fall macht Mori auf einen Schlag berühmt.

Im zweiten Fall bekommt Conan ein neues Gadget, ein Abhörgerät, das er auch benutzt, als er mitbekommt, dass in dem Zug, in dem sie unterwegs sind, die beiden schwarzen Männer, die ihn geschrumpft haben, sind. Sie wollen den Zug in die Luft sprengen und Conan muss – gegen den Widerstand von Ran, die ihn ständig einfängt – versuchen, diese Tat zu verhindern. Natürlich gelingt ihm das im letzten Moment noch.

Der dritte Fall schließlich beschreibt, wie Conan und eine Gruppe seiner Mitschüler, die später noch die Detektive Boys werden, nach einem Museumsbesuch einen Code mit einer geheimen Botschaft finden, den Code entschlüsseln wollen und auf diese Art und Weise ein Verbrechen aufzuklären und die Verbrecher der Polizei auszuliefern.

In diesem Band passiert unglaublich viel für die Rahmenhandlung. Die Männer in Schwarz tauchen auf, die Detektive Boys entstehen und Mori gelangt durch Conans Hilfe zu einiger Bekanntheit, die beiden fortan sehr nützlich sein wird. Auch wenn über die schwarzen Männer noch nicht so viel bekannt wird, ist es zumindest ein Zeichen, dass Conan seine Peiniger noch nicht vergessen hat und die Detektive Boys werden in späteren Bänden noch viele weitere Fälle lösen. Auch die Fälle selbst sind wieder sehr abwechslungsreich. Eine typische Aufklärung eines Mordfalls, wenngleich kein reiner Whodunit, ein Sprengstoffverbrechen, das vereitelt werden konnte und ein Raubverbrechen, bei dem die Täter dingfest gemacht wurden. Ich finde ja diese Bandbreite an Fällen einen Aspekte, den die Bände für mich besonders reizvoll machen, die Geschichten ähneln sich zwar über die Bände hinweg, aber zumindest in einem Band gibt es immer verschiedene Geschichten und meistens auch zumindest – und sei es nur ein neues Gadget – einen kleinen Aspekt, der die Rahmenhandlung vorantreibt. Chapeau!

Ich kann nur sagen, dass mir das Lesen der kurzen Geschichten einfach viel Spaß macht. Es sind kaum 15 Minuten, die ich mit einem Fall beschäftigt bin und das sind einfach sehr nette 15 Minuten, die kurzweilig und spannend sind, sich nicht in die Länge ziehen und durch die Zeichnungen auch gut illustriert sind. Zu den Zeichnungen übrigens beim nächsten Band noch ein bisschen mehr.

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Adventskalender 2018: Detektiv Conan Bd. 03

Der heutige Band beinhaltet lediglich zwei Fälle, einer davon ist mit sechs Kapiteln sehr umfangreich und umfasst im Anime eine ganze Doppelfolge, ist also entsprechend komplex:

Conan, Ran und Mori sind auf einem Schiff untergekommen, das einem Familienclan gehört. Kurz vor dem Abendessen wird das Familienoberhaupt tot auf dem Schiff gefunden, mutmaßlich ein Selbstmord, obwohl es keine Gelegenheit dazu zu geben scheint. Folglich müsste es ein Mord sein. Kurz darauf wird ein zweites Familienmitglied erschossen, ein drittes schwer verletzt. Conan und Mori versuchen natürlich jeweils auf ihre Art zu ermitteln, wer der Täter ist. Wie es für so einen Familienclan typisch ist, handelt es sich um klassische Beziehungstaten, die Conan aufklären kann, indem er kleine Beweise zusammenträgt. Mit seinem Narkose-Chronometer setzt er Mori außer Gefecht um dann mit seiner Stimme – dank des Stimmenverzerrers – die Lösung zu präsentieren.

Der nächste Fall – in der Gesamtzählung Fall 8 – ist bisher mein Lieblingsfall. Ein Arzt bekommt jeden Monat eine Million Yen und alte Spielsachen geschickt und beauftragt Mori, herauszufinden, warum das der Fall ist. Conan geht in diesem Fall auf eigene Faust in den Patientenakten ermitteln, was Ran ziemlich misstrauisch macht, weshalb er anfängt, ein Videospiel aus den geschenken Spielsachen zu spielen, wo ein alter Spielstand ihn auf den richtigen Hinweis bringt und er gerade noch einen Mord verhindern kann.

Die beiden Fälle könnten unterschiedlicher nicht sein. Der erste ist ein klassischer Whodunit. Klar abgegrenzte Verdächtige, ein abgeschlossener Raum, Lösung durch den Kommissar. Also. Durch Conan. Es erinnert ein wenig PD James „The Lighthouse“ und schafft eine recht bedrohliche Atmosphäre – inklusive Stromausfall und gemeinsames Sitzen am Küchentisch. Der zweite Fall hingegen ist total offen und erlaubt alle Möglichkeiten und entsteht am Ende eine reale Gefahrensituation, die nicht zuvor schon absehbar war. Diese Mischung finde ich sehr reizvoll, weil es für Abwechslung sorgt. Leider muss ich sagen, dass sich der erste Fall schon verhältnismäßig lange gezogen hat. Das ist eine sehr interessante Beobachtung. Normalerweise habe ich kein Problem, eine Geschichte über hunderte von Seiten zu begleiten, hier finde ich bei einer Geschichte, die um die 100 Seiten Mangatext enthält schon, dass es sich zieht. Ich verstehe das nich so ganz, kann mir aber vorstellen, dass das Medium, das ja aus seiner Struktur bedingt, alle paar Seiten einen Cliffhanger liefert, die Aufmerksamkeitsspanne des Lesers so verändert, dass dann ein Fall über sechs Kapitel als ziemlich lang empfunden wird. Ich habe ja gerade mal gute 30 Minuten an diesem Fall gelesen. Es war jetzt auch nicht so, dass ich es langweilig fand, ich dachte mir nur, dass es doch jetzt auch mal zur Auflösung kommen dürfte.

Jedenfalls fand ich dann den zweiten Fall wirklich großartig. So gerne ich Whodunits mag – und der erste Fall war alles andere als schlecht darin, einen solchen Fall zu konstruieren – diese ziemlich coole Grundidee und die sehr gute Auflösung des Falls hat mir wirklich sehr gut gefallen. Insgesamt kann ich also nur sagen, dass mir dieses Genre auch im dritten Band noch nicht auf die Nerven geht und ich tatsächlich langsam überlege, ob ich über die fünf Adventskalenderbände hinaus etwas von der Serie – die inzwischen 94 Bände umfasst – lesen möchte.

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Montagsfrage vom 17.12.2018

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage!

Irgendwie ist dieses Jahr ziemlich verhext gewesen, was meinen Blog – aber auch meine Lesezeit insgesamt angeht. Nicht einmal der Adventskalender hat es rechtzeitig zum dritten Advent geschafft. Daher geht es damit jetzt einfach über die Weihnachtsfeiertage weiter und dann können wir im neuen Jahr frisch und mit voller Energie zurück ins Bloggen starten.

Literarische Adventskalender?

Diese doch recht offene Frage lädt dazu ein, über literarische Adventskalender zu sprechen. Ich weiß nicht genau, was ich dazu sagen soll. Ich kenne solche Bücher, in denen immer so Seitenpäckchen perforiert sind und man dann jeden Tag das Päckchen für eine kleine Geschichte öffnen kann. Das finde ich eigentlich eine recht coole Idee. Ansonsten sind damit so typsiche Zitatekalender gemeint? Damit kann ich nicht so viel anfangen, ich bin aber auch nicht so der typische Zitatemensch.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Weihnachtszeit, in der ihr planmäßig bis Weihnachten vorbei ist, drei weitere Teile des diesjährigen Adventskalenders.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 10.12.2018

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage,

mal wieder bin ich verspätet, aber dieses Mal wurde es immerhin eine Dienstagsfrage und nicht erst eine Donnerstagsfrage. Und da die Frage zügig zu beantworten ist, los:

Welches Buch gehört dieses Jahr auf jeden Fall auf die Weihnachtswunschliste?

Ja, 15€ für 110 Seiten Buch sind verdammt teuer. Und ja, auch mit farbigen Illustrationen ist das noch eine Menge Geld. Ja, die Kritiken sind gar nicht mal so positiv und ja, früher war Moers bestimmt besser. Klar, Penguin Books gehört zu Random House und das ist ein sehr unangenehmer internationaler Großkonzern, der bestimmt tolle Steuervermeidungsstrategien nutzt.

Trotzdem. Walter Moers ist einer der Autoren, von dem ich auch (illustrierte!) Einkaufszettel mit Genuß lesen würde. Und Weihnachten ist für uns alle, die wir bestimmt mehr als genug Bücher und anderen rumstehenden Plunder haben und es eine schönere Idee ist, mal auf Klasse zu setzen. Also: „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers (und Lydia Rohde) gehört auf die Wunschliste.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche! Ich hoffe, ich schaffe es, außer dem Adventskalender noch etwas zu bringen, aber kann euch da nichts versprechen – außer, dass nach Weihnachten alles besser wird.

Bis dahin!

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Adventskalender 2018: Detektiv Conan Bd. 02

Conan besucht nun die Grundschule – würde er das nicht tun, würde das ziemlich auffallen, sagt sich Professor Agasa – und da er ja noch immer den Verstand des 17-jährigen Shinichi in sich trägt, ist das ziemlich ermüdend für ihn. Da helfen auch die Powerkickboots, also Schuhe, die besonders stark zutreten können, die ihm der Professor mit auf den Weg gibt, nichts. Doch zumindest bekommt Mori einen neuen Fall. Er beschattet einen Mann drei Tage lang und am nächsten Morgen wird seine Leiche gefunden. Wieder schaltet sich Mori in die Ermittlungen von Inspektor Megure ein – er ist ja in dem Fall sogar Zeuge – und wieder ist es natürlich Conan, der den entscheidenden Hinweis findet, der dann die Lösung des Falls hervorbringen kann. Mit einem Diktiergerät nimmt er das Geständnis auf, das die anderen dann finden – er zieht sich aus der Affäre, niemand soll von seinem Können erfahren. Bei Ran regt sich jedoch ein leiser Verdacht.

Vor dem nächsten Fall bekommt Vonan noch eine Radarbrille, die er auch gut gebrauchen kann, deren Akkus aber noch verbesserungswürdig sind. Dieser komplexe Fall beginnt mit einer jungen Frau, die ihren Vater sucht und endet mit zwei Morden und einem neuen Auftreten von Leuten dieser seltsamen Ogranisation, die Shinichi geschrumpft haben. Auch hier kann Conan die Lösung finden und den Fall mit Hilfe von Ran abschließen.

Der dritte Fall des Bandes hat nichts mit Mori zu tun. Mit seinen Klassenkameraden will Conan ein Spukhaus besuchen und was zunächst ziemlich langweilig zu klingen scheint, wird, als zwei der Kinder dort verschwinden, ziemlich benzlig. In einer Konfrontation mit ‚dem Geist‘ kann Conan aber jeglichen Schaden abwenden. Hier tauchen zudem noch Conans elastische Hosenträger auf, er öffnet damit eine Falltür.

Und schon wieder habe ich viel gebraucht, um den Inhalt zu beschreiben. Kommen wir aber dieses Mal zur Form der Fälle. Ein Band besteht aus rund 10 Kapiteln, diese Kapitel werden allwöchentlich in einer japanischen Zeitschrift veröffentlicht, ich vermute, es gibt eine Sommer und eine Weihnachtspause, denn es erscheinen im Durchschnitt vier Bände pro Jahr, die wie gesagt, jeweils 10 Kapitel mit je 16-20 Seiten umfassen, ein Band hat rund 195 Seiten. Zwischen drei und fünf Kapitel ergeben dann einen Fall, den Conan zu lösen hat und der sich in verschiedene Abschnitte, eben die einzelnen Kapitel gliedert. Teilweise umfassen die Bände nicht den gesamten Fall, sondern enden mit einem Cliffhanger, bei den ersten beiden Bänden war das jedoch nicht der Fall. Diese Fälle sind dann auch in der Regel die einzelnen Episoden der Anime-Serie, scheinbar gibt es in den späteren Bänden auch noch längere Fälle.

Grundsätzlich sind diese Fälle ein bisschen wie die Kurzgeschichten von Sherlock Holmes oder Agatha Christie zu betrachten. Es sind relativ kurze Geschichten mit eingeschränktem Verdächtigenkreis, manchmal sogar in einem geschlossenen Raum und Conan – der Name ist nicht zufällig an Arthur Conan Doyle angelehnt – schafft es, die kleinen Details zu sehen, die dann für die Lösung nötig sind. Mitraten ist nicht immer möglich, bestimmt hat man irgendwann einen Blick für die Details, aber ich bin auch bei den normalen Kurzgeschichten ziemlich schlecht beim Mitraten.

Insgesamt sind das also ungefähr drei Krimi-Kurzgeschichten pro Band, die einem dort in graphischer Form erzählt werden. Wie schon beim letzten Band erwähnt – der Fokus liegt für mich eher auf dem Text. Wichtig ist hier jedoch im Unterschied zur Sherlock-Holmes Geschichte, dass hier ein recht starkes Gewicht auf der Rahmenhandlung, der Untersuchung der schwarzen Männer und der Rückverwandlung liegt – nicht zuletzt geht es aber auch immer wieder darum, wie Conan in der für ihn neuen Welt klarkommt und wie er die Fälle möglichst im Hintergrund löst, um auch nicht aufzufallen. Ich bin auch im Sinne der Rahmenhandlung ziemlich gespannt, wie es weitegeht – natürlich, ich soll ja auch den nächsten Band kaufen.

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Montagsfrage vom 07.12.2018

Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur Montagsfrage,

es ist mal wieder keine Montagsfrage geworden, sondern eine Freitagsfrage. Und mal wieder läuft es auf diesem Blog reichlich unrund. Aber zumindest kam die erste Folge des Adventskalenders und zumindest das kann ich euch für diese Woche noch versprechen. Doch kommen wir mal zur Montagsfrage:

Was sind für dich die schönsten Weihnachtsbücher?

Ich lese nahezu keine Weihnachtsbücher. Vor einigen Jahren habe ich mal den kleinen Lord – der ja eigentlich kein Weihnachtsbuch im engeren Sinne ist – und Dickens Christmal Carol gelesen – und das ist wohl das einzige Weihnachtsbuch, an das ich mich explizit erinnere. Wenn ich meinen Blog durchsuche, komme ich auf einige Weihnachtsfilme und einige Weihnachtsgedichte, die ich mal analysiert habe. Aber ansonsten – ich bin auch ehrlich gesagt nicht der größte Weihnachtsmensch – habe ich auch keine speziellen Bücher, die mich irgendwie mit Weihnachten verbinden.

Dennoch wünsche ich euch eine hoffentlich ruhige Adventszeit – wie an meinem Blog abzulesen ist, ist meine es definitiv nicht – und lasst euch bei euren Weihnachtseinkäufen nicht stressen.

Bis dahin!

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Adventskalender 2018: Detektiv Conan Bd. 01 – Gosho Aoyama

Es ist wieder Zeit für den jährlichen Adventskalender auf Romanfresser.de – und dieses Mal lese ich ein Genre, das ich bis dato noch gar nicht angefasst hatte: Einen Manga! Um genauer zu sein, wir lesen die ersten Fünf Bände des Mangas Detektiv Conan

Herzlich Willkommen am ersten Adventssonntag zu der ersten Folge unseres Mangas, Detektiv Conan. Und dieser Band legt eigentlich erstmal die Grundlagen für die weitere Geschichte.

Der Oberschüler-Detektiv Shinichi Kudo ist mit seiner angehenden Freundin Ran Mori im Tropical Park verabredet, sie haben dort ihr erstes Date. In einer Achterbahn kommt es jedoch zu einem Mordfall, was ihn natürlich sofort neugierig macht. Tatsächlich kann er innerhalb kurzer Zeit den Fall lösen. Als er kurz darauf zwei schwarzen Männern nachstellt, die ihm komisch vorkamen und ebenfalls in der Achterbahn saßen, beobachtet er einen seltsamen Deal, wird aber kurz darauf von den schwarzen Männern entdeckt und soll getötet werden. Doch statt der spurlosen Tötung, die das Gift verspricht, wird er verjüngt und wacht als Sechsjähriger auf, zunächst orientierungslos, aber mit seiner vollen Erinnerung. Zusammen mit Professor Agasa, einem guten Freund, plant er, zunächst niemandem davon zu erzählen, da er sonst wohl noch getötet werden würde. Als er von Ran in Shinichis Haus erwischt wird, nimmt er den Namen Conan Edogawa an und Professor Agasa bittet Ran, Conan bei sich aufzunehmen. Ihr Vater, der Privatdetektiv Kogoro Mori, ist zwar nicht begeistert, kommt der Bitte aber nach. Und schon wird Conan in den ersten Fall, die Entführung eines Mädchens verwickelt. Er schafft es auch das Mädchen zu finden, aber nur mit Rans Hilfe kann sie gerettet werden – er ist eben alleine noch zu schwach. Aber da er geholfen hat, den Fall zu lösen – so denkt Mori – darf er bei Ran wohnen bleiben, sozusagen als Glücksbringer.

Ein weiterer Fall wird in diesem Band noch behandelt. Dort wird eine bekannte Persönlichkeit – zufällig einer von Moris Lieblingsstars – von einem Stalker verfolgt. Kurz darauf findet sich eine Leiche in der Wohnung der verfolgten Frau. Auch hier spielt Conan wieder eine wichtige Rolle in der Lösung des Falls und der Inspektor Juzo Megure taucht zum ersten Mal auf und ermittelt zusammen mit Mori in dem Fall. Conan nutzt einen Stimmenverzerrer von Professor Agasa, der in seiner Krawatte eingelassen ist, um mit Moris Stimme Hinweise zu geben – denn als kleiner Junge ist er prinzipiell im Weg und nervt nur.

Jetzt habe ich schon über 300 Wörter allen für den Inhalt gebraucht – aber es passiert einfach unglaublich viel in diesem Band. Auf die Fälle und Lösungen selbst werde ich hier weniger eingehen, es geht mir in meinen Inhaltsangaben mehr um die Rahmenhandlung und auf der Ebene ist eben dieser Band zentral, weil er die Figur Conan zunächst einführt. Ich muss zugeben, ich hatte vor diesem Manga schon den ersten Film der Reihe gelesen und war daher ein wenig im Vorteil – ich glaube, wenn man komplett neu in die Reihe kommt, wird man in diesem ersten Band etwas überfahren, es ist doch alles nicht so einfach – und diese japanischen Namen…

Es war mein erster Manga überhaupt. Ich besaß früher mal ein paar Bände, konnte mich aber nie aufraffen, diese mal zu lesen und gab sie nach einiger Zeit weg. Mangas weisen ja einige Besonderheiten auf, das wichtigste ist wohl, dass man sie von ‚hinten nach vorne liest‘, das hat mich insofern etwas irritiert, als dass das erste Panel einer Doppelseite auf der rechten Seite, rechts oben ist und man sich dann etwas kontraintuitiv durcharbeitet. Nach einigen Kapiteln ist man dann aber auch in diesem Stil drin. Zudem musste ich mich daran gewöhnen, die Bilder zu betrachten, da mit dem Text allein vieles häufig unklar bleibt. Hier zeigt sich aber ein sehr klarer Nachteil gegenüber Comicalben: Die schwarzweiß-Zeichnungen sind manchmal recht grob, Details gehen gelegentlich in großen Schriftzügen unter, Hintergründe verschwimmen in Denksituationen und insgesamt sind die Bilder nicht so wahnsinnig detailreich und gut erkennbar. Ich kenne persönlich nur die Asterix-Comics aus meiner Kindheit, aber durch die Farbe und die vielen, klaren Details konnte man da auch lange in den Bildern stöbern – das hat bei dem Manga nicht so gut funktioniert.

Aber gut, so ist das mit Mangas. Auch hieran werde ich mich im Laufe gewöhnen – und weil der Post schon so lange geworden ist, erkläre ich noch einiges über diese Serie in der nächsten Woche. Hatte ich schon erwähnt, dass ich für diese Bände keine Wertung gebe? Völlig ohne Vergleich ist das einfach nicht möglich.

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Montagsfrage vom 27.11.2018

Hallo und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage,

nachdem hier letzte Woche – nicht nur, aber auch auf diesem Blog – einiges ziemlich ungeplant und chaotisch lief, also im Klartext, mein Blog etwas brach lag, hoffe ich, dass es diese Woche wieder ein wenig besser weitergeht und ich vor allem meinen jährlichen Adventskalender problemlos starten kann. Zur Erinnerung: An jedem Adventssonntag und am heiligen Abend – vielleicht dieses Mal auch erst am 1. Weihnachtsfeiertag – gibt es einen Post zu einer kleinen Artikelreihe. Welche das dieses Mal ist, will ich jetzt noch nicht verraten, aber ich denke, es wird euch gefallen.

Nun also zur Montagsfrage:

Wie gehst du damit um, der einzige begeisterte Leser eines bestimmten Buches in deinem Freundes- und Bekanntenkreis zu sein?

Nun ist mein Freundes- und Bekanntenkreis generell nicht der lesefreudigste und insgesamt deckt sich der Lesegescmack nicht unbedingt mit meinem, sodass ich bei den meisten Büchern ziemlich alleine dastehe. Nicht zuletzt war ja das auch ein Grund für mich, diesen Blog anzulegen. Also mache ich genau das: Bloggen. Ich glaube, das ist keine sonderlich innovative Antwort und natürlich empfehle ich Bücher, die ich mag auch grundsätzlich, aber eher auf Nachfrage und nicht so proaktiv.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der es hier noch ein bisschen was zu lesen geben wird.

Bis dahin!

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Lachende Wissenschaft – Mark Benecke

Mark Benecke ist wohl der bekannteste Kriminalbiologie in Deutschland. Doch neben seinen Vortägen, kriminologischen Aktivitäten und den diversen Podcasts ist Mark Benecke auch wissenschaftlicher Berater bei den IG-Nobelpreisen, die „Spaß-Nobelpreise“, die für besonders kuriose oder amüsante wissenschaftliche Erkenntnisse verliehen werden. Und in dem Buch stellt er diese Erkenntnisse vor.

Das passiert immer kapitelweise, das Buch ist also aufgeteilt in dutzende kleine Kapitel, meistens 2-4 Seiten lang, in denen zuerst die Forschungsarbeit mit einem Augenzwinkern vorgestellt und laiengerecht erklärt wird, schließlich schätzt Benecke noch kurz ein, welche Chancen das Paper auf einen IG-Nobelpreis hätte. Wissenschaftliche Begriffe (wie „Paper“) werden mit einem Stern markiert und im Anhang erläurtert. Die Bandbreite der Paper ist durchaus naturwissenschaftlich gefärbt – sei es eine Analyse über den Schaum des Bieres oder über Hausmittel, um Blutegel loszuwerden – aber auch sozialwissenschaftliche Themen, wie die Analyse des Öffnungsverhalten von Aktenkoffern kommen in diesem Buch vor.

Ich kann hier keine klassische Inhaltsangabe schreiben, da es eben einfach ‚nur‘ eine Reihung von verschiedenen Paper-Vorstellungen ist, die Beiträge kann man sich ein wenig wie die wöchentlichen Podcasts von Mark Benecke bei Radio eins vorstellen, wobei es da eher um ‚normale‘ Forschungsbeiträge geht. Die Erklärungen sind natürlich – es ist immerhin bei einem Publikumsverlag erschienen – immer absolut öffentlichkeitstauglich und sprechen auch ein nicht-akademisches Publikum an. Der Spagat zwischen der Öffentlichkeitstauglichkeit und dem Nicht-Langweilen des akademischen Publikums gelingt durch den Anhang. Alle Fachbegriffe, von p-Wert über Paper bis Nullhypothese werden im Anhang ausführlich erklärt. Diese Integration finde ich sehr gelungen und hier zeigt sich Benecke Stärke: Er ist wirklich gut darin, komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und mit etwas Humor garniert und trotzdem immer wissenschaftlich fundiert Geschichten zu erzählen. Das spielt er in diesem Buch voll aus.

Was mich weniger angesprochen hat, war die Form des Buches. Die einzelnen Artikel stehen völlig unsortiert nebeinenander. Es gibt keine thematische Gruppierung, keine Chronologie und keine Rahmung des Ganzen. Es könnten auch einfach einzeln Blog-Posts zusammengestellt worden sein. Das hätte ich mir – Academia Obscura, wir hatten dieses doch vergleichbare Buch vor einigen Wochen, konnte das besser – noch vom Verlag gewünscht, dass sie etwas Ordnung in das Chaos der Wissenschaft bringen. Ansonsten ist das Buch durchaus spaßig und für mich als jemanden, der kein Naturwissenschaftler ist, sich aber dafür interessiert, eine angenehme Lektüre für zwischendurch. Dafür gebe ich gerne mal 4/5 Sternen.

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Hanni und Nanni: Lindenhof in Gefahr (#23)

Mit dem heutigen Band fängt eine neue Ära Hanni und Nanni an. 2007 erschien ein neuer, dreiundzwanzigster Band von Hanni und Nanni. Hanni und Nanni besuchen nun die Oberstufe, sind Schülersprecherinnen und die nun folgenden Bände weisen keine Chronologie auf, spielen und enden mitten im Schuljahr und es tauchen auf der einen Seite verschiedene alte Charakter auf, andere Charaktere fehlen und auch einige Entwicklungen der alten Charaktere wurden zurückgenommen. Geschrieben wurden diese neuen Bände von der Jugendbuchautoren Brigitte Endres, die auch andere Bücher im SchneiderVerlag veröffentlicht.

In Lindenhof ist irgendwie der Wurm. Die Hausmutter ist schlecht drauf, auch die Direktorin fährt heutiger aus der Haut als sonst. Und dann kommt eine Limosine angefahren, in der auch ein junges Mädchen sitzt. Die Lindenhoferinnen führen sie durch die Schule, weil sie glauben, sie sei eine neue Schülerin. Doch der Schock sitzt tief, als Fräulein Theobald – und ich werde sie immer so nennen, ganz egal, wie sehr der SchneiderVerlag die Anrede ‚Frau Theobald‘ durchzusetzen versucht – verkündet, dass der Vater jenes Mädchens ein Hotelkettenbesitzer sei, der Lindenhof gekauft habe und die Schule nun umbauen will. Es gebe keine Hoffnung. Das jedoch wollen die Mädchen nicht akzeptieren. Ein Brief des Mädchens, die sich erklärt, gibt ihnen die Hoffnung, noch mit ihrem Vater reden zu können. Verbotenerweise fahren Hanni und Nanni nach Hamburg, um mit ihm zu sprechen und tatsächlich schaffen sie es, ihn dazu zu überreden, dass Lindenhof auch für seine Tochter, die unter Diabetes leitet, das beste sei und er entscheidet sich, es zumindest mal zu versuchen. Und dank des Einsatzes der Mädchen, die die dringend notwendige Renovierung selbst durchführen, damit er auf eine Pachterhöhung verzichten kann, kann Lindenhof gerettet werden – und auch seine Tochter fühlt sich pudelwohl und ist gut dort aufgehoben.

Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Band halten soll. Einerseits fand ich die Handlung sehr reizvoll und es hat mich auch gefreut, dass es eine durchgehende Handlung mit verschiedenen Handlungsbögen gab. Das hat für Spannung gesorgt und diese übergreifende Perspektive hat mich auch bei Laune gehalten. Dass dann Sabrina neu nach Lindenhof kam, die Diabetes hat, gefiel mir auch gut, wenngleich wir schon mal ein Mädchen mit besonderen Anforderungen hatten, die ist aber inzwischen nicht mehr vertreten.

Gestört haben mich die Mädchen. Schwärmereien sind ein völlig neues und gerade bei Carlotta unfassbar unpassendes Element in diesem Band, einige Charakterzüge, die sich schon lange weiterentwickelt hatten – man denke an Elli und Carlotta – sind wieder gefühlt wie im ersten Band und insgesamt sind die Figuren deutlich oberflächlicher in ihren Handlungen und Einstellungen, sie sind weniger reflektiert. Auch diese völlige Konsequenzlosigkeit, dass Hanni und Nanni nach Hamburg gefahren sind ist zwar angesichts ihrer Leistungen nachvollziehbar, ist aber auch etwas schwierig.

Insgesamt also ein zweigeteiltes Fazit. Einerseits eine schöne, spannende Handlung mit einem guten Spannungsbogen – wenngleich sich das Ende etwas gezogen hat. Mir fehlte da ein wenig der ganz normale Unterricht, der auch gerne ein wenig ausgebaut werden darf. Andererseits die seltsamen Figuren und der flapsige Umgangston und die seltsame Konzeption des Bandes als ‚irgendwie im Schuljahr‘ und die fehldene Konsistenz zu vorigen Bänden. Insgesamt also ein ganz netter, aber kein wirklich großartiger Band, ich gebe mal 3/5 Sternen und bin jetzt gespannt auf die Folgebände.