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Armageddon – Wolfgang Hohlbein

Im Durchschnitt der letzten Jahre schreibt Hohlbein durchschnittlich 1500 Seiten jedes Jahr. Gönnt man ihm einige Tage Wochenende und Urlaub im Jahr, sind das fünf Seiten, die der inzwischen nicht mehr ganz jugendliche Fantasy-Autor jeden Tag zu Papier bringt. Pünktlich zu den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt erscheinen so mindestens zwei Bücher pro Jahr. Im Oktober 2017 erschien also Armageddon, ein recht umfangreicher Roman (~600 Seiten), beim Piper-Verlag, der mir auch das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte – vielen Dank dafür!

Alles dreht sich um Beka, eine junge Frau auf dem Weg nach Tel Aviv. Im Flugzeug noch von kleinen Kindern ziemlich genervt, kommt es bei der Landung zu Schwierigkeiten. Schwierigkeiten in Form einer Atombombe, die unmittelbar neben dem Flugzeug explodiert. Warum Beka nicht gestorben ist, erschließt sich ihr nicht, aber sie wacht in einem seltsamen Tempel ihrer Kleider beraubt auf. Sie trifft auf Lukas, den perfekten Mann, der im Flugzeug hinter ihr saß. Doch kaum verlassen sie den Tempel, wird Lukas schon erschossen und Beka festgenommen und soll verbrannt werden. Ein Engel rettet sie und bestraft diejenigen, die sie verbrennen wollten. Sie findet nach kurzer Zeit heraus, dass sie sieben Jahre in der Zukunft und in Jerusalem ist, wo alles, was früher mal war, zerstört ist und nur der Engel seine schützende Hand über einen kleinen Stamm an Kindern hält, die von ihm mit nicht verstrahlter Nahrung versorgt werden. Doch auch diese Welt droht zu zerbrechen, als ein Ausflug von Beka und einem der Kinder aus dem Flugzeug zu ebenjener Absturzstelle zu einer großen Schlacht führt, die in eine Flucht aus dieser Stadt und vor den Engeln mündet. Hier stellt sich dann die Frage nach Freund und Feind noch einmal völlig neu.

Über das Ende des Buches werde ich mal nicht so viel verraten – wer jedoch darauf hofft, dass am Ende mal alles aufgeklärt hat, wird enttäuscht, denn es endet nicht nur mit einem Cliffhanger, sondern es ist bereits ein zweiter Band für Oktober 2018 angekündigt – der mit knapp 700 Seiten sogar nochmal etwas umfangreicher ist. Also wer einfach nur eine abgeschlossene Geschichte lesen möchte, ist mit diesem Buch vermutlich nicht besonders gut bedient.

Was ist von dem Buch hielt? Yeah, keine Tentakel! Hohlbein hat ja eine Affinität zum Cthullu-Mythos, sodass in vielen seiner Werke geheimnisvolle Wesen mit Tentakeln aus der Tiefsee auftauchen und in irgendeiner Form eine ganze Menge Unheil anrichten. Hier ist das nicht der Fall, sondern er bedient sich vage der christlichen Offenbarungsgeschichte, eben dem Armageddon, was ja vom Titel durchaus nahegelegt wird. Das ist nicht das erste Mal, dass sich Hohlbein dieses Motivs bedient, spontan fällt mir da Krieg der Engel ein, aber ich meine, es gäbe noch weitere Titel, in denen das Motiv wieder auftaucht. Das ist jetzt zunächst auch gar nicht verwerflich, aber es ist eben nicht wirklich eine neue Idee.

Neu ist allerdings das Setting. Eigentlich gab es schon so eine Art Apokalypse und nun haben die Engel sozusagen Schutzzonen im heiligen Land eingerichtet. Beka wird in diese Welt hineingeworfen und erkundet diese Welt zunächst. Scheinbar hat sie aber eine Schlüsselrolle inne, weil sie irgendwie seltsam behandelt wird. Und in dieser Welt ist alles erstmal erklärungsbedürftig, die Folgen der Radioaktivität sind omnipräsent und alles ist anders. Insofern ist es auch zu verzeihen, dass in der Handlung verhältnismäßig wenig passiert. Wie es für Hohlbein typisch ist, gibt es im Durchschnitt alle 20-40 Seiten irgendein Spannungsmoment mit potenziell tödlichen Gefahren für zumindest einen Protagonisten. Der Fokus der Handlung liegt auch nahezu ausschließlich auf Beka, es gibt also keine großen Nebenschauplätze, in denen etwas passiert. Beka ist eine recht interessante Figur, wenngleich sie nicht so wirklich eine Entwicklung durchläuft. Leider sind viele Nebenfiguren sehr statisch – allerdings sterben auch einige, sodass sie auch nur als Statisten, die eine Funktion in der Handlung erfüllen, angelegt waren.

Insgesamt fand ich Armageddon durchaus lesenswert. Es ist nicht der beste Hohlbein, den ich je gelesen habe, gerade die etwas lahme Handlung mit manchen Spannungsmomenten, die ziemlich konstruiert wirken und dann eigentlich auch nur die Handlung stören stieß mir ein wenig sauer auf. Ansonsten hat mich das Thema des Romans absolut positiv überrascht, das Setting ist spannend gestaltet, die Welt ist relativ komplex und eigentlich erst am Ende dieses Bandes halbwegs abschätzbar. Ich hatte ob des Klappentextes kurz Angst, dass Hohlbein sich hier an einem politischen Thriller oder ähnlichem versucht – das hat er tatsächlich nicht, es ist ein phantastisches Werk durch und durch. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und gebe für diesen Band gerne 4/5 Sternen.

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Montagsfrage vom 04.06.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich WIllkommen zur heutigen Montagsfrage!

Wenn du Bücher mit in den Sommerurlaub nimmst, liest du dann typische, leichte Sommerlektüre oder einfach ganz normal Bücher wie sonst auch?

Allein schon das Wort Sommerurlaub wird für mich zum Problem. Ich erinnere mich nicht daran, mal einen normalen Sommerurlaub verbracht haben. Darauf ist mein Studiengang nicht ausgelegt, zu viele Hausarbeiten verhageln mir jegliche Zeit, um mal länger wegzufahren. Aber wenn ich wegfahren würde, würde ich vermutlich aus Gepäckgründen meinen eBook-Reader mitnehmen und ihn vorher mit denjenigen Büchern von meinem SuB füllen, die ich mir aus der örtlichen Onleihe ausleihen konnte – also keine speziellen Bücher, eher ein besonderes Format.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der ich eine ganz spezielle Rezension vorbereitet habe – freut euch darauf!

Bis dahin!

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Monatsliste vom Mai 2018

Mein SuB ist wieder bei 111! Das ist insofern verwunderlich, als dass ich zwar netto einen Neuzugang habe – das Rezensionsexemplar zu Armegddon habe ich bereits gelesen – vielen Dank dafür an den Piper-Verlag – aber mein SuB damit zwei Titel höher ist als im letzten Monat. Und das war so: In meiner allmächtigen Excel-Tabelle, die auch die Zählung des SuBs für mich übernimmt, hatte ich ein Buch nicht eingetragen. Daher fehlte dieses und als mir das im Laufe des Monats auffiel, hieß das kurz gesagt, dass mein SuB nicht schlanker werden sollte. Von meinem Ziel, im Laufe des Jahres meinen SuB zweistellig zu bekommen, bin ich also noch immer weit entfernt. Und bei dem mauen Lesepensum von nicht mal 700 im Monat wird das auch so langsam aber sicher eng. Und dass gegen Jahresende noch rund ein halbes Dutzend Neuerscheinungen, die mich interessieren, auf den Markt kommtn, macht es irgendwie nicht einfacher. Nun gut, fürs erste freue ich mich, dass ich zumindest ein recht umfangreiches Buch gelesen habe und hoffe auf das Jahresende, die dunklen Herbstmonate mit hoffentlich viel Lesezeit.

In diesem Sinne – hier sind die Zahlen:

Gelesen:

Die blaue Geranie – Agatha Christie (coming soon, 18 Seiten)
Die Gesellschafterin – Agatha Christie (coming soon, 19 Seiten)
Armageddon – Wolfgang Hohlbein (coming soon, 599 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 636 Seiten, 20,51 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 636 Seiten, 24,51 Seiten pro Tag

Geschenkt / Als Rezensionsexemplar:
Armageddon – Wolfgang Hohlbein
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr – Walter Moers

End-Sub-Stand: 111 (+2 – dank eines Rechenfehlers)

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Die überlistete Spiritistin – Agatha Christie

Noch immer – oder schon wieder, das Buch gibt darüber keinen Aufschluss – sitzen unsere sechs Freunde zusammen und erzählen sich eine Geschichte. Der Erzähler ist diesmal der Jurist Mr. Petherick, dem zuvor das Versprechen abgenommen wird, es handele sich dabei nicht um eine ‚juristische Spitzfindigkeit‘. Nachdem er dies zugesichert hat, erzählt er eine Geschichte von einem älteren Herrn, der auf seine alten Tage hin einen bösen Aberglauben hat. Eine Spiritistin, die Seancen abhält, schaffte es, ihn enorm von sich zu beeindrucken, er verteidigt sie gegen jede Zweifel, mögen sie auch von seinen Kindern oder einem extra eingesetzten Professor der Grenzwissenschaften gesäht worden sein. Schließlich kann niemand ihr die Scharlatanerie nachweisen, wenngleich alle in seinem Umfeld selbige vermuten. Nachdem einer seiner Söhne ihn mal wieder sehr genervt hat, schickt er nach dem Anwalt, Mr. Petherick, er möge sein neues Testament abnehmen. In diesem Testament lässt er seinen Blutsverwandten nur so viel wie nötig und begünstigt ebenjene Spiritistin. Der Anwalt nimmt dieses Testament ab, spricht dann noch kurz mit der Familie und steckt das Dokument in seinen Safe. Schließlich verstirbt der ältere Herr, doch das Testament besteht lediglich aus einem unbeschriebenen Blatt Papier. Die Ermittler tappen im Dunklen. Die Familie des älteren Herren hatte zwar ein Motiv, das Testament während Mr. Pethericks Aufenthalt auszutauschen, jedoch nicht die Gelegenheit dazu. Diese hatte jedoch nur die Spiritistin und ihre Assistentin – aber diese hatten ja überhaupt kein Motiv. Zwar hat Mrs. Marple schon früh die richtige Lösung parat, die anderen rätseln jedoch sehr lange, was hier passiert sein könnte.

Im englischen Original trägt diese Geschichte den bezeichnenden Titel Motive v. Opportunity – also Motiv vs. Gelegenheit, was den zentralen Clou der Geschichte in ziemlich wenigen Worten zusammenfasst. Ich weiß nicht, ob es ein Krimi-Genre gibt, das diese Bezeichnung trägt, aber falls nicht, würde ich dafür plädieren, ein solches einzuführen und diese Geschichte als Referenz anzunehmen, denn tatsächlich ist die Geschichte sehr geschickt, sehr exakt so gestrickt. Nett fand ich es, dass hier Miss Marple gar nicht selbst aufgelöst hat, sondern sich nur durch ein Kichern und Flüstern bemerkbar machte und so Mr. Petherick selbst zur Auflösung gebeten wurde. Zwar konnte Miss Marple am Ende noch ihre kleine Geschichte erzählen, aber es war mal eine ganz angenehme Variation, denn ansonsten ist ja der Ablauf dieser Geschichten stets der Gleiche.

Ich mochte die Art, wie die Geschichte aufgebaut ist, sehr gerne; ich fand das sehr stimmungsvoll und gut zum Mitraten geeignet. Tatsächlich hätte man auf die Lösung kommen können und ich denke, man kommt relativ schnell auf zumindest eine vage Idee, was passiert sein könnte. Insgesamt wieder eine schöne Geschichte, für die ich gerne wieder 4/5 Sternen vergebe.

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Montagsfrage vom 28.05.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage,

Gibt es Autoren bei denen ihr im Zwiespalt seid sie zu lesen, weil ihr mit ihren Ansichten/Handlungen oder gar Aspekten ihres Werks nicht übereinstimmt?

Das ist eine schwierige Frage. Vor einigen Jahren ging der Fall von Marion Zimmer Bradley, die ihren Nachfahren zufolge in Kindesmissbräuche verwickelt war, durch die Fantasy-Szene. Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben, dass zumindest schwierig ist. Und was sich manche Autoren beim Beschreiben ihrer Gewaltszenen in Thriller- und Phantastik denken, möchte ich mir lieber nicht ausmalen.

Ich kann mich dazu nicht richtig positionieren. Einerseits propagiere ich eine strenge Trennung zwischen Autor und Werk, die auch meiner Ansicht nach zur Analyse eines Textes unbedingt nötig ist. Dass Autoren, die menschlich sehr unangenehme Zeitgenossen waren, brilliante Texte abfassen, wissen wir alle. Aber natürlich schwingt das beim Lesen immer irgendwie mit und abschalten kann und will man das auch nicht.

Insgesamt eine schwierige Frage, die ich nicht Pauschal beantworten kann. Wenn der Autor lediglich eine andere politische Meinung hat oder vertritt, dann ist das kein Problem, das ist Pluralismus. Wenn es um Straftaten oder extremistische Haltungen geht, sieht das schon wieder anders aus. Es ist also kompliziert.

In diesem SInne wünsche ich euch trotz des schweren Einstiegs eine gute Woche!

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Heftromane Gestern: Rolf Torring #002: Chinesische Ränke

Chinesische Ränke ist der zweite Band der Rolf Torring-Reihe, einer Heftromanreihe aus den 30ern, geschrieben vermutlich ebenfalls von einem gewissen Wilhelm Reinhard. Ich habe hiervon noch einen zweiten Band gelesen, hauptsächlich um nachzuvollziehen, was von dem letzten Mal genannten nur in dem einen Heft zu finden war und was sich durch die Reihe hindurchzieht.

Das Heftchen setzt dort an, wo das letzte aufhörte. Im Urwald auf Sumatra, noch immer sind Rolf Torring und Hans, sein Begleiter und Ich-Erzähler dieser Serie, auf der Suche nach dem schwarzen Panther, vor allem aber auf der Suche nach dem seltsamen Riesen, den sie im letzten Band gesehen haben. Sie folgen also dem Riesen durch den Urwald und versuchen dabei, dem Chinesen zuvorzukommen. Und scheinbar hält der Riese noch immer seine schützende Hand über die beiden. Anders ist es nicht zu erklären, wie sie einigen Gefahren ausweichen können. Schließlich kommt der ehemalige Diener des Chinesen zu ihnen und warnt sie, Fu Dan wäre jetzt endgültig übergeschnappt. Das merken die beiden kurz danach auch, als sie das Lager der Chinesen entdecken. Nur dank der Hilfe ihres unbekannten Freundes können sie den wütenden Chinesen entkommen.

Ich habe das jetzt mal kursorisch zusammengefasst – dieser Post wird insgesamt verhältnismäßig kurz – denn tatsächlich gibt es gerade im Unterschied zum letzten Band so gut wie gar nichts neues zu berichten. Dass das Heftchen in seiner Sprache latent rassistische Züge trägt, dass Kolonialismus als etwas ziemlich gutes dargestellt wird und dass es aus heutiger Sicht ziemlich befremdlich ist, ist nichts neues. Auch die Karl May Bände, die noch einige Jahre früher erschienen, haben immer dieses latente „Der Europäer ist besser als der Muselmane“ in sich. Das ist zwar aus heutiger Sicht sehr schwierig – und auch keine Lektüre, die ich meinem Kind unreflektiert hinwerfen würde – aber dennoch den Heftchen selbst nicht unbedingt vorzuwerfen. Nicht nur als Zeitzeugnisse, auch als leichte Unterhaltung gefielen mir die Hefte wirklich gut. Dass man diese Heftchen jetzt glorifiziert und als besonders hochwertige Literatur darstellt, heißt das natürlich nicht. Besonders toll ist das nicht, die Handlung ist ziemlich eindimensional, insgesamt auch nichts künstlerisch wertvolles – eben ein typischer Heftroman. Leichte, solide Unterhaltung im Zeitgeist der 1930er Jahre. Dafür vergebe ich – wie schon beim letzten Mal keine Wertung und das möchte ich heute gerne mal erklären.

Ich könnte dem Heftchen eine gute Wertung geben. Das würde bedeuten, dass ich das Heftchen weiterempfehlen kann, dass ich also die präsentierten Inhalte gut finde, zumindest aber, wenn ich wie bei Karl May das Ganze als historischen Gegenstand werten kann, es irgendwie wertvoll finde. Das kann ich hier nicht, ich sehe ein bisschen den historischen Wert, aber sehe keinen großen Reiz, die Hefte heute als spaßige Lektüre weiterzuempfehlen. Würde ich aber eine schlechte Wertung aussprechen, würde ich dem Heft damit auch irgendwie unrecht tun, weil es aus damaliger Sicht ein solider Heftroman war, der genau das, was er versprach, auch halten könnte. Und um mich einfach aus dieser Bredouille herauszuschreiben, vergebe ich einfach keine Wertung.

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Montagsfrage vom 21.05.2018

Guten Abend und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage – am Mittwoch!

Tatsächlich hat mich in den letzten Tagen die neue DSGVO ein wenig auf Trab gehalten – es geht bei mir ja nicht nur im meinen Blog sondern rund um ein Dutzend Seiten, die ich mehr oder weniger intensiv betreue. Doch nun zur dieswöchigen Montagsfrage:

Erinnerst du dich an ein Buch, das du als Kind/Teenager sehr oft gelesen hast?

Ja, da gibt es einige. Astrid Lindgren in der frühsten Kindheit, besonders Pippi Langstrumpf, Madita und die Kinder von Bullerbü. Später kam Michael Endes ‚unendliche Geschichte‘, der Wunschpunsch oder auch Jim Knopf – wobei ich das als Kind nur als Hörspiel hatte, aber sicherlich dutzende Mal gehört habe. Später war es dann Krieg der Engel von Wolfgang Hohlbein, das ich einige Male gelesen habe – entsprechend sieht meine Ausgabe auch aus.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der es am Freitag noch einen weiteren Post geben wird, bevor es dann am nächsten Montag wieder pünktlich mit der Montagsfrage weitergeht.

Bis dahin!

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The Forever Man – Eoin Colfer

Mai 2014 – November 2016 – April 2018. Insgesamt habe ich also fast vier Jahre gebraucht, um diese Trilogie abzuschließen. Es ist sozusagen der Nachfolger der Artemis-Fowl Reihe, die Colfer zwischen 2001 und 2012 schrieb. Die drei Bände erschienen im Original zwischen 2013 und 2015 und in drei Bänden wird eine mehr oder weniger zusammenhängende Geschichte rund um FBI Agent Chevie und Riley, einen Jungen aus dem Zeitalter der Jahrhundertwende, in der eine wilde Zeitreisegeschichte erzählt wird.

Der dritte Band setzt wieder im viktorianischen London an. Chevie und Riley versuchen, Rileys lang verschollenen Bruder zu finden. Sie verabreden sich mit einer seltsamen Frau, die es zu schaffen scheint, Gefangene gegen eine ordentliche Bestechung freizukaufen. Doch im Gefängnis bei seinem Bruder angekommen, stellen sie fest, dass sie den falschen freigekauft haben: Garrick, den Forever Man! Jeder Mann, der Riley in seinem Theater gefangen hielt, der nun das Wurmloch zu beherrschen scheint. Apropos Wurmloch: Noch bevor sich die Handlung aufklären kann, werden alle eingesogen und finden sich in einem kleinen Ort im 17. Jahrhundert zur Zeit der Inquisition wieder. Der Forever-Man inszeniert sich als Inquisitor und Chevie, die durch den Zeitriss die Augen einer Katze bekommen hat, wird auf einmal als Hexe angezeigt. Doch glücklicherweise sind sie nicht allein: Ein anderer Agent und sein treuer Kamerad, der leider in der Gestalt eines Hundes aus dem Zeittunn zurückkehrte, haben eine kleine Basis in dieser Zeit und sind mit dem Professor, der diese Idee von Zeittunneln ursprünglich hatte, in Kontakt, um den Forever-Man (oder: Den Quantenzauberer, wie er im Deutschen heißt) zu stoppen. Doch das stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Zwar kann sich Riley zunächst befreien – er will ihn wieder unter seine Gewalt bringen – doch der endgültige Befreiungsschlag droht dann doch zum Fehlschlag zu werden. Denn die Henker bringen schon das flüssige Silber, das Chevie eingefüllt werden soll, um den Zeitriss ein für alle Mal zu schließen.

Ich will es relativ kurz machen – denn zu Colfers Schreibstil, seiner Figurenzeichnung und der Welt habe ich schon viel gesagt: Ich mochte das Buch sehr gerne. Colfer führt hier im dritten Band noch eine zusätzliche Zeitebene ein, die zuvor noch keine Rolle spielte und das ist dann auch der Aufhänger für das große Finale. Zwar mag ich das viktorianische London sehr gerne – es ist für mich einfach der perfekte Schauplatz für phantastische Geschichten – aber ich konnte mich auch mit dieser Zeit zu Beginn der frühen Neuzeit anfreunden. Vor allem gefielen mir auch die neuen Figuren, der FBI-Agent und sein Partner in Hundegestalt ziemlich gut. Für meinen Geschmack war die gute Chevie etwas zu häufig kurz vor dem Tod und das Buch etwas zu atemlos geschrieben, ich hätte mich noch über 50 Seiten mehr über ein paar Hintergründe gefreut, aber das sind Details. Ich mag Colfers Schreibstil sehr gerne, er schreibt gut verständlich und trotzdem sehr ästhetisch, sodass ich das Buch auch für Leser, die noch nicht so viele Bücher auf Englisch gelesen haben, empfehlen würde. (Wobei ihr dann beim ersten Band anfangen solltet)

Insgesamt habe ich nur den einen Grund, Colfer hier ‚nur‘ 4,5/5 Sternen zu geben: Der erste Band war noch ein wenig besser. Es ist ein sehr gelungener Abschluss der Trilogie und es gibt überhaupt keinen Grund, diese kurze Reihe (zusammen ja gerademal knapp 1000 Seiten) nicht zu beenden. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

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Neuzugänge #30: Winter 2016/17


 
Es ist schon wieder fast ein Dreivierteljahr her, dass ich das letzte Mal meine Neuzugänge vorgestellt habe. Witzigerweise war ich damals noch nicht fertig damit, den Rückstand von damals aufzuholen und inzwischen ist noch ein Jahr vergangen. Nun geht es also weiter mit den Neuzugängen, heute stelle ich euch diejenigen vor, die ich im Winter 2016/2017 auf meinen SuB bekommen hatte. Wie ihr feststellen werdet, war 2017 ein recht unspektakuläres Jahr. Planmäßig könnt ihr euch auf eine neue Folge dieser kleinen Serie pro Monat freuen – zumindest bis ich den Rückstand wieder aufgeholt habe, anschließend hoffentlich immer dann, wenn sich die Vorstellung lohnt – also alle 5 bis 6 Neuzugänge. Achtet auch mal darauf, wie viele dieser Bücher ich bis heute noch nicht gelesen habe. Aber gut, legen wir los:

Antigone – Sophokles
Klassiker, anyone? Es kann ja eigentlich nicht schaden, mal ein paar Texte der Attiker gelesen zu haben, Sophokles ist ohnehin ein Klassiker, die Antigone wohl sein bekanntestes Stück also dachte ich mir, als ich mal wieder am Bücherschrank stand, wäre es eine gute Idee, dieses kleine Heftchen mal mitzunehmen. Leider habe ich es bis dato noch nicht geschafft, es mal zu lesen.

Der Inquisitor – Hohlbein
Ich habe ja immer ein Interesse daran, den ganzen Backkatalog von Hohlbein zu lesen. Die Neuerscheinungen lese ich häufig recht zügig weg, aber es sind ja noch mehrere Dutzend Bücher, die er in den letzten Jahrzehnten geschrieben hat, übrig. Dieses ist eines davon, ebenfalls ein Geschenk, aus dem Jahr 1992. Ich habe eine sehr hübsche Hardcover-Ausgabe aus dem Ueberreuter Verlag von diesem Jugendbuch, bei dem es sich im Gegensatz zu vielen anderen Hohlbeins um einen historischen Roman ohne Phantastik handelt. Ich bin sehr gespannt darauf – aber bis auf weiteres noch mit den Neuerscheinungen beschäftigt

Der Schut – Karl May
Ein geschenkter Karl May. Ich hatte vor einiger Zeit mal angefangen, den ersten Band der Gesammelten Reiseerzählungen zu lesen und würde da mittelfristig auch gerne noch den ein oder anderen Band lesen. Der Schut ist der letzte Band des Orientzyklus, bis ich diesen lesen werde, dauert es wohl noch etwas, aber auf meinem SuB liegt dieses Buch jetzt schonmal.

Reckless: Steinernes Fleisch – Cornelia Funke
Von den heutigen fünf Büchern ist Reckless das Einzige, das ich bereits gelesen hatte. Ursprünglich wollte ich diese Reihe schon vor einigen Jahren mal lesen, unmittelbar nachdem ich die Tintenwelt-Trilogie abgeschlossen hatte, hatte ich Lust darauf, habe mir sogar mal den ersten Band aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, aber kam aus irgendeinem Grund nicht dazu. Als ich das Buch dann einige Zeit später in einem Bücherschrank auf ein gut erhaltenes Exemplar stieß, nahm ich es mir mit und las es schon wenig später – hier meine Rezension dazu.

Die Jagd – Stanislaw Lem
Im letzten Semester gab es bei uns an der Uni eine Vorlesungsreihe, in der Stanislaw Lems Theorien und Ideen das Thema waren. Mich hat das ziemlich überrascht, denn ich hatte diesen Namen zuvor noch nie gehört. Erst im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass Lem ein ziemlich renommierter Autor mit Tiefgang ist. Als ich dann nur wenige Wochen später dieses Büchlein in einem Karton mit der Aufschrift ‚Zu Verschenken‘ fand, konnte ich nicht widerstehen und nahm das Buch einfach mal mit. Bis dato kam ich jedoch leider noch nicht dazu.

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Montagsfrage vom 14.05.2018

Guten Morgen zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Magst du lieber dicke oder dünne Bücher, oder ist es dir egal? Warum?

Marcel Reich-Ranicki sagte einmal, es gebe in Deutschland keinen Autor mehr, der einen Roman über 300 Seiten schreiben könnte – dementsprechend schlechte Karten hatte ein solches Buch bei ihm. Bei mir ist das – zumindest bei Unterhaltungsliteratur – nicht so. Klar, 1400 Seiten Krieg und Frieden schrecken schon ziemlich ab, aber ein guter Fantasy-Roman unter 300 Seiten kann eigentilch gar nicht existieren – zu erklärungsbedürftig ist die neue Welt, die dort präsentiert wird. Nun, da ich eben gerne Fantasy lese, ist mir die Neigung zu etwas längeren Büchern durchaus gegeben. Klar ist es auch mal angenehm, etwas kürzere Bücher zu lesen, aber grundsätzlich mag ich längere Bücher sehr gerne. Mein SuB, der mit aktuell 112 Titeln einen ganz guten Querschnitt meiner Leseinteressen darstellt hat eine durchschnittliche Buchlänge von ~550 Seiten, es ist also auch dort sicherlich eine Tendenz zu längeren Titeln erkennbar.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, ich habe schon zwei Posts für diese Woche in der Pipeline, also schaut gerne im Laufe der Woche nochmal vorbei

Bis dahin!