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Oculus: Im Auge des Sturms – Wolfgang Hohlbein

2016 erschient der zweitausendste eigenständige John Sinclair Roman (frühere Bände erschienen beispielsweise in der Gespenster-Krimi Reihe)! Das wurde gebührend gefeiert, es gab eine eigene Convention und für das Jahr 2017 wurden einige Romane mit John Sinclair angekündigt. Unter anderem von und mit Mark Benecke und von Wolfgang Hohlbein. Letzterer schrieb gar einen Zweiteiler, dessen Bände im September und November 2017 erschienen. Im Auge des Sturms ist der erste dieser Bände.

Das komplexe an diesem Roman ist, dass drei Handlungen parallel ablaufen. Die erste Handlung, mit der alles beginnt, spielt in der Zukunft. Ein Mensch ohne Erinnerungen, der sich als John Sinclair offenbart, wird von mysteriösen, alptraumhaften Tentakelwesen angegriffen und von einem riesigen Luftschiff aufgegriffen, schließlich in einen Berg in den Himalaya gebracht, um dort zu erfahren, dass er erweckt wurde, um die Welt zu retten.

Handlung 2 spielt ungefähr jetzt. In einem unterirdischen Labor, das etwas an Resident Evil erinnert, gefangen gehalten, wird Sinclair untersucht, als er jedoch erwacht, will er seine Freunde töten. Er verschwindet und zurück bleiben seine Freunde, verletzt, das Personal und einige Todesengel, die gegen eine schwarze Macht aus der Tiefe kämpfen. Nach oben katapultiert, scheint die ganze Stadt in Schutt und Ascht zu liegen, Tentakelmonster zerstören alles, was sich bewegt. Sinclairs Freunde versuchen zu fliehen.

Handlung 3 spielt um 1830. Einige Jahre, nachdem Robert Craven die Großen Alten besiegt hat, kümmert er sich um seinen Freund Howard, der unter die Schriftsteller gegangen ist. Eines Tages, kurz vor seinem Tod, hat er eine Vision und schickt Robert und Rowlf nach London, um dort das Baby John Sinclair zu retten und um aus Roberts ehemaligen Anwesen den Stockdegen und das Necronomicon zu holen, um damit zu Roberts Grab zu gehen. Wie auch immer das zeitlich zusammenpasst, verrät Rowlf nicht.

Ich fand das Buch aus verschiedensten Gründen großartig. Zunächst mal gibt es einen Auftritt von Robert Craven. Genau der, der Hexer von Salem, tritt hier auf und hat sogar eine ziemlich tragende Rolle! Es war für mich eine tolle Überraschung, ‚wie früher‘ mit Robert durch London zu ziehen und ihn mit seinem Stockdegen gegen die Shoggoten kämpfen zu lassen. Schließlich spielt das alles auch im Universum des Robert Craven. Die Tentakelwesen sind nichts anderes als die Großen Alten, die irgendwie zurückgekehrt sind und ich inzwischen mit wenigen Ausnahmen den ganzen Planeten – beziehungsweise sehr viele Planeten – Untertan gemacht haben, wie wir aus der Zukunft wissen. Und natürlich bin ich als alte Hohlbein-Fan auch Freund dieser seltsamen Welt voller Shoggoten und Großen Alten. Zum Handlungsverlauf selbst kann ich allerdings noch nichts sagen – einfach mangels abgeschlossener Handlung

Ein Problem des Buches ist technischer Natur. Zwar wird es als Einzelband verkauft, de facto ist es aber ein Zweiteiler. Band 1 endet mitten im Nichts, mitten in der Handlung – es ergibt einfach keinen Sinn, das Buch dort zu trennen. Man hätte auch einfach ein Buch draus machen können, das hätte dann zwar 600 Seiten umfasst und vielleicht hätte man es auch für 12 statt für 2×10€ verkaufen können, das wäre auch den Lesern gegenüber nett gewesen. Das Argument, man könne den Heftromanlesern keine 600 Seiten zumuten, lasse ich aber einfach mal nicht gelten, der Benecke-Roman hat auch weit über 400. Vermutlich wollte man dort einfach zwei Bücher statt nur eines verkaufen und es sei ihnen ja auch gegönnt. Wobei ich dann für 20€ eigentlich lieber ein hübsches Hardcover statt zwei Taschenbücher gehabt hätte.

Wie dem auch sei, wer die Hexer-Bücher mochte, wer sich für John Sinclair interessiert und keine allzu große Abneigung gegen Tentakelmonster hat, wird mit diesem Buch jede Menge Freude haben. Ich hatte es und ich glaube, das ist das erste Mal, aber ich vergebe volle 5/5 Sternen für einen zwar wie immer viel zu actionlastigen, aber ansonsten großartigen Hohlbein. Hatte ich das Spiel mit den verschiedenen Zeitlinien erwähnt?

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