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Die Blutbuchen – Arthur Conan Doyle

Heute gehen wir die letzte Geschichte aus dem ersten Sherlock-Holmes Band an. Um die Lücke in Krimi-Kurzgeschichten auf diesem Blog zu füllen, habe ich jedoch noch etwas anderes für die nächsten Monate vorbereitet. Bleibt gespannt.

Es geht um Violet Hunter, die einige Zeit lang keine Arbeit als Gouvernante fand. Eines Tages kommt ein älterer Herr zur Arbeitsvermittlung, entdeckt sie und bietet ihr einen seltsamen Job an. Das Gehalt ist enorm – erhöht sich sogar noch in einem Brief nach ihrer ersten Ablehnung – die Arbeit leicht, lediglich ein Junge muss beaufsichtigt werden. Doch angeblich wegen der schwierigen Frau soll sie jeden Morgen ein bestimmtes blaues Kleid tragen und muss ihr braunes Haar abschneiden.

Obwohl Sherlock Holmes auch sehr verwirrt ist, was denn das Geheimnis dahinter sei, rät er ihr, das Angebot anzunehmen. Er bietet ihr an, jederzeit per Telegramm zur Verfügung zu stehen. Und tatsächlich ist die Arbeit leicht. Sie muss morgens einfach nur dort sitzen und sich lustige Geschichten erzählen lassen, doch die Dame des Hauses trägt eine tiefe Trauer in sich. Außerdem gibt es einen Wohnungsflügel, den sie nicht betreten darf – unter dem Vorwand, dort sei ein Entwicklungszimmer für die Filme des Hausherrn. Sie entdeckt außerdem Frauenhaar in einer Schublade, das dem ihren gleicht und bemerkt eines Morgens in ihrem blauen Kleid, dass ein Mann von der Straße aus zu ihr hinblickt. Nach allen Informationen, die nun vorliegen, ist Sherlock Holmes – rasch per Telegramm herbeigerufen – in der Lage, das Rätsel zu lösen. Jedoch kommt es dabei noch zu einigen gefährlichen Situationen und der gut bezahlte Job hat sich dann leider auch erledigt.

Für mich war diese Geschichte ziemlich verwirrend. Ich habe erst sehr spät verstanden, was überhaupt passiert ist, auch die Auflösung war für mich alles andere als transparent. Ich denke, man kann durchaus herausbekommen, worum es im Groben geht, aber gerade das Ende der Geschichte habe ich in der Form überhaupt nicht erwartet – und auch nicht verstanden, wieso es zur Auflösung der Geschichte notwendig war.

Insgesamt war aber die Idee der Geschichte sehr faszinierend. Ohne zu sehr ins Detail der Auflösung gehen zu wollen, handelte es sich hier erneut um eine völlig neue Idee, die nichts damit zu tun hatte, was ich zuerst dachte. Gerade dieser seltsame Mann und der verlassene Teil der Wohnung haben bei mir eine enorme Spannung ausgelöst. Sonst waren die Geschichten zwar manchmal ein bisschen spannend angehaucht – manche waren auch eher beschreiben – aber bei dieser Geschichte hatte ich beim Lesen mehrmals eine Gänsehaut und ich denke, aus der Geschichte hätte man auch einen kleinen Roman bauen können – die Handlung ist prall gefüllt und gibt das auf jeden Fall her.

Ich gebe einen kleinen Abzug für das etwas intransparente Ende – gerade hier hätte ich gerne noch etwas mehr und detailliertere Ausführungen zu gelesen, einfach um diesen tollen Spannungsmoment auszukosten. Aber auch so ist mir die Geschichte noch gut und gerne 4/5 Sternen wert.

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