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Die verbotenen Inseln – Enwor 10

k-WP_20151025_001Das ist es also. Das Finale der ursprünglichen Serie, der zehnte, abschließende Band – der in Sachen Umfang auch mal wieder die 300 Seiten überschreitet. Der Band, in dem die Geschichte um die Sternengeborenen abgeschlossen wird.

Dieser letzte Band ist massiv geprägt von Skars Schwäche und den Versuchungen seines Dunklen Bruders, ihn doch endlich zu akzeptieren. Nach einer Einigung mit den Quorrl ziehen sie zunächst gemeinsam weiter in Richtung der Quorrl-Bastarde, die eine Festung der Sternengeborenen bewohnen. Dort angekommen kommt es aber zu weiteren Schwierigkeiten, denn der gerade noch besiegte Gott der Quorrl ist schon wieder zurückgekehrt und Skar kommt ob der vielen Kämpfe – sei es gegen den Gott, der Quorrl untereinander oder aus anderen Gründen – an seine Belastungsgrenzen. Und so kommt es dann, als er dem Gott der Quorrl gegenüber steht dazu, dass er seinen dunklen Bruder ruft und so zur lange abgelehnten Unsterblichkeit kommt.

Dass diese Unsterblichkeit Skar aber nicht rettet, war abzusehen. Alle leben nun in der permanenten Angst vor ihm, doch sie können ihren Weg zu den verbotenen Inseln fortsetzen. Mit seiner neuen Kraft ist es auch kein Problem, den Fallen auszuweichen, ist es kein Problem, in das Allerheiligste vorzudringen und das Geheimnis dieser Welt zu enthüllen und die Bedrohung durch die Sternengeborenen und damit auch seine Unsterblichkeit für immer zu bannen. Doch in der letzten Sekunde kehrt der Gegner in Form von Del zurück, um Skar zu töten. Aber das kann die Rettung der Welt nicht mehr stoppen.

Dieser Band schafft es tatsächlich, die allermeisten Rätsel, die es bisher noch gab, aufzulösen. Es ist jetzt zumindest halbwegs klar, wie es in Enwor zuging, wie die Quorrl geschaffen wurden, was es mit den Sternengeborenen auf sich hat(te) und was Enwor heute ist. Skar hat sich geopfert, um der Welt ihr Weiterexistieren zu ermöglichen und in seinem Geist wird eine friedliche Welt geschaffen, die Welt kann wieder aufgebaut werden.

Mir gefiel es ausgesprochen gut, diese letzten 300 Seiten zu lesen und zu erfahren, wie es mit Enwor anfing und zuende ging. Es ist noch immer nicht jedes Geheimnis gelüftet und vor allem ist das Ende sehr offen gehalten, aber inzwischen ist klar, wer die Quorrl sind, was sie antreibt und dass sie auch ohne ihren okkulten Oberbau ein Volk sein können. Der Stil ist wieder mal sehr typisch für Hohlbein. Gerade in einigen feinen Stellen kann man wie so oft die Inspiration von Lovecraft herauslesen, die Vorliebe für dunkle Kanäle und Gänge, mechanischen Wesen und Tentakeln finden sich in fast jedem Buch von ihm wieder. Da ich das immer auch unglaublich atmosphärisch finde, habe ich damit kein Problem, aber natürlich kann man sich daran auch überlesen.

Dennoch bleibt Enwor meiner Meinung nach ein Glanzstück Hohlbeins. Die Längen in der Handlung sind wirklich nicht der Rede wert, ganz im Gegenteil geht es recht zügig von Schauplatz zu Schauplatz, bis sich dann am Ende das Mosaik zusammensetzt. Man muss diese Art von Fantasy mögen – und nicht falsch verstehen, trotz dieser durchaus etwas komplexeren Züge bleibt Enwor noch weit von dem Anspruch großer High-Fantasy-Zyklen entfernt – aber wenn man sich schon in die ersten Bände gut einlesen konnte, wird man auch von Band 10 nicht enttäuscht und erhält einen würdigen Abschluss der Serie – dafür gibt es 4/5 Sternen von mir – und ich habe etwas Angst, was jetzt im elften Band kommen könnte. Aber dazu nächste Woche mehr.

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