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Der Mann mit der Schramme – Arthur Conan Doyle

Inzwischen sind wir mit dem ersten Kurzgeschichtenband, „The Adventures of Sherlock Holmes“ schon etwas fortgeschritten, die jetzige Geschichte ist bereits die sechste von zwölf. Und nachdem die ersten Geschichten eher als eine Art Exposition zu sehen war, geht es ja inzwischen schon seit mehreren Geschichten richtig zur Sache – und auch heute ist wieder einiges los.

Die Geschichte beginnt bei Watson, der gebeten wird, den Mann einer alten Bekannten aus einer Opiumhöhle zu holen, der dort etwas untergegangen zu sein scheint. Dort trifft er dann – zu seiner enormen Überraschung – Sherlock Holmes, der in einem sehr sonderbaren Mordfall ermittelt. Sherlock sucht nach jemandem, der den Mann einer recht gut gestellten Frau getötet hat – zumindest legen Blut und seine Kleidungsstücke seinen Tod nahe. Man findet einen Rock voller kleiner Münzen und man weiß, dass er von der Frau am Fenster über der Opiumhöhle gesehen wurde. Dennoch taucht kurz darauf bei seiner Frau die Notiz auf, dass er am Leben sei und alles gut gehen würde – mit Sicherheit von seiner Handschrift geschrieben. Der Fall wird nun wirklich verzwickt. Sherlock Holmes genehmigt sich eine Dose Tabak im Laufe einer durchdachten Nacht und kann schließlich am Morgen die eindrucksvolle Lösung präsentieren.

Mich hat diese Geschichte richtig beeindruckt. Ich weiß gar nicht so genau wieso, aber irgendwie fand ich diese Geschichte – vergleichbar mit der vorigen von den fünf Apfelsinenkernen – sehr sehr beeindruckend. Der Fall ist anspruchsvoll, komplex und ist gar nicht das, was er zunächst scheint – hat mit der eigentlichen Ausgangssituation denkbar wenig zu tun; das Setting und die Beschreibung der Opiumhöhle fand ich sehr stimmungsvoll-abstoßend und insgesamt – auch wenn ich seine Methode des Rauchens und des Schlafentzuges zweifelhaft finde – war Sherlock mal wieder großartig im Kombinieren aller Fäden – auf die man vielleicht hätte kommen können, was mir aber mal wieder nicht einleuchtete. Ich bin mir inzwischen unsicher, ob es an mir liegt, ob ich einfach schlecht im Mitraten bin, oder ob die Geschichten es einfach nicht so hergeben.

Ebenfalls fand ich es großartig, dass Watson hier diesmal wirklich in die Handlung verwoben war. Nun gut, verwoben ist etwas übertrieben, aber zumindest saß er nicht die ganze Zeit daneben, sondern hat am Anfang eine tragende Rolle gespielt – im Weg zu Sherlock Holmes hin – und war dann wie so oft nicht weiter wichtig, aber immerhin hatte er seinen Moment.

Wie schon geschrieben, mochte ich die Geschichte gerne. Das Setting war großartig, in der Baker Street, die zwar, wie letztes Mal geschrieben, auch sehr stimmungsvoll sein kann, passierte dieses Mal nichts und insgesamt fand ich diese Geschichte bisher eine der stärksten, wenn nicht die stärkste. Wenn es so weiter geht, könnt ihr euch noch auf einige Geschichten gefasst machen. Für heute lasse ich erstmal 4,5/5 Sternen da – und denke mir, dass da durchaus noch eine kleine Steigerung kommen könnte. Ich bin gespannt.

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Ein plötzlicher Todesfall – J. K. Rowling

Okay, dieses Geständnis wird jetzt den ein- oder anderen Überraschen: Ich habe die Harry-Potter Reihen nie fertig gelesen. Habe ich das auf dem Blog schon mal erzählt? Als Kind im Alter von 6 oder 7 Jahren waren die ersten Harry-Potter Bücher so ziemlich die ersten längeren Bücher, die ich gelesen habe, die ersten Filme habe ich noch im Kino gesehen. Schon durch den Feuerkelch habe ich mich dann mehr durchgekämpft, beim fünften Band habe ich dann im zarten Alter von ungefähr 8 oder 9 Jahren die Segel gestrichen und ihn nach einigen hundert Seiten abgebrochen; seitdem habe ich diese Reihe nie wieder angefasst. Und ja, ich möchte das irgendwann noch nachholen.

Einige Jahre nach dem siebten Band der Reihe schrieb J.K. Rowling ihren ersten Erwachsenenroman. Es war ein riesiger Medienhype, das Manuskript wurde geheimgehalten, die Übersetzer mussten in abgeschlossenen Räumen arbeiten, es gab eine irre hohe Erstauflage – und dann wunderten sich alle Käufer, dass es anders als Harry Potter ist. Genau deshalb wollte ich dem Buch mal eine Chance geben und habe es als ungekürztes Hörbuch gehört.

Barry Fairbrother, Gemeinderat in Pagford stirbt eines überraschenden Todes. Im Dorf entwächst nach dem Schock über den Tod eine Debatte um den Fortgang der Gemeinde. Durch seinen freien Sitz im Gemeinderat ergibt sich nun eine potenzielle Mehrheit für die Schließung der Drogenklinik und den Abtritt des als Problemviertels bekannten Ortsteil Fields. Barry stammte selbst aus Fields und hat sich für den Ortsteil und insbesondere die Bewohnerin Terry Weedon, eine Schülerin aus seiner Rudermannschaft, die eine Mutter auf Drogenentzug hat, eingesetzt. In der Diskussion um die Nachfolge wird dann gegen den Willen der Fields-Gegner eine Wahl angesetzt – im Vorfeld kommt es jedoch auf der Gemeindeseite zu Enthüllungen von pikanten Details über verschiedene Kandidaten, die von den Schülern Pegfords durch eine SQL-Injektion auf die veraltete Gemeindeseite gepostet werden. Einige zerstörte Existenzen später geht die Wahl dann auf einmal günstig für Fields aus, sehr zum Missfallen des Inhabers eines Feinkostladens, Howard Mollison, der Barrys größter Gegner im Gemeinderat war.

Ein großes Problem an diesem Roman ist, dass man ihm keinem Genre zuordnen kann. Er ist kein Krimi, Barrys Tod ist an sich kein Thema und auch nicht umstritten, genausowenig ist es ein Thriller, irgendetwas phantastisches oder gar ein historischer Roman. Es ist so eine Art Gesellschaftsstudie, man könnte es fast als Novelle deuten, wenn es nicht so viele Nebenhandlungen gäbe, es erinnert ein wenig an die Romane des Realismus, nur deutlich länger und weiter gedacht – natürlich aber auch moderner. Es werden moderne Themen angesprochen, es wirkt ein bisschen wie eine Parabel auf die Tendenz zu weniger Umverteilung und zunehmend sozialstaatsfeindliche Atmosphäre – nicht nur in England. Interessant an diesem Roman ist vor allem die Trivialität, mit der der Tod eines Gemeinderatsmitgliedes, die Zerstörung von Existenzen begegnet wird. Der englische Titel „The Casual Vacancy“, vielleicht am besten mit „Die plötzliche Vakanz“ zu übersetzen, thematisiert den Tod gar nicht mal.

Mir gefiel der Roman trotz dieser Genreunsicherheit und dieser nichtmagischen Atmosphäre, die viele Rezensenten mir unverständlicherweise kritisiert haben, ziemlich gut. Es zeigt gut die kleinstädtischen Kommunikationsstrukturen, es geht viel um Klatsch und Tratsch und vor allem aber auch darüber, wie sich Menschen anderen Menschen gegenüber verhalten. Ich finde, die Bezeichnung Gesellschaftsstudie passt ziemlich gut. Kritisiert wird häufig, dass es zu viel Sex, zu viel vulgäre Sprache und zu viele Drogen gibt – ja, das gibt es in Hülle und Fülle, aber es passt zum Setting – ich will sogar sagen, dass das Setting nötig ist.  Was ich besonders faszinierend fand, ist, dass es keine Helden zu geben scheint. Keine Figur ist irgendwie „gut“, alle und zwar ausnahmslos alle haben irgendwelchen Dreck am Stecken, haben irgendwelche unsympathischen Eigenschaften, sind keine Sympathieträger – selbst die so kämpferische Crystal Weedon ist keine gute Figur. In einer Rezension habe ich gelesen, das Buch sei ein kalten Buch. Und ich glaube, diese Beschreibung trifft es ziemlich gut. Mich hat es ziemlich fasziniert und ich gebe daher mal 3,5/5 Sternen für dieses Buch. Es wird nicht mein Lieblingsbuch, es hat auch finde ich nicht das Potenzial zu einem Lieblingsbuch, ist aber dennoch faszinierend – und ich würde das Lesen durchaus empfehlen.

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Dienstagsfrage vom 25.07.2017

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Herzlich WIllkommen zur heutigen Dienstagsfrage. Nun, nächste Woche dann auch wieder eine Montagsfrage, aber da ich erst am Sonntag den versprochenen Post veröffentlicht habe, dachte ich, warte ich nochmal bis zum Dienstag. Die Posts für diese Woche sind übrigens schon geplant und werden daher definitiv erscheinen!

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?

Ich habe mit Gay Romance ungefähr so viele Erfahrungen wie mit Non Gay Romance, also normalen Liebesromanen – so ziemlich gar keine. Das einzige Buch, an das ich mich bewusst erinnere, in der ein homosexuelles Pärchen eine Rolle spielte, war Will Grayson, Will Grayson von John Green – und das fand ich ziemlich gut, wobei es mir damals beim Lesen ziemlich gleich war, welches Geschlecht die Sich-Liebenden dort hatten. Ich bin einfach nicht so sehr der Typ für Liebesromane, drehen sie sich nun um homo- oder heterosexuelle Paare. Wobei irgendwie schon die Art, wie die Frage gestellt ist, impliziert, dass es da einen Unterschied geben könnte. Interessant fände ich es glaube ich, wenn homosexuelle Liebe auch in ’normalen‘ Romanen alltäglich werden würde, eine Liebesgeschichte schwingt ja auch häufig in Fantasy-Romanen mit…

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und wie gesagt, ihr könnt wieder mal etwas häufiger auf diesem Blog vorbeischauen – es gibt sicher etwas zu lesen.

Bis dahin!

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Fünf Apfelsinenkerne – Arthur Conan Doyle

Nachdem wir beim letzten Mal immerhin eine Leiche hatten – zum ersten Mal in diesem Band – geht es diese Woche gleich dreimal heiß her.

Ein junger Mann kommt trotz schweren Unwetters in die Baker Street und präsentiert seine außergewöhnliche Geschichte. Lange Zeit lebte er unbeschwert bei seinem Onkel, der sich stets etwas zurückzog und seinem Neffen den Zugang zu einem bestimmten Raum verbot, der sich aber ansonsten nichts zu Schulden kommen ließ. Eines Tages erhält er einen Brief mit fünf Orangenkernen und der Inschrift KKK und schreibt noch am selben Tag sein Testament; kurz darauf wird er tot im Teich gefunden, alles deutet auf einen Selbstmord hin. Kaum zwei Jahre später jedoch passiert seinem direkten Erben dieselbe Geschichte. Wieder der Brief, diesmal mit Anweisung, „die Papier an die Sonnenuhr“ zu bringen, wieder ein Tod, der Unfall oder Selbstmord gewesen sein könnte. Nun hat der junge Mann, der Neffe des ersten Toten, einen identischen Brief bekommen, wird von der Polizei nicht ernstgenommen und wendet sich nun an Holmes, der ihn – nicht zu Unrecht – in großer Gefahr glaubt. Holmes zögert nicht und ergreift, unmittelbar nachdem die Geschichte erzählt ist, Maßnahmen, um den Tod des Jungen zu verhindern.

Wie immer, ich möchte die Auflösung nicht verraten, aber man kann durchaus behaupten, dass Holmes den Fall mehr oder weniger erfolgreich lösen kann – die Idee, worum es gehen könnte, kommt ihm unmittelbar nachdem Openshaw, der junge Mann, seine Geschichte erzählt hat. Insbesondere aber diese mit dem Tod verbundenen Briefe und die seltsame Inschrift laden zum Raten ein.

Es wird wohl kaum überraschen, wenn ich verrate, dass die Tode der beiden Männer keinesfalls ein Zufall waren. Seltsame Mordfälle aufzuklären ist ja typischerweise das, was man mit Sherlock Holmes verbindet und wenn man durchaus denken könnte, dass die ersten drei Krimigeschichten relativ banal wirkten und jetzt noch nicht so wirklich spannende Sujets aufwiesen, ist spätestens mit dieser Geschichte, jedoch schon mit der Geschichte zuvor, klar, dass Sherlock inzwischen in seinem Element angekommen ist. Gerade dieser Mordfall, dessen Lösung er alleine aus der Erzählung herleitet und kaum noch Nachforschungen braucht, zeigt besonders gut, wie Sherlock Holmes seine deduktive Methode anwendet. Tatsächlich kann man hier in dieser Geschichte ziemlich gut mitraten, man kann auf einige Details kommen, wenngleich man vermutlich auch nicht auf jedes Detail kommt.

Ich muss sagen, nach der letzten Geschichte,  die mir nicht völlig zusagte, hatte ich an dieser Geschichte ziemlich viel Spaß. Man kann sich den Verlauf der Binnenerzählung des jungen Openshaw gut vorstellen, sich sehr gut in die Situationen hineinversetzen und bekommt es dann bei dem dritten Brief schon beim Lesen mit der Angst zu tun. Die Szenerie der Binnenerzählung tut ihr übriges. Der knisternde Kamin in der spärlich beleuchteten Baker Street, draußen das tobende Gewitter, das ist schon sehr beeindruckend beschrieben.

Ich fand diese Erzählung für mich persönlich wieder etwas schöner als die vorige Geschichte, dazu trägt einfach dieser sehr merkwürdige und bizarre Doppelmord, diese Geschichte, um die seltsamen Dokument und den Zusammenhang mit Amerika – wo der Onkel einige Zeit weilte – bei. Ich komme daher gut und gerne wieder zu 4,5/5 Sternen und kann diese Geschichte absolut weiterempfehlen. Zwar sind Holmes und Watson nicht so viel auf Achse – und Watsons Rolle in dieser Geschichte sollten wir besser auch nicht zu sehr thematisieren – aber die Geschichte ist einfach klug und sehr atmosphärisch erzählt, bietet aber noch einige Gelegenheiten zum Mitraten.

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Donnerstagsfrage vom 20.07.2017

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage. An einem Donnerstag. Also quasi zur Donnerstagsfrage. Hoffentlich klappt das in den nächsten Wochen wieder etwas besser.

Wenn du weder Buchverfilmung noch Buch kennst, was würdest du zuerst anschauen/lesen?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich tendiere ich ja immer zum Buch, aber wenn mich das Buch jetzt nicht so sehr interessiert und ich die Geschichte vielleicht dennoch ganz gerne kennen würde, könnte ich mir auch vorstellen, den Film zu schauen – vielleicht fixt er mich ja an, das Buch zu lesen – wobei mir das tatsächlich noch nicht passiert ist – immerhin weiß ich dann aber, worum es geht. Und so knapp wie meine Lesezeit im Moment ist, ist es tatsächlich etwas einfacher, einen Film zu schauen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Restwoche, ich hoffe, diese Woche noch mindestens einen weiteren Post zu schaffen, den ich euch dann am Samstag präsentieren würde und freue mich schon darauf, jetzt wieder etwas flexibler zu sein und dann auch wieder etwas mehr Luft für diesen Blog zu haben. Zumindest wäre das mein Traum.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 10.07.2017

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage!

Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?

Oh, das ist eine gute Frage. Ich würde vermutlich Bücher von meinem SuB mitnehmen, wie dick die sind, hängt auch davon ab, wie lange die Reise ist, aber was ich mir vorstellen könnte, wäre beispielsweise:

Stephen King – The Shining

Dan Brown – Inferno

Terry Goodkind – Wahrheit

Wolfgang Hohlbein – Das Avalon Projekt

Heinrich Mann – Der Untertan

Einiges an etwas leichterer Literatur, etwas Fantasy, etwas Spannung und einen Klassiker – ich danke, das beschreibt meine Mischung ganz gut.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche, in der ihr hoffentlich wieder einiges hier zu lesen bekommt – ich gebe mein Bestes.

Bis dahin!

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Monatsliste für Juni 2017

Nachdem der Monat Mai ja der schlimmste Lesemonat seit Beginn der Aufzeichnungen war, wurde es diesen Monat immerhin deutlich besser. Ich habe mal wieder ein etwas längeres Hörbuch fertiggehört und habe dazu noch ein weiteres Buch gelesen – kombiniert mit etwas Kleinkram bin ich dann auch schon leicht bei tausend Seiten – und über tausend Seiten bin ich ja inzwischen schon recht froh, das klappt auch nicht mehr in jedem Monat. Mal wieder ist leider nichts englisches dabei, ich hoffe, da finde ich in den Sommermonaten nochmal etwas Muße dazu, mich mal wieder daran zu setzen.

Die gelesenen Bücher haben mir allerdings durchweg recht gut gefallen, Reckless war ein sehr hübsches Jugendbuch, der Rowling-Band eine sehr interessante Gesellschaftsstudie und schließlich noch das Büchlein von Emmanuel Bove, einem Autor, über den ich dann in der Rezi noch einiges erzählen kann und sollte – vermutlich ist er euch (wie auch mir vor einigen Wochen noch) völlig unbekannt.

In diesem Sinne, ich hoffe darauf, dass der folgende Monat mindestens auf diesem Niveau bleiben kann und würde mich über eine kleine Steigerung des Lesepensums auch sehr freuen. Mal schauen, ob das klappt. Hier also die Zahlen:

Gelesen:
Die fünf Apfelsinenkerne – Arthur Conan Doyle (coming soon, 18 Seiten)
Reckless: Steinernes Fleisch – Cornelia Funke (coming soon, 341 Seiten)
Der Mann mit der Schramme – Arthur Conan Doyle (coming soon, 24 Seiten)
Ein plötzlicher Todesfall – J.K. Rowling (coming soon, 576 Seiten)
Bécon-les-Bruyères – Emmanuel Bove (coming soon, 81 Seiten)

Gelesen (Deutsch): 1040 Seiten, 34,66 Seiten pro Tag
Gelesen (Englisch): 0 Seiten, 0 Seiten pro Tag
Gelesen (gesamt): 1040 Seiten, 34,66 Seiten pro Tag

Gekauft:

Geschenkt/Aus dem Bücherschrank:

End-SuB-Stand: 109

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Montagsfrage vom 03.07.2017

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Hallo zusammen, einen schönen Dienstag euch und Herzlich Willkommen zur gestrigen Montagsfrage. Hier im Blog läuft es im Moment wieder etwas ruhiger, dafür läuft es in meinem Privatleben umso turbulenter. Dennoch komme ich endlich jetzt mal dazu, die gestrige Montagsfrage zu beantworten.

Gibt es ein Buch, bei dem du nach dem Lesen sofort wusstest, dass du es noch einmal lesen würdest?

In letzter Zeit leider kaum noch. Ich bin schon froh, wenn ich es schaffe, ein Buch einmal zu lesen. Aber tendenziell sind das eher Kinderbücher, die ich nochmal lesen möchte. Als ich neulich mal wieder Jim Knopf gelesen habe, dachte ich mir durchaus, dass ich das Buch vermutlich auch noch ein weiteres Mal lesen werde. Ansonsten tatsächlich eher weniger, viele Krimis sind nach dem Lesen eben wenig reizvoll. Aber ausschließen mag ich nichts, ich traue mir durchaus zu, das auch wieder zu vergessen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Woche und hoffe, euch mal wieder etwas mehr Lesestoff bieten zu können.

Bis dahin!

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Montagsfrage vom 26.06.2017

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Hallo zusammen und Herzlich Willkommen zur heutigen Montagsfrage

Das Jahr ist schon zur Hälfte vorbei, welche Bücher sind bislang eure Buchhighlights?

Tatsächlich habe ich bisher nicht so viele Bücher gelesen, als dass ich großartig für die Highlights aussortieren könnte. Mein absolutes Highlight – an dem ich ja auch Monate gelesen habe – war auf jeden Fall „Der unsichtbare Killer“ von Peter Hamilton, das war ein großartiges Buch, das allerdings auch großartig lang und dick war, insofern also in jeder Hinsicht bemerkenswert. Ansonsten hat mich Douglas Adams „Die letzten ihrer Art“ ziemlich beeindruckt und mitgenommen, ein Buch über fast ausgestorbene Tierrassen. Das wären so die Highlights dieses bisherigen halben Lesejahres – aber ich hoffe noch auf einige tolle Sachen in den nächsten Monaten.

Inzwischen habe ich wieder ein bisschen was für diesen Blog vorbereitet und freue mich, euch in dieser Woche wieder zwei weitere Beiträge präsentieren zu können. Neben einer weiteren Rezi kommt nämlich auch mal wieder die aktuelle Monatsliste – und die ist zumindest deutlich besser als die des vergangenen Monats.

Bis dahin!

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Reckless: Steinernes Fleisch – Cornelia Funke

Von Cornelia Funke las ich im Laufe meiner Kindheit den Beginn der Tintenwelt-Reihe, schloss diese aber damals nicht ab, weil ich irgendwann im Laufe des zweiten Bandes die Lust verlor. In meiner Adoleszenz habe ich mir dann mal den dritten Band zugelegt und sie schließlich allesamt nochmal gelesen – wie ihr hier im Blog auch nachvollziehen könnt. Einige Zeit danach war ich immer wieder geneigt, auch mal die nächste Buchreihe von ihr, Reckless, zu lesen, kam aber lange Zeit nicht dazu. Als ich kürzlich den ersten Band in einem Bücherschrank fand, konnte ich dann nicht mehr an mich halten und las.

Ich tauchte ein in eine Welt, die sich ad-hoc von der realen Welt nicht unterschied, bis unser Protagonist schon nach einigen Seiten durch einen Spiegel im Büro seines verstorbenen Vaters eine Parallelwelt, die Spiegelwelt betritt. Eines Tages folgt ihm sein jüngerer Bruder, ohne dass er es mitbekommt und wird in der Parallelwelt von einem Goyle angegriffen, ihm beginnt eine Haut aus Jade zu wachsen. Jacob, der Protagonist, versucht alles, um seinem Bruder zu helfen und muss zu diesem Zweck auf die Hilfe der Feen zurückgreifen, denn die Jade, die ihm wächst, lässt ihn nicht zu einem gewöhnlichen Goyle werden, sondern zu genau jenem Jadekönig, der in den Prophezeiungen angelegt ist. Nachdem also der Versuch, ihn mit einem Hexenstrauch von der Jade zu befreien, gescheitert ist, geht es für ihn weiter zu den Feen – und das während gerade ein Krieg der Goyle gegen die Königstruppen im Gange ist – erstere werden von der dunklen Fee unterstützt. Es gelingt ihm abschließend, mit Hilfe der roten Fee die dunkle Fee zu verwandeln und erpresst dann die Rückverwandlung seines Bruders. Was er allerdings nicht bedacht hast, ist der Fluch der dunklen Fee, den er jetzt auf sich lasten hat.

Dass das Ende des Buches eine Fortsetzung geradezu forciert, kann man diskutieren, tatsächlich ist aber immerhin der erste Handlungsbogen abgeschlossen und Will wieder zurückverwandelt – die zentralen Fragen sind damit zwar abgeschlossen, aber natürlich möchte man wissen, ob Jacob es schafft, dem Fluch zu entkommen. Ich hatte in einer Rezension gelesen, dass das Buch schon auf eine künftige Verfilmung hin geschrieben sei – und diesen Eindruck kann ich bestätigen. Die Sätze sind sehr kurz gehalten, auch die Kapitel sind ziemlich kurz und man gewinnt den Eindruck, sie umfassen genau eine Szene – und so gibt es auch etliche Kapitel, was ganz gut ist, um sich das Buch in Häppchen aufzuteilen, aber dann problematisch wird, wenn man alle drei Seiten mit einer Leerseite und einem neuen Kapitelbild aus dem Lesefluss gerissen wird.

Die Spiegelwelt darf nicht unerwähnt bleiben. Es ist eine Welt, in der die klassischen Märchenfiguren real sind. Magische Gegenstände sind mal mehr, mal weniger elegant aus den Märchen der Brüder Grimm adaptiert (Rapunzelhaar…) und spielen tragende Rollen, werden aber eben als Hilfsgegenstände eingesetzt und nicht näher thematisiert. Man muss einräumen, dass diese intertextuellen Anspielungen gelungen sind und sich auch super dafür eignen, Jugendlichen das Motiv der Intertextualität nahezubringen, insgesamt wirkten die Grimmschen Motive für mich allerdings häufig recht plump eingesetzt. Und für junge Kinder ist das Buch eigentlich etwas zu brutal, zu gewalttätig, als dass ich es bedenkenlos meinem Grundschulkind in die Hand geben wollen würde – wenn ich denn ein solches hätte.

Inzwischen habe ich ziemlich viel Negatives über das Buch geschrieben – und restlos überzeugt hat mich Reckless auch nicht – aber dennoch ist das Buch einfach schön. Die Geschichte ist liebevoll und detailreich ausgestaltet, die Figuren haben Farbe und tragen Leben in sich – zumindest die Hauptfiguren – und es ist ein einfach schönes Jugendbuch. Die Rahmen in der echten Welt spielt kaum eine Rolle, viel zu viel Raum nimmt die Spiegelwelt ein. Fuchs, Jacobs Gefährtin ist eine der coolsten Frauenfiguren, die ich in Jugendbüchern bisher gesehen habe und generell ist Jacobs verschlossene, eigenbrötlerische Art für mich absolut sympathisch. Ich konnte mich gut in die Welt hineinversetzen und habe dann die Seiten förmlich verschlungen – daher ja auch die Kritik, aus dem Lesefluss gerissen zu werden.

Ich mochte Reckless gerne. Die Tintentod-Reihe gefiel mir noch einen Ticken besser, vor allem fand ich den Handlungsverlauf dort nicht so plump und ‚jugendbuchig‘ – Reckless merkt man seinen Jugendbuchcharakter schon recht deutlich an – Mut zu längeren Spannungsbögen, Frau Funke! Dennoch hatte ich einige schöne Stunden mit dem Buch und kann euch, gerade wenn es etwas leichtere Kost sein soll, Reckless durchaus empfehlen – und so vergebe ich 4/5 Sternen dafür. Für Jugendliche im Teenageralter definitiv eine Buchreihe, die sich lohnt – und auch für Erwachsene noch gut lesbar.