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Gute Zeiten mit Hanni und Nanni (#20)

Während es in den letzten Bänden so war, dass diese von einem deutschen Ghostwriter verfasst wurden, ist dieser Band etwas anders. Er weist im Impressum „Text: Pamela Cox“ aus. Eigentlich heißt das Buch „The Third Form at St Clares“ und wurde im Jahr 2000 geschrieben, um die Lücke, die in den Originalbänden von Enid Blyton entstand, zu füllen. Doch während der Originaltext eben in der dritten Klasse spielt, sind die Zwillinge in der deutschen Fassung magischerweise in der fünften Klasse. Warum das nötig ist, wo die Bücher doch die Schuljahre ohnehin durchwürfeln, braucht man nicht zu verstehen.

Jedenfalls geht es in diesem Band hauptsächlich nicht um Hanni und Nanni, sondern um ein Theaterstück. Denn als die Mädchen nach Lindenhof zurückkehren, gibt es gleich zwei Überraschungen: Carlotta wird Klassensprecherin und die Klasse soll ein Theaterstück einstudieren – was und wie sie es organisiert, bleibt allein ihr überlassen. Zusätzlich gibt es einige Tagesschüler, unter anderem Lissi, die von einem nahegelegenen Pferdehof kommt – was Carlotta dazu verleitet, dort viel Zeit beim Reiten zuzubringen. Neu sind außerdem Astrid und Raphaela, letztere trägt das Geheimnis, dass sie von der Schauspielschule herausflog, weil sie zu schlecht war – blüht aber als Autorin des Klassenstücks auf. Astrid deckt das Geheimnis auf, um ihr zu schaden – und hat einen ziemlichen Hasa auf Carlotta, vor allem, wiel Carlotta ihr ihre Freundin Lissi wegzunehmen droht. Bei einer Mitternachtsparty verrät sie die Klasse und aus Trotz versucht sie, mit einem für sie viel zu anspruchsvollen Pferd zu reiten, was zu einer Rettungsaktion durch Carlotta und einer ordentlichen Verletzung Carlottas führt. Halbwegs geläutert verlässt sie die Schule – und auch Raphaela kehrt in die Autorenklasse der Schauspielschule zurück.

Ich muss sagen, so katastrophal wie die vorigen Bände fand ich diesen Band nicht. Dramatisch sind nur die ganzen, wirklich zahlreichen Inkonsequenzen. Irgendwie passt nichts zusammen, die Mädchen erinnern sich an zahlreiche Ereignisse von früher, an andere, die viel näher liegen, jedoch nicht; Charakterentwicklungen haben nicht stattgefunden und chronologisch passt auch einiges nicht zusammen. Die Geschichte ist noch halbwegs stimmig, die Figuren sind aber mitunter recht eindimensional gezeichnet, gerade die neuen stehen nur für einen gewissen Menschentyp, der Konflikt in eine bestehende Gruppe hereinbringt. Dass Astrid so extrem böse ist – sie zerschneidet sogar die Kostüme für die Theateraufführung – war mir persönlich etwas zu überzogen – warum muss es denn noch immer mehr sein? Es war auch schon so deutlich, was Astrid für ein Charakter ist.

Und die Geschichte um das Theaterstück – mir blieb da vieles zu vage, was man auch gut hätte ausbauen können. Warum sich Carlotta und Jenny streiten mussten, hat sich mir auch nich unbedingt erschlossen – generell fand ich die Zeichnung von Carlotta nicht so angebracht – da haben wir sie in den letzten Bänden anders kennengelernt.

In diesem Sinne bleibt es dennoch bei 2,5/5 Sternen für diesen Band – es ist etwas besser als die letzten Bände, kommt aber bei weitem nicht an den Geist der frühen Bände heran.

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