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Heftromane Heute: Jerry Cotton #468: Sie schossen mit silbernen Kugeln

Wir spielen heute mal wieder fröhliches Editionsbasteln. Die Geschichte in meinem Sammelband trägt den Titel „Sie schossen mit silbernen Kugeln“, der Sammelband umfasst nach eigenen Angaben (die Bandnummern tauchen übrigens nur auf dem Vorschaubild am Ende der Heftromane auf) die Bände 467-469 in einer „Classic“-Ausgabe, also einer Neuaufgabe. Laut einer Onlinequelle trägt dieser Band jedoch die Nummer 578 in der Erstauflage und der zweiten Auflage, die Nummer 453 in der dritten und vierten Auflage – und eben in der Classic-Ausgabe von 2005-2015 die Nummer 468. Verstehe dies, wer möge. Diese mutmaßlich remittierten Classic-Bände wurden vermutlich einfach nur neu zusammengeheftet, um sie dann als Sammelbände nochmal verbilligt auf den Markt zu bringen. So viel also zur chaotischen Veröffentlichungsgeschichte. Den Autor dieses Bandes konnte ich jedoch nicht herausfinden, insgesamt schreiben und schrieben wohl weit über 100 Leute für diese Reihe.

Mein Band dreht sich um Napalm. Einen Tankwagen, der 6000 Gallonen dieses hochentzündlichen Kampfstoffs geladen hatte, gelangt in die Hände einer Verbrecherbande, die nun das FBI einerseits direkt und zweitens parallel über einen Versicherungsbetrug erpressen möchte – ansonsten gehe das Napalm in die Luft. Dazu wird Jerry Cotton als Mittelsmann ausgewählt, er wird entführt, ihm werden die Forderungen vorgestellt und er soll auch die Übergabe des Trucks koordinieren, während einer seiner Kollegen mit einem Geldkoffer unterwegs ist. Schließlich sollen dann noch einige der Hilfsverbrecher beseitigt werden, indem eine kleine Restmenge Napalm gezündet wird – und Jerry kann nur knapp der Explosion entkommen. Schließlich schafft es das FBI dann doch noch, den Fall aufzuklären und hinter die geheimnisvolle Bande zu kommen.

Im Unterschied zum typischen Krimi im Sherlock-Holmes-Stil, ist es hier kaum möglich mitzuraten, da einfach verschiedene Informationen, die man zur Lösung der Fälle brauchen würde, nicht mitgeliefert werden. Insgesamt ist der Band aber, wie ein typischer Heftroman, spannend und flott erzählt, es scheint immer etwas zu passieren und es geht immer direkt und ohne Nebenhandlungen vorwärts. Im Unterschied zum Band davor, war auch die aufdringliche Formulierung des „Girls“ nicht mehr zu finden, was ich sehr angenehm fand, insgesamt war meines Erachtens dieser Band etwas stärker als der vorige. Es bleibt dabei, dass diese Heftchen solide Krimikost sind und für eine vergnügliche Stunde unterwegs durchaus zu empfehlen sind.

Habe ich eigentlich schonmal etwas über das billige Papier gesagt? Da ich diesen Sammelband ja quasi dreimal solange mit mir herumtrage, wie ein normales Heft, fällt die miese Qualität des Drucks auch gut auf. Es saugt Feuchtigkeit förmlich an, auch das Cover ist aus sehr dünnem Papier, einzig die Klebebindung ist relativ stabil gemacht. Was bei einem Einzelheftchen noch nicht so negativ auffällt, macht sich eben hier bei dem Sammelband gut bemerkbar. Billiges Rollenoffsetpapier, wie es auch für Tageszeitungen verwendet wird – und durch die Klebebindung wird auch noch das Aufschlagen des Heftchens erschwert. Das gilt allerdings ganz allgemein für alle Heftromane, die ich bisher gelesen habe, einzig die Perry Rhodan Heftchen wirkten auf mich zumindest ein klein wenig qualitativer – jedenfalls im Satz und in der Papierwahl, auch wenn natürlich auch hier Rollenoffsetdruck angewandt wurde.

Ich hatte ja gesagt, ich fand diesen Heftroman etwas gelungener und weniger floskelhaft als das vorangegangene – ich vermute einen anderen Autor hinter diesem Heftchen. Daher gebe ich auch einen guten halben Stern mehr als letztes Mal und verbleibe mit 3,5/5 Sternen und bin gespannt auf den letzten der drei Bände, der dann – so viel sei verraten – die Serie „Heftromane Heute“ bis auf Weiteres abschließen wird.

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